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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Rea auf Spielfeld
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Was würdet ihr tun?
Runter vom Feld 25%  25%  [ 10 ]
Direkt auf dem Feld beginnen 68%  68%  [ 27 ]
Bin mir nicht sicher 8%  8%  [ 3 ]
Abstimmungen insgesamt : 40
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 Betreff des Beitrags: Rea auf Spielfeld
BeitragVerfasst: 08.11.05, 23:11 
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Mal eine kurze aber ungewöhnliche Frage:

Situation:
Handballspiel in einer Halle mit mehreren tausend Zuschauern.
Spieler erleidet auf dem Spielfeld einen Herz-Kreislauf-Stillstand.

Würdet ihr ihn als erstes eben vom Spielfeld in einen Seitengang ziehen (rd. 10/15 m) oder würdet ihr direkt auf dem Feld anfangen (nach ACLS)?

Zeitgewinn und "Öffentlichkeitsarbeit"
vs.
Gefühl, von mehreren tausend Schaulustigen und "Pietätlosigkeit" (Rea vor Kindern im Publikum usw.)


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BeitragVerfasst: 09.11.05, 06:46 
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Beiträge: 475
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Generell "runter vom Feld". "rein ins Auto" wie auch immer. Ich habe in so einer Situation allerdinsg schoneinmal eine "Wand" aus Decken aufbauen lassen, dauerte 2 Minuten. 10 Helfer Gesichter nach außen.. war auch eine Lösung... man sollte immer alle Möglichkeiten ausschöpfen.


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BeitragVerfasst: 09.11.05, 08:02 
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Beiträge: 110
Wohnort: Norddeutschland
Würde ich genauso sehen. Jedoch kommt es immer auf die Situation an. Wie bekomme ich den Pat. aus der Turnhalle heraus, geht dabei vielleicht zu viel Zeit flöten? Ist der Pat. überhaupt Transportfähig?! etc. Da kann man eben auch auf die Idee mit den Decken zurück greifen. Ansonsten würde ich den Pat. auf die Pritsche legen und los!

Hab deshalb "bin mir nicht sicher" angekreuzt.


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BeitragVerfasst: 09.11.05, 08:19 
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Ich würde ihn wohl auch vom Feld holen.
Aber ganz aus der Halle raus ins Auto halte ich für einen Reanimationspflichtigen Patienten doch für einen zu langen therapiefreien Intervall, auch wenn das Arbeiten im RTW besser wäre.
Aber eben vom Feld in einen Nebengang, welcher von den ganzen Zuschauern nicht eingesehen werden kann wäre wohl doch das beste.


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BeitragVerfasst: 09.11.05, 08:42 
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Beiträge: 30
Wohnort: Deutschland
Würde sofort beginnen. Time is brain :!:
Bis auf Thema Eigensicherung und besondere Situationen ist eine Verzögerung der Rea nicht gerechtfertigt.

Bei großen Marathonveranstaltungen, bei denen fast immer reanimiert wird, werden manchmal Pavillions zum Sichtschutz vorgehalten.
Also wieso nicht sowas improvisieren.

Ausserdem wären viele Zuschauer heutzutage begeistert von einer kostenlosen Extrashow ("Brot und Spiele").


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BeitragVerfasst: 09.11.05, 08:47 
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Registriert: 01.02.05, 09:59
Beiträge: 35
G. Ast hat geschrieben:
Würde sofort beginnen. Time is brain :!:

Amen! :D

Aber ich denke, dass das reeeeeelativ zu vernachlässigen ist.
Das "runterziehen" dauert ja nun keine 20 Sekunden.
Wenn man bedenkt, wie schnell wir dennoch mit der Rea nach Einsetzen des Herzstillstandes beginnen, hat der Pat. dennoch beste Chancen, speziell vergleichen mit häuslichen Reas, wo ich es in fünf Jahren Rettungdienst ein (1!) mal erlebt habe, dass ein Ersthelfer mit CPR begonnen hat - und das im Bett, also insuffizient!


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BeitragVerfasst: 09.11.05, 18:30 
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Registriert: 02.03.05, 19:56
Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
Würde den Pat. ggf. unter Rea-bedingungen, also Beutelbeatmung und Herzdruckmassage auf meiner Trage in ein Gebiet bringen, wo kein Zuschauer Einblick hat und dort weiter machen, oder der Pat. die 10-15 m schnell vom Platz tragen, nicht schleifen!
Bort und Spiele - alles schön und gut, aber das ist doch etwas makaber.
Bestehen die o.g. Möglichkeiten nicht, würde ich mir auch mit Decken oder dergleichen helfen auf dem Platz - ist aber nicht optimal

asb-michel

_________________
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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BeitragVerfasst: 09.11.05, 21:14 
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DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo!

Das Problem lässt sich ja auf andere Orte beziehn:

Reanimation in einem Gasthaus, Konzert, am Hauptbahnhof, Flughafen usw.

Auch dort sind nicht unbeträchtliche Menschenmengen versammelt und eine "Fluchtmöglichkeit" nicht immer in Sicht.

Mein persönliches Highlight war eine (erfolgreiche) Reanimation bei der Einweihungsfeier unseres neuen NAWs.

Wenn die Möglichkeit einer Abschirmung besteht, und es hilfsbereite Passanten, Feuerwehr- oder Exekutivbeamte gibt, nutze ich sie gerne. Aber die Erstversorgung starte ich fat immer direkt am Ort des Geschehens. Manchmal jedoch mit geordnetem Rückzug, d.h. unter Rea-Bedingungen auf die Trage und Rückzug an einen geschützten Raum, speziell bei absehbar schlechter Prognose.

Die Entscheidung wird wohl immer von der speziellen Situation und den Möglichkeiten abhängen.

Gruß

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags: Tabu Thema?
BeitragVerfasst: 09.11.05, 23:38 
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Registriert: 29.08.05, 09:30
Beiträge: 72
Ich möchte in diesem Zusammenhang wirklich nur das Thema Persönlichkeitsrecht/Schamgefühl des Pat. gelten lassen. Wobei das im Bezug auf sein Leben bzw. derzeitigen Zustand sehr stark abzuwägen ist.

Was ist denn so schlimm an einer öffentlichen Rea? Wenn wir das schon zum Tabu Thema machen, muss man sich nicht wundern, wenn Laien auch Hemmungen haben in der Öffentlichkeit aktiv zu handeln.
Auch denke ich, dass fast alle Zuschauer eher betroffen sind, als voyeuristisch begeistert.

Natürlich sollte man, allein schon um den psych. Druck/Belastung der Helfer zu nehmen, möglichst schnell einen Sichtschutz und ein ruhiges Arbeiten ermöglichen.
Dennoch sollte man stets zeitnah handeln und m.E. sollten "Zuschauer" nur sekundär als Indikation fürs "Patienten wegtragen" zählen. Ein Sichtschutz fände ich hier wesentlich sinnvoller. Zudem sollte man die TATSÄCHLICHE Zeit des "Heruntertragens" nicht unterschätzen.


MfG
solutio


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.11.05, 09:03 
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Beiträge: 117
Ich sehe das wie solutio. Sollte ich mal reanimiert werden müssen :shock: :shock: :shock: ist es mir vollkommen wurscht wie viele Zuschauer es gibt und was die sehen - helft mir, sofort!

Auf einem Spielfeld ist der Zuschauer gegenüber anderen öffentlichen Plätzen rel. weit weg, was soll schon zu sehen sein? Viele Helfer die neben einem am Boden liegenden mit nacktem Oberkörper Geräte und Taschen stehen haben. Das kennt jeder aus dem Fernsehen, Fernsehen bildet :wink: :) . Wenn jemand weggetragen wird, ist nicht zu erkennen, ob er Tod ist. Gab es in den letzten Jahren mehrmals in der Berichterstattung. Die Gesundheitskontrolle von Leistungssportlern scheint mangelhaft zu sein.

Gruß

Ingrid


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BeitragVerfasst: 10.11.05, 13:54 
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Registriert: 31.10.05, 13:54
Beiträge: 169
Wohnort: Land Brandenburg
Tag zusammen ,
ich kann mich da nur der Ingrid anschließen, dem Patienten wird es relativ egal sein, wo er dann hoffentlich erfolgreich reanimiert wird. Sicher ist es bestimmt einfacher den Patienten in " Sicherheit" zu bringen als Sporthallen , öffentl. Plätze usw. zu zu räumen.
Deckenschutz usw. ist sicher eine gute Idee und wir auch bei uns praktiziert.
Beste Grüße Glaxina


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BeitragVerfasst: 10.11.05, 16:38 
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Registriert: 25.08.05, 15:36
Beiträge: 21
Hi!

Also ich stimmt solutio zu und zwar aus dem einfachen Grund, dass ich denke dass das Heruntertragen wirklich länger als vermutet dauern wird - besonders dann wenn man die Person dahin tragen möchte wo niemand mehr einen Einblick hat(ein Gang, oder Raum), man sich dann aber selber nicht irgendwo wiederfindet wo man den Patienten aus Platzgründen nicht reanimieren kann (Geräte, Material, Trage, Anfahrt für RTW, Personal - das alles braucht Platz).
Dann lieber Sichtschutz und auf dem Spielfeld reanimieren. Außerdem werden sowieso ziemlich viele Bekannte (Trainer, eigene Ärzte des Vereins, andere Fußballspieler) drumherumstehen und so auch schon einen Sichtschutz darstellen.
Eine andere Frage ist, was passieren soll wenn der Patient für tot erklärt wird. Sollte er dann, wie schon vorgeschlagen, einfach runtergetragen werden, ohne dass jetzt jemand weiß ob er tot ist oder nicht? Das weiß ich nicht und da bin ich auch momentan überfragt-werd ich mir mal ernsthaft gedanken drüber machen.
Aber die Reanimmation würde ich schon auf dem Spielfeld beginnen.

Was natürlich ziemlich assozial wäre (um es mal etwas zusgespitzt zu formulieren), ist wenn die Kameras noch alle auf die laufende Reanimation gerichtet werden. Ich weiß nich ob das schon geregelt ist was dann normalerweise mit den Kameras gemacht wird (ausgeschaltet,..), aber eine Rea dann auch noch zu filmen und live zu übertragen....

mfg,
David


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BeitragVerfasst: 10.11.05, 17:10 
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Registriert: 28.10.05, 16:20
Beiträge: 117
David GB. hat geschrieben:

Eine andere Frage ist, was passieren soll wenn der Patient für tot erklärt wird. Sollte er dann, wie schon vorgeschlagen, einfach runtergetragen werden, ohne dass jetzt jemand weiß ob er tot ist oder nicht?


Was denn sonst? In einen Leichensack stecken hat ja nun wirklich Zeit... . :wink: Oder ist dafür der für´s Spiel eingeteilte Rettungsdienst nicht mehr zuständig :roll: ? Laut "der ist Tod" rufen? :lol:

Gruß
Ingrid


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BeitragVerfasst: 10.11.05, 18:43 
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Registriert: 25.08.05, 15:36
Beiträge: 21
:D ok war ein bisschen blöd formuliert...

Was ich damit sagen wollte ist, dass man vielleicht auch weiter reanimieren sollte und ihn während dessen ins Fahrzeug bringen könnte. Einfach damit nicht Angehörige oder gute Freunde mitten auf dem Spielfeld mitgeteilt bekommen dass die Person gestorben ist. Wie auch Dr. Ch. Erbschwendtner gesagt hatte sollte man da vielleicht dann eher den "geordneten Rückzug" antreten. Die Todesfeststellung sollte dann schon nicht in der Öffentlichkeit geschehen - daher hatte ich halt diese Bedenken.

Zitat:
Oder ist dafür der für´s Spiel eingeteilte Rettungsdienst nicht mehr zuständig ?

Naja wenn er für tod erklärt ist kann man ihn nicht einfach ins Fahrzeug tragen und dann abtransportieren. (wenn ich da falsch liege lass ich mich gerne belehren) Das macht ja dann eine Bestattungsfirma nachdem er von einem weiteren Arzt eine stunde später für tod erklärt worden ist. Daher ist in gewisser Hinsicht der Rettungsdienst dann nicht mehr zuständig denke ich.

mfg david


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.11.05, 21:11 
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Registriert: 22.06.05, 14:45
Beiträge: 110
Wohnort: Norddeutschland
Tote "Patienten" dürfen nicht in RD Fahrzeuge "verladen" werden. Das muss dann immer ein Bestattungsunternehmen durchführen. Ansonsten würde ich auch auf dem Feld weiter machen, um die Zuschauer, Mitspieler, Familienangehörige zu schonen und den Patienten erst fern ab von der Menge "liegen lassen".

Ich entschuldige mich mal eben für diese blöde Wortwahl, bin gerade total müde und fix und fertig. Mir fällt gerade nichts passenderes ein...


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