Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Asthma - wann "Notfall" ?
Aktuelle Zeit: 18.10.17, 23:48

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 06.09.11, 10:08 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 04.09.11, 12:21
Beiträge: 56
Hallo,

Ich ging vor einigen Jahren mit meinem Husten doch mal zu einem Lungenfacharzt, der Asthma diagnostierte und mir Symbicort verschrieb. Dies unterband die stärkeren Hustenanfälle (bis dahin wusste ich gar nicht, dass Husten auch ein Symptom für Astma ist) und ich kam gut klar. Nach sehr starker sportlicher Anstrengung bekam ich einmal schlechter Luft, so dass ich mir von meinem Hausarzt noch ein Notfallspray verschreiben ließ.
Es läuft eigentlich alles ganz gut, so dass ich bisher auch nie zu einer Asthmaschulung war und auch kein Atemmessgerät besitze. Beides werde ich ändern. Auf Anraten meines Arztes las ich ein Buch dazu.

Meine Frage nun: Ab wann sollte man auch nachts lieber zum Arzt? Vor zwei Tagen hatte ich einen sehr heftigen Hustenanfall und bekam in den nächsten Stunden ziemlich schlecht Luft, nahm über die nächsten Stunden 4 Hübe Notfallspray (normalerweise reicht einer), wendete Atemtechnik an, aber so wirklich gut wurde es nicht. Der Schleim war so zäh, dass er extrem schwer abzuhusten war. Hab mich dann irgendwann mit erhöhtem Kopf hingelegt und versucht „runterzukommen“, hab darauf vertraut, dass schon alles gut werden wird.... und bin eigeschlafen. Tagsüber ging es, ich war zwar sehr verschleimt, konnte aber abhusten, gestern nacht ein ähnliches Spiel wie in der Nacht zuvor.

Ich habe vor eurem Beruf und dem was ihr macht großen Respekt, aber ich und Notfall?? „sträub“. Ab wann sollte man mit Asthma dann doch Hilfe in Anspruch nehmen?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Katrin


Zuletzt geändert von Katrin1 am 06.09.11, 22:04, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 06.09.11, 11:33 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
Hallo Katrin

diese Frage ist so nicht beantwortbar. Du solltest Hilfe in Anspruch nehmen wenn Du der Meinung bist das du diesen Anfall nicht beherscht. Im Zweifel lieber einmal zu oft um Hilfe rufen als einmal zu wenig. Dir werden diverse Techniken in der Astmaschulung beigebracht um einen Anfall zu verhindern oder abzuwenden. Du wirst ein Gefühl für deinen Körper bekommen und wissen wann du Hilfe brauchst. Dies an Messungen wie dem peak-flow festzusetzen ist für den Laien nicht sinnvoll da er falsche Sicherheit geben kann.
Viel Erfolg mit dem managen deiner Krankheit.

_________________
mfg Marcus

Urban Search and Rescue Paramedic


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 06.09.11, 22:23 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 04.09.11, 12:21
Beiträge: 56
Hallo Marcus,

vielen Dank für deine rasche Antwort. Sie hat mir schon sehr weiter geholfen, mit der Zeit werde ich mit Sicherheit auch an Souveränität im Umgang mit dem Asthma gewinnen.Es beherrschen und nicht mich beherrschen lassen. Normales Husten habe ich sonst auch, aber die Luftnot und das extrem schwere Abhusten macht einen einfach unsicher, wenn man es nicht kennt. Panik hatte ich aber nicht. Mein Problem war eher, dass ich im Zweifelsfall Beschwerden herunter spiele (mit Tibiakopffraktur noch zum Tanzkurs etc) und etwas "Schiss" hatte, es könne ernster sein als ich mir eingestehen wollte.

Eine Asthmaschulung werde ich auf jeden Fall machen, da ich sie ja scheinbar doch brauche. Und Hilfe werde ich dann wohl doch rufen, wenn ich denke, dass ich es nicht allein hinbekomme. Aber auf einmal zum Notfall zu werden macht echt Angst, mir zumindest.

Eine Frage hätte ich noch:Wie viele Hübe Salbutamol sollte man maximal in einem Zeitraum von sagen wir mal vier Stunden nehmen?

Viele Grüße
Katrin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 07.09.11, 00:42 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 06.07.05, 19:31
Beiträge: 475
Wohnort: England, Newcastle
Hallo Katrin

deine letzte Frage sollte dir am besten dein Haus- oder Lungenfacharzt beantworten, oder du konsultierst den Beipackzettel deines Medikaments.

_________________
mfg Marcus

Urban Search and Rescue Paramedic


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 07.09.11, 08:04 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo Katrin
musste grinzen mit "Tibiakopffraktur noch zum Tanzkurs" - bin nicht so ganz unähnlich. Aber es hat Vorteile- wenn man endlich zum Arzt geht, wird man ja sofort ernst genommen!

Zitat:
Husten habe ich sonst auch, aber die Luftnot und das extrem schwere Abhusten macht einen einfach unsicher, wenn man es nicht kennt.

Wenn es etwas neues ist, sollte man damit zum Arzt- es könnte auch ein anbahnenden Infekt oder neue Allergie o.ä. sein, der man dann leicht im Griff kriegt. Oder manchmal ist einfach eine 2. Präparat (oder Spray) notwendig. (Laut meinem Arzt, hat man mit Asthma ein höheren Risiko, daß Infekte schnell umkippen können, besonders wenn man Stress oder Allergien hat- da ist es besser eher früher als später zum Arzt zu gehen).

Mit Notfälle- wie Markus sagt, man entwickelt ein Gespur dafür- ich gehe meistens wenn ich merke, ich kriege den Anfall, trotz die Notfallmedis zu Hause, nicht im Griff, oder das "Pfeifen" und Druckgefühl anhält/sich verschlimmert. Wenn Schwindel dazu kommt, oder Sprechen fängt an schwierig zu werden, dann gehe ich sofort. Allerdings, meistens wenn es so extrem ist, stellt sich dann raus, daß ich plötzlich ein Bronchitis oder Lungenentzündung dazu bekommen habe -bzw. ich habe es vorher nicht gemerkt, oder ein allergische Reaktion dahinter steckt.
Alles gute und besser einmal zu oft zum Arzt als ein mal zu wenig!
Muppet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 07.09.11, 11:25 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 04.09.11, 12:21
Beiträge: 56
@ Marcus: Ich habe selbst noch mal geschaut, die Angaben waren einfach widersprüchlich. Auf der einen Seite heißt es in Infomaterial, dass man im Akutfall und mit Abständen jeweils 2 mal 2 Hübe seines Notfallsprays nehmen soll, auf der anderen Seite steht in der Packungsbeilage, dass man nach 2 Hüben ohne sichtbare Besserung einen Arzt aufsuchen soll. Daher meine Frage, aber auch die werde ich dann der Ärztin morgen noch mal stellen.

Hallo Muppet,

danke für deinen Erfahrungsbericht. Auch der hilft einem "Neuling" in Sachen Asthma Notfall wie mir sehr weiter.

Es ist tatsächlich ein Infekt. Heute merke ich ihn und werde ihn dann auch mit Salzwasser-Inhalation und Schleimlösern behandeln. Außerdem zeigte mir meine KG gestern noch eine Technik zum "Ausklopfen" des Schleims. Heute nacht war es auch schon etwas besser.

Ernst genommen werde ich bei Ärzten schon, sie sind meistens diejenigen, welche die Sache ernster sehen als ich selbst. Das Problem weswegen ich hier schrieb und nicht gleich zum Arzt ging ist, dass mein HA mir schnell mal was verschreibt, auch häufig Antibiotika, ohne überhaupt irgendwas zu untersuchen oder der Sache auf den Grund zu gehen. Selbst nachdem ein HNo eine Pneumokokken Infektion feststellte und mächtig Wind machte, sagte der HA nur, dass das ja jeder irgendwie habe und man Antibiotika nehmen könne aber nicht müsse... Arztwechsel ist angesagt. Morgen ist nur seine Kollegin da und zu ihr werde ich dann auch gehen, falls es heute nicht besser wird.

Und was das Herunterspeilen von Krankheiten angeht, gut ist das nicht. Spätestens nachdem ich jetzt auch noch einen Bänderriss verschleppt habe, sollte man sich das mal abgewöhnen, aber das ist ein anderes Thema und leicht zu ändern.

Schwindel wäre für mich auch ein Kriterium, mir sofort Hilfe zu holen, da ich allein wohne und es ansonsten sehr böse ausgehen könnte. Erschwertes Sprechen - schwererer Anfall... werde ich nächstes Mal beherzigen.

Viele Grüße
Katrin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 09.09.11, 13:19 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 04.09.11, 12:21
Beiträge: 56
Hallo,

hier ein kleiner Nachtrag, der vielleicht mal plastisch verdeutlicht, warum Asthmatiker trotz Eigenverantwortung im Notfall mal Probleme beim managen bekommen.

Gestern war ich beim HA, er war sogar selbst da. Ich bekam den ganzen Tag über schon schlecht Luft und hatte die verwegene Idee, dass er mir vielleicht etwas gibt, das diese Luftnot endlich unterdrückt.
Bei der Begrüßung sagte er zu meinem Husten, dass sich das ja gar nicht gut anhöre. Ich schilderte ihm die letzten Tage, sagte, dass mir das langsam etwas Angst mache, worauf er entgegnete: „Zu Recht“. Gut, dachte ich, jetzt wird dir geholfen.

Auf meine auch schon hier gestellten Fragen antwortete er, dass ich alle zwei Stunden 1 Hub nehmen dürfe, maximal acht in 12 Stunden. Ich fragte ihn, wie ich vorgehe, wenn ich sehr schlecht Luft bekomme, er antwortete, dass man dafür einen Notfallplan habe. „Den haben Sie aber nicht.“ Auf die Idee, dass dies vielleicht mal der passende Zeitpunkt sei, mir einen aufzustellen, kam er aber nicht.Normalerweise hätte ich das auch gesagt, aber gestern war ich echt zu platt. Er stellte auch fest, dass ich noch keine Asthmaschulung habe, „Normalerweise lernt man das alles in einer Asthmaschulung, aber die haben Sie ja gar nicht.“ Vom Feststellen der mir bekannten Tatsachen wurde meine Luftnot nicht weniger und ich konnte wirklich nur leiser und kaum in ganzen Sätzen sprechen.

Er verschrieb mir ein Antibiotikum, hörte nicht ab und untersuchte selber gar nichts. Die Helferein machte einen kleinen Lungefunktionstest, der die ersten beiden Male abgebrochen werden musste, weil ich beim starken Ausatmen sofort anfing zu husten. Beim dritten mal konnte ich den Hustenreiz zumindest soweit zurück drängen, dass man ein Treppenschema sehen konnte. Der Arzt ließ nach der Auswertung ausrichten, der Lufo sei in Ordnung.

Ich verließ die Praxis mit der Luftnot, mit der ich sie eine halbe Stunde vorher ( und 1 Hub Salbutamol weniger) betreten habe.
Medikation von gestern: 4 Symbicort, 5 Salbutamol und wieder sehr starker nächtlicher Husten mit fast permanenten Problemen, normal Luft zu bekommen.

Ich halte sehr viel von der Eigenverantwortung von Patienten und kann Erkrankungen normalerweise auch sehr eigenverantwortlich managen, aber ist es zu viel erwartet, dass man etwas mehr Hilfe vom Arzt in so einem Fall bekommt?

Viele Grüße
Katrin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Asthma - wann "Notfall" ?
BeitragVerfasst: 10.09.11, 23:24 
Offline
DMF-Mitglied

Registriert: 04.09.11, 12:21
Beiträge: 56
Hallo noch einmal,

Hier noch die Auflösung dieses netten kleinen und leider realen Fallbeispiels:
Gestern abend mit dem Taxi zur Notaufnahme, wo der Sache umgehend auf den Grund gegangen wurde. Es liegt kein Infekt, der Antibiotika bedarf, vor, die Luftnot und die immer wieder kehrenden Anfälle wurden endlich gut behandelt.
Das nenne ich mal ne Lehrstunde in Sachen Asthma und Arztwahl (für mich).

Viele Grüße
Katrin


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!