Wann darf man den Notruf wählen

Moderator: DMF-Team

Noreia
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 19
Registriert: 20.11.13, 19:55

Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Noreia » 22.11.13, 17:03

Hallo,

ich habe ab und an sehr schlimme Schmerzen, wie Messerstiche. Diese Schmerzen sind oft im Rücken und Brustkorb, Hals und Kiefer. Mein Herz ist soweit in Ordnung, dies wurde abgeklärt. Ich möchte jetzt auch gar nicht so ausschweifen mit Erklärungen, die für diese Frage wahrscheinlich uninteressant sind.

Meine Frage nun an euch/Sie ist, wenn ich irgendwann mal so schlimme Schmerzen haben sollte und meine Schmerzmittel nicht helfen, darf ich dann den Notruf wählen? Bekomme ich dann Hilfe oder muss ich es einfach irgendwie aushalten? Und vor allem wird dann auch etwas getan das die Schmerzen aufhören und wird dann auch nach der Ursache gesucht? Ich muss so blöd fragen, durch diverse negative Erlebnisse.

Gruß
Noreia

Lizard
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 294
Registriert: 30.09.04, 19:04

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Lizard » 22.11.13, 20:10

Selbstverständlich dürfen Sie, wenn Sie es für nötig halten, den Notruf wählen.
Dennoch macht es doch bestimmt mehr Sinn nach den Ursachen Ihrer Schmerzen zu suchen bevor es überhaupt soweit kommt oder?

Alles Gute! :)

Lizard
Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Noreia
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 19
Registriert: 20.11.13, 19:55

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Noreia » 23.11.13, 11:57

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort.

Sicher macht es Sinn vorher nach der Ursache zu forschen bevor es wieder so schlimm wird. Allerdings hilet das leider bisher niemand für wichtig :(. Weder in der Klinik, noch mein Hausarzt.
Und aus diversen Gründen ist mein Vertrauen in Ärzte leider auf den Nullpunkt, weshalb ich hier auch diese, vielleicht blöde Frage, stellen musste.
Das Problem ist einfach nur, das ich mich gar nicht traue ärztliche Hilfe zu suchen. Auch wenn ich nachts um 2 Uhr von so schlimmen Schmerzen aufwache, das ich mir wünschte lieber zu sterben als diese noch weiter auszuhalten.

Jedenfalls danke ich Ihnen für Ihre Meinung und Rat!

Grüße
Noreia

Ani
DMF-Mitglied
Beiträge: 96
Registriert: 04.02.05, 17:48
Wohnort: Münsterland

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Ani » 24.11.13, 15:04

Dir sollte klar sein, daß es danach aber in's Krankenhaus geht. Einen ambulanten Schmerzservice gibt es über den Notruf nämlich nicht. Wir stellen auch keine Rezepte aus oder machen Gesprächstherapie.
Und Du solltest Dir überlegen, ob Du möglicherweise nicht selber das Krankenhaus aufsuchst, sofern Du die Möglichkeit hast. Der Rettungsdienst ist kein Serviceunternehmen mit Taxileistungen, sondern sollte nur für wirkliche Notfälle angefordert werden. Vor allem, wenn die Schmerzen wiederholt auftreten, kann man sich gut Strategien überlegen.
kritisch, provokant, authentisch

Noreia
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 19
Registriert: 20.11.13, 19:55

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Noreia » 25.11.13, 16:21

Hallo
Mag sein das ich vielleicht ein bisschen überreagiere was Ihre Antwort, Ani, angeht. Aber ich muss Ihnen dennoch etwas dazu antworten.

Mir ist sehr wohl klar das ein Rettungsdienst kein Taxiunternehmen ist!!! Kommt mir gerade vor, als wären Sie der Meinung, das ich bei Kleinigkeiten den Notruf wählen würde.
Ich weiß, das es leider Menschen gibt die wirklich wegen minimalen Wehwehchen den Rettungsdienst anfordern. Aber zu denen zähle ich mit Sicherheit nicht! Und es geht bei mir auch nicht um leichte Kopfschmerzen o.ä.! Desweiteren weiß ich das es danach ins Krankenhaus geht. Ein paar Gehirnzellen besitze ich noch. Ihr "Ton" Ani, in Ihrer Antwort habe ich nicht verdient. Ich habe freundlich und sachlich eine Frage gestellt, weshalb ich nicht verstehen kann und will, wieso Sie mir so bissig antworten. Hinter jedem geschriebenen Text sitzt ein Mensch mit Gefühlen. Aber nun ja...

Ich fühle mich gerade angegriffen und teilweise macht mich dies auch traurig.
Ich habe hier diese Frage nur gestellt, für alle Fälle. Dies heißt jedoch nicht, das ich dies auch tun werde. Es war eine reine Informationsfrage.
Aber durch Ihre Antwort Ani, werde ich lieber sterben bevor ich den Notruf wähle.


Noreia

Anästhesieschwester
DMF-Moderator
Beiträge: 2302
Registriert: 20.05.07, 08:00

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Anästhesieschwester » 26.11.13, 08:45

Guten Morgen noreia,

ich glaube, Ani hat in ihrem Berufsleben einfach schon zu viele solcher Fälle erlebt. Das heißt natürlich nicht, dass Sie Ihnen persönlich solch ein Verhalten vorwirft Wie auch, Sie kennt Sie ja gar nicht.
Selbstverständlich können und sollten Sie in einer solchen Schmerzsituation den Notruf wählen (lassen). Eine Bekannte von mir war in einer ähnlichen Situation wie Sie und Sie hat dann darauf bestanden, mal in eine andere Klinik als bisher eingeliefert zu werden - und siehe da: hier erfolgte eine ordentliche Diagnostik und Therpie.

Alles Gute!
Gruß
Die Anästhesieschwester

j-h
DMF-Mitglied
Beiträge: 34
Registriert: 25.07.12, 13:33
Wohnort: Mitten in Deutschland

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von j-h » 26.11.13, 09:13

Sehr geehrter Themenstarter.


Der Notruf ist dafür da, dass man sich bei akuten medizinischen Problemen / Erkrankungen Hilfe holen kann ohne selbst ins Krankenhaus zu fahren ... Es ist bei Ihren beschriebenen Symptomen mit unter schon empfehlenswert, sich nicht selbst hinter´s Lenkrad zu setzen und selbst den Weg auf sich zu nehmen.

Wenn die Schmerzen für Sie unerträglich sind, haben Sie natürlich das Recht (!!!) dazu den Notruf zu wählen und das Anrecht auf eine medizinische Versorgung vor Ort (ZU JEDER TAGES- UND NACHTZEIT!!!). Bei den von Ihnen im ersten Post geschilderten Symptomen wird eigentlich in jedem Falle ein Notarzt mit hinzugezogen - welcher Ihnen auch ggf. Schmerzmedi´s verabreichen kann (was der RA / RS vom RTW nicht dürfen!).

Meine Meinung ist, dass es keine unberechtigten Einsätze gibt ...!!!!


Viele Grüße
J-H
Hinweis - §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
1. Der Beitrag ist eine allgm. Stellungnahme, ausgehend von Ihrer Anfrage mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst.
2. Wenden Sie Sich unabhängig zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an einen vertrauten Arzt!

jaeckel
Administrator
Beiträge: 7514
Registriert: 15.09.04, 09:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von jaeckel » 26.11.13, 12:54

Es muss unterschieden werden in
a) Rettungsdienst / Notarzt: In der Regel sind diese Rettungsmittel zum Transport in die Klinik, ggf. mit Arztbegleitung geeignet, und
b) den ärztlichen Notdienst oder Bereitschaftsdienst, der für ambulante (Schmerz-)Behandlung zuständig ist, aber im Notfall natürlich auch in die Klinik einweisen darf.

Wichtig: der Notarzt unter a) darf keinerlei (Schmerzmittel-) Rezepte ausstellen. Schon daraus läßt sich die Trennlinie der derzeitigen Versorgungsdualität herauslesen.
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

Lizard
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 294
Registriert: 30.09.04, 19:04

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Lizard » 26.11.13, 14:27

Ich denke man kann die Situation des Threadstarters hier nicht vollständig überblicken.
Wenn jemand angibt unerträgliche Schmerzen zu haben, ist es legitim den Notruf zu wählen. Man kann von Laien m.E. nicht unbedingt erwarten in einer solchen Situation eine Differenzierung der Art des Notfalls vorzunehmen.
Der latente Vorwurf des Mißbrauchs des Notrufs ist ebenfalls unangebracht.
Hinweis unter Bezug auf §7(3) der Berufsordnung für Ärzte:
Mein Beitrag ist eine Stellungnahme, die auf den vorliegenden Angaben beruht. Sie ersetzt aber nicht die persönliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.

Noreia
Topicstarter
Interessierter
Beiträge: 19
Registriert: 20.11.13, 19:55

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von Noreia » 26.11.13, 15:41

Hallo,

ich danke Ihnen allen erstmal für Ihre Antworten!

Ich hatte mich in meinem ersten Post vielleicht etwas verwirrend ausgedrückt, was die Hilfe gegen Schmerzen angeht. Das ein Rettungsdienst mir keinerlei Medikamente verabreicht ohne Notarzt etc. ist mir vollkommen bewusst. Es war eher so gemeint, das mir dann in der Klinik geholfen wird.
Meine letzte, und für mich erste, Erfahrung mit einer Klinik ist leider nicht positiv gewesen. Ich hatte dort das Gefühl man müsste wirklich kurz vor dem sterben sein, damit einem geholfen wird. Zumal die zuständigen Ärzte etc. von meiner kürzlich festgelegten Diagnose wussten. Deswegen die von mir gestellte Frage. Einfach nur als kleine Erklärung für Sie.

Sie haben alle auf jeden Fall meine Fragen beantwortet und ich danke Ihnen nochmals dafür :)

Nette Grüße
Noreia

DaniRA
DMF-Mitglied
Beiträge: 56
Registriert: 07.05.07, 16:24
Wohnort: Sachsen

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von DaniRA » 02.12.13, 10:57

Hallo Noreia,
vielleicht tun ein paar Infos zu Ihrer Problematik doch was zur Sache. Das sie den Notruf wählen dürfen, steht ja ausser Frage.
Nur schreiben Sie , das Sie die Schmerzen schon öfters hatten. Da kann man doch auch eine Abklärung vorher machen, evtl. Hausarzt wechseln usw.
Wenn der Rettungsdienst/Notarzt Sie dann fragt-ob die Scherzen schon öfters hatten und was diagnostiziert wurde, da kann es schon von verständnisvollen bis hin zu "was wollen wir da hier" Reaktionen reichen...Das sagt uns "Strassenrettern" leider die Erfahrung. Machen Sie eine ordentliche Abklärung, bevor es schlimm wird und der Notarzt gebraucht wird. Und nicht alle Erkrankungen sind organischen Ursprungs...
Grüsse

klaus1
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 102
Registriert: 01.10.12, 18:22

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von klaus1 » 18.12.13, 16:27

Mit der Abklärung ist es so eine Sache. Ich habe ebenfalls in unregelmäßigen Abständen mit einem Engegefühl verbundene Schmerzen in der Brust. Selbst regelmäßige internistische Betreuung einschl. Herz- und anderer Spezialultraschalluntersuchungen brachten kein Ergebnis.
Was also unternehmen? Den Notruf wählen oder nicht? Zu 99 % wird man wieder nichts finden und man fühlt sich als Simulant hingestellt. In dem verbleibenden einem Prozent stellt man doch fest, dass das Ganze Vorboten eines Herzinfarkts waren.
Der Mensch hat im Gegensatz zum Auto nun mal den "Nachteil", dass er keinen Fehlerspeicher besitzt, den man mit einem Diagnosegerät einfach auslesen kann.
Was die Bemerkung
Und nicht alle Erkrankungen sind organischen Ursprungs..."
betrifft, darüber kann ich leider nicht einmal mehr schmunzeln. Sagen Sie einem Internisten, der komplett auf Laborwerte gebürstet ist, dass der Mensch auch noch eine psychische Seite hat. Was meinen Sie, was Sie da zur Antwort bekommen?

jaeckel
Administrator
Beiträge: 7514
Registriert: 15.09.04, 09:49
Wohnort: Bad Nauheim

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von jaeckel » 18.12.13, 17:51

klaus1 hat geschrieben:Selbst regelmäßige internistische Betreuung einschl. Herz- und anderer Spezialultraschalluntersuchungen brachten kein Ergebnis.
Sorry, aber da unterliegen Sie einem Mißverständnis, was man immer wieder liest. Ein Ausschluß einer Koronaren Herzerkrankung ist nicht "kein" Ergebnis sondern ein gutes! Bei solchen Beschwerden geht man grundsätzlich stufenmäßig vor und eskaliert bis ein Nachweis oder ein Ausschluß der Diagnose vorliegt anstatt im Nebel zu stochern (EKG, Belastungs-EKG, ggf. Myokardszintigraphie, ggf. Herzkatheter, ggf. Revaskularisation). Übrigens wissen auch Internisten, dass es eine Psyche gibt. :christmas
Alles Gute!

Herzlichen Gruss
Ihr

Dr. med. Achim Jäckel
Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Nephrologie
Intensivmedizin, Notfallmedizin, Hypertensiologe (DHL)

klaus1
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 102
Registriert: 01.10.12, 18:22

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von klaus1 » 19.12.13, 16:06

Vielen Dank für Ihre Information zur Herzdiagnostik, Herr Dr. Jäckel.
Wobei sich für den Laien trotzdem immer wieder die Frage stellt, wählt man in den oben geschilderten Situationen den Notruf oder nicht?
Was die Internisten und die Psyche des Patienten betrifft - ja auch da gibt es wie überall im Leben solche und solche.
Leider auch welche, die den Gesamtzustand eines Menschen auf Laborwerte reduzieren, aber vielleicht liegt das auch in der Natur ihres Fachgebietes. Laborwerte sind nun einmal feste, belastbare Größen im Gegensatz zur ominösen Psyche, die in ihrer Gesamtheit wesentlich schwerer (wenn überhaupt) einschätzbar ist.

AndyMaus
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied
Beiträge: 160
Registriert: 19.05.09, 14:45
Wohnort: Schloß Holte-St.

Re: Wann darf man den Notruf wählen

Beitrag von AndyMaus » 19.12.13, 19:40

Hallo zusammen,
also ich überlege auch immer wieder ob ich den Rettungsdienst rufe oder nicht, weil ich allergisch auf Mücken reagiere und einen anaphylaktischen schock bekomme.
Ich nehme meine Medis und dann hat mich sonst mein Verlobter immer gefahren.
KH ist 20 min weg.
2 mal habe ich aber den Rettungsdienst gerufen bzw lassen.
Beide male bin ich in ein anderes KH gebracht worden und weder die vom Rettungsdienst noch die Ärzte haben mir im 1. moment geglaubt bzw haben es auf die Medis geschoben :cry:
was ich aber verstehen kann weil ich kenne keinen der so reagiert.
Aber da es jetzt von Stich zu Stich immer schlimmer wird, werde ich jetzt immer den Rettungsdienst rufen und solange wie ich es dann noch kann versuchen sie zu überzeugen das es nicht von den Medis kommt.
Ich habe mich immer erst von meinem Verloten fahren lassen weil mir keiner beim 1. Vorstellen in der Notaufnahme geglaubt hat aber jetzt habe ich mein " stamm Krankenhaus" dort fahren wir immer hin, die kennen mich :(

mfg AndyMaus
Ich schreibe nur das was ich weiß aber das es 100% richtig ist kann ich nicht versprechen, bin auch nur ein Mensch!!!

Antworten