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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Tourniquet-Syndrom??? Was ist das eigentlich!
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BeitragVerfasst: 30.01.06, 14:36 
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Registriert: 01.01.06, 16:53
Beiträge: 123
So zu meinem Problem:
Ich überarbeite gerade so ein paar Unterlagen fürs Studium und da ist mir der "Arterielle Verschluss" in die Hände gefallen. Soweit alles klar, aber jetzt kam der Haken.

Ich habe mir dazu was notiert von wegen: Tourniquet-Syndrom, dass auftritt mit einer metabolischen Azidose und Hyperkaliämie. Das versteh ich auch alles. Aber kann man denn genau sagen was diese Tourniquet-Syndrom ist? Ist da einfach nur die Bezeichnung dafür, dass alle "6 Ps" nach Pratt erfüllt sind oder wie ist das?
Danke für die Antworten und sagt bitte nicht das wäre zu banal, dann muss ich mich mal über mich selber ärgern!


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BeitragVerfasst: 30.01.06, 16:31 
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Beiträge: 496
Wohnort: Wiesloch (Baden-Württemberg)
Hallo,

habe leider auch nicht viel zu dem Thema finden können. Deshalb hier mal die Definition lt. Pschyrembel 256 Auflage:

Tourniquet-Syndrom: sy. Reperfusionssyndrom mit auftreten von Muskelödem, Hyperkaliämie und Azidose. In schweren Fällen mit Schock und Verbrauchs-koagulopathie nach rascher Aufhebung einer länger vorbestehenden Ischämie infolge Einschwemmung angestauter toxischer Metabolite nach Wiederfreigabe des Blutstroms.

Ich denke, das es deshalb auch im Falle einer (meist überflüssigen) Abbindung wichtig ist den genauen Zeitpunkt zu dokumentieren. Ob eine BGA, sofern möglich, aus dem gestauten Gefäßbereich sinnvoll wäre um das Risiko exakter abschätzen zu können weis ich aber auch nicht.
Hoffe Dir weitergeholfen zu haben.

Gruß

Uwe

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Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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BeitragVerfasst: 30.01.06, 20:10 
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Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo !

Link zu AWMF Gefäßchirurgie

dort steht:
Zitat:
Ist es durch die Ischämie nur zu einer funktionellen Schädigung der Muskulatur gekommen, ist eine sekundäre Beeinträchtigung anderer Organsysteme unwahrscheinlich. Hat die Ischämie dagegen zu einer strukturellen Schädigung der Muskulatur geführt, muß mit dem sog. Tourniquet-Syndrom gerechnet werden. In diesem Fall ist eine intensiv-medizinische Behandlung zwingend.

Besteht eine komplette Ischämie einer Extremität (insbesondere einer unteren) mit kontrakter Muskulatur über einen Zeitraum von mehr als 8-10 Stunden, ist mit einem massiven Tourniquet-Syndrom und u.U. der Gefährdung des Lebens des Patienten zu rechnen. In diesem Fall muß in kritischer Abwägung der vorbestehenden Organschäden und des Ausmaßes der ischaemischen Muskelschädigung eine primäre Amputation der Extremität erwogen werden.


oder von www.medizinstudent.de
Zitat:


tritt auf, wenn nach längerer Ischämiezeit ein Gewebebereich wieder perfundiert wird. Dabei werden die angestauten Metaboliten in den Kreislauf abgegeben und können systemisch wirken. Durch den Stoffwechsel unter Sauerstoffmangel in der Ischämiezone ist nach der Reperfusion mit einer metabolischen Azidose zu rechnen. Intrazelluläre Bestandteile aus geschädigten Zellen werden im Serum nachgewiesen - zum Beispiel eine Hyperkaliämie oder Myoglobinämie. Sie werden zum Teil mit dem Urin ausgeschieden. Bei einer Myoglobinurie ist der Urin dann mehr oder weniger deutlich verfärbt. Myoglobin kann zu einer glomerulären Nierenschädigung führen! In den ischämischen Bereichen kommt es schnell zur disseminierten intravasalen Gerinnung. Daher muß beim Tourniquet-Syndrom mit einer Verbrauchskoagulopathie gerechnet werden.

Das Serumalbumin bleibt weitgehend konstant


Gruß

Erbschwendtner

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Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 30.01.06, 20:46 
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Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
danke für die Hinweise
muss ehrlich sagen, dass ich den Begriff noch nie gehört habe und schon deswegen für die Tips sehr dankbar bin.
Wär ja peinlich, wenn man als LRA diesbezüglich gefragt wird und eine Antwort schuldig bleiben muss

lg asbmichel

_________________
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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BeitragVerfasst: 30.01.06, 20:46 
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Interessierter

Registriert: 02.11.05, 18:03
Beiträge: 19
Wohnort: NRW
Ist das nicht auch unter "Kompartment - Syndrom" bekannt?? Oder bin ich da auf dem Holzweg und verwechsel da gerade was??


Gruß
Heike Breuer


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BeitragVerfasst: 31.01.06, 00:14 
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Beiträge: 72
Kompartment-Syndrom ist doch die Einblutung in den Muskel mit vermindertem oder aufgehobenen Rückfluss -> Schwellung (Bsp. längerer Verschüttung/ Einklemmung)?!

Gruß
solutio


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BeitragVerfasst: 31.01.06, 10:24 
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DMF-Moderator

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Wohnort: Hildesheim
Moin :)

Darf ich mal ´ne Runde ins "Fachforum" frotzeln :?: :wink:

Also: Alle, die hier diskutieren, haben einen Internet - Anschluß.
Alle kennen wohl "Google".
Und wenn man Tourniquet-Syndrom oder Kompartment-Syndrom dort eingibt, erhält man selbst alle Antworten auf die hier gestellten Fragen - und es ist soooo einfach :)

Stattdessen machen sich hier freundlicherweise Moderatoren und anderen hilfsbereite Menschen die Mühe und googeln, um dann ihre Ergebnisse via "copy and paste" hier einzustellen...schon komisch, oder :?:

Das hätte der versierte Internet- und Rettmed-Forums-User doch selbst auch hinbekommmen können, oder :?: :wink:

Ich möchte an dieser Stelle einmal ein Lob an jene aussprechen, die sich unermüdlich - auch in anderen Foren - dieser Mühe unterziehen.

Allerdings: Sie leisten damit auch der Bequemlichkeit einiger weniger Vorschub...

:(

In diesem Sinne: Erst selbst googeln, dann gezielt fragen.

Sorry, aber das mußte ich nach einer kleinen nächtlichen "Medizin-Forums-Oddysee" mal loswerden und dieser Thread passt eigentlich ganz gut dazu.
Und ganz speziel an schmid84: Das ist nicht persönlich gemeint, der Sachverhalt findet sich in hunderten anderer Threads auch :)

mfg

A. Flaccus

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Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
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BeitragVerfasst: 31.01.06, 16:47 
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Beiträge: 123
Also kurz gesagt,

ist dieses Tourniquet-Syndrom eine Schädigung der Muskulatur, infolge enier AVK.

Oder nicht?

Kompartment-Syndrom ist meines Wissen nach:
- eine Erhöhung des Gewebedruckes, welches zu einer Durchblutungsstörung führt der Muskeln führt und daher die Nerven schädigt
- tritt bei Verletzungen mit Blutergüssen oder bei der Bildung entzündlicher Flüssigkeiten auf z.B. bei Frakturen
- betroffen sind Muskeln die wenig dehnbar sind

@ DocAlf
Danke für die Antwort


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BeitragVerfasst: 31.01.06, 17:01 
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Beiträge: 4399
Wohnort: Hildesheim
Moin, moin!

schmid84 hat geschrieben:
ist dieses Tourniquet-Syndrom eine Schädigung der Muskulatur, infolge enier AVK.

Oder nicht?


Ohne es auf die Spitze treiben zu wollen: Das steht doch im Beitrag vom Koll. Erbschwendtner:

Zitat:
Hat die Ischämie dagegen zu einer strukturellen Schädigung der Muskulatur geführt, muß mit dem sog. Tourniquet-Syndrom gerechnet werden. (...) tritt auf, wenn nach längerer Ischämiezeit ein Gewebebereich wieder perfundiert wird. Dabei werden die angestauten Metaboliten in den Kreislauf abgegeben und können systemisch wirken. Durch den Stoffwechsel unter Sauerstoffmangel in der Ischämiezone ist nach der Reperfusion mit einer metabolischen Azidose zu rechnen. Intrazelluläre Bestandteile aus geschädigten Zellen werden im Serum nachgewiesen - zum Beispiel eine Hyperkaliämie oder Myoglobinämie.


Aber das ist nicht allein eine "AVK"-Folge, sondern generell eine Folge verminderter Durchblutung des Muskels, z.B. auch "Abbinden" oder auch "Blutsperre" (z.B. im OP) - letzteres wäre wohl auch die Übersetzung für Tourniquet.

Alles klar ? :wink:

mfg

A. Flaccus

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BeitragVerfasst: 31.01.06, 18:42 
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Beiträge: 123
DocAlf hat geschrieben:

Aber das ist nicht allein eine "AVK"-Folge, sondern generell eine Folge verminderter Durchblutung des Muskels, z.B. auch "Abbinden" oder auch "Blutsperre" (z.B. im OP) - letzteres wäre wohl auch die Übersetzung für Tourniquet.

Alles klar ? :wink:

mfg

A. Flaccus


Geht doch, geht doch, einfach und verständlich, mehr wollte ich doch gar nicht wissen!

Danke für diese freundliche Antwort


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BeitragVerfasst: 31.01.06, 20:58 
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Interessierter

Registriert: 02.11.05, 18:03
Beiträge: 19
Wohnort: NRW
Entschuldigung für meine Anmerkungen!! Wird nicht wieder vorkommen!


Warum betreibt man eigentlich so ein Medizin-Forum??? Aber egal, ich werde mich dann wohl nicht mehr äußern.


Gruß
Heike Breuer


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BeitragVerfasst: 31.01.06, 21:36 
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Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Liebe Rett-Med-User,

bitte sagt mir, was hier los ist. Seit einigen Wochen schwebt ein grauer Schleier über unserem sonst so friedvollen und tollem Forum.

Überall Frotzeleien, Sticheleien, ja beinahe persönliche Anfeindungen. Muss in einem Forum für Fachleute, wie Rett-Med das ist, wirklich der große Onkel mit dem erhobenen Zeigefinger und dem Radiergummi umhergehen und drohen ?

Eine Bitte an alle: Kommuniziert hier bitte so, wie ihr es auch draussen auf der Wache, auf der Station oder in der Notaufnahme tun würdet. Wir sind alle in der Lage auch in Webforen sachlich und menschlich kompetent zu kommunizieren, da bin ich mir ganz sicher. Dann bitte, tut das auch hier.

In aller Deutlichkeit: Wir werden den derzeitig herrschenden rauhen Umgangston nicht weiter tolerieren. Gegebenenfalls behält sich das Team also in Zukunft vor, Beiträge zu editieren, zu löschen bzw. User zu sperren. Störenfriede dulden wir nicht.

Und jetzt wünsche ich mir, dass wir endlich ZUSAMMEN an den Tisch zurückkehren und weiter fachlich diskutieren.

Kopfschüttelnd und nachdenklich, Euer

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 03.02.06, 15:37 
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Registriert: 31.10.05, 13:54
Beiträge: 169
Wohnort: Land Brandenburg
Hallo kollegial denkende Kolegen, :-)

mich hat dieses Thema auch erstmals erfasst. Interessant - aber wenn ich ehrlich bin : für mich in der Rettung ziemlich bedeutungslos !
Alle die das anders sehen bitte ich um kollegiale Prügel !!!
Man lernt nie aus,
ich grüße euch Glaxina


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BeitragVerfasst: 03.02.06, 19:28 
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DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo Glaxina !

Zitat:
aber wenn ich ehrlich bin : für mich in der Rettung ziemlich bedeutungslos


Widerspruch !

Nur weil vielleicht selten, daher uninteressant ? Oder können Sie sich keinen dazu passenden Notfall vorstellen ?

Wie wäre es mit teilweise oder ganz verschüttetem Patienten ?
Wie wäre es mit einem eingeklemmten Patienten ?
Oder vor längerem hatten wir eine Diskussion überHöhenrettung. Sturz ins Seil und nicht gleich geborgen ?

Prügeln wollen wir doch nicht, aber vielleicht überdenken Sie Ihre Aussage doch noch mal ?

mit freundlichen Grüßen

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
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DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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