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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Notfallmeldung "Infarkt"
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BeitragVerfasst: 18.04.05, 16:41 
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DMF-Mitglied

Registriert: 17.02.05, 13:08
Beiträge: 61
Wohnort: Niedersachsen
Also ich fand den Satz von Herrn Erbschwendtner nicht so schlimm.
Ich zieh mir den Schuh mal an:

Soll ich wegen meiner praeklinichen Verdachtsdiagnose die gesamte Herz-Chirurgie, den diensthabenden Radiologen und den Echodienst in der Uniklinik wild machen und dann ist es doch nur ein kleiner PLA-Verschluss?
Oder bringe ich den Pat. mit "BCS" halt irgendwie noch lebend in das nächste KH?

Mir gehen solche Gedanken schon durch den Kopf, wenn ich als NA unterwegs bin.

In diesem Fall hätte ich es genauso gemacht und sehe das Vorgehen nicht als Fehler an: Einfach weil ich weiss, dass diese Patienten, wenn sie denn eine Aortendissektion mit diesem klinischen Bild haben, keine reelle Chance haben, das zu überleben, außer ein Haus mit Herzchirurgie ist vor Otrt und dort läuft dann Alles optimal.


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BeitragVerfasst: 18.04.05, 21:33 
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DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo zusammen !

Bin wohl abwesenheitsbedingt relativ spät in Diskussion eingestiegen, zu diesem Zeitpunkt war das Dinge mit dem Aneurysma wohl schon ziemlich klar.

Habe noch einmal in Ruhe den ganzen Ablauf rekonstruiert. Es ist wohl, wie in der Praxis auch öfters vorkommend, ja als nicht ganz typischer Infarkt, oder ist es doch was anderes los gegangen. Insofern muß ich meine Aussage schon etwas relativieren.

In Summe soll uns das Fallbeispiel doch wieder sensibilisieren, seltener DD nicht ganz außer Acht zu lassen. Das Procedere wird halt doch sehr von den Umständen des einzelnen Einsatzes und den lokalen Gegebenheiten abhängen.

Meinen Teil der Diskussion möchte ich auf folgenden Nenner zusammenfassen: Die nächste Klinik muß nicht immer die geeignetste sein, manchmal muß man jedoch auch Kompromisse hinsichtlich des Transportzieles eingehen.

Gruß

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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BeitragVerfasst: 19.04.05, 20:07 
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DMF-Mitglied

Registriert: 18.02.05, 18:27
Beiträge: 418
hallo,

herrn dr. flaccus unterstützend möchte ich auch noch mal ein paar gedanken dazu einwerfen:

1. wie schon an früherer stelle ausgeführt, war ein infarkt sozusagen die einzige chance, die der pat. hatte. so gesehen hat er auf die beste chance gesetzt, die der pat (der immerhin ein als infarkt interpretierbares ekg hatte) überhaupt hatte. unter dem gesichtspunkt kann man seine entscheidung eigentlich nicht als fehlentscheidung werten; der ausgang des falles hat gezeigt, daß der pat. anderenfalls auch gestorben wäre. (evtl. hätte man versuchen können, das perikard über einen pigtail zu entlasten, in der klinik, obwohl auch das höchstwahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen wäre).

2. all diese ganzen überlegungen hinsichtlich der peripheren pulse sind theoretisch schön und gut. aber wenn ich da einen deutlich hypotensiven patienten mit ausgeprägter zentralisation liegen hätte, wüßte ich nicht, ob ich die entscheidung über leben und tod an einem bei hypotonie vielleicht oder vielleicht auch nicht tastbaren peripheren puls festmachen würde.

3. sitzen wir hier bequem an unseren rechnern und konnten schon allein an der tatsache, daß der fall hier überhaupt gepostet wird, absehen, daß es kein "normaler" infarkt ist. das ganze so retrospektiv zu betrachten und dann in kenntnis des ausgangs der situation zu beurteilen, ob da jemand einen fehler gemacht hat, ist einfach. in der situation zu stehen und prospektiv ohne ein wissen darüber was vor sich geht, entscheiden zu müssen ist wesentlich schwieriger.
und abschließend möchte ich noch sagen daß ein "ich hätte in dem und dem fall soundso gehandelt" in der theorie vielleicht auch noch immer ein wenig anders aussieht als in der realität.

grüße

downcase


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