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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Meltdowns (Autismus)
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 Betreff des Beitrags: Meltdowns (Autismus)
BeitragVerfasst: 29.12.15, 19:35 
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Registriert: 29.12.15, 18:26
Beiträge: 3
Hallo, ich brauche bitte ganz dringend einen Ratschlag hier :(
Wegen meinem Autismus bin ich extrem geräuschempfindlich, Silvester wird die Hölle für mich! Ich habe schreckliche Angst vor dem Lärm und es kann sein, dass ich mich vor lauter Schmerzen und Verzweiflung wieder halb bewusstlos schlage (man nennt das Meltdown). Meistens enden solche Meltdowns bei mir mit einer Gehirnerschütterung, Beulen am Kopf und anderen Verletzungen.

Jetzt frage ich mich:

1) Können meine Eltern den Notarzt rufen, wenn ich wieder so ausraste? Kann es sein, dass man mich dann wegen Eigengefährdung in die Psychiatrie bringt?

2) Gibt es ein Medikament, das mir in so einem Notfall z.B. in den Arm gespritzt werden kann und von dem ich ein paar Minuten später ganz tief einschlafe... wie bei einer Narkose? Das wäre nämlich eigentlich das einzige, was ich in so einer Situation brauche und was mir helfen würde. Meine Psychiaterin hat mir auch schon verschiedene Neuroleptika deswegen verschrieben, aber keines davon hat mir bisher geholfen. Ich bräuchte irgendetwas anderes, etwas richtig starkes, was man so nicht einfach in der Apotheke bekommen kann... denn alles andere macht mich höchstens etwas müde und hilft überhaupt nicht.

3) Falls es tatsächlich so ein Notfallmedikament gibt, muss man dann auf jeden Fall mit ins Krankenhaus zur Überwachung... oder kann ich auch zu Hause bleiben und mich da einfach ins Bett legen?

Ich hoffe echt, dass mir hier jemand weiter helfen kann.
Liebe Grüße


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 Betreff des Beitrags: Re: Meltdowns (Autismus)
BeitragVerfasst: 30.12.15, 08:24 
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Registriert: 09.02.13, 16:00
Beiträge: 38
anne91 hat geschrieben:
Können meine Eltern den Notarzt rufen, wenn ich wieder so ausraste? Kann es sein, dass man mich dann wegen Eigengefährdung in die Psychiatrie bringt?


Grundsätzlich können sich deine Eltern bei jedem medizinischen Notfall an die Rettungsleitstelle wenden. Ob seitens eines Notarztes eine Zwangseinweisung erfolgen kann, hängt von der Landesgesetzgebung ab. Eventuell bringt man dich in eine allgemeine Klinik. Allerdings sind unter den Notärzten und Ärzten in der Notaufnahme nur wenige psychiatrisch erfahrene Mediziner. Es könnte also sein, dass eine Einweisung in die Psychiatrie erfolgt, um die Situation abzuklären, es hängt also sehr stark von der Erfahrung des behandelnden Arztes ab, welcher Weg bestritten wird.

anne91 hat geschrieben:
Gibt es ein Medikament, das mir in so einem Notfall z.B. in den Arm gespritzt werden kann und von dem ich ein paar Minuten später ganz tief einschlafe... wie bei einer Narkose? Falls es tatsächlich so ein Notfallmedikament gibt, muss man dann auf jeden Fall mit ins Krankenhaus zur Überwachung... oder kann ich auch zu Hause bleiben und mich da einfach ins Bett legen?


Einige der Medikamente, die einen ähnlichen Zustand hervorrufen können, sind bei Autismus kontraindiziert (oder grundsätzlich illegal), da kann dir dein behandelnder Mediziner exakter Auskunft geben. Bei den Substanzen, die ich kenne, würde man sicherlich einen Transport in die Klinik durchführen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Meltdowns (Autismus)
BeitragVerfasst: 30.12.15, 10:42 
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Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
wie sieht es mit stärkere Berihigungsmitteln wie Lorazepam aus? Wirkt angstlindernd und die meisten Leute schlafen tief ein oder werden extrem müde. Es wirkt sublingual relativ schnell.

Frage bei deinem Arzt ob das für dich in Frage kommt. Autismus ist keine Kontraindikation.

Gruß
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: Meltdowns (Autismus)
BeitragVerfasst: 30.12.15, 11:57 
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Registriert: 29.12.15, 18:26
Beiträge: 3
Danke für eure schnellen Antworten!

Dass ich eventuell in die Psychiatrie gebracht werden könnte, macht mir echt Angst... dann rufen wir lieber keinen Notarzt. Ins Krankenhaus will ich auch auf keinen Fall, das würde diesen Zustand ja nur weiter verschlimmern :(

Ich habe schon ganz viele verschiedene Medikamente ausprobiert, auch Lorazepam. Leider hat es bei mir überhaupt keine Wirkung. Meine Psychiaterin hat mir auch vor ein paar Tagen ein Medikament mit dem Wirkstoff Promethazin verschrieben. Testweise habe ich es schon mal genommen, aber selbst 20 Tropfen (ca. 20mg Promethazin) reichen nicht aus, damit ich trotz Lärm einschlafen kann oder mich beruhige.

In der Packungsbeilage steht zwar, dass man im Notfall auch 3-5mal 40mg nehmen kann, aber ich kann meine Psychiaterin momentan nicht erreichen. Und ich weiß nicht, ob ich eine so hohe Dosis einfach so nehmen kann, ohne es mit ihr abzusprechen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Meltdowns (Autismus)
BeitragVerfasst: 31.12.15, 00:16 
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Registriert: 05.12.08, 20:34
Beiträge: 728
Hallo,
wegen Lärm und Silvester . Hast du mal versucht den Lärm abzudämpfen z.b mit Kapselgehörschutz+Ohrstöpsel?

Gruß
Jessy


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