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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Autotransfusionslagerung bei Reanimation
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BeitragVerfasst: 13.02.05, 21:43 
Ist eine Beinhochlagerung (Autotransfusionlagerung) während einer Reanimation mit Herzmassage und Beatmung sinnvoll ? (Erhoehen der Vorlast)
Gibt es darüber Untersuchungen ?
Vielen Dank
Ein Gast


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BeitragVerfasst: 04.04.05, 23:57 
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Beiträge: 20
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:?: Gute Frage!!!

Ich als RS würde es aus mein Wissenstand nicht machen. Mit der Herzdruckmassage will ich doch erreichen, dass das Blut weiter zirkuliert. Zirkuliert es in den Extremitäten trotz der Hochlagerung weiterhin noch gut? Sollen die Extremitäten nicht genauso gut durchblutet werden? Ist es aber vielleicht doch besser??? Ich würde gerne mal ein Kommentar eines Arztes haben...


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BeitragVerfasst: 05.04.05, 08:47 
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Registriert: 04.02.05, 17:48
Beiträge: 96
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Hallo!

Explizit empfohlen wird eine Autotransfusionslagerung bei Reanimation in den neuesten Richtlinien nicht.

Die Theorie, die venöse Vorlast und damit die Diastole und das HZV zu erhöhen ist sicherlich prinzipiell nicht schlecht. Es ist sicherlich akademisch, ob eine Extremitätenhochlagerung einen nennenswert positiven Effekt hat. Schädlich ist sie aber sicher nicht.

Die Durchblutung der Extremitäten ist bei einer Reanimation sekundär, primär geht es darum, eine Organperfusion von Gehirn, Leber, Niere und Herz aufrechtzuhalten. Die untere Extremität des gesunden Menschen verträgt problemlos eine komplette Ischämie von über 2 Stunden ohne Folgeschäden. Zumal man bei einer gut durchgeführten HDM durchaus auf systolische Blutdruckwerte von 90 bis 110 mmHg kommt. Und das ist für eine hochgelagerte Extremität völlig harmlos. Problematisch ist da eher die Diastole, aber die spielt für die Extremitätendurchblutung eine untergeordnete Rolle.

Nebenbei machen die bei oder nach einer Reanimation eingesetzten Katecholamine (z.B. Arterenol) nichts weiter als eine "medikamentöse" Autotransfusionslagerung. Im Laufe von Tagen und bei sehr hoher Dosierung kann es dann natürlich zu manifesten peripheren Durchblutungsstörungen kommen. Das spielt aber für die Initialphase einer Reanimation keine Rolle.

Gruß

Karsten Walter

Anästhesist & Notarzt

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BeitragVerfasst: 05.04.05, 08:56 
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Registriert: 13.01.05, 20:07
Beiträge: 194
Wohnort: Hamburg
Hallo Forum,

ich habe auch schon häufig von der "Schocklage" bei Reanimation gehört.

Für mich stellt sich, zumindest im Anfangsstadium, folgende Frage:

Liegt der Pat. mit "Kopfunter" sinken die inneren Organe und drücken durch das Zwerchfell auf die Lunge. Nun ist bei der Beatmung ein deutlich höherer Druck benötigt um suffizient zu ventilieren. (Widersprecht mir bitte wenn ich falsch liege). Dieser erhöhte Beatmungsdruck würde bei der Maskenbeatmung wohl dazu führen das noch mehr Luft in den Magen gelangt als "normal"?

M.E. also erst "Beine hoch" wenn der Pat. intubiert ist, oder?

Gruß


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BeitragVerfasst: 05.04.05, 09:04 
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Registriert: 04.02.05, 17:48
Beiträge: 96
Wohnort: Münsterland
Hallo Thomas!

Du mußt zwischen dem Hochlagern der Beine und einer Kopftieflage unterscheiden.

Eine Kopftieflage verbietet sich bei einer Reanimation, weil die HDM nicht mehr technisch einwandfrei durchgeführt werden kann.
Eine Extremitätenhochlagerung hat keinen Einfluß auf die Beatmung und kann problemlos bei einer Maskenbeatmung durchgeführt werden.

Gruß

K.W.

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BeitragVerfasst: 26.12.05, 22:50 
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Registriert: 22.12.05, 20:21
Beiträge: 91
Wohnort: Kaiserslautern
Aber,

wie schon von einem Vorredner erwähnt wird die Schocklage (Bitte nicht Autotransfusion, war nämlich früher wohl Bezeichnung für die unsinnige 90 Grad Hochlagerung der Beine) in den Richtlinien nicht mehr erwähnt. Also auch ganz aktuell nicht mehr in den ERC-Guidelines 2005 weswegen diese Maßnahme wohl obsolet ist.

Gruß,

Fabian


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BeitragVerfasst: 27.12.05, 05:50 
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Registriert: 09.06.05, 22:42
Beiträge: 42
Neutralposition, das gilt auch für beatmete Patienten mit ROSC in der Post-Resuscitation-Care, unabhängig vom PEEP und anderen früher angesagten Faktoren mit 30° OK-Hochlagerung aus kardiogenen Gründen usw - macht ja auch alles irgendwo Sinn, insbesondere in Verbindung mit der akzidentiellen therapeutischen Hypothermie (daran muss sich auch der RD mit dem Beginnen der kühlenden Massnahmen beteiligen finde ich).... Na ja, bin mal gespannt, was sich so tun wird die nächste Zeit....

Gruss aus der verschneiten Eifel!

_________________
bearly


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BeitragVerfasst: 27.12.05, 07:47 
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Registriert: 18.02.05, 18:27
Beiträge: 417
hallo,

akzidentelle therapeutische hypothermie?
was ist an kühlenden maßnahmen akzidentell?

grüße

downcase


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 Betreff des Beitrags: Zufällig
BeitragVerfasst: 28.12.05, 22:07 
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Beiträge: 60
Zufällig habe ich den Beitrag gelesen.

Schaden wird die Hochlagerung der Beine nicht.

Beim Schock war die Autotransfusion für Ersthelfer auch nicht unsinnig. Nicht gerade 90 Grad vielleicht nur 45.

Was bei der Hypothermie zufällig (akzidentell) sein soll, weiß ich auch nicht.

Reden wir halt einfach deutsch miteinander.


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BeitragVerfasst: 01.01.06, 17:00 
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Beiträge: 123
Also ich habe ich habe das mit den Beine hochlagern noch so gelernt.
Ist auch noch gar nicht so lange her.
Habe mich zwar auch stark gewundert und bin ein bisschen skeptisch, denn wenn man dasvon aus geht, dass der jenige einen HI hatte und in einen Cardiogenen Schock gefallen ist und dann das Herz ganz versagt hat, tut man dem mit beine Hoch kein Gefallen!


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