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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Frage: Umgang mit Selbstverletzung
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 Betreff des Beitrags: Frage: Umgang mit Selbstverletzung
BeitragVerfasst: 22.02.06, 17:41 
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Ich würde gern mal wissen wir ihr als RD mit Psychisch labilen Pats. und Selbstverletzung umgeht??????


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 04:08 
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Beiträge: 997
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Hallo borderline

Entschuldige bitte die Kurz und Knappe antwort :

Erstversorgung der Wunden, nach Rücksprache mit Notarzt eventuell Einlieferung in der nächst gelegenen Chirurgischen Ambulanz, und vielleicht weiter in die Psychiatrie.

Jedes Schiksal ist verständlich, aber leider gehört dies zu dem Job, auch ein Suizidversuch.

Kleiner Rat am Rande, versuch Dir hilfe zu holen, b e v o r Du Dir was antust.
Danke
annjoh

_________________
nur wer sich ändert bleibt sich treu
(Wolf Biermann)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 08:12 
Kann mich Annjohs Antwort nur anschließen. Weder Rettungsdienstler noch Notärzte (mit wenigen Ausnahmen) haben eine psychiatrische Ausbildung, insofern wird sich die Behandlung größtenteils auf die Erstversorgung von Verletzungen beschränken.

Über die sehr vielfältigen Emotionen der RD-Mitarbeiter und den Umgang mit Suizidpatienten hatten wir hier eine differenzierte Diskussion:

http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=7261&partner=rettmed

Gruß von doc-in-not


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 09:14 
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Registriert: 22.02.06, 16:51
Beiträge: 47
Also heisst das: ihr versorgt die Wunde, wenn sie nicht chirurgischer Behandlung bedarf lasst ihr die Patienten zu Hause zurück? Ihr würdet sie mit der Angst, Panik oder was auch immer da gerade der Fall ist alleine lassen?

Nun ist es so das ich selbst schon RD gefahren bin und ich finde das Verhalten solchen Patienten gegenüber nicht fair, es sind auch nur Menschen.
Ist es nicht egal ob es ein Pat. mit ner # oder ner Neurose ist?????

Ihr würdet mit einem körperlich Kranken mehr reden als mit einem psychisch Kranken???
Was ist daran bitte der Unterschied????

Ich war in meiner Ausbildung zur Krankenschwester in der Psychiatrie und muss sagen das diese Leute nicht "schlimm" sind. Sie sind nun mal nicht körperlich Krank. Aber macht sie das gleich so unsympatisch das man mit ihnen so gut wie nicht mehr redet?

@ doc in not

Ich habe mir die Diskussion durchgelesen und finde das die Menschen die einen Sui versuch starten einen Hilfeschrei senden und ich denke das ist ein grund mehr mit ihnen zu reden.
In einem Med. Studium wird da nicht auf psychische Erkrankungen eingegangen????
Oder in einer RS, RA Ausbildung????

Ich persönlich finde das wenn man mit Menschen zu tun hat sich auch in dem psychischen Bereich fortbilden sollte, klar sind Polytraumen viel interessanter aber auch das Thema Psychische Erkrankungen ist nicht langweilig.

Seit dem ich die Diagnose Borderline habe hat sich mein denken darin auch geändert


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BeitragVerfasst: 23.02.06, 09:24 
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Hallo...

der angesprochene Thread ist ja leider gesperrt...

Meiner Meinung nach ... jemand, der sich unbedingt umbringen will, der schafft es auch. Der hat die richtigen Mittel, ruft nicht noch vorher Gott und die Welt an und kündigt an...Das sind die Leutchen, die vermisst gemeldet werden und im nächsten Herbst von pilzsammlern aufgelesen werden...Die ziehen in der Regel auch keine weiteren Personen unmittelbar mit rein.

Nichtsdestotrotz hat der andere, der sich versucht mit Globuli zu vergiften und vorher Rund-SMS verteilt, ein ernsthaftes Problem und braucht Hilfe. Wenn auch nicht unbedingt medizinische Art...

Und dann die dritte Fraktion, die nie vorhatte sich ernstlich zu schaden, sondern nur Angst und Schrecken verbreiten will.

Allerdings ist es wohl ad hoc schwierig Gruppe 2 und 3 voneinander zu unterscheiden...

Ich würde niemanden verurteilen, der aus wohlüberlegten Gründen seinem Leben ein Ende setzen will.
Und gerade in unseren medizinischen Berufen kenne ich viele, die sich Suizid im Falle zB einer bestimmten Erkrankung mit schlechter Prognose vorbehalten.
Ich übrigens auch.

Susanne


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BeitragVerfasst: 23.02.06, 09:41 
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Beiträge: 47
sorry susanne G aber darum ging es mir ja nicht.......

es ging mir um das verhalten gegen über psychischen pats., egal welche psych. probleme der pat.


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BeitragVerfasst: 23.02.06, 09:49 
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Wohnort: Saarland
Was kann jemand vom RD, der den Pat absolut nicht kennt denn schon viel tun... ausser die Verletzungen zu versorgen?

Erstens fehlt die Ausbildung... zweitens der kurze Kontakt...

Klar sollte man mit jedem Patient/Angehörigen korrekt und angemessen umgehen. Aber ich kann auch verstehen, dass manche der "psychisch auffälligen" Patienten (und auch Angehörige <seufz>) Aversionen auslösen.
Ob man das jetzt raushängen lässt oder nicht - das hängt von der Professionalität des Einzelnen ab.

Susanne


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BeitragVerfasst: 23.02.06, 09:59 
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DMF-Mitglied

Registriert: 22.02.06, 16:51
Beiträge: 47
Und wieso verhält man sich solchen Menschen anders gegenüber????

Sorry das ist was, was ich absolut nicht verstehen kann :!: Bin ich dashalb kein Mensch mehr :?: :?: :?:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 10:59 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Liebe Borderline,

borderline hat geschrieben:
Und wieso verhält man sich solchen Menschen anders gegenüber?
Sorry das ist was, was ich absolut nicht verstehen kann Bin ich dashalb kein Mensch mehr ?


natürlich sind Sie das. Und deswegen werden Sie genau das Gleiche hohe Niveau der Behandlung erfahren, wie jeder andere Patient auch.
Was sie hier wiederspiegeln ist aber ihre Meinung, bezogen auf ein einmaliges Erleben. Es tut mit leid, dass sie diese Erfahrung machen mussten, kann Ihnen aber versichern, dass dies nicht den Regelfall darstellt.

Gruss,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 11:02 
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Registriert: 25.03.05, 17:25
Beiträge: 1338
Wohnort: Saarland
Man sollte sich ihnen gegenüber nicht anders verhalten - aber nicht jeder kann es.
Wir sind doch auch nur Menschen...

Ich habe Kolleginnen, die können einfach nicht adaequat mit krebskranken Kindern und deren Eltern umgehen...

Andere haben null Verstandnis für zB diabetische Jugendliche, die anfangen ihr Insulin nicht mehr zu spritzen und nicht mehr zu messen....

Mein "persönliches" Problem sind Wöchnerinnen .-)
Ich hab Verständnis dafür, hab ja selbst schon mal ein Kind bekommen - aber diese teilweise penetrante Zickigkeit (von der ich mich nicht ausnehme - damals) - damit kann ich nicht umgehen.
Folge: ich würde mich niemals in einen solche Bereich hineinbewerben...
Nichtsdestotrotz bin ich freundlich im Umgang mit ihnen wenn ich dann mal mit zu tun habe...

Susanne


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 13:50 
Hallo Forum,

ich wollte mit der Verlinkung des alten Threads nicht diese Diskussion wieder aufgreifen, sondern lediglich @borderlines Frage, wie man im Rettungsdienst mit diesen Patienten umgeht, beantworten.

Das Ergebnis damals: jeder geht anders mit verschiedenen Krankheitsbildern um, der eine besser, der andere schlechter, so wie @SusanneG es schön plastisch schildert. Es gibt keine "allgemeingültigen" Verhaltensregeln oder Leitlinien dafür (außer Höflichkeit und Freundlichkeit wie bei allen Patienten.

borderline hat geschrieben:
Also heisst das: ihr versorgt die Wunde, wenn sie nicht chirurgischer Behandlung bedarf lasst ihr die Patienten zu Hause zurück? Ihr würdet sie mit der Angst, Panik oder was auch immer da gerade der Fall ist alleine lassen?


Sicherlich nicht, eine stationäre Behandlung ist ja aufgrund der psychischen Grunderkrankung notwendig. Im Falle einer Selbstverletzung würde ich auch eine zwangsweise Unterbringung in der Psychiatrie anordnen, da ja offensichtlich Eigengefährdung vorliegt.
Der Rettungsdienst muß vor Ort die Entscheidung treffen, ob zunächst eine Wundversorgung in einer chir. Abteilung nötig ist, oder die nicht so schweren Verletzungen (oft ja oberflächliches Ritzen, nicht nahtbedürftig) auch in einer psychiatrischen Klinik versorgt werden können.
Bei Panikattacken kann man vor Ort natürlich mit Sedativa dem Patienten Erleichterung verschaffen. Wobei klar gesagt sein soll, daß dies keine Lösung für die zugrundeliegende Angststörung ist, sondern eine kurzfristige Intervention.

Zu @borderlines Frage zwei Gegenfragen: Was erwarten Sie sich denn konkret vom Verhalten der Rettungsdienstler in den wenigen Minuten des Kontaktes ? Haben Sie diesbezüglich schon Erfahrungen und deswegen Ihre Frage ?

Gruß von doc-in-not


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BeitragVerfasst: 23.02.06, 15:21 
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Registriert: 22.02.06, 16:51
Beiträge: 47
Meine persönlichen erfahrungen als psychischer Pat. habe ich gemacht und dies war erschrfeckend. :(
Ich würde wie ein Monster behandelt, wurde eher grob angefasst, wurde mit Midazolam dann, ich will mal sagen, "abgeschossen" aber wie ich mich dabei fühlt als mich ein Mann einfach auszog und meine Verletzungen versuchte zu beäugen :( :( weiss bis heute keiner. Ich hätte ja zumindest informiert und gefragt werden können!!!!!

Das gefühl wenn 2 Männer um einen rum stehen und einen untenherum nackt sehen ist grausam.

Und nun frage ich ob ihr euch da nicht scheisse Behandelt vorkommt?

Ich bin dann Ängstlich und panisch geworden daraufhin gabs dann etwas mehr Midazolam und ich war wie in einem dämmer Zustand


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 Betreff des Beitrags: Borderline
BeitragVerfasst: 23.02.06, 15:26 
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In erster Linie wünscht sich ein Mensch der sich selbstverletzt, das er wie ein vollwertiger Mensch (also menschlich) behandelt wird.

Das ist meine Meinung! Das Menschen mit z.B: Borderline Diagnose, die schon mehr als genung leiden, oftmals behandelt werden...das ich das in Worten hier nicht ausdrücken möchte!

Es grüßt Alina


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 15:51 
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Registriert: 22.02.06, 16:51
Beiträge: 47
entschuldigt meine Rechtschreibfehler :roll:


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 16:00 
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Registriert: 23.02.06, 05:36
Beiträge: 135
Wohnort: NRW
Was ist das? Rechtschreibfehler mach ich ohne Ende! Haben sie dich geschafft?

Also, es fehlt einfach nur die MENSCHLICHKEIT!

Es grüßt Alina

borderline hat geschrieben:
entschuldigt meine Rechtschreibfehler :roll:


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