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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ein Schritt vorwärzt - zwei zurück...
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BeitragVerfasst: 21.04.11, 12:52 
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Beiträge: 275
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"Mangel macht erfinderisch: Die saarländische Ärztekammer verkürzt die Weiterbildung für Notfallmediziner. Neu ist, dass praktische Fertigkeiten statt im Notarztwagen oder Rettungshubschrauber nun im Simulator trainiert werden können"
Quelle: Ärzte Zeitung

Auch die Gesamtweiterbildungszeit in der direkten Patientenversorgung sinkt von 24 auf 18 Monaten...

Der gesamte Artikel:
http://www.aerztezeitung.de/politik_ges ... uerzt.html

Zusammengfasst: Ich könnte kotzen! :(

_________________
Quid pro quo?


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BeitragVerfasst: 21.04.11, 17:44 
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Statt Motivation im Sinne von anständiger Bezahlung etc geht man halt den billigen und leichten Weg. Schade.

_________________
mfg Marcus

Urban Search and Rescue Paramedic


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BeitragVerfasst: 22.04.11, 08:30 
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Beiträge: 996
Vorsicht Sarkasmus!

Mir scheint das eher die Fortsetzung dessen zu sein, was man seit Jahren in der postakuten Versorgung insbesondere nach Ereignissen wie Reanimation, Apoplex, SHT usw. beobachten kann.
Die Verweildauern in Reha-Kliniken sind mittlerweile maximal auf 6-12 Wochen verkürzt und ambulant werden die Patienten kaum adäquat versorgt. Eine Erfolg versprechende neurologische Rehabilitation dauert Jahre und ist (viel zu) teuer. Sie hat nur in seltenen Fällen zur Folge, dass die Betroffenen als Beitragszahler ins Erwerbsleben zurückkehren können. Vielmehr dreht sich alles (nur) um kleine Stücke Lebensqualität...wieder laufen können, wieder sprechen können, den eigenen Alltag halbwegs selbständig in den Griff kriegen...mal mehr, mal weniger kostenintensiv für die Versicherungsträger...

Wenn dann (irgendwann) nicht mal mehr die Notärzte zu Anfang mit diesen Geschichten umgehen können, weil sie es nicht gelernt haben, kann man sich den ganzen Aufwand, der auf Straße und ITS betrieben wird, um "Vitalfunktionen zu stabilisieren" auch noch sparen.
Es geschieht dann , was den dafür Verantwortlichen offenbar ohnehin das Liebste wäre: Einfach liegen lassen.
Der "Schwarze Peter" ist bei den Rettern dann gut aufgehoben, weil deren Patienten in dem Zustand, in dem sie aufgefunden werden, ohnehin jederzeit sterben könnten. Schicksalhaft, gewissermaßen.

Ich bitte alle Retter, die hier mitlesen, um Verzeihung für meine harschen Worte, aber Not macht eben auch...verbittert.
SIE sind nicht dafür verantwortlich und leisten (noch) eine prima Arbeit!

Ich würde mir eben wenigstens wünschen, die politisch Verantwortlichen würden ehrlich zugeben, dass ihnen "Leben retten" zu teuer ist.

Sehr nachdenkliche Grüße,
Annett Löwe


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BeitragVerfasst: 23.04.11, 10:28 
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Administrator

Registriert: 15.09.04, 09:49
Beiträge: 7270
Wohnort: Bad Nauheim
Schlimm, was die Schreibtischtäter da beschließen. Hoffentlich wird das kein bundesweiter Trend.

_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
www.medizin-forum.de


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BeitragVerfasst: 23.04.11, 11:25 
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DMF-Mitglied

Registriert: 15.03.09, 12:11
Beiträge: 76
Wohnort: an der Grenze zum Ruhrpott
Hallo!

Die Steigerung der Verkürzung der Notarztausbildung ist die Verkürzung des Medizinstudiums durch Bachelor und Masterstudiengänge. Ich habe da folgendes zu gelesen und finde es einfach nur erschreckend!

http://www.bundesaerztekammer.de/page.a ... .5627.8850

Ich bin eine kleine Krankenschwester, die sich durch ihr Staatsexamen gequält hat nach 3 Jahren Ausbildung und ich muss sagen, selbst da ist die Ausbildung generell eigentlich viel zu kurz. Wie soll das bitte im Medizinstudium laufen, wenn "Ärzte" oder wie auch immer sich diese halbfertigen Halbgötter in Weiß dann nennen auf die Patienten losgelassen werden sollen? Sorry für meinen Zynismus, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Verkürzung der Notarztausbildung und des Medizinstudiums tatsächlich zu einer Verbesserung der Patientenversorgung beitragen soll.

Lg und ein Danke an alle, die unter den aktuellen Arbeitsbedingungen überhaupt noch im Gesundheitswesen arbeiten und sich um ihre Patienten kümmern...

Jumanji


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BeitragVerfasst: 24.04.11, 12:06 
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Registriert: 10.03.09, 17:22
Beiträge: 516
@Jumanji:
Ich glaube, man kann die 3-jährige Krankenpflegeausbildung von den fachlichen Inhalten her in keinster Weise mit einem 3 oder 4-jährigem Studium vergleichen.

Außerdem spricht sich die Landesärztekammer in dem von Ihnen geposteten Artikel klar gegen den "Arzt light" aus, es geht also um etwas völlig anderes als in dem oben geposteten Artikel. Sie stellen die Verkürzung der Notarztausbildung in EINEM Bundesland gleich mit der Verkürzung des Medizinstudiums, die seit einiger Zeit diskutiert, allerdings noch nirgendwo eingeführt worden ist.

Ich glaube nicht, dass Bachelor-Mediziner irgendwann vollapprobierte Ärzte ersetzen werden und meiner Meinung nach lässt sich das Medizinstudium nicht sinnvoll auf Bachelor/Master umstellen.

Mich stört an Ihrem Beitrag allerdings die deutlichen Wertungen. "Kleine Krankenschwester", "wenn "Ärzte" oder wie auch immer sich diese halbfertigen Halbgötter in Weiß dann nennen auf die Patienten losgelassen werden sollen"
Warum sehen Sie sich als "kleine Schwester"? Weshalb der Zynismus auf die "halbfertigen Halbgötter in weiß"? Das hört sich für mich nach Komplexen an.

Allein aufgrund der Dauer des Studiums kann man es auch nicht verteufeln??? Würde man im jetzigen Studium das ein oder andere Fach wie Psychiatrie, Gynäkologie, Arbeitsmedizin, Dermatologie, HNO, Urologie ect. weglassen oder verkürzen, käme nach 4 Jahren ein Internist oder Chirurg heraus, der von den genannten Fächern wenig Ahnung hätte, die Arbeit in seinem Fach aber genau so gut könnte!
Damit will ich nicht sagen, dass ich dies gut fände, mich stört aber das Schimpfen auf die Dauer der Ausbildung.


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