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medizin-forum.de • Thema anzeigen - i.v. Zugang / Blutabnehmen nicht immer möglich?!
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BeitragVerfasst: 29.08.05, 09:41 
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Hallo

Folgendes ist mir passiert, was ich mir eigentlich nicht ganz erklären kann.
Nach dem Legen einer 18G Viggo (eher dünne Venen) konnte ich über die Blutabnahmeröhrchen kein Blut abnehmen, da trotz rausziehen des Stempels kein Tropfen Blut zurücklief. (Diast. Stauung lag vor)
Beim Rausziehen der Nadel lief ergo ebenfalls kein Blut zurück.
Dass ich mit der Viggo im Gefäß war, zeigte mir bei der Punktion das zurücklaufende Blut in die Nadel.
Ich dachte zuerst trotzdem an eine Fehlpunktion/Durchstoßen etc. aber zu meiner Verwunderung lief die zum Test angeschlossene Infusion einwandfrei und auch zügig.
Die Einstichstelle wurde auch nicht dick (20 Min beobachtet), daher war ich wohl schon im Gefäß.

Meine Frage jetzt: Warum kam, trotz spielen mit der Kanüle vor und zurück, kein Blut? (Grüne! Viggo)

MfG
solutio


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BeitragVerfasst: 29.08.05, 12:38 
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Hallo solutio!

Kommt bei der Konstellation "kleine Vene, großer Katheter" schon mal öfter vor. Bei kaliberschwachen Venen kommt es dann bei der Aspiration zum Kollaps der Vene. Deshalb läßt man bei Säuglingen auch das Blut in die Monovette "tropfen".
Kommt auch ohne Aspiration kein Blut zurück, ist der Venendruck vor dem Katheter zu gering. Grund dafür kann auch ein zu großer Katheter (Blut fließt nicht ausreichend daran vorbei) sein, aber auch andere Gründe haben, wie z.B. Hypovolämie.

Hauptsache, es geht was rein!! :wink:

Gruß,

Ani

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kritisch, provokant, authentisch


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BeitragVerfasst: 29.08.05, 17:16 
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Registriert: 29.08.05, 09:30
Beiträge: 72
Vielen Dank Dr. des Schlafes :)

War auf jeden Fall eine interessante Erfahrung für mich, denn ich war kurz vorm Rausziehen ;)
Wieder was gelernt *verbeug*
Eigentlich wollte ich auch eine Rosane nehmen, aber nachdem ich mal von einem Notarzt "gelernt" habe: "Wo eine Rosane reinpasst, passt auch eine Grüne rein" war ich eben optimistisch ;)

Gruß
solutio


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BeitragVerfasst: 29.08.05, 17:19 
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Da muss man aber sorgsam sein, die Internisten haben nämlich für die grünen Flexülen keine Mandrins :P *mal zu Herrn Erbschwendtner rüberwink*

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Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 29.08.05, 19:19 
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Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
Hinweis meinerseits:

Kann dir auch oft bei älteren Pat. passieren, die an Diabetes leiden und einen "schlechten " RR haben. Dann biste zwar "drin", aber es läuft nichts zurück und wenn du Monoveten hast, also mit Stempel Unterdruck erzeugst, ziehste die Venen förmlich zusammen und blockierst so den gewünschten Rückfluß.

In solchen Fällen lieber eine Nr. Kleiner zur Punktion wählen un devtl auf die Blutentnahme verzichten vor Ort.
" Solln doch die in der Klinik sich eine Rübe machen" - bitte nicht zu Ernst nehmen den Satz, aber wir machen es oftmals so, wenn es Probleme vor Ort gibt - Hauptsache ein Zugang liegt, über den wir was applizieren können.

Grüße

asb-michel

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Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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BeitragVerfasst: 29.08.05, 20:22 
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Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo Erik !

Zurück gewunken ! :roll:

Biste schon fertig mit dem Siedeln ?

Zitat:
Da muss man aber sorgsam sein, die Internisten haben nämlich für die grünen Flexülen keine Mandrins Auf den Arm nehmen *mal zu Herrn Erbschwendtner rüberwink*


Naja wenn ich das Blasrohr nehm geht's auch so.

Aber mal im Ernst, die Erklärungen sind sicher alle richtig, trotzdem ist eine kleine Kanüle sicher nur absolute Reserve.

Standard ist Grün oder Grau für den Notfall. Bei gesteigertem Infusionsbedarf dann Orange/Braun. (Natürlich beim Erwachsenen).

Blutabnahme ist sicher ein tolles Service für das KH und den Patienten, aber wenn es nicht leicht geht, dann laß ich es auch sein.

Gruß

Erbschwendtner

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Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 29.08.05, 21:01 
Hallo Forum,

neben den oben schon sehr fachkundig ausgeführten Gründen kann es auch an der Venenstauung liegen, wenn das Blut nur "zäh" oder nach zwei Röhrchen gar nicht mehr tropft.

Oft wird der Stauschlauch/ die RR-Manschette so fest zugezogen/ aufgepumpt, daß auch die Arterie mit abgedrückt wird. Dadurch kann kein arterielles Blut mehr nachlaufen, man sieht es auch am blau werden des Armes und der Patient klagt auch über Schmerzen im Arm (durch die Ischämie).

Wenn ich staue, taste ich mit einer Hand den Puls des Patienten und lasse dann den Stauschlauch/ die RR-Manschette so locker, daß ich den Puls noch spüre.

Gruß von doc-in-not :wink:


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BeitragVerfasst: 30.08.05, 07:04 
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Registriert: 29.08.05, 09:30
Beiträge: 72
Also vielen Dank für die Antworten.
Noch was Lustiges zum Thema Zugang legen.
HA legt bei einem Marcumar Patienten im RTW noch einen Zugang (nachdem er ihn in der Praxis ohne RR/HF Kontrolle mit Nitro zum Kollabieren gebracht hat)(Einsatz war übrigens die Synkope, nicht der V.a. Infarkt :D)
Ja er legt den Zugang und zieht nach der Punktion die Kanüle KOMPLETT raus.
....
....
....
Er hat dann verwundert geschaut warum denn der Pat jetzt am Auslaufen ist...wir haben nach dem Einsatz den halben RTW putzen können und 1 Packung Tupfer auffüllen ;)...Jajajaja :)

Gruß
solutio


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BeitragVerfasst: 30.08.05, 09:57 
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Beiträge: 4399
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Moin!

solutio hat geschrieben:
HA legt bei einem Marcumar Patienten im RTW noch einen Zugang


:wink: Fazit: Wie der Name HAUS-Arzt schon sagt: Einfach im Haus lassen, nie in den RTW! :wink:

Zur Sache selbst gibt es nix weiter zu sagen. Im Zweifel wird halt einfach auf die Blutentnahme verzichtet, das hält nur unnötig auf!

mfg

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Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
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BeitragVerfasst: 30.08.05, 11:09 
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Beiträge: 96
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Zitat:
Standard ist Grün oder Grau für den Notfall.



Über diesen Satz rege ich mich auf, seit ich in der Notfallmedizin tätig bin!
Wieso braucht z.B. ein krampfender Patient zwangsläufig eine grüne oder graue Viggo???
Und es ist ebenfalls völliger Blödsinn zu sagen, wo eine 20 G-Nadel paßt, paßt auch eine 18 G-Nadel. Weil es einfach oft nicht stimmt!

Der Patient bekommt den Zugang, den er braucht und den sein Venensystem verträgt. Und das ist, gerade auch bei älteren oder adipösen Patienten, oft nur die 20 G-Viggo.

Gruß,

Ani

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BeitragVerfasst: 30.08.05, 19:15 
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Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
Ergänzung zum Thema HA und Flexyle legen.

Mir selbst passiert. Der HA bekommt die Flexyle zugereicht, zieht den metallnen, angeschliffenen Teil heraus und Sticht - die eigentliche Verweilkanüle wird weggeworfen. Dann schaut er uns mit großen Augen an und wundert sich, das wir fassungslos sind und ihm erklären, das er ganau die falschen Teile verwendet hat.

Ja die HÄ, sind ein gar lustiges Volk - zumindest eine bestimmte Anzahl.
Zum Glück gibt es auch wirklich gute HÄ.

asb-michel

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BeitragVerfasst: 30.08.05, 20:18 
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Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Um zurück zum Thema zu gelangen und den Thread nicht zu sehr Off Topic werden zu lassen:

Wir sind uns sicher einig, dass wir Dogmen in der Notfallmedizin kaum brauchen können.

Wir legen nicht allen internistischen Patienten rosa Flexülen.

Nicht alle chirurgischen Patienten benötigen zwingend eine grüne Flexüle.

Um Volumen in den Patienten zu befördern brauchen wir Zugänge > als blau :-)

Die präklinische Blutentnahme ist wirklich ein netter Service für das aufnehmende Krankenhaus, mehr aber (bis auf wenige Ausnahmen) auch nicht.

Ani, DocAlf, Christian et al. wir sind uns doch einig, oder ??? *lächel*

Es grüsst (jetzt aus dem Norden),

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Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 31.08.05, 13:24 
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Wohnort: Münsterland
Erik, Du bist entwaffnender als ein UNO-Soldat... :wink:

Gruß,

Ani

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BeitragVerfasst: 01.09.05, 20:06 
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Beiträge: 258
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Aber und das gebe nicht nur ungern zu - er hat Recht.

Zugänge sollten nur dann gelegt werden, wenn man

einen klaren Vorteil für die Klinik sieht

Dringlichkeit wegen Blutgruppenbestimmung und entsprechendem Verletzungsmuster gegeben ist UND KEIN NA VERFÜGBAR SEIN SOLLTE!

oder der NA dies wünscht

Wir praktizieren die Blutentnahme in jedem 2.-3. Einsatz mit NA und ohne NA nur sehr selten ( siehe Oben )
ansonsten gilt was Erik gepostet hat.

asb-michel

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