Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Vom Umgang mit schwierigen Situationen !
Aktuelle Zeit: 20.10.17, 22:47

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 12 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 26.06.05, 19:09 
Offline
Interessierter

Registriert: 30.03.05, 20:30
Beiträge: 16
Wohnort: "Ostdeutschland"
Hallo Kollegen und hallo Ihr von der schreibenden,fotografierenden und filmenden Zunft!

Gebe Euch folgende Situation mal vor.

Wir werden zu einer tätlichen Auseinandersetzung mit vermutlicher Todesfolge, oder zu einem schweren VKU oder einer anderen "spektakuären Situation" gerufen und schon wenige Minuten nach uns, manchmal sogar noch vor uns, sind die Fotoreporter und Fernsehleute vor Ort. Sie filmen und knipsen wild drauf los, ohne Rücksicht auf die Person, um die es geht und stehen oft behindernd im Weg, jedenfalls bis die Kollegen der Polizei da sind und sie in die Grenzen weisen, was manchmal auch erst geschieht, wenn wir mit Nachdruck darum bitten.

Mich nervt das schon in manchen Fällen.
Das ich oder die Kollegen auf Bildern sind, ist mir relativ egal, aber dass die betroffenen nicht mal gefragt werden, ob sie gezeigt werden dürfen ist doch sehr stressig und frech.
Die Herrschaften hören mit Sicherheit den Funk ab und haben meist sogar den Codeschlüssel für die Einsatzindikation, die es bei uns für bestimmte Fälle gibt.

Ich muss dann schon sehr an mich halten, dass ich nicht laut oder unhöflich werde, wenn sie mir zu zudringlich werden und dies auch noch nach 15 Jahren RD.

Nun meine Frage?

Welche Erfahrungen habt Ihr mit diesen "Sensationsreportern" und wie geht Ihr mit ihnen um ?

Würde mich freuen, wenn Ihr mir Eure Erfahrungen und Tips hier mitteilen würdet.
Vielleicht hat ja auch schon mal einer von Euch mit Hans Meiser od. anderen TV-Sendern direkt zusammen gearbeitet?

michel1952

_________________
Bist du Gottes Sohn - hilf dir selbst.
Wenn nicht, lass dir vom RD helfen !
DIE KÖNNEN DAS - MEISTENS!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 26.06.05, 22:43 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Ich habe hier einige Beiträge aus dem Pfad Skurilles herverschoben, da es dort mehr anektotisch unterhaltsam zugeht, während diese Beiträge doch eine weitere ernsthafte Diskussion verdient hätten.

Hochachtungsvoll

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.06.05, 22:47 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Zitat:
Hatte heut - kurz vor dem Schichtwechsel - einen Alarm.
Sturz von einen Gerüst aus ca. 5 m Höhe - drei Personen verletzt- eine bewußtlos.

Klingt dramatisch und beim ersten Anblick war es das auch.

Drei Leute hatten als "Freizeithilfe" eine Bühne aufbauen wollen. Der Staplerfahrer, der ihnen die Teile "hochreichte" blieb an einem Sicherungsseil hängen und riss die gesamte Konstruktion ein. Ergebnis: 3 x Schwerletzt

Wir waren nach 4 Minuten vor Ort mit einem NEF und 2 RTW und einem Kamerateam von wer weis nicht wo.

Die Herrschaften behinderten uns mehr, als sie uns helfen konnten.
Der 2. NA und ein 3. RTW wurden nachgefordert und wir machten unsere Arbeit, aber überall und an den unmöglichsten Stellen war das Fernsehteam zugegen und ich musste dann doch mal laut werden.

Ich finde es extrem nervig, wenn diese Sensationsreporter, die den Funk abhören und oftmals eher vor Ort sind , als sie Rettungskräfte, deren Arbeit behindern.

Wir konnten, dank der Unterstützung der Kräfte der Polizei, unsere Arbeit ausführen und die drei Verletzten fachgerecht der Klinik zuführen, aber die Fernsehheinis waren echt belastend.

Habt Ihr ähnliche Erfahrungen machen müssen und wie geht ihr damit um ??

Ich bin immer sehr genervt, wenn ich die Kamerateams sehe und ich habe sie leider schon sehr oft zu sehen bekommen.


Schönes Wochenende

michel 1952
_________________
Bist du Gottes Sohn - hilf dir selbst.
Wenn nicht, lass dir vom RD helfen !
DIE KÖNNEN DAS - MEISTENS!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 26.06.05, 22:48 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Zitat:
Verfasst am: 26.06.05, 20:33 Titel:

--------------------------------------------------------------------------------

Es ist schon erstaunlch, was Menschen sich und ihren Familien alles antun können.

Wir wurden heute zu einer Familie gerufen, die den Ehemann leblos im Garten gefunden hatte.

Bei unserem Eintreffen bot sich uns ein Bild, dass ich so noch nicht gesehen hatte bisher und das ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde.

Der Mann, der als depressiv bei uns bekannt war und wegen Suizidabsichten schon mehrfach auch stationär behandelt wurde, lag unter einem Apfelbaum - blutüberströmt- und hatte sich mit einem Skalpell an zwei Stellen die Kehle vollständig durchtrennt.
Eine so massive Verletzung ist mit dem Leben nicht zu vereinbaren und jede Hilfe kam zu spät.

Wir mussten statt dessen die Mutter und die Ehefrau medizinisch versorgen, da sie unter massivem Schock standen und auch psychologischer Betreuung bedurften.

Die notwendigen weiteren Maßnahmen übernahm die Kripo und der Staatsanwalt.

Nach all den Jahren im RD frage ich mich in solchen Fällen immer wieder, was geht in den Köpfen der Menschen vor, die sich so etwas antun und denken sie dabei an ihre Familien?

Wie verzweifelt muss ein Mensch sein und welche Willenskraft hat eine Person, die sich mit einem Skalpell selbst die Kehle durchschneidet.?

Ich bin selber im KIT tätig, aber mir fehlen im ersten Moment die Worte, wenn ich in eine solche Situation komme. Für mich als "Aussenstehender" ist es schon hart, aber wie hart ist es erst für die Familie?

Zum Glück, sind solche Extremfälle sehr selten, aber das gesamte Team hat heute lange über diesen Fall diskutiert, um ihn besser verarbeiten zu können.

Ich habe lange überlegt, ob ich davon berichten soll, habe mich aber dann doch dazu entschlossen, weil ich weis, dass es viele Kollegen gibt, die in ähnlichen Fällen auch ein Ventil brauchen, um mit dem Geschehenen besser fertig zu werden.

Danke!

asbmichel
_________________
Ich sehe meinen Beruf als Berufung an und bin stolz darauf.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28.06.05, 16:19 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 05.11.04, 12:40
Beiträge: 57
Hallo zusammen,
ich beziehe mich auf den Artikel über die Behinderung von Rettungsarbeiten.
Soweit ich weiß gibt es doch seit einigen Jahren ein Gesetz das derartige Behinderungen mit Bußgeldern bis zu 25000 Euro belegt...(da bräucht`s dann nur `ne Anzeige gegen das Kamerateam) oder hab ich da was falsches gespeichert?
Selbst wenn dem nicht so sein sollte ist es doch auch möglich Störer von der Polizei entfernen zu lassen.....


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29.06.05, 08:11 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 29.06.05, 07:52
Beiträge: 27
Wohnort: Ostwestfalen-Lippe
Hallo Forum!
So einfach ist das mit dem Entfernen der Berichterstatter nicht. Diese haben ohne weiteres ein Recht darauf, in der Einsatzstelle herumzulaufen und von allen Situationen Fotos zu machen. Daran dürfen sie nach Presserecht absolut nicht gehindert werden. Solange sie nicht TATSÄCHLICH die Arbeiten behindern, sondern nur den Rettungskräften durch ihre Anwesenheit das Gefühl vermitteln, zu behindern, kann man gar nix machen! Und die Betroffenen brauchen auch gar nicht gefragt werden, ob sie einverstanden sind, fotografiert zu werden, sondern sie müßen ausdrücklich dem widersprechen.....
In einem der Bereiche, in denen ich Rettungsdienst fahre, leisten sich die 3 relevanten Lokalredaktionen den angenehmen Luxus, einen gemeinsamen "Katastrophen-Reporter" zu beschäftigen, der durch seinen Zivildienst im Rettungsdienst einen gewissen Background mitbringt. Merkwürdigerweise ist dieser zwar so manches Male eher an der Est. als der RTW, aber dort macht er - zugegebener Weise - gute Arbeit. Am nächsten Tag wird dann fachgerecht die Rettung detailliert in allen drei Zeitungen beschrieben. Es gibt aussagefähige Fotos, ohne daß dort ein Betroffener/Verletzter oder gar Getöteter drauf zu erkennen ist.
Weil dem so ist und die Rettungskräfte von dieser Art der Berichterstattung in puncto Image profitieren, läuft die Zusammenarbeit mit diesem Journalisten sehr gut. Vieleicht wäre das doch mal ein Diskussionsansatz mit den zuständigen Lokalredaktionen Eures Bereiches.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29.06.05, 13:29 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 16.03.05, 18:01
Beiträge: 301
Hallo michel1952,

ich bin Redakteurin und habe lange Jahre bei einer großen Tageszeitungsredaktion gearbeitet. Zugegebener Maßen werden manchmal Funks abgehört (nicht bei uns!) und die Einsatzcodes ergeben sich nach kurzer Zeit von selbst (könnte ich mir vorstellen, denn bei uns gabs ja keine "Abhörer" :oops: ). Häufig werden, sobald man in der Redaktion ein Martinshorn hört auch die Polizei oder andere relevante Stellen angerufen, "ob etwas für uns los ist". Mitunter (gar nicht so selten) hat man auch Quellen/Informaten beim Rettungsdienst, in der Ambulanz, der Notaufnahme, der Polizei, der Feuerwehr sitzen, die Bescheid geben.
Bei uns (und auch bei anderen Tageszeitungen) gab/gibt es bestimmte Regeln für das Verhalten an beispielsweise Unfallorten. So wird häufig nur ein Fotograf geschickt, der das gewünschte Foto schießt, sich dabei auf keinen Fall zwischen Retter/Helfer und Verunfallten drängen darf (sonst keine Abnahme des Fotos/kein Geld dafür, bei wiederholten Verstößen Kündigung), eine Kontaktadresse (Polizist, Name, Dienstgrad, Telefonnummer) besorgt und dann in die Redaktion kommt. Der schreibende Redakteur setzt sich dann mit der Kontakperson in Verbindung (oder mit dessen Vorgesetzten) und recherchiert die "Fakten, Fakten, Fakten" (Zitat, Markworth :lol: ), also "Was ist wann, wie, wo passiert, wer ist beteiligt, wer hat schuld, wie hoch ist der Schaden, Verletzte ,,,,,, ".
Erwachsene Personen brauchen nicht gefragt werden, ob sie auf Fotos in der Zeitung erscheinen dürfen, schon gar nicht Polizisten, die ja einen öffentlichen Dienst bekleiden. Fotografiert wird schließlich nicht die betreffende Person sondern das Ereignis. Dies gilt auch, wenn mehrere Personen während einer bestimmten Situation auf einem Bild sind. Bei einem Foto in der Fußgängerzone müsste sonst ja stets jeder Passant gefragt werden, ob ihm ein Abdruck des Bildes recht ist. :wink:
Ausnahmen bilden hier natürlich Kinder. Hier muss die Zustimmung der Eltern eingeholt werden. Opfer dürften theoretisch abgebildet werden, nicht aber, wenn diese in einer für sie entblößenden oder diffamierenden Weise dargestellt werden oder gar wenn sie verstorben sind. Grundsätzlich ist in diesem Falle die Person unkenntlich zu machen. Unkenntlich gemacht werden müssen auch Dinge, die auf die Identität der Person hinweisen (Nummernschild des Autos...) .Darüber hinaus sind sich - und ich glaube ich spreche hier für alle seriösen Blätter und nicht von einer bestimmten Publikationen des Springer-Verlages - die Zeitungsmacher durchaus ihrer Verantwortung bewusst und handeln auch unter ethischen Gesichtspunkten. Spektakulärer und größer zu ziehen ist ja meist auch das Foto eines völlig zerquetschten Autos oder eines brennenden Dachstuhls, denn eines mit einem Verletzten auf der Bahre.
Die Großzahl zumindest der schreibenden Zunft (seriöse Blätter) der Redakteure versuchen mit Sicherheit während ihrer Arbeit, die laufenden Rettungsmaßnahmen nicht zu behindern und tun dies falls doch nur unbewusst oder nicht wissentlich. Dann genügt aber auch ein Hinweis seitens des "Behinderten". Schließlich und endlich tun wir ja auch nur unsere Arbeit!
Ich kann mich meinem Vorredner hessth nur anschließen, und anregen, sich mit der örtlichen Lokalredaktion in Verbindung zu setzten. Zusammenarbeit ist grundsätzlich für beide Seiten sehr hilfreich.
Noch kurz zum Vorwurf, Reporter wären manchmal zuerst am Unfallort und würden nicht entsprechend handeln: Hier gibt es klare Richtlinien und Gesetze: Wer zuerst am Unfallort ist, muss Hilfe leisten. Eine Anzeige bei Zuwiderhandlung wäre hier durchaus angebracht.

Viele liebe Grüße, Katrin Schuster


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 30.06.05, 09:09 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
@ Hessth und Katrin Schuster,

zwei sehr interessante und sachlich geschilderte Standpunkte. Vielen Dank für Ihr Bemühen.

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.07.05, 15:05 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 05.11.04, 12:40
Beiträge: 57
Oooops :oops:
Ich hatte da eher eine sensationsgeile, drängelnde Produktionscrew von RTL 2 vor Augen... :wink:
@ Hessth und Katrin Schuster:
Ich denke auch dass man mit Journalisten die so umsichtig arbeiten klarkommen kann. Leider sind nicht alle so!(Aber wahrscheinlich die meisten...) :lol:
Was mich dennoch interessieren würde ist:
Welches Verhalten würde denn eine Störung/Behinderung darstellen die eine Anzeige wg. Behinderung der Rettungsarbeiten nach sich ziehen könnte? Weiß das jemand oder kennt einen entsprechenden Link?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.07.05, 15:50 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 04.06.05, 21:43
Beiträge: 211
Zitat:
Und die Betroffenen brauchen auch gar nicht gefragt werden, ob sie einverstanden sind, fotografiert zu werden, sondern sie müßen ausdrücklich dem widersprechen.....


na das glaub ich dir nun aber weniger...
Richtig ist, sofern sie Beiwerk auf dem Bild sind, der Fokus also z.B: ein brennendes haus ist und sie "zufällig" dabeistehen, müssen sie nicht gefragt werden.
Jedoch gibt dies eben nur sofern sie wirklich nur ein Beiwerk sind, nicht aber wenn sie z.B. als (alleiniges oder in kleinsten Gruppen) Unfallopfer dargestellt werden (nein, das darf nie ohne Zustimmung gemacht werden).
Man müsste als solches Unfallopfer dem auch nicht klar widersprechen, da
-Es keine Veranstaltung oder ähnliches ist, bei der es relativ klar ist das BIlder geschossen werden
-Angenommen werden muss dass sie nicht bei vollem Bewusstsein sind und somit die Lage nicht vollständig einschätzen können.
Genau genommen, geschossen werden dürfen die Bilder schon, jedoch nicht veröffentlicht werden...
Wenn sie dennnoch veröffentlicht werden stellt es einen verstoß gegen das Recht am eigenen Bild dar.

soweit meine allerdings laienhafte einschätzung, frag mal auf www.recht.de (hehe, schleichwerbung :roll: ) nach :P


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.07.05, 11:20 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 29.06.05, 07:52
Beiträge: 27
Wohnort: Ostwestfalen-Lippe
Hallo macabre!
Das stimmt so, wie Du das geschrieben hast. Jedoch muss man einschränken, wie letztenendes das besagte Bild "aussieht".
Ist die Szenerie des Unfalles klar zu erkennen, in der dann auch der/die Verletzte/n zu sehen sind, oder ist - der besagte - Fokus auf eben diese Personen gerichtet.
Im ersteren Fall gilt, was ich vorher geschrieben habe, im zweiteren stimmt Deine Sichtweise.
Ein Unfall, bzw. Schadenesereignis ist von öffentlichem Interesse, daher gelten für die Berichterstattung wirklich nur die Grenzen, wie oben beschrieben, also nicht die Opfer im Fokus des Bildes, sondern das Gesamtgeschehen, dann ggf. auch MIT den Opfern.
Aber das letzte Wort dazu hätte eh der Richter, wenn es denn soweit kommen würde.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.11.05, 12:58 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 02.11.05, 10:09
Beiträge: 53
Wohnort: Berlin
will dazu mal nur kurz etwas aus meiner einsatzerfahrung mit kund tun...

Alarm um 3:41 für die seg betreuung evakuierte personen nach vollbrand wohnhaus.
eintreffen der seg etwa um 4:00. gegen 5:00 war dann auch ein fernsehteam an der notfallstelle...auch in diesem fall sensationsgeile und vor pathologischem feingefühl strotzende mitmenschen...
da mehrere tote zu beklagen waren, und hier offensichtlich vom fernsehteam das persönliche leid der betroffenen sabbernd in erfahrung gebracht werden sollte, baten wir das team einen gewissen abstand zu wahren. nach einigen wüsten beschimpfungen durch den kameramann, aber keinerlei sinnvolen reaktionen, haben wir helfer uns dann irgendwann so gestellt, dass dem team keine anständigen aufnahmen möglich waren...
die pol vor ort konnte zu diesem zeitpunkt leider nicht eingreifen, da es sich nicht mehr um rettungsmaßnahmen handelte...
allerdings ergab sich etwas später dann eine ungeahnte wendung, als das kamerateam so aufdringlich wurde, dass einer einsatzkraft die kamera gegen den kopf gestossen wurde - sicher nicht mit absicht, aber aus fahrlässigkeit - das reichte dann durchaus um das team von der einsatzstelle entfernen zu lassen...

ich finde es nur sehr schade und äußerst bedenklich wie einige - sicher nicht alle - sensationsreporter sich an dem leid von einigen armen seelen ergötzen können - ich hatte gedacht, dass auch journalisten einen "ehrenkodex" haben.. so war das zumindest früher mal :evil:

_________________
Wenn jeder nur ein bißchen mehr noch Kind wär´, dann wäre die Welt viel erwachsener...


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 12 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!