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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Organisatorische Probleme -wie löst ihr sie ?
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BeitragVerfasst: 07.04.06, 07:42 
Hallo Forum,

ich hatte kürzlich einen Einsatz (Pat.50 J., akuter Infarkt), bei dem es reichlich organisatorische Probleme neben der eigentlichen Erkrankung gab. So lebte im Haus eine ältere, demenzkranke Angehörige, die man nicht alleine lassen konnte und der Patient hatte Tiere, die gefüttert werden mußten. Leider keine Angehörigen in der Nähe, die sich kümmern konnten.
"Mein" Rettungsassistent hat das in dem Fall prima und superschnell gelöst, für mich wirft sich aber die Frage auf, ob man nicht im Vorfeld schon für solche Probleme Ansprechpartner/ Lösungen erarbeiten sollte, damit man im Notfall weiß, an wen man sich wenden kann.

Hierfür würde mich interessieren, ob bei Euch solche Lösungen schon vorliegen für folgende Probleme (immer davon ausgehend, daß man keine Nachbarn oder Angehörigen erreichen kann, welche helfen):

- kleine(s) Kind(er) zu versorgen, das im blödsten Falle gerade in Kindergarten/ Schule ist.
- pflegebedürftige Angehörige zu versorgen
- Haustiere zu versorgen
- wohin mit dem Wohnungsschlüssel, wenn jemand später in die Wohnung muß

Bin gespannt, wie ihr das macht !

Im obigen Fall konnte übrigens die ältere Angehörige ganz kurzfristig in einer Kurzzeitpflege aufgenommen werden, in der sie einige Wochen vorher schon mal war. Das Pflegeheim schickte auf unseren Anruf hin sofort einen Zivi los, um sie abzuholen. Das war echt ein Glücksfall ! Die Tiere konnten vom Enkel einer Nachbarin versorgt werden, wo auch der Hausschlüssel verblieb.

Gruß von doc-in-not :wink:


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BeitragVerfasst: 07.04.06, 08:09 
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DMF-Mitglied

Registriert: 29.06.05, 07:52
Beiträge: 27
Wohnort: Ostwestfalen-Lippe
Schöne Fragestellung:
Pflegebedürftige Angehörige:
Es gibt in unserer Region eine hohe Dichte an Pflegediensten, wobei ich in einem solchen Falle zunächst die konfessionellen kontaktieren würde, weil es da mit der späteren Finanzierung durchaus mal weniger Probleme geben könnte. Und wenn da alle Stricke reissen, müsste der Ordnungsamt - Notdienst informiert werden, da hier ja offensichtlich ein Mensch in Not ist und dies dann in die Zuständigkeit der Städte und Gemeinden fällt.
Ansonsten müssen natürlich Nachbarn und Bekannte weitesgehend mit eingebunden werden, sofern verfügbar.
Sonstige Probleme der sozialen Situation:
In unsererm "Mutterstandort" haben wir einen relativ grossen Fahrdienst, der übergangsweise auch schon mal logistische Leistungen (Tiere füttern, Kinder abholen, oder weg bringen, Elektrorollstuhl von der Strasse holen, Haustier wegbringen, usw) erldigen kann und das in der Vergangenheit auch schon ab und an getan hat.
Ansonsten gilt hier die Devise: Medizin ist im Rettungsdienst nicht alles. Menschlichkeit und Improvisation in allen Lebenslagen ist eine der Hauptaufgaben des guten RDlers.


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BeitragVerfasst: 07.04.06, 10:01 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Zitat:
Ansonsten gilt hier die Devise: Medizin ist im Rettungsdienst nicht alles. Menschlichkeit und Improvisation in allen Lebenslagen ist eine der Hauptaufgaben des guten RDlers.


Das kann man wirklich nur unterstreichen. Im geschliderten Fall hat das ja ganz offensichtlich auch hervorragend geklappt.
Meine Empfehlung: Auf jedes Fahrzeug eine kleine mappe mit aktuellen ! Telefonnummern aller möglichen Behörden und Institutionen nach Möglichkeit mit Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit. Also Kinderheime, Ordnungsamt, Amtstierarzt, Sozialstationen usw. Das kann man durchaus mal im Rahmen eines kleinen Brainstormings auf der Wache aufarbeiten, indem man sich einfach mal versucht ein paar komplizierte oder ungewöhnliche Situationen vorzustellen. Dabei würde ich immer vom "Worst-Case" ausgehen, dann sollte im Falle eines Falles eigentlich nicht viel passieren können.

Gruss,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 07.04.06, 11:38 
Erik Eichhorn hat geschrieben:
Zitat:
Das kann man durchaus mal im Rahmen eines kleinen Brainstormings auf der Wache aufarbeiten, indem man sich einfach mal versucht ein paar komplizierte oder ungewöhnliche Situationen vorzustellen.[


Genau das habe ich vor, Erik, daher schon mal mein Dank für die guten Tipps, die ich aus diesem Brainstorming erhalte !

Kümmert sich der Amtstierarzt um Haustiere ???

Gruß von doc-in-not :wink:


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BeitragVerfasst: 07.04.06, 12:23 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 17.08.05, 17:36
Beiträge: 496
Wohnort: Wiesloch (Baden-Württemberg)
Hallo doc-in-not,

manchmal ist es ja verhext. Da steht die Grunderkrankung fast im Hintergrund der Probleme. Bei deinem Beispiel mit den Kindern die plötzlich alleine zu Hause bleiben müssen, würde ich vieleicht mir einen Notfallnachsorgedienst (KIT, NND, etc.), kommen lassen. Ich denke mit diesem Schritt, dann jemanden an der Seite zu haben, der auf jeden Fall mehr Zeit hat, sich um die Kids zu kümmern und einen vertrauenswürdigen Verwanten herauszufinden. Irgendjemanden darf man aber die Kids auch nicht in die Hand drücken. Vieleicht ist aber auch ein erfahrener Jugendleiter einer HIO erreichbar - ist nur so ne Idee - wäre doch aber auch ne tolle Aufgabe der Jugendabteilungen der Hilfsorganisationen - oder ? Nur als letzte Alternative würde ich sie leider der Polizei übergeben.
Das Problem mit den Tieren würde ich ähnlich versuchen zu lösen. Bleibt es bei einem Hund würde ich den Leiter der Rettungshundestaffel alarmieren lassen. Der kennt sich mit Hunden zumindest besser aus als ich, hat aber mit Sicherheit auch Adressen von Tierhilfswerken, Notdiensten von Tierheimen etc. an der Hand. Auch hier würde ich als letzte Instanz die Polizei holen.
Im Falle bettlägriger Angehörigen würde ich versuchen einen ambulanten Pflegedienst zu erreichen, der vieleicht bereit ist hhier schnell einzuspringen.
Soweit zu meinen Vorschlägen - hat jemand noch andere Ideen ? Ich bin gespannt !

LG

Uwe

_________________
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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