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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Frage an alle Rettungsdiensler...
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 Betreff des Beitrags: Frage an alle Rettungsdiensler...
BeitragVerfasst: 16.02.05, 20:36 
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Registriert: 16.02.05, 20:23
Beiträge: 112
Wohnort: Düsseldorf
Hallo....

Also....Folgene Situation: Patientin 14 Jahre,kollabiert und 3 minuten nicht ansprechbar,beim eintreffen des RTW allerdings wieder ansprechbar und orientiert,außer Herzrasen und etwas schwindel keine weiteren Symptome. Der RD hat RR und BZ gemessen(RR 140/90 und BZ 79).Hättet ihr sie mit ins KH genommen oder zuhause gelassen?
Die Patientin wurde zuhause gelassen und geraten in den nächsten Tagen zum Hausarzt zu gehen,war das richtig?

Danke im vorraus für Antworten


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 16.02.05, 21:55 
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Beiträge: 983
Hallo Malteser !

Zitat:
außer Herzrasen und etwas schwindel


Damit eröffnet sich ja ein breites Feld für Spekulationen :D

* Sinustachycardie bei Z.n. orthostatischer Dysregulation
* Pulmonalembolie mit konskutiver Tachycardie
* AV - Reentry Tachycardie
* WPW- Tachycardie
* cerebraler Krampfanfall

(Alle angeführten Differentialdiagnose bei weiblichen Patientinen zwischen 12 und 16 a selbst erlebt !)

Habt Ihr ein EKG geschrieben ?

Außenanamnese:
* Krampfanfall ?
* Dauer der Bewußtlosigkeit glaubwürdig ?


Richtig oder Falsch ?

Kann ich so auch nicht sagen, ...

:?:

Gruß

Erschwendtner

PS.: Habe beim Surfen kurz das Kinderforum besucht, und was fand ich da ..

Zitat:
Hallo,

Bei mir wurde vor fast einem Jahr eine Hypertonie diagnostiziert.Die Ursache ist bis heute unbekannt.
Der Arzt verordnete mir Betablocker(nur 2,5mg/tag),was anfangs auch gut klappte.
Nach ca. 5 Wochen hatte ich trotz der Medikamente 180/100,wo ich dann vom Notarzt etwas gegen den hohen Blutdruck bekam.Daraufhin erhöte mein Arzt die Dosis auf 5mg/Tag.Es ging nun eine ganze Weile gut,doch letztens bekam ich plötzliches Herzklopfen,Schwindel,Kopfschmerzen,Engegefühl in der Brust und Augenflimmern,daraufhin hat ein Freund meinen Blutdruck gemessen,da hatte ich 185/90.Ich hatte einfach ein paar Stunden gewartet bis es von alleine weggeht,was aber nicht klappte.
Was soll ich in so einer Situation machen?
Ich wurde schon komplett Kardiologisch Untersucht(Ruhe EKG,Belastungs EKG,Langzeit EKG,Langzeit Blutdruck messen) auch die Niere&Schilddrüse wurden untersucht,alles ohne Befund. Psychische Ursachen vermute ich auch nicht,da ich eigentlich nicht extrem viel Stress oder sonstige Probleme habe.
Außerdem hatte ich vor einer Woche eine unklare Synkope(3 min. nicht ansprechbar),allerdings war da der RR ganz normal,und ich fühlte mich danach nicht irgentwie schlecht oder so.


Woran kann das alles liegen?
mit 14 Jahren Betablocker,das muss doch auch nicht sein!! Was soll ich in so einer Situation machen?
Mir wurde gesagt ich soll sofort den Notarzt rufen,aber das ist doch auch nicht richtig?
wer kann mir helfen?


Solche kleinen Informationen könnten doch beim beantworten weiterhelfen ....

Also stelle ich jetzt eine Frage zurück: "Warum wollten Sie nicht mitfahren und fragen sich jetzt, ob das richtig oder falsch war ?

Gruß

Erbschwendtner

_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
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DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und präklinische Notfallmedizin


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 Betreff des Beitrags: AW
BeitragVerfasst: 17.02.05, 17:05 
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Beiträge: 112
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Hallo,

Also erstmal Danke für die Antwort. Nein,ein EKG wurde nicht geschrieben.

Außenanamnese:
* Krampfanfall ?
* Dauer der Bewußtlosigkeit glaubwürdig ?

Wie ist das gemeint mit "Dauer der Bewusstlosigkeit glaubwürdig?" ? Wie gesagt,laut den Eltern waren es ETWA 3 minuten.


"Warum wollten Sie nicht mitfahren und fragen sich jetzt, ob das richtig oder falsch war ?"

Ich bin ein Bekannter von ihr und sie hat mir das ganze so geschildert,allerdings wusste ich selbst keine Antwort darauf und dachte mir das evtl hier jemand bescheid weiß :wink:


Gruß, Malteser


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 Betreff des Beitrags: downcase
BeitragVerfasst: 18.02.05, 18:37 
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Registriert: 18.02.05, 18:27
Beiträge: 418
für mich ne klare sache:
bei einer mehrminütigen bewusstlosigkeit wird jeder erst einmal hospitalisiert bis zumindest gefährliche ursachen ausgeschlossen sind. ich halte dabei die bewusstlosigkeit für das deutlich alarmierendere symptom als die palpitationen. wie glaubwürdig die angaben über die dauer der bewusstlosigkeit nun sind, halte ich auch für relativ wenig entscheidend, denn allein die möglichkeit, dass es wirklich zutrifft, reicht für eine klinikeinweisung aus.

Zu den genannten diff-diagnosen:
orthostatische dysregulation führt üblicherweise nicht zu 3 minuten bewusstlosigkeit.
wpw-tachykardien sind av-reentry-tachykardien (sorry für die klugscheisserei) und führen eigentlich normalerweise auch nicht zur bewusstlosigkeit.

Ich bin nicht sicher, ob man das "herzrasen" (wie schnell war es denn nun eigentlich) wirklich zwingend in dem sinne interpretieren muss, dass es sich um eine primär kardiozirkulatorische synkope gehandelt haben muss. wenn einer aus zirkulatorischen gründen 3 minuten bewusstlos bleibt, dann muss er schon eine sehr schwere kreislaufstörung haben.
intoxikationen und nicht-konvulsive anfälle wären noch differentialdiagnosen. die frag nach fokalen (und anderen) neurologischen zeichen wäre interessant.

grüße

downcase


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20.02.05, 21:11 
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Registriert: 30.01.05, 10:41
Beiträge: 983
Hallo Malteser !

Zitat:
Wie ist das gemeint mit "Dauer der Bewusstlosigkeit glaubwürdig?" ? Wie gesagt,laut den Eltern waren es ETWA 3 minuten.


Naja Zeitempfinden ist etwas sehr subjektives. Als ich letzhin privat zu einem Unfall kam, dachte ich mir, wo bleibt die Rettung solange, das hat mindestens 10 Minuten gedauert bis die da waren.

Als Insider habe ich Zugang zur EDV und konnte die Einsatzzeiten abfragen, es waren genau 6 Minute.

Um so eher werden die subjektiv geschätzten Zeiten von Angehörigen meist viel zu hoch angesetzt. Daher die Frage wie objektivierbar die Zeit war.

In meiner ersten Antwort habe ich das Posting, welches mit Ihrem Login geschrieben wurde und auch mit Malteser unterschrieben war, als Anhang kopiert. Daher frage ich mich einfach, sind es da wirklich zwei Personen ?

Bei der medizinischen Vorgeschichte muß man die Situation einfach komplexer sehen. Also stationäre Einweisung zur Abklärung und bei Verweigerung Unterschrift nach Aufklärung durch die Erziehungsberechtigten.

Sollte es noch nicht erfolgt sein, empfehle ich dringend eine entsprechende Abklärung.

Gruß

Erbschwendtner

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Dr.Ch. Erbschwendtner
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BeitragVerfasst: 24.02.05, 16:14 
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Beiträge: 194
Wohnort: Hamburg
Hallo Forum,

interessanter Fall in dem der RettAss (evtl. auch RettSan auf dem KTW) auf sich alleine gestellt ist. Was hier in diesem Fall von Malteser als positiv dargestellt wird (die persönliche Verbindung zur Pat.) empfinde ich eigentlich als Nachteil. Das hat mehrere Gründe, u.a.:
- Gerade bei weiblichen Pat. in diesem Alter ist das Schamgefühl sehr ausgeprägt. Was mir evtl. die Anamneseerhebung und Untersuchung erschwert, möglichweise sogar unmöglich macht.

Bei weiblichen Pat. in diesem Alter sind natürlich auch andere Erkrankungen wie die o.g. nicht auszuschließen. Wie sieht es aus mit der Menstruation (evtl. erstmalige oder stärker wie sonst), evtl. Schwangerschaft (wird die Pat. wahrscheinlich nicht zugeben wenn sie den "Fragenden" persönlich kennt). Hyperventilation?

Man kann als dritter nicht in eine solche Notfallsituation hineinschauen, geschweige denn "mitfühlen" was z.B. auf der nonverbalen Ebene geschieht.

Wenn die Eltern einen halbwegs abgeklärten und zuverlässigen Eindruck machen finde ich das Vorgehen OK. Man könnte sich auch überlegen die Pat. selbst (nach Rücksprache) zum HA zu transportieren wenn man eine KH-Einwesung für unnötig hält.

MfG Thomas


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.02.05, 05:47 
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Beiträge: 32
Wohnort: Österreich
hallo malteser!

richtig, falsch, von der ferne schwierig, eigentlich unmöglich. mädchen in diesem alter, kann viel sein und ist alles andere als einfach - mögliche diagnosen und diff-diagnosen, die mir einfallen wurden oben schon genannt, ich will mich nicht wiederholen

dass das mädchen eine bekannte ist, ist auch für mich eher kein vorteil, v.a. wegen schahmgefühl,... wie weit ist da die hier wichtige gyn. anamnese möglich/brauchbar?

würde auf alle fälle versuchen das mädchen zu überreden mit ins kh zu fahren, weil gerade 3 min bewusstlos - wie weit das auch stimmen mag, man muss es ernst nehmen - ist doch sehr lange, da denke ich zuerst an ev. neurolog. ursachen. es sollten doch mögliche "schwerwiegende" ursachen ausgeschlossen werden. wenn nichts "grobes" gefunden wird, kann sie die klinik bald wieder verlassen.
muss zugeben ich bin mit der zeit sehr vorsichtig geworen, und eine abklärung im kh ist in so einem fall sicher gerechtfertigt.

nächsten tag zu hausarzt. ganz ehrlich, wieviele gehen denn dann wirklich nächsten tag zum arzt wenn es ihnen vorerst mal wieder besser geht?

mfg. romy


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 28.02.05, 22:01 
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Registriert: 10.02.05, 19:59
Beiträge: 22
Hallo!

Wäre eventuell auch ein Drogenintox möglich? nur so ne idee.. aber in dem Alter durchaus nicht ungewöhnlich.

Johannes


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.03.05, 16:54 
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noch neu hier

Registriert: 02.03.05, 16:42
Beiträge: 1
Ich hab so eine Situation auch schon mal erlebt... Das Mädel hatte schlicht und einfach zum ersten Mal einen Joint :shock: geraucht! Kann man in deinem Fall vom zeitlichen und örtlichen Zusammenhang eventuell so etwas in betracht ziehen? Die Symptome entsprechen meinem Erlebnis und deine Patientin würde im Beisein ihrer Eltern und jemandem den sie kennt wohl kaum so etwas zugeben :oops: . Des weiteren hätte sie allen Grund eine Untersuchung im KH abzulehnen damit sie nicht auffliegt. Das Alter passt statistisch gesehen auch zu einem "Erstkonsumenten".

Gruß Heidesanni :)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.03.05, 17:04 
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DMF-Mitglied

Registriert: 04.02.05, 17:48
Beiträge: 96
Wohnort: Münsterland
"Häufiges ist häufig, Seltenes ist selten"
(Zitat)

Auch an eine "harmlose" Hyperventilation ist bei dieser Symptomenkonstellation zu denken.

Gab es vielleicht wegweisende Symptome wie perorale Taubheit oder Kribbelgefühl in den Händen, sofern anamnestisch erhoben?

Gruß

Karsten Walter

Anästhesist und Notarzt

_________________
kritisch, provokant, authentisch


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 17.03.05, 22:01 
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Registriert: 17.03.05, 19:04
Beiträge: 22
Wohnort: Saarland
hm VerdDiag. gäbe es bei diesem Beispiel wohl genug...

Frage ist und bleibt : Trat eine solche Bewusstlosigkeit zum ersten Mal auf?

Wenn ja - Mit ins KH

Wenn nein - wie oft kam es bereits vor und in welchem Zusammenhang

ansonsten eine Frage zum Verständnis... ein NA war nicht vor Ort, wenn ich das richtig verstanden habe, oder?

Falls ich es richtig verstanden habe, war es rein rechtlich schon nicht mehr zulässig, da man einen Patienten nur zu Hause lassen kann, nach ärztlicher Aufklärung. Eine Aufklärung durch einen Rettungsassistenten oder Rettungssan. ist nicht rechtlich zugelassen. Von daher hättet ihr die Eltern und sie auf die möglichen Diagnosen und event. Folgen hinweisen müssen und bei weiterem Verweigern der Mitfahrt zum KH, einen Arzt hinzuziehen müssen.

Ansonsten vom Geschehen an sich hätte ich sie auf jeden Fall mit ins KH genommen, die Möglichkeiten der Erkrankungen wären mir zu groß , genauso das Risiko, dass etwas schief läuft, wenn ich sie am Ende zu Hause lasse. Eine Bewusstlosigkeit über mehrere Minuten in dem Alter ohne besonderen Grund ist doch mehr als unwarscheinlich... und wenn es nur der Joint vom Kumpel war, das kann ich so nicht sicher genug feststellen. Ich war in dem Moment für sie und ihre Gesundheit verantwortlich und wenn dann etwas schief läuft, weil ich sie einfach zu Hause gelassen habe, gehe ich in den Bau und muss mit dieser Schuld leben ? Nein danke...

In solchen Fällen würde ich nicht nur an die Patienten denken sondern auch an meine rechtliche Absicherung... Es ist leider Gottes ein Beruf, bei dem Mann auf gut deutsch gesagt... immer mit einem Bein im Knast steht.


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