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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Notkompetenz jährliche Überprüfung????
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BeitragVerfasst: 10.09.05, 16:38 
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Hallo

zunächst einmal etwas zu mir bin 32 Jahre, seit 11 Jahren im RD über Zivi -> Sani -> RA (Quereinsteiger)
Ich schreibe euch im Forum um eine Diskussion anzuregen, die schon seit Jahren (nach Angaben von älteren Kollegen schon seit min.30 Jahren) geführt wird. Das leidige Thema Notkompetenz.
Ich muß dazu erst einmal eines sagen, ich kann dieses leidige Thema nicht mehr hören. Seit Jahren in jeder Fortbildung die gleichen Diskussionen. Und jetzt sollen wir auch noch zertifiziert werden. Da gehen die ÄLR doch tatsächlich her und verlangen jedes Jahr einen praktischen und schriftlichen Test, mit sogenannten "KICK-OUT-Punkten" um nur einen zu nennen "Hängst du die Defi-Paddel's nach durchgeführter Defibrillation" nicht ins Gerät, bist du durchgefallen und darfst in diesem RD-Bereich nicht mehr als RA eingesetzt werden" !!!!! Ich frage mich wo soll das hinführen? Das Pferd wird wieder mal von "hinten aufgezäumt", anstatt man endlich hergeht und eine dreijährige Ausbildung anstrebt, wird jetzt erfahrenen RD-Mitarbeitern Angst gemacht, sie könnten evtl. Ihren Job verlieren. Und das um ein Thema wo es keine Diskussionen mehr geben sollte. Notkompetenz ist das was es ist § 34 StGB da kann es jeder nachlesen. Und alle die nach Regelkompetenz rufen sollten sich darüber im klaren sein, daß sie sich nicht mehr auf diesen § berufen können, sondern Maßnahmen ergreifen müssen, obwohl sie nicht darin geübt sind (ich muß die Maßnahme beherrschen); wie auch??? wo besteht z.B. die Möglichkeit 10-20 Intubationen pro Jahr am Patienten durchzuführen, genau diese Anzahl wird nämlich in den meisten Stellungnahmen genannt um als geübt zu gelten. Viele von uns haben in ihren Klinikpraktika insgesamt noch keine zehnmal intubiert. ( Das sieht bei einem evtl. Schadensersatzprozess der Richter bzw. Staatsanwalt/Anwalt genauso). Bleibt es bei der Notkompetenz können wir uns auf diese berufen und im Einzelfall selbst entscheiden (eine Ausnahme bildet die Frühdefibrillation, hier kann und muß man andere Maßstäbe ansetzen) ob ich die Maßnahme ergreife. Wenn ich mehr machen will muß ich halt studieren und als NA tätig werden. Wir sollten froh sein das wir in Deutschland ein NEF-System haben. Ich bin in unserem RD für Einkauf und MPG zuständig und kenne einige Menschen die über Ihre Firmen auch im europäischen Ausland tätig sind. Wenn man sich hiermal umhört beneiden uns alle um dieses System, ganz zu schweigen von diversen Statistiken in denen sich zeigt, daß die Rate an verstorbenen Patienten im RD in diesen Ländern höher ist wie in Deutschland.
Nun ja ich denke meine Grundeinstellung zu diesem Thema ist klar, Maßnahme ergreifen wenn erforderlich und durchführbar, im Zweifel abwägen was für den Patienten sinnvoll ist. Bsp. Analgesie, sicher hat der Patient Schmerzen bei einer evtl. Tibiafraktur, nun gehen wir her und verabreichen Ketanest/Dormicum und der Pat. reagiert Atemdepressiv, dann ist „Holland in Not“ und das ganze dann wenn das NEF in 10 Min. dagewesen wäre. Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte dem Patienten auch Schmerzen lindern, aber in so einem Fall hätte der Patient sicher gesagt „ lieber noch nen Augenblick aushalten, bevor ich einen Atemstillstand“ bekomme!“ Das ist sicher nicht die Regel und wird auch in 999 Fällen nicht passieren, aber der 1000te fall wird kommen und dann??? Ich fahre NEF und RTW und ich habe erfahrene gute NA gesehen, denen das passiert ist und auch da entsteht Streß (wie sieht das erst aus wenn wir mit einem auch evtl. unerfahrenen Kollegen so eine Situation meistern sollen ????).
Naja wie bereits oben erwähnt sollen wir jetzt jedes Jahr geprüft werden und dann bei negativem Ausgang nicht mehr als RA eingesetzt werden (Wir überprüfen im Moment durch unseren Betriebsrat, die rechtliche Konsequenz, bestehende Arbeitsverträge; Besitzstandswahrung etc.). es kann und darf doch nicht sein, das ein erfahrener RA, welcher in z.B. 20 Jahren RD seine Arbeit ordentlich gemacht hat, aufgrund einer Prüfung seinen Beruf nicht mehr ausüben darf, zählen die 20 Jahre vorher denn nicht mehr??? Und das bei einem Thema wie Notkompetenz, die zwar einen wichtigen Teil unserer Arbeit ausmacht, aber doch einen kleinen!!! Wann oder wie oft kommt es denn wirklich vor. Um in diesen Situationen die Maßnahme zu beherrschen, reicht auch eine fundierte Fortbildung im Jahr aus wie bisher, evtl. mit einer Erfolgskontrolle (kein Thema) welche dann im Einzelfall der LRA oder ÄLR mit demjenigen RA besprechen kann bzw. muß, für den praktischen Teil Mega-Code gilt dies ebenfalls.

So das ist ne Menge Blabla was ich da verfaßt habe aber ich hoffe auf eure Meinungen, bzw. auf evtl. schon gemachte Erfahrungen mit Zertifizierungen oder „KICK-OUT-Punkten“ (schlimmes Wort). Um es einfacher zu machen, noch mal die wichtigsten Punkte:

1. Was haltet Ihr von einer jährlichen Prüfung, mit „Androhung“ von innerbetrieblicher Zurückstufung (den RA aberkennen können sie einem nicht)?
2. Wie ist die Meinung zur Regelkompetenz (macht euch mal ernsthaft Gedanken, über die Beispiele oben)?
3. Was ist mit Erfahrung des Personals? Ich habe selbst erlebt, daß ich nachdem ich RA geworden bin 1998, mehr dazu gelernt habe als während der Ausbildung?
4. Ich bin der Meinung das viele Schulen, den Praktikanten/Praktikantinnen, Dinge vermitteln die nicht unsere Aufgabe sind. Diese kommen dann teilweise von der Schule und denken sie hätten Medizin studiert, man braucht dann allein drei Monate um sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.
5. Was haltet ihr rein arbeitsrechtlich von einer solchen Prüfung?

Ich freue mich auf eure Antworten und evtl. Anregungen.

RAHessen32


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BeitragVerfasst: 10.09.05, 19:38 
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also:
1. gibt es bei uns seit 1996 die "Notkompetenzbescheinígung", die alle 2 Jahre über einen Wiederholungskurs erneuert werden muß.
2. solche krassen Kriterien werden bei uns nicht gestellt, sondern es gilt, wer die Auffrischung nicht macht, hat kein Recht in der Notkompetent zu handeln. Punkt!
3.von dem "Schein" ist weder der Arbeitsplatz noch der Einsatz als RA abhängig, denn mit dem Abschluß als RA hast du einen statlich anerkannten Beruf, den dir der AG nicht aberkennen kann und darf. Er kann dich anders einsetzen, aber von den von dir erwähnten Kriterien kann er es rein arbeitsrechtlich mit Sicherheit nicht! Ist aber nur meine Meinung,die keinen Anspruch auf Rechtssicherheit hat.
4. Notkompetenz sollte nur bestimmte Dinge umfassen und die Analgesie gehört sicher nicht dazu.

soweit kurz von mir

asb-michel

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Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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BeitragVerfasst: 10.09.05, 19:47 
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Ich denke, eine innerbetriebliche Zurückstellung dürfte zumindest bei uns höchst problematisch sein. Wir habe so wenige RA´s, daß wir Lücken die dadurch entstehen würden nur schwer auffangen könnten.
Ich sehe ein riesiges Problem bei unseren Fortbildungen (zumindest an meiner Wache). Wir haben Themen, wie Funk, Sportverletzungen, ... die uns überhaupt nicht weiterbringen. Würde mir mein Arbeitgeber im Jahr eine Woche frei geben um in der Klinik ein sinnvolles Praktikum zu absolvieren hätte ich wesentlich mehr davon!
Sinnvoll wäre ein System wie in der Schweiz wo die RA´s im Krankenhaus mitarbeiten und zwischen Rettungsdienst und Anästhesie wechseln.
Fakt ist, daß unsere verantwortlichen immer von Qualität reden, wenn diese aber Geld kostet will man nichts mehr davon wissen. Wir sollen uns fortbilden, am besten in unserer Freizeit und kosten darfs auch nicht. Dann kommen noch die ärztlichen Leiter Rettungsdienst dazu, die arbeitsgeil sind und nicht verstehen, daß man auch mal ein freies Wochenende benötigt, oder abends nach 12std. Dienst auch mal seine Freundin sehen will!


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BeitragVerfasst: 10.09.05, 20:10 
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nochmal ich,
also wir müssen, unabhängig vom Notkompetenzschein" jährlich 34 Std. FAchweiterbildung nachweisen.
Die Themen sind sehr vielgestaltig und sehr RD-spezifisch aber auch Themen, wie
- Umgang mit Tod nach vermutlicher Gewalt in Zusammenanrbeit mit der Kripo
- Umgang mit Hinterbliebenen und seelsorgerische Hilfestellung oder
- plötzlicher Kindstod und wie gehe ich mit den Eltern um, unter Mitwirkung eines Psychologen als Referent
sind Gegenstand.
Von den 34 h , müssen 4 h Mega-Code und 2 h Hygenie im RD enthalten sein.
Es gibt monatliche Termine ( 2 - 4 Std ) am Abend, dazu kommen Kompaktlehrgänge von 5 h zu ausgewählten Themen und 30h Lehrgänge über 4 Tage -ganztags- zu denen man sich anmelden muss und die Wachleitung gestaltet den Dienstplan dann so, dass man seine Teilnahme ermöglichen kann. ( auch partiell möglich )

Und nochwas - wenn der AG solche oder ähnliche Forderungen stellt, ist er auch verpflichtet, dir diese Möglichkeiten einzuräumen.
Selbstverständlich ist aber auch, dass dies in der Regel nach der Arbeitszeit stattfindet, oder wie bei uns langfristig planbar gestaltet wird.

In den 15 Jahren, die ich jetzt dabei bin, hat nur einmal ein Kollege die geforderten Stunden/Jahr nicht erbracht und wurde "zur Strafe" für 3 Monate zum BFD kommandiert, wo er sich halb krank gelacht hat, weil er dort keinerlei Schlepperei hatte, sondern mit den alten Damen zum Einkauf gefahren ist und noch fettes Trinkgeld kassieren konnte.

Falls Du spezielle Themen unseres WB-Planes haben möchtest, sende mir eine pn.

Schönes Restwochenende

asb-michel

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BeitragVerfasst: 10.09.05, 20:16 
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Von sowas können wir in BW nur träumen. Wir sollten 30 Std. jährlich an Fortbildung haben. Die betonung liegt auf sollten. Haben wir keine Nachweise ändert das auch nichts! Ich denke, daß sich an unserem Rettungsdienstgesetz in BW auch nichts ändern wird, da dies Kosten verursachen würde! :cry:


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BeitragVerfasst: 11.09.05, 15:04 
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Also ich arbeite auch in BW, und muss 30 Stunden Fortbildung im Jahr absolvieren.
Bei uns gibt es Blockfortbildungen auf Arbeitszeit. D.h. eine Woche, bzw. vier Tage Vollzeit. Für das Ehrenamt gibt es dann eine Fortbildung verteilt auf zwei Wochenenden.
Es findet immer ein Megacodetraining mit anschliessender Zertifizierung, InuVer- Freshup, und Hygiene statt. Die anderen Themen sind variabel. Dieses Jahr zum Beispiel auch Selbstverteidigung mit einem Referenten von der Polizei. Unser Arbeitgeber achtet sehr darauf, dass jeder seine Pflichtfortbildung absolviert!


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BeitragVerfasst: 11.09.05, 15:22 
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Wir haben einen FDL, der keine Ahnung von tuten und blasen hat, und der KGF schaut nur, daß das Geld stimmt. Bei uns wird immer von Qualität geredet, sobald die Qualität Geld kostet will keiner mehr etwas davon wissen. Wenn man unsere Verantwortlichen auf die 30 Std. anspricht, heist es immer die 30 Std. sind eine Empfehlung aber kein muß!
Diese Taktik ist absolut zum Kotzen, aber was sollen wir dagegen machen?


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BeitragVerfasst: 11.09.05, 18:29 
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Beiträge: 258
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also nochmal zum Thema:

Bin in der glücklichen Lage, dass unser AG die Fortbildungen im eigenen Haus für uns übernimmt, weil wir gut dastehen.Wir würden aber auch die Kosten selber übernehmen, wenn erforderlich. Kommen Kollegen von anderen Organisationen zu uns, und dies ist häufig der Fall, müssen die die Kosten auch selbst tragen, wie auch ich beim DRK Selbstzahler bin, wenn ich zu denen gehe, wenn mir Stunden fehlen sollten.
Von den Teilnehmerkosten werden die Referenten bezahlt, sodas für den AG im Grunde keinerlei Kosten anfallen, denn die Teilnehmer tragen diese ja. Im Schnitt 10€ bis 15 €/ Fortbildung, (je nach Umfang der Stundenzahl) was völlig o.k. ist.

Also kein Geld für Fortbildungen der Mitarbeiter, ist eine verdammt dünne Ausrede und ich würde empfehlen, dass ihr euch als Mitarbeiter stark macht, denn der AG ist verpflichtet euch die Fortbildungsmöglichkeiten zu ermöglichen, wie er das tut, ist seine Sache.

Blockausbildung ist nur eine von vielen Möglichkeiten.

Also - ran an den F... -Speck !


asb-michel
Nachtrag: Ich persönlich würde mich ohne Fortbildung selbst sehr unwohl fühlen und nur aus der Fachliteratur, die ich hier nicht mitrechne, deren Studium ich aber als Selbstverständlichkeit ansehe, ist keine wirklich umfassende Fortbildung möglich.
In den Veranstaltungen nehme ich oft mehr mit, denn die Referenten sind sehr gut ausgewählte und sehr erfahrene Leute, die oftmals einen viel breiteren Horizont verfügen, weil sie in verschiedenen Fachgremien mitarbeiten.
Naja- hab da vielleicht mehr Glück, als andere, aber wo ein Wille, da auch ein Weg.

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BeitragVerfasst: 11.09.05, 20:51 
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Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Moin!

Also wir hier in Hildesheim prüfen jährlich und ich kann das als einer der Prüfärzte nur unterstützen! Wer mehr dazu wissen will, kann ja mal unser Skript durchblättern: www.feuerwehrarzt.de
Und wer die Prüfung nicht schafft, muß hier innerbetrieblich auch mit Konsequenzen rechnen.

Unter dem Aspekt eines vernünftigen Qualitätsmanagements muß das auch so sein, denn nur eine "Schein"-Prüfung hinzulegen, hilft niemandem wirklich.

Gerade Maßnahmen, die man selten durchführt, sollte man zumindest theoretisch immer wieder üben, damit man die Basics nicht vergisst.

Aber dazu bieten wir hier auch einiges an:

- zum Thema "Notkompetenz" trifft sich regelmäßig ein Arbeitskreis, der Probleme diskutiert und Sachfragen weiterentwickelt
- Es besteht die Möglichkeit für alle Rettungsdienstler in der Klinik einfach nur "zum Intubieren" vorbeizukommen. Die Hilfsorganisationen stellen Ihre Mitarbeiter dafür z.T. sogar während der Arbeitszeit frei! Hier werden auch die Alternativtechniken wie Larynxtubus und Larynxmase praktisch angeleitet (second airway).
- Unsere "Prüfungen" sind mehr als nur stumpfes Reanimieren, es gehört auch ein theoretischer Teil dazu, der sowohl Rechtsfragen, als auch medizinische Inhalte abdeckt
- Insgesamt gibt es in unserem RD-Bereich dieses Jahr über 20 Termine zu je 3 Stunden Dauer für Prüfungen, jeweils mit einem Arzt und einem LRA besetzt. Und die Ärzte machen das ehrenamtlich.
- Die Prüfung dauert für jeweils 4 Prüflinge 1 Stunde

Wer Notkompetenz im Notfall anwenden möchte, der muß auch nachweisen können, daß er deren Grundlagen beherrscht. Ein System, wie das oben beschriebene soll die RA/RS nicht quälen, es soll sie schützen und ihnen einen rechtssicheren Rahmen verschaffen.

Das wiederum geht nur bei regelmäßiger und ernsthafter Prüfung der Grundlagen. Es fordert allerdings auch erhebliche Anstrengungen der RD-Trägers!

Ich habe es an anderer Stelle schon mal geschrieben: Unterm Strich werden im hiesigen System motivierte Kollegen ausgebeutet, weil sie erheblich mehr leisten, als es ihr Gehaltszettel wiedergibt.
Die qualitativen Unterschiede innerhalb der BRD sind enorm und schuld daran sind fehlende Normen und natürlich fehlendes Geld: In vernünftige Aus- und Weiterbildung mag der Staat einfach nicht investieren.

Hach, ich könnte hier noch stundenlang weiter lamentieren - ich lasse es mal und warte den weiteren Verlauf der Diskussion ab...

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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 Betreff des Beitrags: AntwortRA32Hessen
BeitragVerfasst: 12.09.05, 11:28 
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Registriert: 10.09.05, 11:09
Beiträge: 6
Also zunächst mal an ASBMichel, ich denke wie eure FB abläuft is schon OK, das ist auch nicht das Problem, wir haben bei uns im Landkreis (Lahn-Dill) eine AG Fortbildung der 4 Leistungserbringer diese wird seit über 10 Jahren gemeinschaftlich gestalltet (auch schon ohne ÄLR) Die FB findet im Blockuntericht statt und auch die Kosten werden vom Arbeitgeber voll übernommen. Pflichtfortbildung ist Arbeitszeit !!!! (für diejenigen wo sich der Arbeitgeber weigert die Kosten zu übernehmen (gibt es das wirklich ?!?!?!?!?!?, wendet euch mal an euren Betriebsrat oder Gerwerkschaft). Ich denke unsere Fortbildung ist qualitativ hochwertig und unsere LRA und ärztliche Referenten machen Ihre Sache sehr gut, wirklich sehr gut.

Tja und nun zum Beitrag von DocAlf, ich habe mich nun auch schon ein paar Jahre mit dem Thema beschäftigt, unter anderem auch mit Rechtsanwälten unterhalten, hier herschen unterschiedliche Meinungen, aber es kommt auch da immer wieder auf einen Punkt Notkompetenz bleibt der § 34 StGB und im Zweifelsfall muß der RA dafür gerade stehen ob er von euch zertifiziert wird oder nicht, ich hoffe Ihr sagt den Leuten das!!!??? die der § 34 gilt z.B. auch für den EMT-Paramedic, auch wenn diese das manchmal nicht glauben, in Deutschland dürfen auch diese auch wenn der Ausbildungsstand höher ist dies nicht. Von eienr Absicherundg im rechtlichen Sinne kann keine Rede sein, eine sichere durchführung der Maßnahmen ja; aber das geht auch über einen qualitativ hochwertigen ind erwachsengerechten Unterricht. Und ich sage es noch einmal, Die Energie in regionale "Projekte" zu setzen welche zur Folge haben das regionale Unterschiede gerade im Bereichsübergreifenden RD in der Bevölkerung sichtbar werden, schadet auf Dauer nur. Seit Jahren ist keiner in der Lage eine Einheitlichkeit zu Stande zu bringen. Und nun "bastelt" sich jeder wieder was eigenes zurecht. Wir sind als Fa. zertifiziert dabei auch unsere FB-Abteilung und somit erfüllen wir die gesetzlichen Anforderungen. Im RD ist es wichtig besonnen und ruhig zu handeln, aber auch Entscheidungen zu treffen, ich verantworte auch seit Jahren den sogenannten "prophylaktischen Zugang" wenn es dem Patienten zu gute kommt und würde auch eine Defibrillationswürdige Kammertachykardie konventieonell Defibrillieren, auch wenn der Halbautomat sagt nein. Das ist mein Qualitätsanspruch. Das muß ich verantworten mit meiner Ausbildung und ein jährliches nachprüfen ändert da nichts dran und mehr Rechtssicherheit gibt das auch nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, das es Leute gibt denen es etwas bringt (NA oder LRA) sich vorne hinzustellen und mehr aus einer eigentlich einfachen sache zu machen als notwendig. wenn man "die Kirche im Dorf lässt" würden wir schon lange nicht mehr darüber diskutieren. Eine solche Regelung mit Festlegung, führt nur dazu das ich z.B. keinen "prophylaktischen Zugang" legen werde und dann evtl. ein HA oder auch NA kommt der die Maßnahme schlechter durchführt wie ich (!!!! im übrigen, wer überprüft die überhaupt !!!!) oder aber das der Patient wirklich erst mit dem Kreislauf abrutscht und dann fang ich erst an. Bisher wurde bei uns so verfahren das es fast schon zur Grundversorgung gehört hat und das schon seit min. 10 Jahren und es ist akzeptiert und wurde auch gerne angenommen. Aber wenn jemand es nicht gemacht hat war das auch O.K.. Also ich denke es ist klar das ich kein Gegner dieser Maßnahmen bin, aber mit Maß und Ziel. Aber es ist leider auch ein typisch deutsches Problem, wir müßen immer überall Regularien und wollen alles 100% regeln, ein wenig mehr Flexibilität und auch mal nach links und rechts schauen würde uns allen (nicht nur im RD) ganz guttun)!!! Wie gesagt die NA's werden zumindest bei uns auch nicht geprüft und ich beanspruche für mich ebenfalls, das ich mein Examen als RA gemacht habe und da ging es auch um Maßnahmen der NK. dieses jedes Jahr wieder zu beweisen ist übertrieben, kann aber auch durch eine Lernkontrolle erfolgen.
Aber egal, kaum einer hat sich bisher zu den "Kick-Out"-Punkten geäußert??? Da würden mich die Meinungen schon interessieren. Ich halte die Woche ne Forbildung bei unseren NA's (EKG-Einweisung etc.) die machen dann auch Mega-Code (ohne Kick-Out) ich werde mich trotzdem mal hinsetzen und mal schauen wie viele durchfallen würden. Ich bin überzeugt es werden ein paar und das nicht weil sie schlecht sind, sondern weil kleine Fehler jedem einmal passieren.

Gruß


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BeitragVerfasst: 12.09.05, 15:23 
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Lieber RA32Hessen,

bevor ich hier hoch an die Küste gezogen bin, wurde mir gesagt das Seeklima sei rauh. Wenn ich mir allerdings deinen Beitrag durchlese erweckt sich mir der Eindruck das Klima in Hessen ist noch rauher :-)

Mir scheint es ein bißchen so, als hättest du diese Frage gestellt um deinen Standpunkt hier von uns "abnicken" zu lassen.
Folge doch dem Link von Dr. Flaccus und lese dir das Notkompetenzkonzept der Stadt Hildesheim nochmal durch. Es ist wirklich fundiert und das Beste (zumindest mir bekannte) System.
Der von dir so gerne angepriesene §34 setzt IMMER ausreichende Kenntnisse der angewandten Maßnahmen voraus. Das mag bei venösen Zugängen ja noch hinkommen. Spätestens bei Kardioversionen und Intubationen wird es aber langsam grau. Der durchschnittliche RA dürfte kaum auf die weiter oben angeführten 20 Intubationen kommen, um als "geübt" zu gelten.

Mit solchen jährlichen Rezertifizierungen kommt der Arbeitgeber also seiner Sorgfaltspflicht nach und schützt alle Beteiligten vor der Regresshexe.

Ob eine innerbetriebliche Umsetzung rechtens ist, mag ich nicht beurteilen, GERECHTFERTIGT finde ich Sie allerdings schon. Ein gut ausgebildeter und trainierter RA muss vor einer Rezertifizierung keine Angst haben.

Also gelassen an die Sache herangehen und sich über ein paar sinnvoll verbrachte Weiterbildungsstunden freuen. Oder müssens wirklich immer nur Augennotfälle sein :-) ?

Gruss,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 12.09.05, 18:00 
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Registriert: 10.09.05, 11:09
Beiträge: 6
jetzt reicht es wirklich, ich will nichts abnicken lassen aber ihr seid mir hier zu "krass" meinst du das ernst KARDIOVERSION durch einen RA, das ist nicht dein ernst!!! Genau das ist das was ich kritisiere. RD-Personal was seine Kompetenzen überschreitet! Ich sagte "Kirche im Dorf lassen" dann laß uns doch gleich noch Thoraxdrainage; ZVK und noch einiges mehr mit hinzunehemen. Leute seid vorsichtig damit -> die Klagen werden kommen. Und zu meinem gerne zitierten § 34 -> es ist und bleibt rechtfertigender Notstand -> nicht mehr und nicht weniger -> der Arbeitgeber begeht vielmehr ein Organisationsverschulden wenn er seine MA inbesondere LRA nicht darauf hinweist und zulässt das seinen Mitarbeitern soetwas erzählt wird. Es ist wohl doch so das manche Leute iheren Beruf einfach überschätzen, du solltest dir ernsthaft einmal überlegen ob du nicht doch noch Medizin studieren solltest. Im rauhen Hessen würde ein RA der Kardiovertiert auf jeden Fall sofort rausgekickt...das ist unglaublich bin ich jetzt schon altmodisch, habe ich etwas verpasst, ist doch erst 7 Jahre her seit ich RA bin. Und ich habe seitdem auch mal hier und da ein Buch bzw. Fachliteratur gelesen. schaffen wir die NA's am besten gleich ab. Sorry das ich jetzt ein wenig sarkastisch bin abe ich dachte hier könnte man sinnvoll diskutieren, aber ich kann nur sagen ihr bewegt euch auf dünnem Eis. Im allgemeinen dachte ich das bei uns im Kreis eine hohe Qualität herscht, aber wir sind wohl doch nur KTW-Fahrer, aber was soll's wir retten auch leben und ich bekomme regelmäßig ein Dankeschön von Patienten ohne das ich Maßnahmen durchgeführt habe welche nicht meine Aufgabe sind. Und wenn ich doch besagte Maßnahmen durchführe (die aus dem RettAssGesetz, oder Empfehlungen der BÄK) mache und behersche ich diese weil ich meinen Beruf ernst nehme und ich auch die Pflicht habe wie jeder andere Arbeitnehmer meine Arbeit zu beherschen. Dafür braucht man nicht jedes Jahr eine Prüfung, wenn was neues hinzukommen würde OK dann evtl.
Tja und das aud Hildesheim is ja schön wenn es da funktioniert mit z.B. Praktika in der Klinik, leider sind das positive Ausnahmen und in den meisten Gegenden nicht umsetzbar.


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BeitragVerfasst: 12.09.05, 18:10 
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Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
RA32Hessen hat geschrieben:
jetzt reicht es wirklich...


Ja wirklich, entweder du mäßigst deinen Ton, oder musst mit Konsequenzen seitens der Moderatoren leben.
Wir sind stolz auf den kollegialen Umgangston im Forum und werden dies mit aller Kraft durchsetzen.

RA32Hessen hat geschrieben:
ich verantworte auch seit Jahren den sogenannten "prophylaktischen Zugang" wenn es dem Patienten zu gute kommt und würde auch eine Defibrillationswürdige Kammertachykardie konventieonell Defibrillieren....


Das war dein Standpunkt !!! Meiner ist es die Forderungen der BÄK umzusetzen, nicht mehr und nicht weniger. Dazu gehört für mich die Defibrillation mit Halbautomaten. Wenn der Halbautomat "Nein" sagt, wird er seinen guten Grund haben. Greifst du jetzt manuell ein, könnte man spitzfindig sogar von einer Kardioversion sprechen.
Ich bin dagegen, das RS / RA ihre Kompetenzen überschreiten.

Zitat:
dann evtl. ein HA oder auch NA kommt der die Maßnahme schlechter durchführt wie ich (!!!! im übrigen, wer überprüft die überhaupt !!!!) ....


Dieser Schreibstil und deine Wortwahl disqualifizieren dich. Alles weitere s.o.

Gruss,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 12.09.05, 21:14 
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Beiträge: 983
Hallo !

Jetzt muss ich mich auch mal zu Wort melden!

Also Hut ab vor dem Hildesheimer Modell. Es funktioniert bei sovielen motivierten Kollegen vom Rettungsdienst und ärztlichem Dienst.

Zu der Aussage von RA32Hessen:

Zur Umgangston kann ich meinem Kollegen Erik nur beipflichten, also halte Dich daran !

Zum inhaltlichen:
"Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich darüber lachen !"
Auf der einen Seite möchten viele den Paramedic.de, aber überprüfen darf es dann keiner ?
Ziel kann doch nur sein, die Tätigkeiten im täglichen Leben eines RA zu legalisieren, daß hat nichts mit Regulierungswut zu tun. Aber jedesmal einen berechtigten Notstand begründen, weil ich in den RTW steige, ist wohl nicht das Ziel für die Zukunft.

Wenn die RAs jährlich geschult und "überprüft" werden, können sie im Falle des Falles sicher besser argumentieren, daß sie "Notärztliche" Maßnahme gesetzt haben. Es ist schließlich trotz aller Sorgfalt kein NA oder RA davor gefeit, daß es doch einmal zu Komplikationen kommt.

Ein Modell "Hildesheim" kann bei Verhandlungen schon den Stein in die richtige Richtung rollen lassen.

Zitat:
"Wer überprüft denn die ?"

Das ist sicher zu diskutieren, aber ein ganz anderes Thema. Außerdem sind es zwei Paar Schuhe,ob ein NA (im geregelten NA Dienst) kommt, oder ein Arzt "zufällig" zu einem Notfall kommt.

Gruß

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 13.09.05, 09:10 
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Registriert: 10.09.05, 11:09
Beiträge: 6
Verabschieden mich!

Sorry wenn meine Meinung hier nicht ernst genommen wird, ich denke einfach ihr geht mit einer gewissen. jeder muß wissen was er macht. Und wenn ´jemand ärztliche Maßnahmen durchführt, soll er es tun wenn es gutgeht O.K. aber seid euch der Konsequenzen bewußt, wenn es schiefgeht.

Viel Glück dabei !!!

P.S. Und wenn man hier schon rausgekickt wird, wenn man seine Meinung sagt und diese einem nicht gefällt, ist das schon bitter. Ich war nur ein wenig sarkastisch und nicht beleidigend, aber das zeigt mir das ich genau den Nerv getroffen habe. Is ja wie in ner Diktatur, andere Meinungen zählen nicht und mit meinen fragen hat sich kaum einer richtig beschäftigt. Man wird sehen was pasiert, wenn einer mal nen schlechten Tag bei seiner Rezertifizierung hat und anschließend im schlimmsten Fall seinen Arbeitsplatz verliert!!!


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