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BeitragVerfasst: 19.03.13, 14:45 
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Beiträge: 7270
Wohnort: Bad Nauheim
Erste Hilfe am Unfallort: Richtig helfen kann nur jeder Dritte /
Was tun, wenn jede Sekunde zählt? / Europaweite Umfrage von ADAC und
DRK deckt Defizite bei Autofahrern auf


Deutschlands Autofahrer sind häufig davon überzeugt, im Ernstfall
Erste Hilfe leisten und damit eventuell Leben retten zu können. Die
Realität sieht leider anders aus - um die tatsächlichen Erste
Hilfe-Kenntnisse ist es nicht gut bestellt. Das ist das Ergebnis
einer EuroTest-Umfrage, die der ADAC und das Deutsche Rote Kreuz
(DRK) gemeinsam durchgeführt haben. Zwar trauten sich rund 73 Prozent
der Befragten zu, am Unfallort Erste Hilfe-Maßnahmen einleiten zu
können. Aber: Nur 33 Prozent von ihnen kannten alle erforderlichen
Erstmaßnahmen am Unfallort. Mit 46 Prozent wusste knapp die Hälfte
der Autofahrer einen Verletzten in der Seitenlage zu stabilisieren,
41 Prozent wussten, was bei Atemstillstand zu tun ist. Nur jeder
Fünfte (20 Prozent) war in der Lage, die lebensrettende
Wiederbelebung korrekt durchzuführen. Kein Wunder: Bei der Mehrzahl
der Befragten (38 Prozent) lag der letzte Erste-Hilfe-Kurs bereits
mehr als zehn Jahre zurück.

Über die Hälfte der Verkehrstoten auf Europas Straßen sterben
innerhalb der ersten Minuten nach einem Unfall. Diese Zahl könnte
deutlich geringer sein, wenn Autofahrer in diesen wichtigen Minuten
effektiv Erste Hilfe leisten könnten. ADAC und DRK appellieren an die
Autofahrer, regelmäßig ihre Kenntnisse aufzufrischen. ADAC Präsident
Peter Meyer: "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass im
Ernstfall jeder von uns auf erste, lebensrettende Maßnahmen von
anderen Verkehrsteilnehmern angewiesen sein kann. Vor diesem
Hintergrund sind Erste-Hilfe-Kenntnisse eine Selbstverständlichkeit,
die nicht nur die wertvolle Zeit bis zum Eintreffen der
Rettungskräfte überbrücken, sondern auch die gesundheitlichen Folgen
eines Unfalls mindern können." Die Politik ist laut Meyer aufgerufen,
für mehr Aufklärung zur Ersten Hilfe zu sorgen. Zudem sollten alle
Hilfsorganisationen mehr kompakte Auffrischungskurse auf freiwilliger
Basis für Autofahrer anbieten.

DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters sagt: "Ein Erste-Hilfe-Kurs im Leben
ist viel zu wenig. Das Gelernte ist in wenigen Jahren vergessen - und
man steht im Notfall hilflos da. Deshalb sagen wir: Alle fünf Jahre
müssen Erste-Hilfe-Kenntnisse aufgefrischt werden. Das geht schnell,
ist günstig - und macht Spaß. Und es gibt das gute Gefühl, beim
nächsten Notfall ein Anpacker, statt ein Hilfloser sein zu können.
Als sichtbares Zeichen für diese Botschaft veranstaltet das DRK am
kommenden Samstag, dem 23. März, bundesweit einen 'Aktionstag Erste
Hilfe'."

Im europäischen Vergleich lagen die Deutschen der aktuellen Umfrage
zufolge immerhin an der Spitze im Wissen um die Erstmaßnahmen am
Unfallort. Die Portugiesen zeigten sich am sichersten bei der Frage,
wie man den Zustand eines Verletzten kontrolliert. Die Tschechen
waren bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung, die Kroaten bei der
Seitenlage am besten.

Zusammenfassend herrscht in puncto Erste-Hilfe-Kenntnisse in ganz
Europa ein ähnliches Bild wie in Deutschland: Zwei Drittel der
europäischen Autofahrer (66 Prozent) trauten sich zwar zu, Erste
Hilfe zu leisten, aber nur rund 18 Prozent wussten, was sie wirklich
tun müssen, wenn sie als Erster an einem Unfallort sind. Unsicherheit
herrschte insgesamt vor allem bei komplexen, lebenswichtigen
Maßnahmen wie etwa der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Besonders
erschreckend war, dass mehr als 71 Prozent der befragten Autofahrer
nicht wussten, wie man den Zustand eines Verletzten korrekt
kontrolliert. Knapp die Hälfte der Befragten hätte demzufolge
vergessen, die Atmung zu checken.

Befragt wurden je 200 Autofahrer in Belgien, Dänemark, Deutschland,
Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Portugal, der
Schweiz, Serbien, Slowenien, Spanien und Tschechien. Zu beantworten
waren insgesamt zehn Fragen, zwei davon mit praktischen Anwendungen.
Durchgeführt wurde die Befragung in Innenstädten, auf belebten
Parkplätzen oder an Rastanlagen.

Die detaillierten Umfrageergebnisse sind unter http://presse.adac.de
und www.drk.de/presse nachzulesen.

Diese Presseinformation und Infografiken finden Sie auch online unter
presse.adac.de und drk.de/presse. Folgen Sie uns auf Twitter unter
twitter.com/motorwelt und twitter.com/roteskreuz_de.

Vor Beginn der Sommerferien werden vom DRK in Zusammenarbeit mit dem
ADAC Auffrischungskurse angeboten. Informationen dazu sind unter
www.drk.de/erstehilfe nachzulesen.

Über den ADAC:

Mit über 18 Millionen Mitgliedern ist der "Allgemeine Deutsche
Automobil-Club" der zweitgrößte Automobilclub der Welt. Als führender
Dienstleister trägt der ADAC wesentlich dazu bei, Hilfe, Schutz und
Sicherheit in allen Teilbereichen des mobilen Lebens sicherzustellen.
Dabei handelt der ADAC nach dem Leitsatz "Das Mitglied steht im
Mittelpunkt!" und überzeugt in erster Linie durch die Kompetenz und
Servicebereitschaft seiner Mitarbeiter sowie die Qualität und
Fairness seiner Produkte und Dienstleistungen.

Über das Deutsche Rote Kreuz:

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist mit rund 3,5 Millionen Mitgliedern
und rund 400.000 Ehrenamtlichen sowie rund 140.000 hauptberuflich
Beschäftigten eine der größten und leistungsfähigsten
Hilfsorganisationen in Europa und Teil einer weltweit einzigartigen
Bewegung, die es in 188 Ländern mit rund 100 Millionen Mitgliedern
gibt. Mit 14.000 ehrenamtlichen Lehrkräften bildet das DRK jährlich
rund 1,3 Millionen Menschen in Erster Hilfe aus und ist damit größter
Anbieter in diesem Bereich.

Pressekontakt:
ADAC Öffentlichkeitsarbeit
Externe Unternehmenskommunikation
Katrin Müllenbach-Schlimme
Tel.: +49 (0) 89/7676 2956
E-Mail: katrin.muellenbach-schlimme@adac.de


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BeitragVerfasst: 19.03.13, 20:05 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 05.06.11, 08:52
Beiträge: 1163
Gibt es da nicht die Möglichkeit es von Gesetzeswegen verpflichtend zu machen?
Es gibt doch für fast alles Gesetze.
Oder die Möglichkeit dass die KK diesen Kurs bezahlt/ bezuschusst?
Es muss doch nicht zwangsläufig von den Automobilclubs getragen werden. Schließlich passieren ja auch im Haushalt genügend schwere Unfälle, und jemand der nie einen Führerschein gemacht hat, hat sehr wahrscheinlich auch nie einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht.
Und ich glaube nicht dass die Menschen von sich aus auf die Idee kommen zum DRK zu gehen und einen Kurs machen. Jedenfalls nicht wenn sie sich dafür nicht interessieren oder selbst schon einmal in einer solchen Situation waren.

Jule

_________________
Wer kämpft, kann verlieren!
Wer nicht kämpft, hat schon verloren!

(Brecht)


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BeitragVerfasst: 20.03.13, 09:14 
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Interessierter

Registriert: 18.03.13, 12:36
Beiträge: 5
Erschreckende Zahlen. Wenn ich nur dran denke, dass ich bei einem Unfall so gut wie ausgeliefert wäre.
Ich wäre auch dafür, dass da gesetzlich etwas gemacht werden muss.
Das die Krankenkassen die Kosten übernehmen, ist eine gute Idee. Sollten sie die nicht übernehmen, ist es glaube ich nicht falsch den Preis für die Auffrischungskurse billiger zu machen, obwohl ein Menschenleben mehr Wert ist als 30 bis 40 Euro.


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BeitragVerfasst: 29.03.13, 14:25 
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DMF-Moderator

Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Leider treffen die Zahlen auf den gesamten deutschsprachigen Raum zu.
Neben den Programmen für Erwachsene, ist ein wesentlicher Punkt die Kinder- und Jugendausbildung.

Im Bereich der Erwachsenen wird wohl nur mit viel Meinungsbildung durch Öffentlichkeitsarbeit und wahrscheinlich einer gewissen Verpflichtung für Führerscheinbesitzer und über die Wirtschaft im Sinne verpflichtender Ausbildung betrieblicher Ersthelfer, etwas zu erreichen sein.

Kinder lernen spielerisch, es gibt schon sehr gute lokale Projekte durch die Hilfsorganisationen, Erste Hilfe in den Schulen zu vermitteln. Mit etwas staatlicher Unterstützung könnte dies fix in den Lehrplan integriert werden. Damit wäre längerfristig eine entsprechende Breitenwirksamkeit gegeben.

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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