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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Schwerer Asthmaanfall
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 Betreff des Beitrags: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 13.04.14, 11:48 
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Beiträge: 7
Hallo,

also ich bin seit etlichen Jahren Asthmatiker und Freitag war leider ein Notarzteinsatz bei mir nötig:

Ich war gerade auf dem Bahnhof Alexanderplatz (sollte meine Tochter wegen Erkältung eher aus der Schule holen) und bekam plötzlich einen heftigen Anfall, Salbutamol-Spray half nicht mehr... ich konnte zwar an der Notruf-Säule noch selbst die Notruf-Taste drücken, mehr als "Asthma & Notarzt" bekam ich aber nicht mehr heraus... mehr konnte ich nicht mehr sprechen. Die Dame die den Notruf entgegen genommen hat, hatte mich wohl auch nicht mehr verstanden... die Antwort von ihr war bloß "sie müssen schon mit mir reden..." Gott sei Dank hat eine Dame neben mir die Situation erkannt und die Dame am Telefon aufgeklärt, dass ich gerade wegen eines schweren Asthmaanfalls nicht sprechen kann.

Nach ca 5 Minuten kam endlich der Rettungswagen... der Sauerstoff war laut Messung am Finger 87%.... danach mussten wir noch ca. 5 Minuten auf den Notarzt warten, die beiden Sanitäter gaben mir bis dahin schon mal Sauerstoff, der Notarzt gab mir dann eine Infusion (keine Ahnung was da drin war) plus Sauerstoff mit inhalativen Medikamenten. Der Anfall wurde ein wenig besser, ich bekam zumindest wieder etwas Luft. Danach ging es dann ins Krankenhaus weiter, dort war ich dann noch einige Stunden mit Infusion & Sauerstoff und inhalativen Medikamenten per Maske weiter... hat gute 3 Stunden gedauert, bis der Anfall endlich vorbei war. Seitdem nehme ich Prednisolon (jeden Tag 5mg weniger).

Im Notarztprotokoll ist mir eine Zeile aufgefallen "Pulmo verläng. Exspirium, endexspi. Giemen intermittierend, leise"?!?

Ist das immer so, dass die Sanitäter vom Rettungswagen eigentlich "nur" Sauerstoff geben dürfen und der Rest darf erst vom Notarzt übernommen werden???


Gruß

Miyuki75


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 13.04.14, 15:08 
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Beiträge: 4216
Hallo,
Zitat:
Im Notarztprotokoll ist mir eine Zeile aufgefallen "Pulmo verläng. Exspirium, endexspi. Giemen intermittierend, leise"?!?

beschreibt quasi den Asthmaanfall -> Ausatmung wird behindert, leise intermittiernde Geräusche (Giemen) bei Ausatmung.

Trägst du eigentlich einen Ausweis mit? Wenn nicht wäre es sinnvoll, dann wenn man nicht sprechen kann, muss man nur den Ausweis zeigen und alle wissen dann was los ist und dass es eine ernstes Situation und kein Panikattack ist.

Gruß
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 13.04.14, 15:34 
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Registriert: 13.04.14, 11:21
Beiträge: 7
Hallo Muppet,

die Panikattacke kriege ich höchstens, wenn man zusätzlich zum Rettungsdienst noch auf den Notarzt warten muss - nun weiß ich allerdings nicht, ob bei Asthmaanfall "automatisch" ein Notarzt hinzugezogen wird.

War schon eine ziemlich heftige Situation, vor lauter Luftnot noch nicht mal mehr sprechen zu können - zwischendurch wurde mir immer mal wieder kurz schwindlig... bis zum Eintreffen von Rettungsdienst und Notarzt hat einer von der Bundespolizei auf mich aufgepasst, ich war wohl kurz davor endgültig abzukippen... der Polizist sah jedenfalls ziemlich besorgt aus... :oops:

Jetzt mal eine ziemlich blöde Frage: war das jetzt eigentlich ein schwerer Anfall oder habe nur ich das so empfunden?? Wenn es da noch schlimmere Anfälle gibt, kann ich gerne auf deren Bekanntschaft verzichten..

Gibt es denn für Asthmatiker solche Ausweise wie Du sie beschreibst? Wenn ja, wo kriegt man die?

Ansonsten bleibt bloß zu hoffen, dass derart heftige Anfälle jetzt nicht die Regel werden... in der Berufsschule habe ich jetzt erstmal eine Art Infoblatt, wo die wichtigsten Punkte draufstehen (z.B. wann man den Notarzt rufen sollte, Notruf mit Stichwort "akute Atemnot" usw.) ins Klassenbuch einheften lassen und im Büro,wo ich meine Ausbildung mache, muss ich mal schauen, wo ein guter Platz dafür ist... ansonsten haben wir da statt Erster Hilfe plötzlich fröhliches Rätselraten... :ironie:

Gruß

Miyuki75


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 13.04.14, 20:44 
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Beiträge: 4216
Hallo,
Zitat:
Jetzt mal eine ziemlich blöde Frage: war das jetzt eigentlich ein schwerer Anfall oder habe nur ich das so empfunden?? Wenn es da noch schlimmere Anfälle gibt, kann ich gerne auf deren Bekanntschaft verzichten.

Vermutlich ja, kann das schlecht einschätzen :-)
Ich hatte schon Statusasthmatikus - hat auch nicht Spaß gemacht. Was ich für mich als schwer betrachte, ist Zyanosen und Anfälle die sich nicht im Griff kriegen lassen.
Wie du vermutlich weißt - wichtig ist ruhig zu bleiben.

Zitat:
Gibt es denn für Asthmatiker solche Ausweise wie Du sie beschreibst? Wenn ja, wo kriegt man die?

Entweder beim Lungenarzt/Hausarzt, man bastelt selber eins, und ich vermute wie bei Epilepsie, gibt es sie auch online zum ausdrucken. Sonst gibt es Armbänder - weiß aber nicht ob Leute im Notfall draufgucke aber.
Habe einfach einen Zettel von meine Neurologin mit meine Antiepileptika drauf und dann auf die Rückseite habe ich Asthma zusammen mit Allergien draufgeschrieben - ist wichtig, da manche Notfallmeds für Asthma können bei Epileptiker Anfälle triggern. Dann hat man 2 Probleme.
Gruß
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 14.04.14, 16:39 
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Registriert: 09.02.13, 16:00
Beiträge: 38
Miyuki75 hat geschrieben:
Ist das immer so, dass die Sanitäter vom Rettungswagen eigentlich "nur" Sauerstoff geben dürfen und der Rest darf erst vom Notarzt übernommen werden???


Das ist nicht immer so: die oft angeführte Stellungnahme zur Notkompetenz (deren Verbindlichkeit umstritten ist) der Bundesärztekammer sieht für "nicht-ärztliches" Personal im Rettungsdienst zunächst nur die Asthma-Sprays (Beta-2-Mimetika) vor. Zwischenzeitlich haben sich die vernebelten Medikamente auch bei Rettungsassistenten etabliert. Dass diese nicht immer angewandt werden, liegt oftmals daran, dass die Medikamentengabe ohne Arzt als rechtliche Grauzone betrachtet wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 14.04.14, 17:18 
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Registriert: 13.04.14, 11:21
Beiträge: 7
Hallo Securo,

da bleibt ja bloß zu hoffen, dass der Notarzt relativ schnell kommt - sonst ist man schneller als einem lieb ist buchstäblich ein "Opfer des alltäglichen Behördenirrsinns"... Ich gehe aber recht in der Annahme, dass bei schweren Asthmaanfällen auf jeden Fall ein Notarzt geschickt wird?

Derart schlimme Asthmaanfälle hatte ich (zum Glück) bisher nicht und kenne mich deshalb damit nicht so wirklich aus.

Die Kollegen im Büro waren ganz froh, dass ich mal gewissermaßen eine "Kurzanleitung" für den Fall der Fälle zusammen gestellt habe. .. welcher Laie kennt sich auch schon mit Asthma aus :)

Jetzt kann ich bloß hoffen, dass mir wenigstens die Peinlichkeit eines Notarzteinsatzes im Büro erspart bleibt... War ja schon den Tag auf dem Bahnhof schlimm genug :oops: ... einige haben mich angesehen als würden sie mich einfach für einen Säufer oder Hypochonder oder ähnliches halten :oops: :oops:

Gruß

Miyuki75


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 15.04.14, 12:39 
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Beiträge: 678
Hallo Miyuki,

grundsätzlich wird bei einem Asthmaanfall oder auch bei einer akuten Atemnot ein Notarzt geschickt (so einer verfügbar ist). In ländlichen Regionen kann das schon einmal dauern.
Rettungsassistenten dürfen in meiner Region den Wirkstoff Salbutamol inhalieren lassen und bei einem so wie von Ihnen geschilderten Zustand auch Kortison spritzen. Das entscheidet aber in jeder Region der zuständige Ärztliche Leiter Rettungsdienst, der dann auch die Verantwortung für die Maßnahmen übernehmen muß, die seine Rettungsassistenten in Notkompetenz durchführen.
Ihr Lungenarzt sollte Sie mit diversen Medikamenten ausstatten, die Ihnen eine gewisse Selbsthilfe ermöglichen, um die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken.

Viele Grüße

Coza (Arzt)

_________________
Hinweis unter Bezug auf §7(4) der Berufsordnung für Ärzte:
Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 16.04.14, 12:50 
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Registriert: 13.04.14, 11:21
Beiträge: 7
Hallo Coza,

Salbutamol ist ja mein Spray (das leider nichts mehr gebracht hat). Kortison hat dann bei Eintreffen der Notarzt gespritzt. Ich war ja schon froh als der Rettungsdienst Sauerstoff gegeben hat.

Gruß

Miyuki75


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 Betreff des Beitrags: Re: Schwerer Asthmaanfall
BeitragVerfasst: 17.04.14, 13:24 
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Interessierter

Registriert: 13.04.14, 11:21
Beiträge: 7
Hallo,

also mal ein kurzes Update zwischendurch.

Heute war ich beim Lungenarzt - generell war der Peak-Flow-Wert nicht besonders toll - gerade mal 68 %. Noch während des Lungenfunktionstestes ging das langgezogene Ausatmen jedesmal in Husten über... 3 Minuten später (im Wartebereich) hatte ich dann auch prompt wieder einen schweren Asthmaanfall... :oops:
Salbutamol-Spray half herzlich wenig, nach einem kurzen Abhorchen durch den Lungenarzt bekam ich dann prompt wieder Kortison gespritzt. Wenn ich nicht sowieso bis Dienstag noch zu Hause wäre, hätte mich mein Lungenarzt jetzt prompt krank geschrieben - er fand die Entwicklung katastrophal... Falls ich nicht bereits in seiner Praxis gewesen wäre, wäre ich laut seiner Aussage - mal wieder - ein Fall für den Notarzt :shock:

Jedenfalls muss ich die nächsten 2 Wochen wieder Kortison nehmen... zusätzliche Medikamente für den Notfall hat er mir nicht mitgegeben... er meinte, sehr viel wichtiger wäre es, die Anfälle komplett zu unterbinden... wäre ja schön, wenn das so klappt.

Schöne Feiertage für alle hier :ostern:

Miyuki75


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