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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Verbandskasten was nun?
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 Betreff des Beitrags: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 15.12.13, 16:41 
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Interessierter

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Beiträge: 18
Einen wunderschönen guten Tag

Zunächst einmal bin ich kein Mediziner und auch kein Fachmann für erste Hilfe und so. Hier reingepurzelt bin ich aus einem anderen Grund. Ich habe vor ca. 2h mit frisch gekochtem Kaffee geschlabbert und mir was von der wirklich heißen Brühe auf die Füße gekippt. Es ist eine leichte Verbrennung 1. Grades und es ist nicht so schlimm, nur etwas schmerzhaft. Ich habe es gekühlt und wollte es einfach mal verbinden. Als vorbildlicher Bürger habe ich nicht nur einen Verbandskasten im Auto, sondern auch in der Wohnung. Nun geschah etwas, dass mich wirklich umgehauen hatte. Von früher - es ist bestimmt über 30 Jahre her (daraus kann man schließen, dass ich mich nicht sehr häufig verbrenne) kenne ich noch die Brandsalbe. Die habe ich erst mal vergeblich gesucht. Wieso ist die da nicht drin? Im Handel gibt es die wohl noch. Tante google jedenfalls wird fündig.

Ok, dann bin ich die verschiedenen Päckchen durchgegangen. Auch nach mehrfachem Lesen der Verpackungsaufschriften war mir nicht klar, ob ich nun den Wundschnellverband nach DIN 13019 nehmen muss oder die Verbandkompresse nach Din 13151. Irgendwann habe ich mich dann entschieden für ein Verbandtuch nach DIN 13152 und ich hoffe mal, dass ich nun keinen bleibenden Schäden davontragen werde. Es war ein wenig zu groß aber es scheint den Schmerz etwas zu lindern, wobei ich das genau genommen natürlich nur beurteilen könnte, wenn ich mir beide Füße verbrannt hätte und dann einen unbehandelt gelassen hätte.

Der beigefügten Anleitung war unter anderem zu entnehmen, wie man Leute aus einem Auto befreien kann. Und es stand noch einiges andere drin, aber welche von den vielen Päcken für welche Verletzung gebraucht werden soll, dass ist nicht zu entnehmen. Daher meine erste Frage: Gibt es irgendwo eine Liste wo drin steht nach welcher Norm man sich verletzt hat, wenn man sich verletzt hat? Ich meine rein theoretisch könnte man den Verwendungszweck auch auf die Verbandsverpackung schreiben und dann wäre er da wo der Laie ihn suchen würde, aber das scheint in unserer heutigen Zeit nicht mehr zu gehen. Das würde dann vielleicht nicht in 17 Sprachen drauf passen.

Und noch was irritierte mich. Ich hatte im Jahre 2008 mal alle (also beide Auto und Wohnung) Verbandskästen ausgetauscht, weil die einfach schon älter waren als 20 Jahre und wenn ich so die Seite von Söhngen studiere, dann lese ich etwas von einem Haltbarkeitszeitraum von 20 Jahren für das Verbandmaterial. Um Missverständnissen vorzubeugen, ich kann nicht sagen ob mein Kasten von Söhngen ist. Bei den Preisen dort vermute ich eher, dass dies nicht der Fall ist. Ich habe nur die Seite gefunden und berufe mich auf Infos dort. Die Datumszahlen auf den Verbandpäckchen sind von 2006. Hat man mir da alten Krempel angedreht oder steht das Herstelldatum auf dem Verbandsmaterial?

Herzlichen Dank für jeden Hinweis
Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 15.12.13, 20:06 
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Eine erstgradige Verbrennung brauchst Du gar nicht verbinden. Nimm' eine Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac oder was auch immer und gut is'.

Krankheiten und Verletzungen sind in der ICD "genormt"...

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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 15.12.13, 20:44 
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DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 20:00
Beiträge: 3230
Wohnort: Friesland
Wolfgang-12 hat geschrieben:
Daher meine erste Frage: Gibt es irgendwo eine Liste wo drin steht nach welcher Norm man sich verletzt hat, wenn man sich verletzt hat?

Es gibt eine sehr ausfuehrliche Anleitung, nennt sich "Erste Hilfe Kurs" und ist in vielen Gemeinden Deutschlands kostenlos erhaeltlich.
Wenn Sie noch nach Brandsalbe suchen, ist solch ein Kurs wohl 30 bis 35 Jahre ueberfaellig. (Also damals, anno tobac 1983, als ich noch Ausbilder bei einer Hilfsorganisation war, also damals ... gab es schon lange keine Brandsalbe mehr im Verbandkasten. :wink: )
Zitat:
Die Datumszahlen auf den Verbandpäckchen sind von 2006. Hat man mir da alten Krempel angedreht oder steht das Herstelldatum auf dem Verbandsmaterial?

Da hier niemand weiss, ob das das Herstellung- oder das "Mindesthaltbarkeitsdatum" ist, kann die Frage nicht beantwortet werden.
Grundsaetzlich gilt, dass Wunden moeglichst mit keimfreiem, zumindest aber keimarmen Material bedeckt werden sollen, um einer Infektion moeglichst vorzubeugen. In Britischen Notaufnahmen findet dazu selbst Frischhaltefolie Anwendung.
Wenn man nichts anderes zur Hand hat, ist auch ein Verband aus einem aelteren, aber noch intakten Verbandkasten besser als nichts. Dennoch wuerde ich empfehlen, die Haltbarkeitsdaten von Zeit zu Zeit zu ueberpruefen und das Material ggf. auszutauschen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 18.12.13, 16:08 
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Registriert: 01.10.12, 18:22
Beiträge: 99
In Deutschland gilt, dass das außen auf dem Verbandkasten aufgedruckte Datum das "Verfallsdatum" ist.
Spätestens bei einer Verkehrskontrolle oder der Hauptuntersuchung bekommt man Probleme, wenn das Datum überschritten ist.
Begründet wird das Ganze mit der "Keimfreiheit" bei der Verwendung von Kompressen, Binden & Co.. Vom gesunden Menschenverstand her eigentlich ein Unding, denn kein Laie ist in der Lage in nichtsteriler Umgebung eine Wunde auch nur annähernd steril zu versorgen. Ist die Haut schon von Natur her von Krankheitserregern bedeckt, gilt dies wohl umso mehr für eine Unfallwunde.
Trotzdem gilt: einen Verbandkasten mitführen der den gesetzlichen Anforderungen entspricht - dies erspart Ärger und Folgekosten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 18.12.13, 17:48 
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Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
@ Brigitte Goretzky:

Und welche Erfahrungen hat man dort mit diesen "okklusiven" Verbänden gemacht?


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 21.12.13, 16:12 
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Interessierter

Registriert: 15.12.13, 15:54
Beiträge: 18
Hallo

Ani hat geschrieben:
Eine erstgradige Verbrennung brauchst Du gar nicht verbinden. Nimm' eine Aspirin, Ibuprofen, Diclofenac oder was auch immer und gut is'.


Also mal vorweg es hatte doch Blasen gegeben und dann bin ich auf Stufe 2. Weiterhin habe ich von geannten dem Zeug nix. Ich hatte nur meinen Verbandskasten und da steht dann überall drauf, dass es ein Verband ist für eine Wunde, aber eben nicht für was für eine Art Wunde.

Brigitte Goretzky hat geschrieben:
Wenn Sie noch nach Brandsalbe suchen, ist solch ein Kurs wohl 30 bis 35 Jahre ueberfaellig. (Also damals, anno tobac 1983, als ich noch Ausbilder bei einer Hilfsorganisation war, also damals ... gab es schon lange keine Brandsalbe mehr im Verbandkasten. :wink: )


Das kommt in etwa hin. Ich habe nur einen Kurs gemacht und den brauchte ich wegen des Scheins für den Führerschein. Und die Brandsalbe die gab es damals wohl wirklich nur bei meiner Mutter im Verbandskasten. Das hat die immer extra noch reingetan und ein paar andere Sachen auch noch.

Brigitte Goretzky hat geschrieben:
Da hier niemand weiss, ob das das Herstellung- oder das "Mindesthaltbarkeitsdatum" ist, kann die Frage nicht beantwortet werden.


Also ich habe das Ding mal mitgenommen zu einem Experten und der hatte mir eine Sanduhr gezeigt, die aufgedruckt war und meinte: Das ist das Ablaufdatum.

klaus1 hat geschrieben:
Spätestens bei einer Verkehrskontrolle oder der Hauptuntersuchung bekommt man Probleme, wenn das Datum überschritten ist.


Also genau das glaube ich nicht, denn den ersten Verbandskasten hatte ich ohne überprüfung nach ca. 20 Jahren ausgetauscht. Der ist von Wagen zu Wagen mitgenommen worden und das Haltbarkeitsdatum hat in der ganzen Zeit niemanden interessiert.

Ich habe ja auch erst jetzt mal über das ganze Problem nachgedacht, weil ich einen konkreten Anwendungsfall hatte und nicht wußte, was ich tun sollte. Die Angaben in dem Kasten und auf dem Verband jedenfalls waren extrem "dünn".

Wenn ein Pilot eines Flugzeuges einen Notfall hat, dann greift der irgendwo in einen Schrank und holt einen Notfallplan raus und arbeitet den ab. Er hat eine ToDo-Liste, die er schlicht und einfach abarbeitet. Sowas hätte ich in einem Verbandskasten erwartet und nicht einen haufen Päckchen wo nur drauf steht, dass ein Verband drin ist.

Aber vielleicht hatte ich einfach nur zu viel erwartet. Es geht ja nicht darum, dass man im Notfall einem helfen kann, es geht nur darum, dass man Umsätze generiert. Sorry aber das Zeug ist für den Notfall unbrauchbar bis zu Abwinken.

Herzliche Grüße
Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 21.12.13, 19:19 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 2261
Guten Abend,

ich denke mal, da stand nicht "Verband" drauf, sondern entweder steriles Verbandpäckchen oder Fixierbinde oder ähnliches. Die sind dann jeweils für unterschiedliche Zwecke anzuwenden. Beispielsweise kommt nichts unsteriles auf eine offene Wunde.

Diese "Checklisten" gibt es schon - in Form von Schulungsmaterial im Erste-Hilfe-Kurs. :wink:

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 21.12.13, 19:51 
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DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 20:00
Beiträge: 3230
Wohnort: Friesland
Wolfgang-12 hat geschrieben:
klaus1 hat geschrieben:
Spätestens bei einer Verkehrskontrolle oder der Hauptuntersuchung bekommt man Probleme, wenn das Datum überschritten ist.


Also genau das glaube ich nicht, denn den ersten Verbandskasten hatte ich ohne überprüfung nach ca. 20 Jahren ausgetauscht. Der ist von Wagen zu Wagen mitgenommen worden und das Haltbarkeitsdatum hat in der ganzen Zeit niemanden interessiert.

Haengt sehr vom Polizisten oder Pruefer ab. Einige sehen sich den Inhalt an und dessen Verfallsdaten, einige interessieren sich ueberhaupt nicht dafuer, und ich habe mal einen erlebt, der liess einen voll ausgeruesteten RTW durch die HU fallen -weil der kleine gruene Kasten nicht da war und er darauf bestand, Verbandkasten waere nur so ein gruener Kasten, wie er ihn aus dem KFZ-Zubehoer kannte.

Zitat:
Aber vielleicht hatte ich einfach nur zu viel erwartet. Es geht ja nicht darum, dass man im Notfall einem helfen kann, es geht nur darum, dass man Umsätze generiert. Sorry aber das Zeug ist für den Notfall unbrauchbar bis zu Abwinken.

Dem kann ich nur zustimmen. Bei einem lebensbedrohlichen Notfall kann ich das Zeug entweder nicht brauchen (Atemnot, Herzstillstand etc.) oder ich renne nicht erst zum Auto, um es zu suchen (lebensgefaehrliche Arterienblutung).

Anästhesieschwester hat geschrieben:
@ Brigitte Goretzky:

Und welche Erfahrungen hat man dort mit diesen "okklusiven" Verbänden gemacht?

Sehr gute. Einmal sind sich durchsichtig, es kann also der naechste Arzt in der Fachklinik die Verbrennungen begutachten, ohne die Verbaende wieder abreissen zu muessen. Ausserdem scheinen die bei zweit- und drittgradigen Verbrennungen die Schmerzen zu lindern, vermutlich, weil weder Textilien noch Luftzug die Nervenendigungen reizt. Klarsichfolie frisch von der Rolle ist uebrigens steril und hypoallergen. Zur dauerhaften Behandlung eignet sie sich nicht, aber fuer RTW/Notaufnahme/Verlegung in eine Fachklinik ist das Zeug wirklich gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 22.12.13, 16:52 
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DMF-Moderator

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Beiträge: 2261
Danke!


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 22.12.13, 20:17 
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Beiträge: 34
Wohnort: Mitten in Deutschland
Nur mal so ganz ohne die weiteren Post´s zu beachten:

Wunden (gerade so kleine und ich zähle nach Verbrennung 1. Grades wirklich noch zu den KLEINEN Verletzungen) heilt immer noch am besten, wenn man sie belüftet (das ist aus Oma´s Nähkästchen ...).
So eine "Wunde" würde ich gar nicht behandeln ... insofern sich keine anderen Symptome, ..., zeigen ...

Medikamente (usw.) werden auf eigenes Risiko genommen, für kleine Schnitt- und Brandverletzungen eignet sich übrigens auch Jodsalbe (... wie gesagt auf eigenes Risiko) ganz gut (die gibt es i.d. kl. Verpackungseinheit sich für 3 od. 4 Euro i.d. Apotheke ...).


Herzliche Grüße und ein frohes Weihnachtsfest ...
j-h

_________________
Hinweis - §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der Beitrag ist eine allgm. Stellungnahme, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst.
2. Wenden Sie Sich unabhängig zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an einen vertrauten Arzt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 22.12.13, 20:38 
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Registriert: 25.07.12, 13:33
Beiträge: 34
Wohnort: Mitten in Deutschland
Achso, noch eine Frage...

Warum verwenden Sie keine "Hausapotheke"?! Dort kann man Verbrauchsmaterial günstig nachfüllen, ohne den Verbandskasten zu öffnen (Kompressen od. Verbandsmaterial liegt preislich schließlich im Cent-Bereich ...), auch Medikamente/Salben (welche nicht im Erste-Hilfe-Kasten sind ... und dort auch gar keinen Platz haben) können sie dort kühl, gegen Wasser geschützt und vor allem bei Bedarf (etwa Kinder im Haushalt) auch verschlossen aufbewahren ...


Viele herzliche Grüße
j-h

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1. Der Beitrag ist eine allgm. Stellungnahme, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst.
2. Wenden Sie Sich unabhängig zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an einen vertrauten Arzt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 23.12.13, 03:41 
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Registriert: 13.02.07, 09:29
Beiträge: 132
Wolfgang-12 hat geschrieben:
Ich habe ja auch erst jetzt mal über das ganze Problem nachgedacht, weil ich einen konkreten Anwendungsfall hatte und nicht wußte, was ich tun sollte. Die Angaben in dem Kasten und auf dem Verband jedenfalls waren extrem "dünn".

Wenn ein Pilot eines Flugzeuges einen Notfall hat, dann greift der irgendwo in einen Schrank und holt einen Notfallplan raus und arbeitet den ab. Er hat eine ToDo-Liste, die er schlicht und einfach abarbeitet. Sowas hätte ich in einem Verbandskasten erwartet und nicht einen haufen Päckchen wo nur drauf steht, dass ein Verband drin ist.

Aber vielleicht hatte ich einfach nur zu viel erwartet. Es geht ja nicht darum, dass man im Notfall einem helfen kann, es geht nur darum, dass man Umsätze generiert. Sorry aber das Zeug ist für den Notfall unbrauchbar bis zu Abwinken.

Du erwartest von einem "Erste-Hilfe-Kasten" wirklich zu viel, wichtiger ist das der Ersthelfer einen Notruf absetzt bzw. man sich selbst Hilfe organisiert. Welchen Verband er verwendet ist i.d.R erstmal egal - Ein netter Bonus ist vielleicht noch das er weiß wann u. wie er einen Druckverband anlegt. Ich habe es in einem anderen Thread bereits geschrieben.:
pOtH hat geschrieben:
Der Ersthelfer wird ggf. weder das, für die vorliegende Verletzung, geeignete Desinfektionsmittel (z.B. Hautantiseptikum anstatt Wundantiseptikum) haben, ggf. einen Anwendungsfehler machen od. sich für das "falsche" entscheiden... ggf. werden chemiesche Reaktionen hervorgerufen - Ich erinnere nur an Kaliumpermanganat u. Hustensaft - Eine zündende Idee... Dann ist die Wunde aber wenigstens ausgebrannt! ^^
Das selbe trifft natürlich für Verbandmaterial etc. zu - Das kann/darf man ihm aber nicht zum Vorwurf machen... es geht darum "erste Hilfe" zu leisten u. nicht darum die komplette Wundversorgung zu übernehmen.
Es gibt unmengenen an Material die man mitführen bzw. daheim haben müsste - Dann wärs aber kein "Verbandkasten" mehr... sondern eher eine Truhe! ^^

Einen Ersthelfer mit einem Piloten zu vergleichen ist ein bissel über das Ziel hinausgeschossen. Da sollte man lieber einen Piloten mit einem Rettungssanitäter vergleichen - Beide Berufsgruppen haben ihre Routinen, die sie, Situationsbedingt, abspulen.

Wolfgang-12 hat geschrieben:
Also mal vorweg es hatte doch Blasen gegeben und dann bin ich auf Stufe 2. Weiterhin habe ich von geannten dem Zeug nix. Ich hatte nur meinen Verbandskasten und da steht dann überall drauf, dass es ein Verband ist für eine Wunde, aber eben nicht für was für eine Art Wunde.

Bei Verbrühungen/Verbrennungen kann man dem Ersthelfer eig. nur zumuten das betroffene Areal m. steriler Wundauflage abzudecken. Falls möglich vorher zu kühlen (kühles, nicht eiskaltes Leitungswasser; bissel in den Syphon laufen lassen, so das eventuell in der Leitung vorhandene Keime "weggespült" werden"). Die weitere Versorgung sollte der Ersthelfer einem Arzt überlassen.:
pOtH hat geschrieben:
Die Wundreinigung sollte von einer Fachkraft gemacht werden, diese kann die Wundversorgung u. auch das Wundmanagment auf die jeweilige Verletzung abstimmen. Auch ist nur diese "geeignet" den Wundverlauf zu beurteilen u. rechtzeitig (Infektionen, Gewebsnekrosen etc) geeignete (Gegen-)Maßnahmen zu ergreifen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 24.12.13, 12:32 
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Registriert: 15.12.13, 15:54
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Hallo
Brigitte Goretzky hat geschrieben:
Haengt sehr vom Polizisten oder Pruefer ab. Einige sehen sich den Inhalt an und dessen Verfallsdaten, einige interessieren sich ueberhaupt nicht dafuer, und ich habe mal einen erlebt, der liess einen voll ausgeruesteten RTW durch die HU fallen -weil der kleine gruene Kasten nicht da war und er darauf bestand, Verbandkasten waere nur so ein gruener Kasten, wie er ihn aus dem KFZ-Zubehoer kannte.

Nun das sind aber unterschiedliche Aussagen. In einem RTW-Wagen wird offenbar auf den Verbandkaste geschaut, meiner ist übrigens schwarz und von daher wäre ich auch durchgefallen, wenn das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten wurde. Aber vielleicht steht deswegen auf jedem Verband die Din-Norm drauf, damit der Prüfer prüfen kann.
Brigitte Goretzky hat geschrieben:
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.

By the way, das hatte Gott nie versprochen. Die Frau wurde gemacht als Hilfe für den Mann. Und wenn man sich ansieht, wobei sie geholfen hat, dann war es das Sterben. Die Frau ist also die Sterbehilfe für den Mann.
pOtH hat geschrieben:
Du erwartest von einem "Erste-Hilfe-Kasten" wirklich zu viel, wichtiger ist das der Ersthelfer einen Notruf absetzt bzw. man sich selbst Hilfe organisiert.

Dann müsste eigentlich noch ein Handy in den Kasten.
pOtH hat geschrieben:
Ein netter Bonus ist vielleicht noch das er weiß wann u. wie er einen Druckverband anlegt. Ich habe es in einem anderen Thread bereits geschrieben.:

Naja also dafür ist nach meiner Auffassung ein erste Hilfe-Kurs da. Und für sowas brauche ich eigentlich auch keine Anleitung. Ich habe mir selbst mal mit einem Teppichmesser in die Hand geschnitten und dabei eine wichtige Ader erwischt. Ich habe mir einen Druckverband angelegt und bin ins Krankenhaus gefahren, dort wurde es genäht.
j-h hat geschrieben:
Wunden (gerade so kleine und ich zähle nach Verbrennung 1. Grades wirklich noch zu den KLEINEN Verletzungen) heilt immer noch am besten, wenn man sie belüftet (das ist aus Oma´s Nähkästchen ...).

Das weiß ich auch, bei mir zu Hause laufe ich barfuß rum. Aber es ist Winter und dann draußen ständig barfuß laufen, nur damit die Brandblase schneller heilt, das ist auch nicht so spritzig. Da sind m.E. relativ starke Nebenwirkungen zu erwarten.
j-h hat geschrieben:
Warum verwenden Sie keine "Hausapotheke"?!

Nun weil ich bisher immer dachte, der Verbandskasten wäre die Hausapotheke für unterwegs. Also habe ich mir einen Verbandskasten gekauft und der war meine Hausapotheke. Vielleicht war deshalb auch im Verbandskasten meiner Mutter die Brandsalbe drin. Aber ok, ich werde mal Tante Google mit „Hausapotheke“ quälen.
j-h hat geschrieben:
(Kompressen od. Verbandsmaterial liegt preislich schließlich im Cent-Bereich

Das gilt für den RTW, aber doch nicht für $Kunde in $Apotheke. Wenn das mit der Wunde ausgeheilt ist und ich keine weiteren Verbände mehr brauche, dann werfe ich den alten Kasten weg und kaufe mir einen neuen. Dann und nur dann liegen die Kosten für Verbandsmaterial im Cent-Bereich. Ansonsten kostet mir das Nachfüllen mindestens das Doppelte dessen was ein Kasten kostet.
Herzliche Grüße
Wolfgang


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 25.12.13, 21:17 
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Registriert: 30.11.13, 10:08
Beiträge: 21
Also prinzipiell nutze ich den Verbandskasten nur, wenn unterwegs was vorfällt..
Ich werfe auch immer noch extra Pflaster und Cremes rein - unter anderem Sportgel, da ich viel Sport mache.

Für die Wohnung würde ich aber eher eine Hausapotheke anlegen. Da braucht man ja ganz andere Sachen.
Im Fall der Verbrennung z.B eine Brandsalbe für die erste Hilfe und den entsprechenden Verband und dann eben ein Termin beim nächsten Arzt oder Notdienst.
Das ganze fällt glaube ich unter den Begriff "Hausapotheke" :D
Da gibt es sogar ganze Set's im Laden zu kaufen - eben genauso wie ein Set fürs Auto, nur eben auf die häuslichen Bedürfnisse abgestimmt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verbandskasten was nun?
BeitragVerfasst: 26.12.13, 22:10 
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Registriert: 06.08.13, 13:05
Beiträge: 1152
Ich verfolge das hier schon eine Weile und habe mir mal "Brandsalbe" mitnotiert. Ich habe sowas noch nie gehört oder gelesen. Ich habe immer einen riesen Zauber um meine Hausapotheke gemacht und zum KFZ-Verbandskasten (auch wenn ich keines führe) gekauft und eben zur Ergänzung einiges hinzubestellt. Ich war auch immer unsicher was die Keimfreiheit betrifft,wenn das Zeug schon älter ist. Für unterwegs habe ich ein kleineres Täschchen dafür (wegen der Kinder und mir) und das allernötigste. Dreieckstuch, Verbandzeug, kleine Schere, Pflaster und auch Blasenpfaster und Zeckendingens zum Herausheben.


In der Hausapotheke ist ja noch zusätzlich ein Fieberthermometer, Zinksalbe, Erkältungsmittel wie Hustenbonbons (aus der Apotheke, dessen Namen hier nicht genannt wird) etc.
Der Rest ist halt meine Medikamentenbatterie.

Ich habe durch meinen Job schon "Verbandskästen" gesehen, die A schwer erreichbar waren und paar Streifen Pflaster drinnen waren 8)

In meinenn erste Hilfekursen habe ich zwar gelernt wie verbunden, gelagert und beatmet wird, aber kaum noch behalten was noch wofür gut ist, zumal selten eine deutsche Beschreibung drauf ist. Also halt nach Gefühl und ein paar Fetzen aus den Kursen. Muss eh noch nachrüsten :mrgreen:

wichtig ist doch, DASS geholfen und schnell Hilfe gerufen wird (also telefonisch^^)

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"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)


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