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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Umgang mit Eltern bei Kinderunfällen/Rea´s
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Eltern eher einbinden oder aus dem Geschehen entfernen?
Einbinden 45%  45%  [ 9 ]
Entfernen 25%  25%  [ 5 ]
Keins von beidem siehe Beitrag 30%  30%  [ 6 ]
Abstimmungen insgesamt : 20
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BeitragVerfasst: 17.01.06, 11:43 
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DMF-Mitglied

Registriert: 20.05.05, 14:39
Beiträge: 61
Wohnort: Windeck
Hallo,

ich hab mal eine Frage zu einem sehr ernsten Thema an euch:

Wie geht ihr mit den Eltern um wenn ihr ein verunfalltes Kind versorgt bzw. sogar reanimiert? Schickt ihr die Eltern aus dem Raum bzw. an die Straßenecke oder bindet ihr sie (mehr oder weniger sinnvoll) in die Versorgung ein?

Wegschicken ist sicher nicht die beste Lösung aber eine Einbindung auch nicht immer das beste. In der Ausbildung gab uns der Dozent den Tip Eltern z.B. mit sinnlosen Sachen wie NaCl schütteln zwar am Ort zu behalten, aber dadurch abzulenken und doch mit einzubinden. Nun gab es in der Praxis z.B. mal das Problem das wir an eine Krankenschwester geraten sind die natürlich sofort erkannte das NaCl schütteln extrem Sinnlos ist... :shock: Aber in der Verfassung in der sich die Mutter befand war es auch nicht zuträglich sie am Ort des Geschehens zu behalten. Jedoch nach diesem missglückten "Ablenkungsmanöver" war sie auch nicht weg zu bringen...

Ich freu mich auf krative Antworten...

Gruß Micha


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 Betreff des Beitrags: Mütter
BeitragVerfasst: 21.01.06, 18:03 
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Interessierter

Registriert: 25.10.05, 08:59
Beiträge: 11
Hallo Hamster!

Ich bin zwar nicht im Rettungsdienst, aber ich bin auch Mutter und ich weiß von mir, daß ich total nervös wurde, wenn meinen Kindern was passiert ist!! Als sich mein Kleinster vor 5Jahren den Kopf am Ofen aufschlug, wußte ich noch nicht mal mehr die 19222!!! Fiel mir einfach nicht ein!
Aber auch die vielen anderen Situationen mit Müttern, deren Kinder einen kleinen Unfall hatten, weiß ich .... erfuhr ich, daß es besser ist, die Mütter auf jeden Fall, wegzuschicken!! Wenn das Kind richtig leidet, dann ist es, als würde das Herz bluten und man bekommt schon mal Panik, die dem Kind gar nicht hilft!!

Wenn es nicht mein Kind betrifft, kann ich auch ganz ruhig bleiben!!

_________________
Alles Gute wünscht Woodstock!


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BeitragVerfasst: 21.01.06, 18:31 
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Registriert: 24.08.05, 16:02
Beiträge: 191
Wenn das Kind wach und gut ansprechbar ist, und die Verletzungen oder die Erkrankung nicht ganz schlimm ist, habe ich die Mutter gerne dabei, da das Kind dann viel ruhiger ist und man besser behandeln kann.
Bei einer schweren Verletzung, Erkrankung oder Reanimation schicke ich die Eltern raus. Ich kann nicht auch noch ne Mutter brauchen die kolabiert.
Allerdings kommt es auch auf die Ausgangssituation vor Ort an. Ich denke im Rettungsdienst kann man nicht immer pauschal sagen wie man vorgehen sollte!


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BeitragVerfasst: 22.01.06, 09:15 
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Registriert: 29.06.05, 07:52
Beiträge: 27
Wohnort: Ostwestfalen-Lippe
Diese Frage lässt eigentlich keine pauschale Antwort zu. Man muss aus seinem Gefühl her handeln. Ich mache es davon abhängig, wie die Eltern sich verhalten, ob sie alleine sind, ob noch andere Anghörige dabei sind, usw. Darüber hinaus lassen sich hartnäckige Eltern sicherlich nicht wegschicken.
Ich bin selbst schon von dem Großvater eines Kindes tätlich angegangen worden, weil wir nicht sofort losgefahren sind, stattdessen uns mit all dem Schnickschnack aufgehalten haben. Da hätte die Bitte, uns alleine zu lassen sicherlich keine Früchte getragen.


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BeitragVerfasst: 20.02.06, 16:56 
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DMF-Mitglied

Registriert: 07.02.06, 12:46
Beiträge: 56
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es auf die Eltern ankommt.
Es gibt Eltern die dermassen histerisch sind, dass man sie konsequent wegschickwn muss.
Andererseits gibt es Eltern die es noch schaffen in schwersten Situationen ruhig zu bleiben und das Kind sogar noch beruhigen.
Kann nur raten entscheidet aus dem Bauch heraus.
Von der Methode sinnlos beschäftigen halte ich persönlich wenig, denn kommen sie dahinter ist das Vetrauen weg.


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BeitragVerfasst: 22.02.06, 09:57 
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DMF-Mitglied

Registriert: 06.08.05, 15:53
Beiträge: 23
Wohnort: München
Nachdem ich in dem Bereich arbeite, würd ich mal sagen Bauchentscheidung ist gefragt.

Oftmals hilft es auch schon sich intensiv mit dem kleinen Patienten zu beschäftigen, langsam und bedacht vorzugehen. Die Angst schwindet sehr schnell auf allen 3 seiten (Helfer, Eltern und natürlich Kind), wenn man dabei ruhig vorgeht und mit kindgerechten Erklärungen an die Sache rangeht. Auf Augebhöhe gehen, erklären lassen, wo das Aua ist, auf Mamas Schoß sitzen lassen etc... Das Kind fragen, ob die Mama neben ihm sitzen soll.. usw.... Eine Bindung ist überaus wichtig bei Verletzten oder Kranken Kindern. Das Eis bricht meist schneller als man denkt.

Bei einer REA muß ich ganz ehrlich sagen, gehöre ich zu den Kollegen, welche rausschicken bzw. die Entscheidung bei den Eltern lasse. Gott sei dank hatte ich bis jetzt nur 2 Kinder-Reas und auf jede mehr kann man getrost verzichten - Aber auch die Kleinen erwischt es leider. Im ersten Fall liesen wir den Eltern nach SIDS die Wahl, nachdem der Vater bereits erste Rea-Maßnahmen ergriffen hatte, die Mutter ruhig und im Schock im Zimmer stand.... Ich denke es ist und allen klar, dass bei solchen Notfällen auch ein Seelsorger im Hintergrund zu halten ist. Von Bereich zu Bereich ist das leider unterschiedlich.

Bei Rea 2 entschieden wir uns, die Eltern aus dem Zimmer zu schicken. Da Histerie zwar verständlich ist, aber uns in keinster weise helfen kann. Der vater wurde gebeten den Notarzt einzuweisen, die Mutter schickten wir zum Bekleidung packen, da es zu dem Zeitpunkt gar nicht mal schlecht aussah. Leider verstab dieser Patient nach 3 Wochen Intensiv.

Eine Patentlösung gibt es nie. Wie bei den Großen muss man individuell auf die Kleinen zugehen, offen, evtl die Jacke ausziehen und versuchen sich als "Freund" darzustellen. Oftmals funktinierts. Ein wirklich krankens Kind wirs so ziemlich alles über sich ergehen lassen... Ein verletztes wehrt sich vor mehr Schmerz und das ängstliche kriegt man auch meistens ruhig.

Und wenn es Verletzungen sind, wo man weiß dass es keine Viggo gibt, kann man auch getrost den Satz verwenden "Bei mir gibt es keine Spritze, ich tu dir nix was ganz doll weh tut, ich mag nämlich auch keine Spritzen......" Das sind so Zaubersätze.... Auf den Teddybären eingehen, der fast zerquetscht wird... ablenken von der Situiation.. ach es gibt so viele Möglichkeiten....

_________________
Es gibt Fachkundige und Menschen.....
Ich bin primär ein Mensch, der andere Menschen behandelt - Welcher Art gehörst Du an? Arbeitest Du mit Menschen oder Pateinten????


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 Betreff des Beitrags: Eltern einbinden!
BeitragVerfasst: 22.02.06, 11:23 
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Interessierter

Registriert: 03.08.05, 08:07
Beiträge: 11
Hallo!

Ich las zufällig die ältere Diskussion. Manchmal täuscht einen das eigene Gefühl! Interessant in diesem Zusammenhang sind nämlich die aktuellen CPR-Leitlinien, S114 f.

Es gibt Untersuchungen über die psychologischen Zusammenhänge. Eltern, die anwesend waren beim Tod ihres Kindes zeigten später weniger Angst und Depressionen und konnten besser damit umgehen. Nach Möglichkeit sollte ein spezielles Mitglied des CPR-Teams die Eltern betreuen, auch um bei Störungen sensibel einzuschreiten. Dann sollte darum gebeten werden, den Raum zu verlassen. Ansonsten soll laut den Leitlinien den Eltern wenn möglich sogar ein Körperkontakt zum Kind ermöglicht werden, speziell im Moment des Todes.

In meinen eigenen Kinderreanimationen hat mich die Anwesenheit von Angehörigen nie gestört.

Viele Grüße!
Martin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.02.06, 16:53 
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Registriert: 02.03.05, 19:56
Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
Man kann nicht pauschal sagen - einbinden oder wegschicken.
Bei uns ist es abhängig von der Situation und der Schwere ge Verletzung. Auch bei Reanimationen ist es unterschiedlich.
Wenn die Eltern selbst sehr stark emotional reagieren, versuchen wir einen Kollegen zur Psycholigischen Betreuung ab zu stellen und nehmen sie etwas bei Seite.
In der regel bleiben die Eltern aber im Raum, damit sie sehen, das wir alles erdenkliche für ihr Kind tun. Es hilft ihnen dann auch, das Erlebte besser zu verarbeiten.
Sollten wir erfolglos sein, bieten wir immer eine Notfallseelsorge an, die es bei uns gibt.
Die meisten nehmen es auch an, weil sie jemanden brauchen, mit dem sie über das Erlebte reden wollen oder weil sie Trost brauchen. Auf keinen Fall lassen wir sie völlig allein. Wenn sie unsere Seelsorge nicht möchten, versuchen wir Angehörige zu organisieren, die dann vor Ort als Gesprächspartner bereit stehen.

asbmichel

_________________
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.02.06, 17:06 
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Registriert: 31.10.05, 13:54
Beiträge: 169
Wohnort: Land Brandenburg
Hallo, ich habe nicht an der Umfrage teilgenommen, weil : es ist schon ein Unterschied, ob es zu einem Unfall oder einer Rea kommt !!
Bei Rea - ohne Eltern , so kenne ich das, - sollten Kolleginnen und Kollegen andere Erfahrungen haben - bin ich sehr offen dafür. Bei " normalen " Kindereinsätzen natürlich nur MIT Eltern - wenn Sie dann da sind. Bezugsperson Mamma /Papa/ Oma / Opa ist wohl für ein verletztes / krankes Kind das BESTE .
Gruß Glaxina


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BeitragVerfasst: 26.02.06, 03:31 
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Registriert: 20.05.05, 14:39
Beiträge: 61
Wohnort: Windeck
Ja okay etwas unglücklich formuliert... Also ich meine schon bei Rea´s... Sicherlich bei Unfällen "kleinerer" Art sind die Eltern immer dabei... (soweit möglich)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.03.06, 13:55 
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Registriert: 03.11.05, 20:31
Beiträge: 37
Hallo,
so wie die Eltern es wollen. Wenn sie dabei sein wollen, werde ich einen Teufel tun und sie wegschicken, gehen sie selber, dann werde ich sie nicht zwingen da zu bleiben.

Ich könnte mir nicht vorstellen mein Kind allein zu lassen, genauso wenig möchte ich sehen, wie mein Kind reanimiert wird.

Ich würde die Eltern entscheiden lassen. Voraussetzung ist natürlich, das ich meine Arbeit machen kann. Aber auch bei einer Rea haben die Eltern grundsätzlich das Recht dazu, dabei zu sein. Wenn mich jemand von meinem Kind weg schicken würde, dann würde ich demjenigen was erzählen!

LG Lissy


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