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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Wie wirkt sich Alkohol auf den Blutzucker aus?
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BeitragVerfasst: 07.02.06, 11:30 
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Hallo Zusammen,

mir sei mal eine Frage gestattet. Wie wirkt sich Alkohol auf den Blutzucker aus? Einige alkoholische Getränke sind ja auch reine Kalorienbomben, wiederum wird doch aber Zucker durch Alkohol gespallten und somit doch schneller abgebaut - oder verwechsel ich jetzt alles? also steigt der BZ, oder ist die wahrscheinlichkeit größer das der BZ fällt und sich hinter einer Hypoglykämie auch ein C2H5OH - Intox verbirgt ?

Vielen Dank für Eure Antworten

Uwe

_________________
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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BeitragVerfasst: 07.02.06, 11:35 
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Der BZ fällt, die Gefahr einer Hypoglykämie bei C2s ist grundsätzlich gegeben, BESONDERS wenn sie in Kombination mit Hypothermie auftreten (Obdachlose mit C2- Abusus, alkoholisiert im Winter gestürzt, alkoholisiert im Winter an der Bushaltestelle eingeschlafen...).
Erfahrungsgemäß verbirgt C2.-Intox eher die Hypoglykämie, als umgekehrt.
Schon öfters erlbebt, das B-seinsstörungen, B-losigkeit von den Kollegen dem Alkohol zugeschrieben wurden, sich der BZ-Spiegel aber nicht mehr im Keller, sondern im 2. Untergeschoss befand.
Wie gut das BZ-Bestimmung in der präklinischen Notfallmedizin ein Standartdiagnostikum ist... ;-)

_________________
Wer Worte tut, macht wenig, seid versichert, die Hände brauchen wir und nicht die Zungen (Shakespeare)


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BeitragVerfasst: 07.02.06, 13:43 
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Beiträge: 56
MercutiosDoubt hat geschrieben:
Der BZ fällt, die Gefahr einer Hypoglykämie bei C2s ist grundsätzlich gegeben, BESONDERS wenn sie in Kombination mit Hypothermie auftreten (Obdachlose mit C2- Abusus, alkoholisiert im Winter gestürzt, alkoholisiert im Winter an der Bushaltestelle eingeschlafen...).
Erfahrungsgemäß verbirgt C2.-Intox eher die Hypoglykämie, als umgekehrt.
Schon öfters erlbebt, das B-seinsstörungen, B-losigkeit von den Kollegen dem Alkohol zugeschrieben wurden, sich der BZ-Spiegel aber nicht mehr im Keller, sondern im 2. Untergeschoss befand.
Wie gut das BZ-Bestimmung in der präklinischen Notfallmedizin ein Standartdiagnostikum ist... ;-)


Dem ist nichts hinzuzufügen


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BeitragVerfasst: 08.02.06, 14:36 
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Registriert: 16.12.05, 02:14
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Könnte vielleicht jemand nochmal erläutern, warum Alkohol den BZ senkt?
Ich denke gerade zu kompliziert und stehe auf der Leitung...

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BeitragVerfasst: 08.02.06, 14:48 
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Registriert: 11.02.05, 17:46
Beiträge: 198
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Hallo,

Alkohol hemmt die Gluconeogenese in der Leber, die
in den Phasen zwischen Nahrungsaufnahmen den Blutzuckerspiegel
auf dem nötigen Niveau hält.

_________________
mfg
Dr. med. M. Domeyer


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BeitragVerfasst: 08.02.06, 15:01 
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Wohnort: An der Grenze zwischen Vernunft und Wahnsinn
*grummel*
... logo ...
*sich-annen-kopf-haut*
Dankeschön!

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BeitragVerfasst: 08.02.06, 18:49 
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Beiträge: 91
Wohnort: Kaiserslautern
Hi,

und jetzt noch mal für die Biochemie-Spezialisten:
Hat jetzt auch noch jemand im Kopf wie Alkohol die Glukoneogenese hemmt?
Hab leider mein Biochemie-Lehrbuch gerade verliehen :wink:

Gruß,

Fabian


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BeitragVerfasst: 08.02.06, 19:05 
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Registriert: 11.02.05, 17:46
Beiträge: 198
Wohnort: Wiesbaden
Hallo,

also da musste ich auch nochmal das Biochemiebuch
raussuchen...

Gefunden habe ich nur, dass die beim Alkohol-Abbau
anfallenden Reduktionsäquivalente NADH und Acetat
zur Hemmung der Gluconeogenese und der Fettsäureoxidation
und zu einer Steigerung der Ketonkörper-, Fettsäure-,
Triglyceridsynthese führen.

Aber wirklich wichtig ist das ja nun nicht...

_________________
mfg
Dr. med. M. Domeyer


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BeitragVerfasst: 08.02.06, 19:17 
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Beiträge: 123
Wenn man nur Alkohol konsumiert und nichts dabei isst kommt es dazu, dass der Alkohol vermehrt die Lipide, welcher in der Leber gespeichert sind verbraucht.
Das kommt daher, dass der Alkohol ähnlich wie Insulin die Zellen öffnet und daher Glukose verbraucht wird.
Da der Körper aus Lipiden Glukose gewinnen kann und diese nicht zur Verfügung stehen, bleibt der BZ niedirg.


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BeitragVerfasst: 08.02.06, 19:30 
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Beiträge: 26
Sorry, aber war das nicht so, daß der Körper aus Lipiden keine Glucose gewinnen kann? Die Pyruvatdehydrogenase-Reaktion ist doch irreversibel, Acetyl-CoA kann nicht wieder Glucose werden. Von daher scheint bei der Erklärung irgendwas nicht zu stimmen. Und werden in der Leber wirklich Lipide gespeichert? Hab das ganze auch gerade nicht mehr ganz präsent, wär aber für Aufklärung dankbar.... Auch wenn wir uns wohl etwas von der Notfallmedizin wegbewegen.


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BeitragVerfasst: 08.02.06, 19:33 
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Ich habe jetzt gerade kein Biochemie zur Hand, werd ich aber gleich nachlesen.

Aber in meinem Anatomie + Physiologie Buch steht das so drin.


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BeitragVerfasst: 08.02.06, 19:49 
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Hab es gerade nochmal nachgeschlagen und irgendwo haben wir beide Recht: Die Gluconeogenese kann aus Acetyl-CoA keine Glucose herstellen. Wohl aber aus dem Glycerin, welches in den TAGs des Fettgewebes gespeichert ist. Strenggenommen stammt das aber ursprünglich nicht aus Fett, weil das Glycerin bei der TAG-Synthese zusammen mit 3 Fettsäuren benötigt wird. Der Körper fängt also unter katabolen Umständen an Fette (aus dem Fettgewebe, aber ich glaube nicht aus der Leber?) abzubauen und die Fettsäuren per Beta-Oxidation zur Energiegewinnung zu verwenden. Das Glycerin dagegen wird zur Gluconeogenese verwendet um Erys und Gehirn mit Zucker zu versorgen.

Das Alkohol Lipide verbrauchen soll oder insulinartig wirkt konnte ich aber jetzt nirgendwo finden. Könnte mir höchstens vorstellen, daß durch den Alkohol verstärkt Insulin ausgeschüttet wird, weil er ja auch einen hohen Brennwert hat. Das ist aber jetzt reine Spekulation. Mir gefällt die Erklärung von Mario Domeyer aber bis jetzt besser, das klingt schon schlüssig und würde mir reichen. :D


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BeitragVerfasst: 13.02.06, 11:17 
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Beiträge: 86
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Ist ja alles klar, danke soweit, aber jetzt noch mal für Langsame Leute, wie mich:
Was sind TAGs?

Danke!

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BeitragVerfasst: 25.03.06, 03:53 
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Beiträge: 58
Wohnort: Stuttgart
Und wie sieht es bei diabetikern mit C2-intoxikation aus?
Liebe Grüße
Bine


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BeitragVerfasst: 25.03.06, 07:47 
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Hallo Bine !

Deine Frage ist eigentlich die ursprüngliche Frage und wurde am Anfang schon beantwortet, bevor der Exkurs in die Physiologie und Biochemie kam.

Also bitte einfach die ersten paar Antworten lesen. Sollten noch Fragen offen bleiben, bitte noch einmal konkret stellen.

mfG

Erbschwendtner

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Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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