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medizin-forum.de • Thema anzeigen - 2. BIS (Bodenseekongress für den Interhospitaltransfer)
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BeitragVerfasst: 05.09.11, 21:31 
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Hallo liebe Koleginnen und Kollegen,

nachdem ich nun wieder vom Kongress zurück bin, möchte ich gerne allen, die nicht diesem beigewohnt haben, ein kurzes Feedback geben.

Der Kongress war hochprofessionell und sehr abwechslungsreich vom Dozentenpool und den Organisatoren eingrichtet.
Hier nochmal herzlichen Dank für die Einladung an unseren Kooperationspartner und Organisator der RescueMed aus Kreuzlingen.

Interessant war, das es ein recht kleiner Kreis von ca. 80-100 Kolleginnen war, die im Großen und Ganzen nur aus Entscheidungsträgern bestand.

Einheitlichkeit bestand bei, nach und während der Vorträge über die mangelhafte Weiterbildung des Rettungsassistenten für das Fachfeld des Intensivtransports. Auch aus der Sicht des DRF (Dr. Jörg Braun - ärztlicher Leiter) kann der 2,5 Tage andauernde DIVI Kurs lediglich als Informationsveranstaltung gesehen werden, als die Grundvorraussetzung für den Intensivverlegungsdienst.

In der Podiumsdiskussion am Abend wurden nochmal die verschiedenen Ausbildungskonzepte der Länder Österreich, Schweiz und Deutschland vorgestellt.
Österreich schied dabei deutlich am schlechtesten ab.
Deutschland konnte nur ansatzweise punkten. Hier wurde auch einheitlich die schlechte und unzureichende Grundausbildung beschrieben. Für die Zukunft, gerade auch für das Fachfeld Intensivverlegungsdienst wurde das Drängen auf eine 3 Jährige Ausbildung wieder geweckt. Auch die Möglichkeit eines 3 Jährigen Bachelorstudiums wurde als gut befunden, um sich internationalen großen Rettungsdienstnationen anzupassen.

Für den Intensivverlegungsdienst wurde eine 2 jährige Vollzeitweiterbildung als gewinnbringend und zielführend angeführt.
Derzeitige Ausbildungskonzepte wie der ECCP von incentiveMED und der FPC, CCP von der IAFP wurden als sehr gute Grundausbildungen mit unterschiedlichen Zugangsvorraussetzungen betitelt. Da es derzeit die einzigen beiden hochqualifizierten Weiterbildungen in Deutschland sind, ist eine mögliche Zusammenführung beider Ausbildungen nicht ausszuschließen.

Die Schweiz schloß insgesamt mit ihrer Notfallsanitäter HF am besten ab, was die Grundausbildung anbelangt. Da es derzeit noch keine Weiterbildung für den Intensivtransport gibt, wird auch hier Länderübergreifend mit den Fachreferenten der Berufsorganisationen der Schweiz, RescueMED, incentiveMED, DRF, IAFP weiterhin an einer möglicherweise einheitlichen und länderübergreifenden Weiterbildung im Intensivverlegungsdienst gearbeitet.

Ziel soll es sein, die hochgradige Komplexität des Intensivverlegungsdienstes auch bei der DIVI zu begreifen und hier die Notwendigkeit für ein Handeln anzuerkennen, welches die Patientensicherheit und das Team Ressource Management weiter ausbaut und eine Professionalisierung eines noch in Deutschland im Aufbau befindlichen Systems ermöglicht.

Mit freundlichen Grüßen,

Sascha Steingrobe

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BeitragVerfasst: 17.09.11, 09:04 
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S_Steingrobe hat geschrieben:
Für den Intensivverlegungsdienst wurde eine 2 jährige Vollzeitweiterbildung als gewinnbringend und zielführend angeführt.


Nochmal für Blöde : Das bedeutet, dass es nach Meinung der dort Anwesenden gewinnbringend und zielführend sei wenn ich neben der abgeschlossenen Ausbildung zum RA auch eine zweijähtige Weiterbildung inne haben muß um einen ITW oder ITH besetzen zu dürfen !? Also, dass ich als ITW/ITH-Besatzungsmitglied zwingend über 4 Jahre Ausbildung (wenn man davon ausgeht, dass er RA 2 Jahre dauert) verfügen muß !?


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BeitragVerfasst: 17.09.11, 11:46 
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Hallo Marc,

die dort anwesenden Personen waren hauptsächlich bestehend aus den Vertretern der ärztlichen und nicht ärztlichen Seite von führenden Kliniken, DRF, führenden bodengebundenen Intensivtransporten etc. nur um mal hier ein paar Namen zu nennen.

Und ja. Es bestand von allen Seiten und auch aus der Schweiz, Österreich und den Vertretern aus Luxemburg die einheitliche Meinung das ein RA aufgrund seiner geringen fachlichen Ausbildung nicht in der Lage ist, auch nach einer "netten Informationsveranstaltung" wie es Dr. Jörg Braun von der DRF so schön formulierte, Intensivtransport zu verstehen und durchzuführen.
Kollegen aus den USA, UK und auch Australien studieren immerhin 3 Jahre auf Bachelor und machen dann noch eine 2 jährige Weiterbildung für den Bereich Intensivtransport. Gut, diese Kollegen transportieren auch einen Patienten eigenverantwortlich ohne Arzt im ITW aber bezogen auf Deutschland, ist dieses von allen ansässigen Gremien das geforderte Maß, welche dann über die DIVI verpflichtend für alle im Intensivtransport tätigen Personen erbracht werden muss.

Es wird derzeit an einem Positionspapier gearbeitet, welches dann der DIVI vorgelegt wird, um hier diesen Weg zu ebnen.

Mit freundlichen Grüßen,

S.Steingrobe

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BeitragVerfasst: 23.09.11, 14:52 
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Also ich kann der Meinung nur anschließen. Sowohl die Rettass-Ausbildung als auch der DIVI Lehrgang sind unzureichend für die Qualifikation im Intensivtransport. Eine zweijährige Weiterbildung wäre sicherlich wünschenswert.

Aber ganz ehrlich: Ich glaube nicht daran. Besser fände ich es E N D L I C H die Rettass-Asusbildung auf 3 Jahre zu novolieren, und auch eine adäquate Ausbildungsvergütung einzuführen. Dies qualifizierten Mitarbeiten könnte man dann auch den Weg zu der 2 jährigen Weiterbildung der Anästhesie- und Intensivpflege freimachen. Das fände ich eine gute Lösung!

Ob es wirklich eine eigene Weiterbildung bedarf wage ich zu bezweifeln, zumal sich kaum eine Weiterbildung etablierenen und finanzieren läßt, bei der die Grundausbildung bereits derartige Strukturprobleme hat wie die des Rettungsassistenten.

Viele Grüße

Uwe

Siehe hierzu auch mein Beitrag:
viewtopic.php?f=100&t=71164

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Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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BeitragVerfasst: 23.09.11, 15:31 
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Hallo Uwe,

danke für deinen Beitrag zu diesem Thema.

Ich gehe mit deiner Meinung bedingt mit.
Auch nach einer Novellierung des RettAssG wird bei einer 3 jährigen Ausbildung, das Grundwissen noch nicht ausreichend sein, um hier einen Intensivtransport mit den Rettungsassistenten zu besetzten. Die spezialisierten Grundlagen - die Du nur zu gut kennst - werden auch in dieser Ausbildung nicht vermittelt werden können.

Ich setze mich auch für eine gemeinsame Ausbildung im Bereich Pflege Rettungsdienst ein, die sich nach (sagen wie 2 Jahren) trennt und die eine Gruppe geht in Richtung Krankenhaus, die andere in Richtung Notfallmedizin. Hinterher gibt es die Möglichkeit des Switchen und vor allem die Möglichkeit der Notfallmedizinischen Kollegen die Fachweiterbildung A+I zu absolvieren.

Andere Möglichkeit wäre die, die mittlerweile alle großen Rettungsdienstnationen favorisieren und auch durchführen: Ein Bachelorstudium über 3 Jahre für den Rettungsassistenten ..., dann die Möglichkeit in Intenisvmedizin einen Master draufzusetzen und letzendlich hier, je nach dann existenter politischer Lage, auch die Intensivtransporte eigenverantwortlich durchzuführen. - siehe USA, siehe Australien, siehe UK, siehe Südafrika, siehe Canade etc. etc.

Netter Ansatz dazu:

http://www.osthessen-news.de/beitrag_H.php?id=1203465

Selbst die Ärzte denken mittlerweile über die Qualifizierung von RettAss zu Paramedics nach!

Lieben Gruß,
Sascha Steingrobe

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BeitragVerfasst: 23.09.11, 19:26 
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Ich finde diese Diskussion äußerst interessant!

Auch wenns jetzt nicht direkt den Intensivtransport betrifft: Wie sollten denn die Zulassungsvorraussetzungen für ein Bachelorstudium aussehen? Zwingenderweise mindestens Fachabitur, bzw. mehrjährige Erfahrung in einem anderen medizinischen Beruf(z.B, GuK-Pflege)?

Für die Ausbildung reichte doch bisher der einfache Hauptschulabschluss, wenn ich das noch richtig im Kopf habe? Gäbe es denn dann überhaupt noch genug Bewerber, um genug "Bachelorrettungsassistenten" auszubilden(die ja den klassischen RettAss irgendwann ersetzen sollten, oder?) Und besteht nicht die Gefahr, größtenteils junge Leute auszubilden, deren Abiturnote nicht für ein Medizinistudium reicht und mit nem Bachelor in diesem Bereich als Zweitstudienberwerber Medizin studieren wollen? Mit der Folge, Leute auszubilden, die später zu einem gewissen Teil gar nicht den "Beruf Rettungsdienstler" ausüben wollen? Und was macht man mit den "einfachen" Rettungsassistenten, gibt es da eine "Übergangslösung"?

Gruß


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BeitragVerfasst: 23.09.11, 22:23 
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Hallo Phileas,

gute Fragen ;)

Ich versuche ein paar Antworten dazu zu geben:

Der Beruf des Rettungsassistenten ist 1989 entstanden, aus einer Not heraus und aus der Situation, dass man den Rettungssanitäter nicht als Beruf ausgebildet hat. So hat man überhastet und vor allem auf Anrater der Berufsfeuerwehren und Hilfsorganisationen eine 2 Jährige Berufsausbildung erschaffen, den Rettungsassistenten.
Die Notfallmedizin ist schnell vorangeschritten und auch andere Nationen, in denen die Notfallmedizin schon viel früher eine Profession und vor allem Professionalisierung erlebte, ist uns zu diesem Schritt schon weiter voraus.
Es fehlte damals wie auch Heute ein Expertengremium, dass sich aus Wissenschaftlern, Pädagogen, Experten der Notfallmedizin auf Seiten der Rettungsdienstmitarbeiter wie auch aus der Ärzteschaft, Juristen etc. zusammensetzt. Statt dessen wurde ein Gremium aus Berufsverbänden (in denen meist Funktionäre der HiOrgs als Vorstitzende sitzen), Vertreter der HiOrgs, Berufsfeuerwehren, etc. gebildet. Dieses Germium ist für mich nicht entscheidungsfähig, da ihnen 1. die Kompetenz fehlt hier über eine solche Ausbildung entscheiden zu können, da Ihnen die Weitsichtigkeit und Internationale Kompetenz in der Notfall- und Rettungsmedizin fehlt und das derzeitge Konzept gemessen an den Vorgängen und Ausbildunge der führenden Rettungsdienstnationen wieder veraltet erscheint. Es ist ein Interessensverband, der hier entscheidet und kein Kompetenzverband, der sich aus einzelnen Kompetenzen zusammensetzt.


Der Beruf des Rettungsassitenten, vernachlässigt und vor allem von der Bevölkerung und den eigenen Führungskräften der HiOrgs nicht ausreichend gewürdigt, erfreut sich keiner Beliebtheit.
Es ist notwendig das Berufsbild mit einer ausreichenden Bezahlung, einer ausreichenden Würdigung ( Beispiel - Medien in Deutschland übersetzen jede Art von Notfallleistung durch einen USA-Paramedic als "Notärzte" vor Ort um auch hier das Bild aufrecht zu erhalten, dass solche sensiblen Leistungen unbedingt einen Arzt erfordern und hier die Masse geblendet wird, von einer nicht vorhandenen Professionalität). Ein Studium würde den "Rang" eines Bachelorabsolventen und nennen wir ihn mal Emergency Medical Professional (da Paramedic auch immer noch einen leicht seichten Beigeschmack hat) erheblich stabilisieren und professionalisieren.
Das die Kollegen auch jetzt noch immer den Schritt über den RA in das Medizinstudium gehen, liegt daran, dass die Notfallmedizin in der Präklinik keine wirklich eigene Profession ist. Ein Notarzt der einen 80 h Kurs absolviert hat, 15 Intubationen nachgewiesen hat und ein bisle auf einer Intensivstation mal reingeschnüffelt hat, ist nach internationalen Standards, die heute durchaus existent sind, kein Notfallmediziner im eigentlichen Sinne, sondern ein Konstrukt der Ärzteschaft, um sich mit einem Minimalmaß einen Platz im Rettungsdienst zu sichern. Das Notärzte zu einem großen Teil nicht in der Lage sind, aktuelle Behandlungsrichtlinien zu kennen, gar umzusetzen ist durch einige Untersuchungen und selbst in den neuen ERC Guidelines bestätigt worden.
Weiterhin reden sogar die Ärzteorganisationen mittlerweile davon, über die Einführung von "Paramedics" nachzudenken, um den immer mehr voranschreitenden Notarztmangel die Stirn zu bieten, aber nicht um wirklich ein sinnvolles System zu schaffen. "Aus der Schusslinie?" ist hier die Fragestellung dazu.

Fazit:
Es muss entgültig aufgehört werden, den Rettungsdienst und die Notfallmedizin als ein Art Hilfsarbeiterberuf anzusehen, sowie das Personal durch unmögliche Arbeitsverträge und Personalpolitik der Hilfsorganisationen zu Arbeitsnomaden werden zu lassen, die nach jeder neuen Beauftragung den Bereich wechseln müssen, da die Arbeitsverträge aufgrund der wahnwitzigen Unterbietungen kein lebenssicherndes Gehalt mehr erbringen.
Es muss eine Ausbildung mit akademischen Charakter erschaffen werden, der die Möglichkeit für Weiterentwicklung des Personals offen lässt.
Es muss eine ädequate und verantwortungsorientierte Bezahlung geschaffen werden, die den Beruf nicht nur für eine kurze Zeit interessant erscheinen lässt.
Es muss eine Wissenschaft entstehen, die sich mit Studien und Entwicklungen in der Notfallmedizin beschäftigt und nicht klinischen Studien und Entdeckungen versucht werden auf die Präklinik umzulegen. Diese sollten durch die Bachelorabsolventen und auch dann Masterabsolventen durchgeführt werden, die eine Weiterbildung für wissenschaftliches Arbeiten erlangen. (siehe Beispiel UK)
Es muss ein Germium geschaffen werden, dass sich mit diesen Fragestellung auseinander setzt und aus Spezialisten besteht, die aus verschiedenen Blickwinkeln, dieses Fachfeld beleuchten und nicht aus Intressenvertretern der HiOrgs, Krankenkassen, Berufsfeuerwehren und Ärzteverbänden besteht, die nur ein Ziel verfolgen - Ihr Ziel. So kann keine zukunftsweisende und den Bedürfnissen gerechtwerdende Qualfikation entstehen. (siehe Boards of Paramedics und entsprechende Gremien, die es in den USA, Australien und den UK gibt, wo man auf Augenhöhe und mit Spezialisten disktutiert und entscheidet. Diese Entscheidungen werden der Politik vorgelegt und dann ggf. zugelassen. Es sind aber nicht Interessensverbandsvertreter die dieses Gremien angehören, sondern Spezialisten aus verschiedenen Wissenschaften und Bereichen!)
Es muss eine Aufklärung der Bevölkerung und der Politik geben, dass wir nicht mehr eines der besten und qualifiziertesten Rettungsdienstsysteme besitzen, sondern seit Jahren ein veraltetes und vermeindlich professionelles System "beschützen", dass vor Standespolitik und halbherzigen Entwicklung/Entscheidungen nur so strotzt.

Wir müssen uns dieser Verantwortung stellen und erkennen, das die heutigen Anforderungen, die uns die USA, Australien, UK etc vormachen, nicht mit Hauptschülern (bitte - nicht falsch verstehen), Arbeitslosen vom Arbeitsamt und Menschen die ihren sozialen Mittelpunkt in der Gesellschaft nicht gefunden haben, gefüllt werden kann und dadurch ein hochprofessionelles Rettungsdienstsystem entsteht.

Es geht nicht darum, mit der Medizin zu konkurieren, oder einen halben Mediziner zu kreaieren. Notfall- und Rettungsmedizin trägt zwar den Begriff der Medizin in sich, ist aber ein durchaus weit gefächerteres Spektrum, als das man als reiner Mediziner in diesem Bereich wirklich arbeiten könnte.
Dadurch sollte hier ein eigener wissenschaftlicher Bereich gegründet werden, der an die Medizin angelehnt ist, aber doch auch ihre wissenschaftlich-technische Seite, organisatorische Seite, uvm. besitzt. Sie ist eine Mischwissenschaft, die erstmal gegründet und erschaffen werden muss. Wir müssen ein Verständis dafür entwickeln, wie es andere vor uns schon getan haben.


Das, ist meines Erachtens die Zukunft, die der Rettungsdienst, wenn man ihn dann noch so einfach nennen möchte, in sich trägt.
Länder die ich schon angeführt haben, haben diesen Weg eingeschlagen, mit großem Erfolg. Warum lernen wir hier nicht von Ländern, die ein gutes, lebensrettendes und qualitativ hochwertiges System (auch mit Fehlern) besitzen, sondern sind immer noch so überheblich, das wir das nicht nötig haben?

Mit freundlichen Grüßen,

S.Steingrobe

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Advanced Care Paramedic - Queensland Ambulance Service (Australia)


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BeitragVerfasst: 24.09.11, 04:28 
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Hallo in die Runde

fuer die Zulassung zum BSc (hons) Paramedic Science benoetigt man hier zwei (bei manchen Unis auch drei) A levels --> Abitur und zwar im Schnitt gute ergo 2er Schnitt. Mein Arbeitgeber sponsort Studenten als Festangestellte organisiert Praktikumsplaetze und Zahlt das Studium (9000 Pfund pro Jahr). Auf 22 Plaetze letztes Jahr kamen ueber 1000 Bewerber. Wenn die Arbeitsbedingungen stimmen dann bewerben sich auch qualifizierte Leute. Dafuer bedarf es allerdings eines fordernden Berufsfeldes und Aufstiegsmoeglichkeiten.

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mfg Marcus

Urban Search and Rescue Paramedic


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BeitragVerfasst: 24.09.11, 08:28 
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Ähnlich ist es in Australien.
Der zuünftige Student bewirbt sich an der Universität. Sollte er angenommen werden, bezahlt der Staat das Studium komplett. Nach Abschluß wird der Paramedic 100% angestellt und muss dann über 10 Jahre 50 % der Studienkosten über sein Gehalt abzahlen. Bei 3500 EUR Einstiegsgehalt nicht unbedingt problematisch. Siehe auch Ausbildungsmodell der Lufthansa für Ihre Piloten.

MfG Steingrobe

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BeitragVerfasst: 29.09.11, 08:25 
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Beiträge: 277
Zum Thema ITW : Ich habe noch nie einen ITW besetzt, da mein damaliger Arbeitgeber diese Fahrzeuge nur mit RA, welche mindestens über 2 Jahre Berufserfahrung verfügen besetzt hat. Mein derzeitiger Arbeitgeber betreibt keine ITW.

Deshalb kann ich nicht wirklich mitreden aber zwischen 2 Jahren Berufserfahrung und einer 2-jährigen Weiterbildung sehe ich einen großen Unterschied, deshalb meine Nachfrage.

Zum Thema Ausbildungsnovellierung : Die Krankenkassen haben doch jetzt schon zu wenig Geld. Und wenn man dann Uni-Absolventen anstelle von Facharbeitern bezahlen muß, wird sich noch negativer auf die Kassenlage auswirken. Kurz gesagt : Spätestens bei der Kostenfrage wird dieses Vorhaben (leider ?) scheitern, zumindest nach dem aktuellen Stand der Dinge.


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BeitragVerfasst: 29.09.11, 09:04 
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Hallo Marc,

zum einen kenne ich leider keinen Rettass der ein Facharbeitergehalt bezieht. Das allein wäre ja schon ein Fortschritt und oftmals sind die Kollegen aus dem Rettungsdienst noch schlechter bezahlt wie die in der (Kranken-)Pflege.

Weiter muß ich feststellen, auch wenn es sich "großkotzig" anhört, aber genau die Problematik die wir jetzt haben, habe ich bereits 1989 vorrausgesagt. Ich hatte mich damals schon für eine kombinierte Pflege- / und Rettungsdienstausbildung z.B. indem man die Krankenpflegeausbildung auf 3 1/2 Jahre verlängert hätte und das 520 Stunden Programm (Rettsan.) integriert hätte. In Bayern gabs das sogar mal irgendwo als Modellversuch.

Damit hätte man jegliche Diskussion, um Ausbildungsvergütung, um Anerkennung des Berufsstandes, um berufliche Weiterbildungen und der Frage "was mach ich wenn´s mit dem Kreuz nicht mehr klappt" von vorne herein gar nicht aufkommen lassen, da es in der Pflege dtl. mehr Alternativen gibt.

Allerdings muß man heute feststellen das die Pflegeausbildung, die gegenwärtig zur Generalistischen Ausbildung (Kinderkrankenpflege, Kranken- und Altenpflege in einem Komplettpaket) tendiert, auch nicht mehr das ist was es mal war. Zumindest für die Bereiche Anästhesie-, Intensiv- und Notfallmedizin.

Grüße

Uwe

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Gesundheits- und Krankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie / Rettungsassistent


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