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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Narkose im Rettungsdienst - Verfahren und Medikamente
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BeitragVerfasst: 09.12.15, 04:05 
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Beiträge: 2
Moin Moin,

ich versuche mich gerade durch ein Medikamentenchaos zum Thema Narkose im Rettungsdienst zu arbeiten.
Ich habe jetzt versucht mein Wissen dazu zu sortieren und aufzuschreiben. Siehe weiter unten. Bin mir aber bei den Dosierungen total unsicher.

TIVA habe ich klinisch immer mit Remifentanil gesehen. Im RD auch? Oder geht auch Fentanyl oder Ketamin S?
Und wann gibt man eher Propofol, wann eher Midazolam und wann Etomidate?
Wie war die Reihenfolge der Medikamentengabe bei der RSI?

Ich habe mir außerdem 3 Fallbeispiele ausgedacht und würde gerne zu jedem eine Narkose ausarbeiten, Patienten alle männlich und ca. 80 kg.
1. Ein Polytraumatisierter Patient nach Autounfall: ca. 20 Jahre alt, GCS 7: Augen: 1, Sprache: 2, Motorik: 4, Verdacht auf stumpfes Bauchtrauma (Milz), und Beckenfraktur (KISS-Schema erfüllt), US Fraktur re.

2. Patient mit kardialem Lungenödem, der trotz O2, NIV, Nitro und Furosemid hypoxisch bleibt und soporös wird, ca. 65 Jahre alt

3. Patient mit SHT Grad 3 --> GCS unter 9, Pupillendifferenz, Biot-Atmung, ca. 20 Jahre alt


Danke schon Mal,
Eisbär


Indikationen

- Akute respiratorische Insuffizienz (Hypoxie und/oder Atemfrequenz* <6 oder >29/min) und Kontraindikation gegen NIV
- Bewusstlosigkeit/neurologisches Defizit mit Aspirationsgefahr
- Polytrauma / schweres Trauma mit hämodynamischer Instabilität, RR syst. < 90 mmHg oder Hypoxie mit SpO2 <90% trotz O2-Gabe oder Schädel-Hirn-Trauma mit GCS <9


Ziele
- Amnesie und Anxiolyse
- Hypnose
- Schmerztherapie
- raschen und effektiven Atemwegssicherung und Aspirationsschutz
- Reduktion des Sauerstoffverbrauchs

Verfahren

Narkose immer als RSI und TIVA
Die RSI (Rapid sequence induction) bedeutet, dass eine endotracheale Intubation nach zügiger Narkoseeinleitung ohne zwischengeschaltete Maskenbeatmung stattfindet, um die Aspirationsgefahr senken
Die TIVA ist eine Total intravenöse Anästhesie
Vor der Einleitung den Patienten 3-5 Minuten präoxygenieren und alle Medikamente und Intubationsbesteck bereitlegen.
Vorsichtshalber Atropin bereitlegen.

3 Säulen der Anästhesie

Hypnose
- Ketamin: 1 – 2,5 mg/kg KG
- Propofol: Einleitung 1-2 mg/kg KG, Aufrechterhaltung 0,1-0,2 mg/kg/min
- Etomidate: 0,15 – 0,3 mg/kg KG
- Benzodiazepine (Sedativa): Midazolam 1 – 3 mg
Analgesie
- Morphin: 0,1 mg/kg KG
- Remifentanil: 0,1 – 0,5 mikrogramm/kg KG
- Fentanyl: 0,1 – 0,3 mg
- Sufentanyl: 1 -2 mikrogramm/kg KG
- Ketamin S: 0,1 – 0,25 mg/kg KG
Muskelrelaxanzien
- Rocuronium (nicht-depolarisierend): 1 – 1,5 mg/kg KG
- Suxamethoniumchlorid (depolarisierend): 1 – 1,5 mg/kg KG


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BeitragVerfasst: 09.12.15, 13:27 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

mal ein paar Gedanken von Seiten der Anästhesie dazu :wink: (wohlgemerkt nicht zu allen Fragen):

- Remifentanil ist, wie auch der Handelsname in ausgeschriebener Form besagt, nur ultra-kurz wirksam. Eine Bolusgabe ist unsinnig, sondern die Verabreichung erfolgt via Perfusor. Macht es Sinn, im normalen Rettungsdienst (nicht Intensivtransport) mit Perfusoren zu arbeiten? Stelle mir die als unnötigen Ballast vor.
Fenta ist dagegen gut bolusweise zu dosieren.

- Etomidate gern bei kardial vorbelasteten o. kreislaufinstabilen Patienten. Es wirkt weniger kreislaufdepressiv als Propofol.

- Einleitung mit Midazolam kenne ich aus dem Herz-OP, also bei entsprechend kardial vorbelasteten Patienten. Vermeidet Stress (wenn rechtzeitig zu Beginn der Vorbereitungen gegeben) und hilft somit, eine Dekompensation zu vermeiden.
Wenn C2-Abusus oder schlecht eingestellte Epilepsie vorbekannt, kenne ich auch die Einleitung mit Thiopental. Ob das im RD genutzt wird, weiß ich aber nicht.

Gruß
Die Anästhesieschwester


Edit: Ketamin in Kombi mit Midazolam, da Ketamin "Träume" sowie Hyperakusis verursachen kann.


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BeitragVerfasst: 09.12.15, 16:46 
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Registriert: 09.12.15, 02:46
Beiträge: 2
Hallo Anästhesieschwester,

danke für deine Antwort.

Also könnte ich meinen Patienten Nummer 2 mit Midazolam sedieren und die Patienten 1 und 3 am ehesten mit Etomidaten?
Muss ich zu Ketamin immer Midazolam benutzen oder geht das auch mit Etomidaten oder einfach beides?
Dann würde ich für den ersten Patienten sagen: Ketamin, Etomidat und Succi

Muss ich bei einem Patienten mit SHT bei der Narkose was besonderes beachten? Sonst das gleiche wie bei Nummer 1.

Stimmen denn meine Dosierungen ungefähr?
Und warum nehme ich eigentlich Ketamin als Hypnotikum und Ketamin S als Analgetikum? Ist Ketamin ohne S nicht auch ein Analgetikum?

Liebe Grüße,
Eisbär
(In der Hoffnung es bis nächste Woche soweit verstanden zu haben, um die RA-Prüfung zu bestehen)


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