Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Notkompetenz und Ketamin
Aktuelle Zeit: 22.10.17, 18:23

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Ist Ketamin In Ihrem Rettungsdienstbereich zur Anwendung durch RA freigegeben?
Ja, grundsätzlich... 12%  12%  [ 5 ]
Nein, auf keinen Fall... 55%  55%  [ 23 ]
In Ausnahmefällen und mit spezieller Schulung... 33%  33%  [ 14 ]
Abstimmungen insgesamt : 42
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Notkompetenz und Ketamin
BeitragVerfasst: 17.06.05, 06:08 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Moin!

Ich hätte da mal eine Frage:

In welchen Rettungsdienstbereichen ist Ketamin zur Schmerztherapie im Rahmen der Notkompetenz für RA zugelassen?
Wird ein Benzodiazepin dazu gegeben?
Gibt es klare Regelungen/Schulungen/Handlungsanweisungen?

Bei uns ist es so, daß Ketamin erlaubt ist und zwar unter gleichzeitiger Gabe von 2,5 mg Diazepam. Verabreichen darf Ketamin aber nur, wer vorher an einer speziellen Schulung teilgenommen hat. Außerdem gibt es eine klar formulierte Arbeitsanweisung.

Wie ist es anderswo?

Bin gespannt.

Gruß A. Flaccus

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.06.05, 07:48 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Lieber Herr Flaccus, eine wirklich interessante Frage. Es gab schon einmal einen langen Thread zum Thema, in dem ich meinen Standpunkt auch recht deutlich :-) vertreten habe. Für mich wäre es auch interessant, einmal Ihre Meinung zum Thema Ketamin in der Hand des RA zu sehen.

Den alten Thread gibts hier

Mit kollegialen, freundschaftlichen und ich weiß nicht was noch für Grüßen :-) ,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.06.05, 12:13 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 09.06.05, 22:42
Beiträge: 42
ich halte das im moment nicht für praktikabel-zu gross sind die unterschiede im wissens- und könnenbereich der RettAss im deutschen RD (so sind viele "anerkannte" Rettungsassistenten).....
Zunächst sollten wir darüber nachdenken, wie wir den deutschen Rettungsdienst mal wieder auf Vordermann bringen können bzw. die deutlichen qualitätsdefizite ggb. anderen europäischen Ländern wie Schweden und den Niederlanden beispielsweise wieder aufholen können, andere diskussionen halte ich für absolt unangemessen.
Im Wissen, dass es wohl in den nächsten 20 Jahren nicht praktibabel und das Ehrenamt auch teilweise zerstören könnte fordere ich, dass auf jedem RTW mindestens ein Rettungsassistent über eine Krankenpflegeausbildung oder noch besser die Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger für Anästhesie/Intensivmedizin sitzen soll - wohl allein aus finanziellen Gesichtspunkten heraus nie durchzusetzen, leider.
Die Malteser haben letzten Herbst an der Schule Aachen das Modellprojekt "3-jährige RettAss-Ausbildung" gestartet, sicherlich ein erster Schritt, jedoch sind die dort Auszubildenden auch für 3 Jahre lang billige Arbeitskräfte......
Und mal ernst, was bedeutet "Notkompetenz" eigentlich - es bedeutet im Prinzip überhaut nichts, der Begriff alleine ist schon missverständlich.....zum anderen sind Schmerzen nach einer # der Tibia oder des Radius keine lebensbedrohende Komplikation sondern ein Symptom und mit dem Abarbeiten der Basics wie RR, Monitoring, Stabilisierung der Fraktur, dem Legen einer Viggo und dem Vorbereiten der Medis kann man sich locker so lange beschäftigen bis das NEF da ist - etwas anderes kann mir bei einer ähnlichen Einsatzindikation niemand erzählen. Andere Dinge einzuführen und dann evtl. mal freizugeben würde hingegen wesentlich mehr sinn machen (z.B. NIV-Beatmung mit CPAP usw.) aber das erklär mal nem "anerkannten" Rettungsassistenten....zuletzt bin ich mal gebeten worden die Möglichkeiten und Chancen des Oxylog 3000 und dessen möglichem Einsatz im Rettungsdienst zu erklären - den Zuhörenden Wachhabenden des RTW fehlten massive Grundlagen der Anatomie/Physiologie sodass es fast nicht möglich war Beatmungsformen wie BIPAP u.ä. zu erklären - eigentlich keine schwierigen Dinge wie ich finde.....
Erst die Ausbildung (zumindest die Assistenten-Ausbildung) reformieren, andere, schärfere Zulassungsvorraussetzungen schaffen und dann, vielleicht irgendwann mal über Novalgin beim akuten Abdomen (trotz Aggranulozytosegefahr bei 1:1 000 000 nach neuester Studie), mit Lasix beim Lungenödem, mit Analgosedierung durch Ketanest/Dormicum, mit Thoraxpunktion beim Pneu nach Monaldi oder gar Bülau-Drainage, mit Atropin bei bradykarden HRST usw. nachdenken....ob die Algorithmen, die man jetzt in Deutschland aktuell an zwei MHD-Rettungswachen in NRW testet dabei helfen würden, darüber kann man sicherlich diskutieren, denn sie haben in bezug auf die Individualität ja nicht nur Vorteile, ich bin mal gespannt, wo es hingeht.

Fazit: Ich halte die ganze Diskussion in der momentanen Situation des deutschen RD für juristisch nicht sauber, draussen auf der Strasse nicht praktikabel und (ich werde jetzt vom Moderator dieses Forums eine rüber kriegen) aufgrund der nur an sehr vereinzelten Schulen (wie z.B. Incentive-Med wie man so hört) qualitativ hochwertigen
Ausbildung für absolut unsachlich und überflüssig für die grosse Masse der Haupt- und ehrenamtlichen Kräfte - bin aber trotzdem mal gespannt, wo das ganze in Zukunft hinführen wird.

_________________
bearly


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Ketamin
BeitragVerfasst: 03.08.05, 20:43 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 05.02.05, 17:44
Beiträge: 60
Hallo zusammen,

dem meisten von bearly kann ich nur zustimmen.
Wir werden das meiste aber leider nicht mehr als aktive im RD erleben.

Einiges möchte ich aber dazu schreiben. Bitte nicht alle ehrenamtlichen und anerkannten RA´S über einen Kamm scheren.

Es gibt auch da sehr gute.

Das mit dem Ketamin und der Notkompetenz erinnert an die langjährige Diskussion über die Defibrillation. Die hat ca. 25 Jahre gedauert.
Die die es sich zugetraut haben, haben es gemacht obwohl sie es nicht gedurft hätten.
Nun ist es geregelt und kein Thema mehr.

Genauso wird es hoffentlich auch mit dem Ketamin.

Mal ehrlich in richtiger analgetischer Dosierung (Ketamin 0,25 mg/kgKG) langsam i. v. evtl. Repetition der halben Dosis streng nach Wirkung passiert in aller Regel nichts.

Persönlich halte ich nichts von S-Ketamin. Studien haben keinen wesentlichen Vorteil gegenüber dem "alten Ketamin" bewiesen.
Die unterschiedlichen Konzentrationen der Ampullen halte ich für sehr gefährlich.

Auch die Kombination mit Midazolam ist sehr gefährlich.
Wenn überhaupt nötig. Höchstens 1- max 2mg beim Erwachsenen.
Albträume gibt es wahrscheinlich in analgetischer Dosis von Ketamin nicht?


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.08.05, 12:49 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 09.08.05, 10:38
Beiträge: 43
In Hildesheim ist es bereits freigegeben. Wann und wie es angewendet werden darf ist in der Regelung der Notfallkompetenz für Hildesheim festgelegt. Dort werden auch alle anderen Maßnahmen ziemlich genau bestimmt, was die Arbeit rechtlich geshen ziemlich erleichtert.

Für intressierte sind die Richtlinien unter:

http://www.feuerwehrarzt.de/NKSHB1.pdf


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 09.08.05, 13:38 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 15.09.04, 16:01
Beiträge: 1343
Wohnort: Hansestadt Greifswald
Ich habe gerade mit großem Interesse, die pdf-datei durchgearbeitet.

Anerkennung für das Hildesheimer-Modell wenn es tatsächlich so gut funktioniert.

Selbst im Hinblick auf die Ketamin-Diskussion eine Lösung mit der ich leben könnte, da muss ich wohl von meinem Standpunkt etwas abweichen.

Mit freundlichen Grüßen,

_________________
Erik Eichhorn
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.08.05, 16:35 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
Eigendlich wollte ich mich gar nciht zu diesem Thema äußern, tue es nach langer durchforstung des älteren Threads nun doch.
Ich persönlich habe kein, wenn nicht noch weniger Verständnis für Kollegen die auf eine Regelkompetenz drängen. Ich darf daran erinnern das wir eine haben, nämlich Menschen von A nach B bringen und dabei verhindern das sie sterben! Ob allein oder mit Arzt sei nun erstmal dahingestellt. Ein großteil von Kollegen ist mit dem Anlegen einer 10 Pol Ableitung schon übervordert und jammern das sie bei ihrem 100% diagnostizierten ACS keine Medikamente geben können.
Ich setze mich mit all zu forschen Kollegen dann in den Seminarraum und frage sie danach welche Medikamente sie denn als absolut lebensrettend einstufen würden und warum. Es folgen die üblichen Verdächtigen, wie Atropin, Benzos, MCP (ja auch ich habe geschmunzelt), Ketamin/mid zur Gefahrenabwehr etc pp. Ich frage dann bei welchen Erkrankungen sie diese Medikamente so dringend aplizieren müssen das es nicht der alamierte Arzt tun kann. Hier finden wir dann meistens das Problem hinter der ganzen Geschichte.
RAs sind durch den regelmäßigen Umgang mit Medikamenten durchaus in der Lage zu beschreiben für was bzw. gegen was ein Medikament gut ist. Aber fragt man weiter wird es eng. Wirkungsmechanismen... kennen schon weniger... und wenn sie sie dann kennen, danns cheitert es an der Frage, aber warum macht ein Ca Antagonist nun wirklich ein Herz langsamer etc. Man brauch also gar nicht den Schritt zu machen das wir evtl. Nebenwirkungen nicht beherschen können sondern den meisten RAs fehlt es an der Kenntnis welches Medikament nun wirklich das geeignete ist. Es gibt Kollegten die wollen Atropin selbstständig geben. Ich stimme spontan zu Atropin kann bei bestimmten Erkrankungen einen Herzstillstand vermeiden, da kann es auf Sekunden ankommen. Aber bei welchen... AV Block 3 wird stolz in den Raum gebrüllt... da haben wir den Salat... als nächstes möchte der Kollege warscheinlich noch TC Schrittmacher eigenständig anwenden?!
Mit dem heutigen Bildungsschnitt im RD Personal ist an erweiterte Maßnahmen als Kompetenz nicht zu denken! Sicher sind einige oder auch viele Kollegen in Lage in gewissen Situationen lebensrettende Maßnahmen (medikamentengabe) durchzuführen. Aber davon hält uns doch auch keiner ab. Wonach die meisten schreien ist die rechtliche Absicherung wenn es schief geht. Aber warum brauche ich die so dringend wenn ich doch Dr. Med Rett Ass bin Facharzt für besonders leicht erkennbare Krankheiten?
Nene... wenn ich das Wissen habe und sich die Situation ergibt das ich in Sekunden selbstständig eien Maßnahme durchführen muss und es kann, dann brauche ich keinen Zettel Papier auf den steht das ich es darf und mch keiner bestraft wenn es schief geht. Dann tue ich es, weil ich weis das es richtig ist, dann kann auch ncihts schief gehen.
Darum geht es leider den Meisten. ICH habe entschieden und ICH habe gegeben. Ach ja und ich hab n Zettel der mich absichert wenn ich falsch lag....
Sorry für die lange Ausführung, aber mir ist diese Diskussion ein solcher Dorn im Auge das ich das mal loswerden musste.
Kurz zum Thema Keta/mid.... was ich dann auf uns zukommen sehen würde wären SH-Frakturen, ab besten sitzend, sind ja analgesiert. Die basics werden vernachlässigt da man ja potentere Maßnahmen zur Verfügung hat. So wie ich es leider bei jungen Kollegen oft sehe, das dem Patienten wärend der NA den Treppenflur hochkomt noch schnell ne Nadel in den Arm gerammt wird damit man es selbst gemacht hat, der Pat. aber weder O2, EKG oder sonst was angelegt bekommen hat.
So... das wars .. mir gehts besser *fg* und ich bin gespannt was nun kommt.
Kernthese: Ausbildungsstand heben und irgendwann mal nachdenken ob es sinnvollen Bedarf gibt den Handlungsspielraum der RAs zu erweitern.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.08.05, 16:44 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
@Fischer1922
Kurzer Nachtrag zu Deinem Post.

ja, es hat lange gedauert bis RAs "selbstständig" defibrillieren durften. nun dürfen sie es... wenn es ihnen ein Analyseprogramm gestattet. Hätte man die rechnerkapazität damals schon gehabt wäre es vieleicht schneller gegangen. Wo ist denn der Analyserechner der den RAs in 20 Jahren gestattet Keta/mid zu geben?

Du argumentierst selbst gegen dich. "in aller regel passiert unter Umstand A und Umstand B nichts"
Richtig... aber was ist denn nun wenn was passiert? Wird dann den Eltern des verstorbenen gesagt "Tut mir leid, Ihr Sohn ist an einer seltenen nebenwirkung gestorben, die das RD Personal nicht beherschen konnte. WIr kenenn die Problematik aber dachten uns das passiert so selten.... *schulterzuck*

Es kommt leider immer auf die seltenen Ausnahmen an.. nicht auf den Regelfall.
So schaffst du dir evtl. sogar aus einer harmlosen aber schmerzhaten Fraktur einen wirklichen lebensbedrohlichen Zustand den du verdammt ncohmal nicht beherschen kannst.

my 2 cents


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.08.05, 19:38 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 02.03.05, 19:56
Beiträge: 258
Wohnort: Thüringen - nicht näher bezeichnet
bei uns im RD-Bereich ist dieses Medikament auch in der Notkompetent absolut tabu.
Der ärtzl. Ltr. des RDZV ist der meinung, und meiner Meinung auch zu Recht, dass die Qualifikation der einzelnen RA zu unterschiedlich ist und Ketamin nur unter ärtzlicher Delegation gegeben werden sollte, eben weil mögliche Nebenwirkungen gegben sein können.
Ich persönlich finde diese Entscheidung auch o.k. und würde mir, obwohl LRA und 15 Jahre Berufserfahrung, nicht in jedem FAll zutrauen, das Medikament zu geben, von Ausnahmen abgesehen, aber die sind an einer Hand abzuzählen.
Ansonsten finde ich die Dskussion sehr interessant unf freue mich auf weitere Stellungnahmen.
Frage - wie ist das in Ösi-land - Dr. Erbscherdtner???

Gruß
der asb-michel

_________________
Ich sah meinen Beruf als Berufung an und war stolz darauf, solange ich ihn ausüben konnte.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 15.08.05, 02:29 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 09.08.05, 10:38
Beiträge: 43
Dazu muss man sagen, das alle RA's und RS's in Hildesheim an einer Fortbildung teilnehmen, die mit einer Prüfung durch den Leitenden Arzt Rettungsdienst abgenommen werden muss, ansonsten darf man hier kein RTW mehr fahrn, das gilt auch für ehrenamtliche Kräfte.

Also bei uns "darf" man auch "schocken" wenn der Halbautomat es nicht empfiehlt, zum Beispiel bei einer Pulslosentachikardie.

Ich habe nichts gegen die Notkompetenz, wenn sie vernünftig geregelt ist (so wie bei uns). Aussserdem schenkt uns die Notkompetenz mehr freiheiten als eine Regelkompetenz. Die Notkompetenz beschränkt sich nirgends auf bestimmte Maßnahmen. Nur muß man alle Maßnahmen die man durchführt auch sicher beherschen. Somit kann ich, wenn ich Medikamente dabei habe, auch Medikamente verabreichen, die nicht in der Empfehlung der Bundesärztekammer stehen, solange ich, wie oben schon gesagt, mich mit allen Wirkungen, ünerwünschten Wirkungen (Nebenwirkungen gibt es nicht), Indikation, Kontrindikation usw. auskenne.

Ich kenne Fälle, in denen RA's Patienten analgesiert haben und auch andere Maßnahmen vorgenommen haben die nicht in den Empfehlungen stehen und es keinerlei Nachspiel gab. Warum auch? Es war angebracht, hat dem Patienten geholfen. Gut wenn es schief gegangen wäre, dann hätte es ordentlich ärger gegeben, aber dann würde auch schon wieder die Begründung greifen, das der RA die Maßnahme nciht sicher beherrscht hat und somit sie gar nciht durchführen durfte, was aber meiner Meinung auch bei greift, wenn er bei einer Venenpunktion eine Arterie punktiert oder Nitro zur Blutdrucksenkung nutzt.

Ich weiß das es Regionen gibt wo einem der Kopf abgerissen wird, wenn man MAßnahmen durchführt, die man an der Schule und im Krankenhaus extra für seine Arbeit gelernt hat durchführt. Aber rechtlich (solange Ihr den Patienten nicht schädigt) kann man Euch kaum gegen den Karren fahren. Bei uns (Hildesheim&Hannover) gehört PVZ (ohne Nachforderung eines NA's), Intubation, ACLS (mit Supra und Defi), zu den Dingen die Regelmäßig von RA's und RS's ausgeführt werden.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.08.05, 16:42 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 24.08.05, 16:02
Beiträge: 191
Bei uns ist die Gabe von Ketamin durch den RA. nur in Ausnahmefällen, nach vorheriger Rücksprache mit dem Notarzt über Handy oder Funk möglich. In Absehbarer Zeit wird sich daran auch nichts ändern. Zu dem Problem, daß wir, wenn etwas schief läuft dran sind und vom Arbeitgeber keinerlei Rückendeckung erhalten kommt auch das Problem der schlechten Fortbildungen. In BW. haben wir keine Pflicht die 30 Fortbildungsstunden im Jahr einzuhalten, oftmals bietet der Arbeitgeber nur wenige Fortbildungen im Jahr an, davon sind dann aber die meisten unsinnige Temen wie z.B. Sportverletzungen oder wie bediene ich ein Funkgerät :twisted:


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.08.05, 22:30 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Moin, moin!

Erik Eichhorn hat geschrieben:
Anerkennung für das Hildesheimer-Modell wenn es tatsächlich so gut funktioniert.


Das tut es, aber es erfordert eine Menge Arbeit. Wir schulen hier die RA/RS allesamt 2 x pro Jahr :!:
Dazu kommt das Erstellen des Skriptes, Sitzungen des Arbeitskreis Rettungsdienst, und..und..und...
Die beteilgten Ärzte machen das übrigens ehrenamtlich.

Aber wir machen es gern, denn das Ergebnis lohnt sich :)
Wenn ich mir die Beiträge hier im Forum so ansehe, so dürfen die Hildesheimer RA/RS im Vergleich zu Ihren Kollegen anderswo eine ganze Menge! Und sie "dürfen" nicht nur, sie können es auch!

Aber es ändert nix an dem grundsätzlichen Problem, denn solche Dinge dürfen nicht vom freiwilligen Engagement einiger Ärzte abhängen. Vielmehr muß eine gesetzliche Regelung die Ausbildung und die Kompetenzen klar festschreiben. Und wenn alle gut ausgebildet sind, muß es auch mehr Geld geben. Punkt.
Qualitativ hochwertige Versorgung im Gesundheitssystem gibt es nunmal nicht umsonst.

mfg

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.08.05, 23:10 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 24.08.05, 16:02
Beiträge: 191
Eine Erweiterung unserer Regelkompetenz in Richtung Notkompetenz fände ich sehr sinnvoll. Wenn ich allerdings mehr Verantwortung übernehmen darf oder soll müßte sich auch finanziell etwas tun. Meiner Ansicht nach übernehmen wir mehr und mehr ärztliche Tätigkeiten, die Kostenträger freuen sich weil die Einsätze der Notärzte zurückgehen und somit Kosten gespart werden, und wenn was schief läuft sind wir wieder die Dummen!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Ketamin - in der Hand des RA´s ?
BeitragVerfasst: 14.10.05, 13:40 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 17.08.05, 17:36
Beiträge: 496
Wohnort: Wiesloch (Baden-Württemberg)
Hallo Zusammen,

ich finde bei gegenwärtigem Ausbildungsstand hat Ketamin in der Hand des Rettungsassistenten nichts verloren. Bedenke ich dann noch welche chemische Verwandschaft es hat (LSD), wozu es entwickelt wurde (von den Amerikanern im Vietnam - Krieg) und das es das Zeugs auch auf der Straße zu kaufen gibt (special-"K") dann wundert es mich direkt das Ketanest noch nicht unter das BTM fällt. Klar - was würden wir machen wenn´s so wäre ? Aber die BTM Diskussion ist nicht neu und die Suchtgefahr (man kann es auch rauchen) nicht gering. Trotz der Verbesserung durch "S"-Ketamin kommt es immer wieder zu Bad-dreams. Kommen wir zur zweiten Komponente: Dormicum. Oft geht´s gut - klar. Bei uns in der Klinik wurde bis vor einiger Zeit auch noch mit Dormicum p.o. prämediziert. Da kamen nicht wenige Pat. teilweise Ateminsuffizient in den OP. Ketanest / Dormicum mag i.d.R. harmlos sein. Was aber wenn alles schief geht? Ich denke da an das Titanic-Desaster. Wir brauchen keine Ferngläser, doch aber Fernsicht - wir brauchen keine Schotten bis zum E-Deck sondern jemand der auch hinter uns steht und uns den Rücken freihält. Was passiert, wenn die Narkoseeinleitung aus irgendeinem Grund schief geht, der Pat. einen Atemstillstand bekommt, und sich wo möglich nicht Maskenbeatmen lässt ? Von schwierigen Intubationsverhältnissen will ich jetzt gar nicht reden. Ich will auch niemand der es schon praktiziert hat das Recht absprechen. Die meisten RA´s fahren doch mit RS, Ehrenamtlichen oder Zivis/FSJ´s. Was wenn die schon einen Fehler machen und das Medikament verkehrt aufziehen, oder im Falle des Zwischenfalls maßlos überfordert sind ? Sollte es zur Regel werden, sollten wir auch zwei RA´s auf dem RTW haben, sollten regelmäßig in diesen Maßnahmen weitergebildet werden und regelmäßig in den Anästhesieabteilungen der Kliniken hospitieren um auch dann - wenn es nicht planmäßig läuft - die adäquate Patientenversorgung gewärleisten zu können. Wieso wollen wir aber präklinisch überhaupt Narkose einleiten und Analgesien durchführen? Sollen wir das in Zukunft selbstständig übernehmen und dem Patient mit Überlkeit und Erbrechen einen Notarzt rufen damit dieser Paspertin spritzt. Ich denke der Anfang zur weiteren Übernahme von Kompetenzen muß an anderer Stelle getan werden und nicht dort wo die Kassen am meisten sparen können !

Uwe Hecker

_________________
Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Ketamin / Ketanest S
BeitragVerfasst: 17.10.05, 18:35 
Offline
Interessierter

Registriert: 05.08.05, 09:27
Beiträge: 6
Wohnort: Berchtesgaden
Hallo zusammen,

bei uns im RD bereich ist es ebenfalls nicht freigegeben, was meiner meinung auch gut so ist!
Ich find es sehr fraglich, da ja immer moch genug kollegen mit den (paar) eigentlich üblichen Medikamenten probleme haben (soll es geben ) ! Ebenso würde es meiner meinung doch hauptsächlich nur für traumatologische Dinge in betracht kommen, oder? und da frag ich euch, wie sieht denn unser einsatzaufkommen aus ??? - richtig, zu 75 % internistisch! ausserdem sollte sich die BÄK erstmal über andere Dinge ein Kopf machen bevor man sich an sowas macht , - sprich venöse Zugänge / Notkompetenz u.a. ( N R W usw. ) !

Soviel zu meiner meinung.

ruß an alle

Kazam


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!