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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Vorgehensweise als "Laie" bei Schußverletzung?
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BeitragVerfasst: 28.07.05, 13:54 
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Registriert: 28.07.05, 13:38
Beiträge: 8
Hallo,

Was macht man aber wenn ein kleiner Jagdunfall passiert am Ende der Welt irgendwo in einem großen Wald und Notarzt / Rettungsdienst in nicht unter 20 Minuten zu erwarten ist?

Ich kenne die Verletzungen am Wild die durch Deformationsgeschosse und temporäre / permanente Kavitation entstehen.

So etwas beim Menschen im Bauch- Brustraum halte ich als Laie für absolut tödlich da ja auch ein Chirurg nichts zusammenflicken kann was nicht mehr vorhanden ist.

Aber mal zu nicht "tödlichen" Verletzungen von z.B. den Beinen. Was kann man anstellen um zu verhindern dass das "Ziel" durch Volumenschock stirbt ehe richtige Hilfe vor Ort ist? Ich denke bei Ein- und Ausschuß ist ein normaler Druckverband nicht unbedingt ausreichend?

Würde mich mal interessieren was es für Möglichkeiten gibt. Insbesondere was man im Rucksack oder Auto haben sollte wenn man rausgeht um ggf. "das schlimmste" zuverhindern.

Mir ist klar dass Jagdunfälle sehr selten vorkommen aber in meinen Führerschein Erste Hilfelehrgang wurde nichts vermittelt was hier auch nur annähernd hilfreich wäre.

Viele Grüße und Waidmanns Heil


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BeitragVerfasst: 28.07.05, 17:21 
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Registriert: 22.06.05, 14:45
Beiträge: 110
Wohnort: Norddeutschland
Moin,

also Schußverletzungen habe ich noch keine erlebt aber dennoch würde ich Druckverbände nutzen und ich denke mal, dass der RD vor Ort auch nicht viel anderes machen könnte. Die Behandlung an sich kann meiner Meinung nach erst im Krankenhaus beginnen. Ansonsten noch schnell nen Zugang legen, wenn vorhanden.


Gruß,
der Joro


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BeitragVerfasst: 29.07.05, 07:31 
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DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo !

Also folgendes Vorgehen würde ich empfehlen:

1.) Wundauflage und draufdrücken.
2.) Druckverband und betroffenen Gliedmaße hochhalten
3.) Schocklagerung
4.) Wenn Blutung nicht steht, zweiten Druckverband über ersten.
Evt. zusätzlich draufdrücken.
5.) Wenn die Blutung dann immer noch nicht zu beherrschen ist, und nur dann Abbindung erwägen (mind. 5 cm breit, Dreieckstuch, breiterer Gürtel), normalerweise sollte aber zu dem Zeitpunkt der Rettungsdienst vor Ort sein.

mit freundlichen Grüßen

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 29.07.05, 07:52 
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DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Hallo Jungjäger,

in Ergänzung zu Herrn Dr. Erbschwendtners Ausführung kann ich Ihnen empfehlen einen Erste Hilfe Lehrgang bei einer der örtlichen Hilfsorganisationen zu besuchen. Dieser geht vom Umfang über den von Ihnen besuchten Kurs zu Lebensrettenden Sofortmaßnahmen hinaus.

Falls Sie zufällig aus der Region stammen: www.incentive-med.de
Hier werden auch spezielle "Outdoor"-Kurse angeboten.

Mit freundlichen Grüßen,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 29.07.05, 10:02 
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Interessierter

Registriert: 28.07.05, 13:38
Beiträge: 8
Interessant, Danke!

Werde also doch 2 Druckverbände in meinen Rucksack packen. Schaden tut's auf alle Fälle nicht.

Viele Grüße und Waidmanns Heil


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BeitragVerfasst: 02.08.05, 17:40 
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Registriert: 02.03.05, 19:56
Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
Noch sicherer ist es, das Wild g e n a u anzusprechen und erst dann einen Schuß abgeben, dann kannst du dir die Druckverbandpäckchen sparen.
aber mal Spaß beiseite - Bei Schußverletzungen in den Extremitäten ist es auch besonders wichtig, dieselben ruhig zu stellen, nachdem die Wunde versorgt ist, um weiteren Blutverlust durch Bewegung zu minimieren.

Der obige Satz steht deswegen da, nicht um dich zu ärgern oder zu necken, sondern weil ich selber durch eben einen solch fatalen Fehler eines Jagdkameraden 1968 in Ungarn einen meiner besten Freunde verloren habe. Er wurde als Wildschschwein angesehen, weil er in einer Wildlederjacke hinter einem Busch auf Wild wartete und durch den Schuß eines anderen tödlich getroffen.
Soviel zum ersten Satz und allen Jagdfreunden ins Poesiealbum geschrieben!

der asb-michel

_________________
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


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