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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Umgang mit Schwangeren
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 Betreff des Beitrags: Umgang mit Schwangeren
BeitragVerfasst: 15.03.06, 14:11 
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Beiträge: 37
Hallo,

jetzt setze ich auch mal eine Frage ins Forum:

Da es bei uns nun auch endlich geklappt hat und ich nach 4 Jahren und einem Abort nun in der 15.SSW bin möchte ich gern wissen, wie ihr mit Schwangeren umgeht.

1. Könnt ihr den Mutterpass sicher lesen, mit den evtl. benutzen Abkürzungen, falls die Schwangere nichts mehr sagen kann?

2. Wie haltet ihr es mit Medikamentengabe?

3. Geht ihr mit einer Schwangeren anders um, als mit anderen Patienten?

4. Behandelt ihr zwei, oder in erster Linie die Schwangere?

5. Eine Kollegin ist schwanger, kann/darf nicht mehr arbeiten. Die Mehrarbeit bleibt an euch hängen. Wie steht ihr zu der Kollegin? Freut ihr euch für sie, oder denkt ihr bei euch, das dies er Grund ist, das Frauen im RD nichts zu suchen haben?

Meine Fragen sind nicht böse gemeint, ich habe Silvester mit Schrecken festgestellt, das ich den Mutterpass nicht sicher lesen konnte, es hat zumindest länger gedauert. Zum Glück war dies nicht so wild, es handelte sich um eine normale SS, 38.SSW, einsetzende Geburt, Fruchtblase noch nicht geplatzt.

Da ich eine Plazenta praevia habe, dies auch nur per Abkürzung festgehalten ist frage ich nach den Abkürzungen ( die ist übrigens p.p.p. vermutlich ist das mal wieder nicht einheitlich). Durch die Placenta praevia kommt es immer mal wieder zu Blutungen, die einen sehr verunsichern, aber man merkt nun selber das eine Blutung in der SS nicht unweigerlich das Ende bedeutet.

Ob ihr eine Schwangere anders behandelt frage ich, weil ich merke, das es eine völlige Ausnahmesituation ist und ich ganz anders reagiere als vor der SS.

Ich würde mein Leben für das des Kindes geben, daher die anderen Fragen.

Die letzte Frage erklärt sich denke ich von selber. Meine Kollegen freuen sich, aber ich habe auch schon von anderen Fällen gehört.

Ich persönlich will ab Januar nächsten Jahres wieder auf Teilzeit im RD arbeiten, da auch mein Mann im Schichtdienst arbeitet, geht das auch. Schichten dann halt gegeneinander.

LG Lissy, die hofft durch diese SS endlich ein gesundes Kind im Arm halten zu dürfen

und wie gesagt, nehmt mir die Fragen nicht krumm, ich will eure Kompetenz nicht anzweifeln, aber ich denke da im Moment drüber nach. Zumal ich bei mir selber gesehen habe, das dieses Thema in der RettAss Ausbildung viel zu kurz kommt.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.03.06, 17:15 
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Beiträge: 299
Wohnort: Reutlingen (D Ba-Wü)
Erstmal Glückwunsch, ich hoffe es wird alles gut.

Zu deinen Fragen:

1.) Mutterpass... Nein, kann ich nicht lesen, aber danke, hab grad auf Gyn angerufen und werde heute im Nachtdienst mal hochgehen und mich aufklären lassen :)

2.) Medigabe... Hmm. Als RA in "Not-"Kompetenz wirds die Patientin brauchen. Würds mir aber sicher 2 mal überlegen, wenn es eine kann aber nicht muss Situation ist.

3.) Umgang... Nein, sicher ist für mich das Einsatzstichwort "beginnende Geburt" oder "Notfall mit schwangerer Pat" zwar eher ein Sonderfall, aber der Umgang bleibt der Gleiche.

4.) Da ich dem ungeborenen Kinde mit meiner Diagnostik nicht wirklich zu Leibe rücken kann gibt es für mich "nur" einen Patienten, eine besondere Patientin.

5.) Kann Sie etwas dafür, dass die entstandenen Situation den Arbeitgeber so aus der Bahn wirft, dass ich mehr arbeiten muss?
Sprüche von wegen Frauen hätten nichts im RD zu suchen, naja :( Ich war ehrlich gesagt schon oft froh eine Kollegin dabei zu haben und hätte es mir in manchen Situationen auch schon oft gewünscht. Und nein, es gab bisher keinen Fall, wo ich eine Kollegin hatte und ich mir einen Kollegen gewünscht hätte :)

Alles Gute,
grüßle

Markus

_________________
Lehrrettungsassistent / ILS-Disponent / QMB
"Gut gemeint" ist nicht gut genug.
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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.03.06, 20:42 
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Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4399
Wohnort: Hildesheim
Moin, moin!

Auch von mir herzliche Glückwünsche!

Den Mutterpass lesen? Nö, kann ich nicht , bzw.: Die wichtigsten Dinge sind ja klar erklärt und zum ankreuzen! Soviel "Wissen" braucht man also gar nicht.

Und was die handschriftlichen Zusätze angeht - das handhabt wohl jeder Gynäkologe anders und es ist müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.

Medikamente? Seeeeehr zurückhaltend und nur im echten Notfall! Dann allerdings wird primär
die Mutter behandelt, ohne Rücksicht auf das Kind, denn wer faule Kompromisse bei der Medikation macht, gefährdet das Kind erst recht! Außerdem ist vieles ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft nicht mehr so "böse", wie es scheint...

Von was für Notfällen reden wir denn?
Vaginale Blutung - egal was im Paß steht: Scoop and run!
Drohende Geburt - egal, Scoop and run, wenn´s noch geht :wink:
Gestationsdiabetes - BZ bestimmen ist doch Routine, oder?
Prä-Eklampsie - hier zählen im RD eh´ nur die Symptome: Krampfanfall? RR hoch?

Was also sollte im Mutterpaß stehen, was der RD für Behandlung und Therapie wissen muß?

Ich handhabe das pragmatisch: Zum Lesen des Passes gibt´s Gynäkologen - und fahren wir mal schnell hin... :wink:

Gruß
A.Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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 Betreff des Beitrags: Re: Umgang mit Schwangeren
BeitragVerfasst: 16.03.06, 10:45 
Hallo Kröte,

Glückwunsch zur Schwangerschaft und mach Dich nicht vor Sorge verrückt ! Unser Problem in den medizinischen Berufen ist, daß wir in überdurchnittlichem Maße die pathologischen Ausnahmen sehen und dies dann nicht mehr ganz realistisch zum wirklichen Risiko, eine Komplikation oder Erkrankung zu bekommen, einschätzen :wink: !

Zu Deinen Fragen

Kröte25 hat geschrieben:
1. Könnt ihr den Mutterpass sicher lesen, mit den evtl. benutzen Abkürzungen, falls die Schwangere nichts mehr sagen kann?


Die meisten Einträge im Mutterpaß haben für die Notfallbehandlung eh keine Relevanz, da sie an der Primärtherapie nichts ändern. Ich schaue immer in den Mutterpaß, um festzustellen, welche SS-Woche und ob besondere Risiken vorliegen, weil ich danach entscheide, ob ich die nähergelegene Klinik ohne Frühchenstation oder die weiter entfernte Großklinik mit großer Gyn anfahre.

Zitat:
2. Wie haltet ihr es mit Medikamentengabe?


Alles was nötig ist, und die Patientin braucht. Bei den Notfallmedis sind doch eh praktisch keine teratogenen Substanzen dabei (korrigiert mich !)

Zitat:
3. Geht ihr mit einer Schwangeren anders um, als mit anderen Patienten?


Nein, das solltest Du aber doch aus Deiner eigenen RD-Erfahrung wissen, oder ? :wink:

Zitat:
4. Behandelt ihr zwei, oder in erster Linie die Schwangere?


Die Schwangere. Mal ernsthaft, was soll ich denn am ungeborenen Kind behandeln ?

Zitat:
5. Eine Kollegin ist schwanger, kann/darf nicht mehr arbeiten. Die Mehrarbeit bleibt an euch hängen. Wie steht ihr zu der Kollegin? Freut ihr euch für sie, oder denkt ihr bei euch, das dies er Grund ist, das Frauen im RD nichts zu suchen haben?


Bei schwangeren Ärztinnen ist ja auch das Problem, daß sie nichtmehr am Patienten eingesetzt werden oder Dienste machen dürfen. Ist zwar nervig, vor allem wegen der deutlichen Mehrbelastung für die anderen, aber was solls ? Kann die Schwangere nichts dafür, sondern liegt am System, in dem eben kein Ersatz eingestellt werden kann für die Zeit der Schwangerschaft.

Gruß von doc-in-not :wink:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.03.06, 14:14 
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Beiträge: 169
Wohnort: Land Brandenburg
Hallo am sonnigen Donerstag hier in einer Stadt im Land Brandenburg :-)

Ich fange mal bei Punkt 5 deiner Frage an : Entscheidend für uns ist : Kind gesund-Mutter gesund !! Wer die Dienste übernimmt ist uns egal - dafür sind hier " Reserven " - das funktioniert ja auch bei Kollegen, die zB. bei Arbeits/Sportunfällen ausfallen..
Ansonsten sind schwangere keine anderen " Patienten " - sei denn - die Dame kommt aus der eigenen / anderen bekannten Wache . Da wirst du dann natürlich " auf Händen getragen " :-)))))))) Gehört sich doch so !!! Oder ? :-)
Medikamente ? Nein - jedenfalls nicht ohne ärztl. Anordnung., aber das kommt wirklich sehr selten vor. Selbst NÄ haben da Schweiß auf der Stirn :-)
Mutterpass lesen können ?? Sorry, kann ich nicht, - außer dem angekreutzen/ eingetragenen( nicht lesbar ) vom Gyn-Besuch. aber das macht wohl keinen RS/RA wirklich schlauer ......
Ich kann auch sagen : Ich hatte in 15 Jahren 6 Geburten im RTW - alles völlig normal - ohne Probleme. Wärme, abnabeln, KH . 4x war ein NA anwesend, 2 mal waren wir allein. Trotzdem haben die geborenen Kinder weder die Vornamen von den NÄ oder von unseren Kollegen :-)) Egal - Hauptsache alle sind gesund !!!!!! :-))
Gruß glaxina


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BeitragVerfasst: 16.03.06, 18:12 
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Danke für eure Glückwünsche, das mal al erstes. Und für die Antworten bedanke ich mich auch.

Da ich zu den gloreichen Risikoschwangeren zähle mache ich mir natürlich mehr Gedanken... das ist wohl nicht zu ändern.

Also ich behandel Schwangere anders, denn allein das mehr über Medikamentengabe nachgedacht wird, heißt für mich schon, das man anders behandelt. Genauso sehe ich eine Schwangere als zwei Patienten, denn meist geht das "Problem" vom Ungeborenen aus, besser gesagt vom "Zustand" der Schwangerschaft.

Ich finde es doch sehr wichtig den Muttepass lesen zu können, in meinen Augen sind die unwichtigsten Dinge zum ankreuzen...

In meinen Augen ist di Kindslage sehr wichtig, die ist nicht anzukreuzen, genau wie die SSW. Außerdem gibt es extra Felder zum Bereich Komplikationen unter der SS.

Was ist denn z.B. bei mir angekreuzt? Muß mal überlegen, habe keine Lust aufzustehen und den Pass zu holen: :wink:

Also es steht drin, das Diabetes in der Familie bekannt ist, Hypertonie.
Das ich Hypotonie und eine Hypothyreose habe, genau wie eine Allergie auf Wespen/Bienengift. Das war`s.

Handschriftlich sind dann die für mich recht relevanten Dinge eingetragen:
Blutungen während der SS, mit KH-Aufenthalt (ich bin übrigens selber hingefahren, mein Mann hatte Dienst auf Lst. und konnte mich nicht überzeugen, ja ich weiß das war leichtsinnig)
Dann steht drin, das ich eine Placenta preavia port. habe
eine missed abortion in der 6.SSW
und ich meine das war`s erstmal.

Zur Kindslage steht natürlich noch nichts da, der Kleene schlägt ja noch Purzelbäume bei den Untersuchung und es ist schon schwer ihn/sie einzufangen. :wink:

Wie gesagt ich finde es doch recht wichtig den Mutterpass lesen zu können, allein um das Divi-Protokoll vernünftig auszufüllen, eine gute Voranmeldung im KH zu geben (wir melden jeden Pat. direkt per Funk beim KH an) und auf evtl. Komplikationen vorbereitet zu sein. Ist schon doof, wenn das Baby in Querlage liegt, die Schwangere heftige Wehen hat, der NA noch ewig braucht und die Schwangere in der Situation nicht mal ihren Namen weiß (was ja nicht nur Schwangeren so geht).

Das ich von meinen Kollegen auf Händen getragen würde, ist keine Frage. Das machen sie ja auch so schon.

Es freut mich, das es euch nicht stört, wenn eine Kollegin schwanger wird. Ich habe das Gegenteil schon gehört. Finde ich wohl schade, denn wie hier schon geschrieben wurde, ich habe ja nun auch die Schichten eines Kollegen mit aufgefangen, der z.B. einen Sportunfall hatte.

GLG Lissy :P


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BeitragVerfasst: 16.03.06, 19:02 
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Beiträge: 169
Wohnort: Land Brandenburg
Hi Lissy,
vielen Dank für deine Ansicht zur Schwangerschaft und RD . Sicher siehtst du es aus Frauen- Mutter-sicht noch etwas anders - aber ich werde nach deinen Hinweisen mal bei uns hier im KH nachfragen , was so alles im Mutterpass steht . Ich halte das nach wie vor für mich nicht wirklich wichtig im Job - aber wer so nett darauf hinweist :-))) Schaden kann es ja nicht ..
Trotzdem habe ich überhaupt keinen "Angst "vor diesem Einsatzbild - normale Geburt kommt normal - alles andere wird eigentlich nicht im RTW zur Welt gebracht. Viele Frauen wissen genau, wie die Entwicklung /Lage des Kindes usw ist. Für das KH ist das zu 99.% kein Problem bei der Aufnahme - im Gegenteil - oft fragen die Hebammen , warum die Dame mit einem RTW kommt :-))))).
Aber trotzdem, Lissy hat ein interessantes Thema aufgerufen sich wiedermal mit diesem Thema intensive zur beschäftigen :-).
Schöne Grüße Glaxina


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BeitragVerfasst: 16.03.06, 20:36 
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Registriert: 03.11.05, 20:31
Beiträge: 37
Schön das ihr versteht, warum ich dieses Thema hier eingestellt habe.
Ich habe mich in der Silvesternacht furchtbar erschrocken, als ich plötzlich vor der Schwangeren stand. Ich hatte keine Angst vor der Situation, auch nicht als die Wehen sehr schnell sehr heftig kamen, es war das 4. Kind der guten Frau (sie war nur einen Monat älter als ich, Respekt kann ich da nur sagen). Ich habe mich vo mir selbst erschrocken, als ich beim Blick in den Mutterpass feststellte, das ich ihn nicht verstand. Die große Problematik war, das die Patientin so gut wie kein deutsch sprach, so musste ich mir Infos aus dem MuPa ziehen.
Ich war in der Nacht mit meinem Mann auf dem Retter (haben uns im RD kennen gelernt und er sitzt jetzt auf der Lst. und fährt nebenbei), wir haben nach dem Einsatz beschlossen, meinen FA zu fragen, ob er uns den Pass erklärt. Konnte ja keiner ahnen, das ich zu dem Zeitpunkt schon schwanger war, jetzt haben wir den Pass sehr gut erklärt bekommen und hatte viel Zeit uns damit zu beschäftigen.

Übrigens, unsere Patientin haben wir noch gerade rechtzeitig im Kreißsaal übergeben. Ich hätte eigentlich gern "Mutter und Kind wohlauf" gemeldet, aber da unser NA im Einsatz war, wir da allein vorgestanden hätten und dann die erste Geburt für mich und meinen Mann, na ich weiß nicht... Aber beim 4. Kind weiß man ja wie es geht. Mal schauen was ich im September dazu sage. :wink:

GLG Lissy


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BeitragVerfasst: 17.03.06, 15:52 
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Wohnort: Hildesheim
Guten Tag!

Kröte25 hat geschrieben:
In meinen Augen ist di Kindslage sehr wichtig, die ist nicht anzukreuzen, genau wie die SSW. Außerdem gibt es extra Felder zum Bereich Komplikationen unter der SS.

Was ist denn z.B. bei mir angekreuzt? Muß mal überlegen, habe keine Lust aufzustehen und den Pass zu holen: :wink:

Also es steht drin, das Diabetes in der Familie bekannt ist, Hypertonie.
Das ich Hypotonie und eine Hypothyreose habe, genau wie eine Allergie auf Wespen/Bienengift. Das war`s.

Handschriftlich sind dann die für mich recht relevanten Dinge eingetragen:
Blutungen während der SS, mit KH-Aufenthalt (ich bin übrigens selber hingefahren, mein Mann hatte Dienst auf Lst. und konnte mich nicht überzeugen, ja ich weiß das war leichtsinnig)
Dann steht drin, das ich eine Placenta preavia port. habe
eine missed abortion in der 6.SSW
und ich meine das war`s erstmal.
(...)
Wie gesagt ich finde es doch recht wichtig den Mutterpass lesen zu können, allein um das Divi-Protokoll vernünftig auszufüllen, eine gute Voranmeldung im KH zu geben (wir melden jeden Pat. direkt per Funk beim KH an) und auf evtl. Komplikationen vorbereitet zu sein. Ist schon doof, wenn das Baby in Querlage liegt, die Schwangere heftige Wehen hat, der NA noch ewig braucht und die Schwangere in der Situation nicht mal ihren Namen weiß (was ja nicht nur Schwangeren so geht).


Ich muß da nochmal nachfragen, sorry :wink:

Was von alledem ist für die Erstversorgung und Behandlung im Rettungsdienst wirklich wichtig? Alle diese Eintragungen nutzen im Ernstfall doch herzlich wenig, oder?

Querlage? - Was will man da im RD machen außer schnell in die Klinik?
Kopf oder Po schon zu sehen - egal was im Mutterpaß steht: Kind kommt jetzt!
Blutung? Ursache ist völlig egal - da kann nur die Klinik helfen!

Mein persönliches Fazit: Nicht unnötig lange mit dem Mutterpaß aufhalten, denn der ist für den Gynäkologen gemacht und nicht für den Rettungsdienst. Bei geburtshilflichen Notfälle muß schnell und pragmatisch entschieden werden und zwar nach klinischen Gesichtspunkten. Das studieren ärztlicher "Schreibversuche" im Mutterpaß hält nur unnötig auf :wink:

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine Schwangerschaft ohne Rettungsdienst-Kontakt, außer, wenn die Kollegen zum Kaffee vorbeikommen...

Gruß
A. Flaccus

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Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
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 Betreff des Beitrags: Re: Umgang mit Schwangeren
BeitragVerfasst: 20.03.06, 21:08 
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Beiträge: 277
Kröte25 hat geschrieben:

3. Geht ihr mit einer Schwangeren anders um, als mit anderen Patienten?
Natürlich gehe ich mit einer Schwangeren anders um als mit einem Apoplex-Patienten. Man wird nicht direkt gerufen weil es der Patientin schlecht geht......da fährt man gerne hin.

5. Eine Kollegin ist schwanger, kann/darf nicht mehr arbeiten. Die Mehrarbeit bleibt an euch hängen. Wie steht ihr zu der Kollegin? Freut ihr euch für sie, oder denkt ihr bei euch, das dies er Grund ist, das Frauen im RD nichts zu suchen haben?
Komische Ansicht. Dürften Frauen dann auch nicht als Bäckereifachverkäuferin, oder als Kosmetikerin arbeiten ??

Ob ihr eine Schwangere anders behandelt frage ich, weil ich merke, das es eine völlige Ausnahmesituation ist und ich ganz anders reagiere als vor der SS.
...verständlich, schließlich ist man nicht jeden Tag schwanger. :lol:


und wie gesagt, nehmt mir die Fragen nicht krumm, ich will eure Kompetenz nicht anzweifeln, aber ich denke da im Moment drüber nach. Zumal ich bei mir selber gesehen habe, das dieses Thema in der RettAss Ausbildung viel zu kurz kommt.
in einer RettAss - Ausbildung kann man einfach nicht auf jedes Thema so eingehen als studiert man für den Facharzt. Aber wenn du einen erfahrenen RettAss bekommst, der vielleicht selbst schon Vater geworden ist kann doch fast nichts mehr scheif gehen.

Alles Gute !!! :)



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 Betreff des Beitrags: Re: Umgang mit Schwangeren
BeitragVerfasst: 20.03.06, 23:43 
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Marc02 hat geschrieben:
Kröte25 hat geschrieben:

Aber wenn du einen erfahrenen RettAss bekommst, der vielleicht selbst schon Vater geworden ist kann doch fast nichts mehr scheif gehen.

Alles Gute !!! :)



Okay, sag du bitte meiner Freundin, dass bald ein Kind her muss :)

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20.03.06, 23:47 
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Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Ich bin gespannt auf's erste Rett-Med Kind. Sagt Ihr bitte gleich Bescheid ?

Jetzt aber husch, husch, back to topic :-)

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags: @all
BeitragVerfasst: 21.03.06, 11:47 
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Registriert: 03.11.05, 20:31
Beiträge: 37
Hallo,

danke für eure Antworten. Wie gesagt, mich interessierte das jetzt einfach mal.

Es ist gut, das es soviele verschiedene Meinungen zu diesem Thema gibt.
Ich beschränke meinen RD Kontakt einfach darauf, meine Kollegen zu besuchen (man fehlt mir die Arbeit) und mich besuchen zu lassen. :wink:

Uns wurde schon gesagt, das der berufliche Werdegang unseres Kindes eigentlich ja schon klar wäre... Schauen wir mal, vielleicht wird er/sie ja auch ein kleiner Retter. :wink: Aber das ist ja nu noch etwas früh.

Auf jeden Fall gehört er/sie genau wie ich damals zu den glücklich Kindern, die sich immer wenn sie Lust haben, RTW`s, Feuerwehrautos und Polizeiwagen anschauen zu dürfen. Ich hoffe nur, das unser Nachwuchs nicht ganz so frech wird, wie ich es wohl gewesen sein muß. :oops:

Nichts desto trotz, wir geben selbstverständlich Bescheid, sobald unser Kleener dann im September hoffentlich ohne Komplikationen das Licht der Welt erblickt hat.

GLG Lissy, die glücklich in der 16.SSW angekommen ist, aber ihre Arbeit unendlich vermisst...


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.04.06, 08:37 
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Registriert: 17.08.05, 17:36
Beiträge: 496
Wohnort: Wiesloch (Baden-Württemberg)
Hallo erstmal,

und meinen Glückwunsch für die werdende Mutter.

1. Einen Mutterpass kann ich lesen, und sollte auch jeder NA und RA können, hier ist es wie mit allen anderen seltenen Notfällen: Übung macht den Meister. Außerdem werde ich selbst grad Vater (Mutter ist biologisch nicht möglich :P )

2. Medigabe: wenn ich als RA Medis gebe, dann nur in "Notkompetenz", und dann gehts der Mutter leider so schlecht das ich ihr wohl auch die Behandlungsprorität zuräumen werde. Es sei den nach der Geburt gibts Probleme mit dem Baby. Da bleib ich bei den Basismaßnahmen.

3. Nein, warum auch? Alle Patienten erfahren von mir die gleiche Aufmerksamkeit und werden ihrer Erkrankung entsprechend behandelt.

4. Naja, sofern es möglich und notwendig ist werden sicher beide behandelt. Aber in erster Linier denke ich "geht´s der Mutter gut, geht´s dem Baby auch gut". außerdem sind die Maßnahmen einer Behandlung des Kindes im Mutterleib wirklich sehr begrenzt.

5. Schwangere Kolleginnen, naja es sind halt immer die Kolleginnen, auch wenn manch Kollege mit der Figur konkuriert. :)
Natürlich habe ich Verständnis dafür, aber was heist denn das diese Kolleginnen nicht mehr arbeiten können ? Ok.- der Fahrdienst entfällt. Aber Leitstelle, Materialbestellungen, Ausbildungen Für RAiP´s halten etc. Ich denke wenn ein moderner Arbeitgeber eine Schwangere Kollegin beschäftigen will, findet er genug Tätigkeiten die etwas mit dem Rettungsdienst zu tun haben, ohne die werdende Mutter in die Verwaltung abstempeln zu müssen.

Gruß

Uwe

_________________
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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