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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Adrenalingabe im ACLS Algorithums nach ERC 2005
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BeitragVerfasst: 13.01.06, 12:54 
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Beiträge: 1
Wohnort: München
Hallo an alle!

ich hab mich nun mal entschlossen aktiv in den Kreis der "Schreiber" einzutreten, da ich ein paar Fragezeiichen zum neuen Reanimationsalgorithums habe und hoffe, dass mir die Docs, RAs, RSler und wen es sonst noch gibt deren Standpunkt näher bringen können.

Es geht vor allem um die Supragabe im neuen ACLS Algo. bei KF bzw. pVT. Normalerweise hätte ich das früher so gemacht, dass ich erst geschossen hätte, Pulskontrolle ... dann 1mg Supra, dann schön brav verteilt (also reanimiert) und dann wieder geschossen usw .....

Nun sieht der neue Algorithums keine Pulskontrolle mehr vor, also würde ich den Pat. erst defibrillieren und sofort weiterreanimieren bzw. das Supra "blind" geben (ich habe ja keine Gewissheit, ob der Patient einen Puls hat oder nicht, da ich sofort weiterreanimiert habe .....). Es besteht also die Gefahr einem "lebenden" Patienten 1mg Supra zu geben und damit besteht meiner Ansicht nach die Gefahr diesen wieder ins KF zurückzuschicken, da 1mg Supra iv beim "Lebenden" kein großer Spaß sind.

Wenn man sich die Richtlinien ansieht, dann geht das ERC die ganze Geschichte anders an: nach der Defibrillation wird sofort reanimiert 2min. dann kommt eine Rhythmusanalyse und bei fortbestehendem KF kommt die Supragabe und daraufhin wieder sofort die Defibrillation. Also hab ich folgende Situation, ich habe das Adrenalin irgendwo in der cubital Gegend liegen und nachdem ich geschossen habe (und nehmen wir einmal an der Patient hat wieder halbwegs ein Rhythmus) wird das Adrenalin wieder beim "Lebenden" im Körper verteilt.

Naja, wie ihr sehen könnt, werde ich nicht ganz schlau aus diesem Algorithmus. Es wäre sehr interessant zu hören, was die anderen Forumsteilnehmer darüber denken


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BeitragVerfasst: 14.01.06, 13:09 
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Registriert: 17.08.05, 17:36
Beiträge: 496
Wohnort: Wiesloch (Baden-Württemberg)
Hä ? Was ? Wieso ?

Achso "Hallo" erstmal,

also meines wissens sieht der "neue" Algorithmus sehrwohl die Pulskontrolle bspw. Rhythmuskontrolle vor. Dies geht zumindest aus den bereits wenigen ins deutsche übersetzte arbeiten hervor. Wobei unter Rhythmuskontrolle im einzelnen erwähnt wird
a.) bei geordneter elektrische Aktivität = Pulskontrolle
b.) bei zweifelsfrei tastbaren Pulsbefund = weitere Stabilisierung (Beginn der Postreanimationsphase)
c.) bei fraglicher asystolie (DD feines Kammerflimmern) keine elektr. Defibrillation.

Hoffe ich konnte helfen.

LG

Uwe

_________________
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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 Betreff des Beitrags: Adrenalin
BeitragVerfasst: 14.01.06, 14:33 
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Interessierter

Registriert: 03.08.05, 08:07
Beiträge: 11
Die Fragen sind gut und so manche Gedanken drängen sich schon auf, wenn man die aktuellen Empfehlungen liest.

Zunächst: Nach einem Schock soll sofort weiterreanimiert werden, in praxi mit Thoraxkompressionen, weils am schnellsten wieder losgehen kann. Beatmungen kommen natürlich dazu.

Ab dem 3. Schock soll Adrenalin gegeben werden, das ist nach 4 Minuten oder sogar 6 Minuten bisher erfolgloser CPR.

Die Adrenalingabe soll - bei genauem Hinlesen - vor dem Schock kommen. Der Schock aber so rasch es geht nach Ende der Thoraxkompressionen/Beginn der Analyse. Wenn jemand gerade eine Spritze ansetzt, werde ich aber einen Teufel tun und defibrillieren - viel zu gefährlich. Also:

- Thoraxkompressionen fortführen, dann weg mit dem Helfer.
- Rasche Analyse ergibt immer noch VF/VT, Sicherheitsblick!
- Sofort Schock (geladen sollte schon sein)
- Sofort wieder Thoraxkompressionen, sicherheitshalber erst jetzt Adrenalingabe.

Also in praxi tatsächlich Adrenalingabe zu einem Zeitpunkt, an dem wir noch nicht wissen, welches EKG denn vorliegt.

Das dürfte aber nichts ausmachen, denn - gerade in solchen Fällen (s.o.) - ist die Chance auf einen suffizienten Puls in der Phase direkt nach Schock sehr gering, 1 von 40 Patienten dürfte einen tastbaren Puls haben. Mehrheitlich dürften unsere Pat. von Adr. profitieren. Die nächste Analyse kommt bei Lebenszeichen oder nach 2 Minuten. Wenn dann ein regelm. EKG bzw. schlanke QRS -> Pulstasten.

Wenn durch das dann gegebene A. wieder VF/VT auftritt, was ich auch für nicht unwahrscheinlich halte, dann würde ich das als "beobachteten HKST" interpretieren und sofort wieder schocken. Solche Patienten werden sich dann stabilisieren lassen, der Teamchef wird sich in der Folge ja mit Adrenalin eher zurückhalten.

Überhaupt: Wie man sich beim beobachteten Stillstand verhalten soll, gerade was Adrenalin, die Analyse und Pulstasterei nach Schock etc. angeht, steht in den leitlinien nicht klar drin. Der Teamchef wird hoffentlich gut genug sein, hier vernünftig zu entscheiden.

Viele Grüße!
Martin


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