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BeitragVerfasst: 20.10.05, 05:07 
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Beiträge: 40
Wohnort: Seattle, USA
Frage 1: Wie oft kommst Du (RetAss & RS) monatlich zum durchfuehren invasiver Massnahmen?

1. Intubation
2. i.v.-Zugang
3. Defib
4. synch. Kardioversion
5. Tiegel-Ventil
6. TCP

Frage 2: Wie oft versorgst Du (auch eigenstaendig) monatlich folgende Notfaelle?
1. PSVT
2. schnelles Vorhofflimmern/flattern (>120/min.)
3. Heroin OD
4. Hypoglykaemie (BZ<75mg/dl)
5. Reanimation
6. Polytrauma
7. Status Epileptikus
8. kardiogener Schock
9. gesicherter HI (mittels 12 Kanal diagnostiziert)
10. schwerer Asthmaanfall bzw. COPD exacerbation
11. kritischer Kindernotfall (Reanimation, Polytrauma, bewusstlos, etc.)

Frage 3: Wie oft triffst Du in der Regel vor dem NA ein?
1. immer
2. fast immer
3. selten
4. zeitgleich
5. nie

Frage 4: Fuer den Fall das Du (gewoehnlich) zuerst eintriffst, wieviel Minuten "Vorsprung" hast Du durchschnittlich ( bei den in Frage 2 aufgefuehrten Notfaellen)?
1. <1 Min.
2. ~3 Min.
3. ~5 Min.
4. ~8 Min.
5. >10Min.

Vielen Dank fuer Eure Teilnahme.

Michael Damm

P.S. Scheue mich nicht vor meinen eigenen Angaben:

Frage 1: (monatliche Massnahmen)
Intubation = 2.5
(Intubations-)Narkose 1.5
i.v.-Zugang = 15
Defib = <1
synch. Kardioversion = 0.083
Tiegel-Ventil = <1
TCP = 0.33

Frage 2: (monatliche Notfallbilder)
PSVT = ~1
schnelles Vorhofflimmern/flattern (>120/min.) = ~3
Heroin OD = 0.4
Hypoglykaemie (BZ<75mg/dl) = ~6
Reanimation = ~2-3
Polytrauma = ~1
Status Epileptikus = ~0.5
kardiogener Schock = ~0.5
gesicherter HI (mittels 12 Kanal diagnostiziert) = ~2
schweren Asthmaanfall bzw. COPD exacerbation = 2
kritischer Kindernotfall (Reanimation, Polytrauma, bewusstlos, etc.) = 0.33

Frage 3: (ersteintreffende Rettungskraefte)
Ich treffe (stets) nach den FRs ein. Bei uns (USA) gibt es keine NAs (Kollege u. ich sind fuer ALS-Versorgung zustaendig).

Frage 4: (zeitlicher Vorsprung)
Bei uns haben BLS-Crews durchschnittlich 3.5 Min. “Vorsprung” (und fuehren ausser AED u. O2 keine Medis, Intubationsbesteck, Infusion, etc. mit).


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BeitragVerfasst: 20.10.05, 17:59 
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Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
Hallo nach USA,
hab mir erstmal Deinen Fragespiegel ausgedruckt und heftig nachgedacht.
Ist nicht so einfach ihn zu beantworten, denn ich führe keine private Statistik, aber ich versuchs mal:

Also Frage 1:
1. 0 Bei Delegation durch NA 0,25/ Monat
2. ca 20 - 25 Zugänge
3. 0,2 ( ist von Monat zu Monat sehr unterschiedlich )
4. 0,5
5. 0
6. 0

Frage 2:( in der Regel zusammen mit NA außer 4., das auch allein )
1. 0
2. 1,0
3. 0 (spielt bei uns glücklicherweise noch keine große Rolle)
4. 8-9
5. 1,0
6. 1-2
7. 2,0
8. 0,1
9. 4-5
10. 2
11. 0,1

Frage 3:

immer, nur im Ausnahme Fall nach dem NA( kommt 1x im Quartal vor )

Frage 4:

3-5 Minuten, in seltenen Fällen auch mal mehr - max. 10 Minuten, wenn NA weit entfernt bei einem anderen Einsatz noch gebunden.(ist auch nur 1x im Halbjahr passiert)

Hoffe Dir geholfen zu haben.
Ist eben in Dt. etwas anders und daher auch fast immer im zusammenwirken mit dem NA.

Grüße aus Thüringen

asb-michel

_________________
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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BeitragVerfasst: 24.10.05, 05:54 
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Registriert: 08.03.05, 07:12
Beiträge: 40
Wohnort: Seattle, USA
Wow, mehr als 200+ Aufrufe und nur eine einzige Antwort – schade. Niemand war gezwungen einen „Offenbarungseid“ bezüglich seiner rettungsdienstalltäglichen Arbeit (z.B. invasive Massnahmen) zu leisten, allerdings wäre es schon mal interessant gewesen zu sehen, wie oft ein RS/RettAss (bei wirklich äusserst zeitkritischen Notfällen - wo also wahrhaftig JEDE „vergeudete*“ Minute nachweisslich [sofern truly evidence based medicine] eine negative Auswirkung auf des Patientens Morbidität bzw. Mortalität haben kann –) zum Zuge kommt.

ASB Michel, vielen Dank für Deine Antworten. Bin beeindruckt wie oft Du einen mittels 12 Kanal gesicherten Infarkt / Monat (mit NA) versorgst. Ich fahre (und work up) zwar bestimmt 10-12 Patienten im Monat mit Stichwort „Brustschmerz“ an - von welchen auch einige ein ACS haben (meist ST-StreckenSENKUNGEN) – doch 'nen wirklich präklinisch gesicherten Infarkt haben gerade mal ca. 2/Monat.

Bei uns (KCM1/USA) liegt der Zeitvorsprung der BLS-Einsatzkräfte (First Responder) gegenüber ALS (uns) durchschnittlich bei 4 Minuten. Ich vermute mal das der Zeitvorsprung des Rettungsfachpersonals gegenüber NA in Deutschland IN DER REGEL auch nicht bei mehr als 5 Minuten liegt. Meine ersteintreffenden Kollegen führen keine ALS-Materialen mit sich und konzentrieren sich also auf Anamnese, einer kurzen, gezielten Untersuchung sowie Erfassung der Vitalwerte inkl. O2-Gabe und Lagerung sowie AED und HLW prn. Ich frage mich ob die bis zu 5 Minuten früher eingeleitete „Therapie“ – meist handelt es sich ja eh nur ums Zugang legen – in Deutschland wirklich notwendig ist? Obwohl unsere ersteintreffenden Rettungskräfte sich auf keine Notkompetenz berufen können ist das „patient outcome“ bei uns (KCM1) nicht schlechter, als in Deutschland.

Danke nochmals,
Michael


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BeitragVerfasst: 27.10.05, 06:33 
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Registriert: 02.03.05, 19:56
Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
Bin auch etwas erstaunt, dass sich nicht mehr Kollegen zu Deinen Fragen äußern, aber danke für deine Antwort.
Zu den gesicherten HI´s - bei uns ist die Zahl der Pat. mit HI in den letzten Jahren doch recht stark angestiegen und so ist es nicht verwunderlich, dass die Zahl derer, die wir gesichert versorgen relativ groß ist. Das Alter liegt hierbei zw. 35 - 90 Jahren.Die Zahl der "vermutlichen HI lt. 12 Kanal-Ekg liegt deutlich höher.
Bei Pat. mit frischen, gesicherten Infarkten, wird durch den NA auch teilweise eine Metalyse vor Ort durchgeführt, wenn keine Kontraidikationen bestehen.
In den meisten Fällen erfolgt eine Kathederuntersuchung im KH.

Vielleicht kann sich ja doch noch der eine oder andere Kollege durchringen und dir, wenigsten z.T. Deine Fragen beantworten.

Der "Vorsprung" in Dt. liegt meines Wissens in den Städten bei 2-3 Minuten und im ländlichen Bereich bei 5-8 Minuten vor dem NA.

Grüße nach USA

asb-michel

_________________
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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BeitragVerfasst: 30.10.05, 20:53 
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Zitat:
ist das „patient outcome“ bei uns (KCM1) nicht schlechter, als in Deutschland.

Diese Statistik würde ich gerne mal einsehen. Wie ich erfahren habe ist die Refinanzierung fast gescheitert, ihr bewegt euch also auf dünnem ungewissen Eis.



Zitat:
der Zeitvorsprung des Rettungsfachpersonals gegenüber NA in Deutschland IN DER REGEL auch nicht bei mehr als 5 Minuten liegt


Bei Menschen als Einsatzgut sollte man nie die Regel sehen, sondern immer die Ausnahmen. Deien Frau könnte eine dieser Ausnahmen sein, wie würdest du dann denken? Ich habe auf einer Ausenwache einmal pro Dienst einen Einsatz ohne NA Verfügbarkeit < 20 Minuten. Mindestens einmal im Monat erfolgt ein Transport eines Patienten ohne NA obwohl er indiziert war. Transportzeit ins KH NACH Versorgung < NA Anrückzeit. Diesen Menschen möchte ich auch die best mögliche Medizin zukommen lassen. Wie soll dies geschehen wenn wir nicht in erweiterten Maßnahmen geschult sind, Übung und Sicherheit haben?


Zitat:
nachweisslich [sofern truly evidence based medicine] eine negative Auswirkung auf des Patientens Morbidität bzw. Mortalität haben kann –) zum Zuge kommt.



Es gibt wesentlich mehr Facetten zu dem Wohlbefinden eines Patienten als dessen physikalische Unversehrtheit. Wer ist in der Lage zu urteilen ob es wünschenswert wäre das ein Patient mit PA Beschwerden noch 10 Minuten nach meinem Eintreffen auf eine Glycerolnitrattherapie warten muss, bis ein Arzt da ist. Warum ist es diskussionswürdig ob wir notwendig handeln wenn wir dem Patienten die Wartezeit auf ein Analgetikum um ein paar Minuten verkürzen indem wir einen i.v. Zugang legen bevor der NA vor Ort ist, bzw. ihm nach entsprechender Schulung eigenverantwortlich ein Analgetikum applizieren. Die Intention deiner Argumentationsführung in den letzten Postings ist so offensichtlich das ich schmunzeln muss.


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BeitragVerfasst: 12.02.06, 09:35 
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Beiträge: 123
Ich will auch antworten :lol:
Frage 1: Wie oft kommst Du (RetAss & RS) monatlich zum durchfuehren invasiver Massnahmen?

1. Intubation (6)
2. i.v.-Zugang ( 8 )
3. Defib (0,25 ist Monatsabhängig)
4. synch. Kardioversion (0, das will kein NA machen)
5. Tiegel-Ventil (0)
6. TCP (0)

Frage 2: Wie oft versorgst Du (auch eigenstaendig) monatlich folgende Notfaelle?
1. PSVT (0,25)
2. schnelles Vorhofflimmern/flattern (>120/min.) (2)
3. Heroin OD (0,1)
4. Hypoglykaemie (BZ<75mg/dl) (5)
5. Reanimation (4)
6. Polytrauma (0,25)
7. Status Epileptikus (0,25)
8. kardiogener Schock (1)
9. gesicherter HI (mittels 12 Kanal diagnostiziert) (0 wir haben kein 12-Kanal auf dem RTW)
10. schwerer Asthmaanfall bzw. COPD exacerbation (1)
11. kritischer Kindernotfall (Reanimation, Polytrauma, bewusstlos, etc.) (zum Glück 0)

Frage 3: Wie oft triffst Du in der Regel vor dem NA ein?
fast immer

Frage 4: Fuer den Fall das Du (gewoehnlich) zuerst eintriffst, wieviel Minuten "Vorsprung" hast Du durchschnittlich ( bei den in Frage 2 aufgefuehrten Notfaellen)?
ich sag mal so zwischen 5 - 10 minuten kann das schon sein!

So das sind meine Ungefähren Angaben.
Gibt Monat mit viel Arbeit und welche mit wenigen!


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BeitragVerfasst: 14.02.06, 01:25 
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Beiträge: 475
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ich muss mal loswerden das ich in deinem Kreis nicht arbeiten möchte. Vorallem nicht leben möchte *fg* bei knappen 50 Reanimationen pro Jahr pro RTW team.. wow.. da ist das Dorf bald leer ^^
Auch würde ich euren Megacode Alg. gerne mal sehen wenn du nur alle 16 Reanimationen einmal Defibrillierst.
Auch mit deinen guten 70 Intubationen pro Jahr wirst du öfter tätig als jeder unserer NAs (präklinisch).. heftig ... *nachdenk*
Ebenso würde sich dein Landkreis anbieten für die Niederlassung einer Diabetikerschulung.

In diesem Sinne, ein freudiger Marcus, der anscheinend in einem ruhigen Landkreis arbeitet :-)


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BeitragVerfasst: 14.02.06, 07:34 
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Registriert: 01.02.05, 09:59
Beiträge: 35
schmid84 hat geschrieben:
1. Intubation (6)
3. Defib (0,25 ist Monatsabhängig)

Hmmmm, du intubierst 24 mal äufiger, als du schockst??

Also bei uns kommen wir nur dann in die Verlegenheit zu intubieren, wenn der Pat. reanimationspflichtig ist - dann aber auch immer, da wir auf einer Außenwache sind, wo der NA länger braucht. Und dann wird ja nun auch einige mal defibrilliert oder wie ist das bei euch?

Für uns würden die Angaben eher umgekehrt zutreffen...


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