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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Verkehrsunfall: Entscheidung zur "invasiven Rettungstechnik"
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BeitragVerfasst: 23.04.14, 16:17 
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Beiträge: 6
Hallo zusammen :D

Standardsituation:
Verkehrsunfall, als Notarzt neben einem RTW und der Feuerwehr vor Ort, eine Person sitzt noch im Fahrzeug, nicht eingeklemmt, klagt über Rückenschmerzen, sonst stabil.

Meine Frage betrifft nun die Entscheidung, ob eine "schonende, achenstabile Rettung" durchgeführt werden soll - inkl. aller Konsequenzen für das verunfallte Fahrzeug (Entfernung von Türen, Säulen, Sitzen und/oder Dach).

Lehrmeinung bei der Feuerwehr ist "das entscheidet im Zweifel der Rettungsdienst".
Lehrmeinung im Rettungsdienst ist "das entscheidet im Zweifel der Notarzt".
Lehrmeinung für Notärzte :?:

Wo setzt ihr die Grenze (Schmerzen? Sensibilitäts-/Motorikausfälle?...)?
Wann reicht euch eine "annähernd achsstabile Rettung" und wann fordert ihr mehr?

Mir geht es um die medizinisch begründete Entscheidung. Dass die Entscheidung für ein radikales Vorgehen der Feuerwehr leichter fällt, wenn das Fahrzeug bereits durch den Unfall bis zur Unkenntlichkeit zerstört ist, erscheint logisch...

Liebe Grüße 8)


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BeitragVerfasst: 24.04.14, 11:42 
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Registriert: 04.02.05, 17:48
Beiträge: 96
Wohnort: Münsterland
Ich würde es von der Klinik des Patienten abhängig machen. Das ganze prophylaktische Immobilisationsgedöns kann aktuell sowieso keiner Evidenz standhalten und wird auch nicht mehr empfohlen. Selbst in den aktuellen S3-Leitlinien zum Polytrauma nicht mehr. Hat halt alles in den letzten Jahren durch die präklinischen Traumaformate einen Boom ausgelöst und es ist schwer, sich davon kritisch zu distanzieren.

Im Falle der HWS-Immobilisation geht es sogar noch weiter: es gibt aktuelle Untersuchungen, die den Dingern sogar ein recht hohes Schädigungspotential zusprechen. Und wenn ich so manchen Stifneck im Alltag sehe, kann ich mir das auch gut vorstellen.

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BeitragVerfasst: 24.04.14, 16:58 
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Interessierter

Registriert: 15.01.08, 16:13
Beiträge: 6
Zitat:
Ich würde es von der Klinik des Patienten abhängig machen.


Genau darum geht es mir, denn so unkonkret findest du das auch mehr oder weniger in jedem Lehrbuch.

Was den Rest angeht sind wir uns einig. Immobilisation nach konkreter Indikation (c-spine rule bietet ja beispielsweise nen Ansatz dafür) und wenn, dann richtig und vollständig.


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BeitragVerfasst: 25.04.14, 17:20 
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DMF-Mitglied

Registriert: 04.02.05, 17:48
Beiträge: 96
Wohnort: Münsterland
"...wenn, dann richtig und vollständig" ist eigentlich auch nicht mehr so angesagt. Differenzieren ist durchaus möglich: man kann einem Patienten mit HWS-Beschwerden eine Halskrause anlegen und auf eine Ganzkörperimmobilisation verzichten. Oder war das ein Mißverständnis?

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