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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Laienfragen zu Bluttransfusion
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 Betreff des Beitrags: Laienfragen zu Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 04.10.04, 10:26 
Liebes Antwort-Team,

ich bin in der 23. Woche schwanger. Da wir in Indien leben, wollte ich mit unserer älteren Tochter eigentlich zur Entbindung nach Deutschland fliegen. Diverse Umstände (hier wäre mein Mann da, Tochter hätte vormittags Betreuung im Kiga, etc....) überlegen wir nun aber, vielleicht doch das Baby hier zu bekommen. Bevor ich mir geeignete Kliniken ansehe, möchte ich aber gern folgedes wissen:

Natürlich hoffe ich es nicht, aber da man eine Entbindung nicht voraussehen kann, muss man ja die Eventualität einer Blutgabe einrechnen. Da wir hier schon einige Jahre leben und mit hiesigem "Schlendrian" auf allen Gebieten vertraut sind, habe ich nun Bedenken, das mir im Falle einer nötigen Transfusion kontaminiertes Blut (AIDS, Hepatitis C etc.) übertragen würde.

Ist es 1) möglich, dass ich auch noch schwanger vorsorglich Eigenblut spende? Kann man prinzipiell gewährleisten, dass das eigene Blut in der Aufbewahrungszeit weder mit anderem vermischt noch später "verwechselt" wird?
2) Mein Mann und ich haben beide die Blutgruppe A+; exakte Abgleichung könnte ja noch erfolgen. Ist es prinzipiell möglich, dass er im Falle des Falles direkt am Ort spendet und das Blut sofort übertragen wird (keine Zwischenlagerung)?

Danke für Ihre Auskunft


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 Betreff des Beitrags: Re: Laienfragen zu Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 09.10.04, 20:01 
Guten Abend,
mit der Situation in Indien bin ich nicht vertraut, aber wenn Sie schon von einem "hiesigen Schlendrian" sprechen, denke ich das die Antwort auf 1) eher negativ ist. Bei schwangeren Frauen würde man in Deutschland sicher keine Eigentblutentnahme vor Entbindung durchführen. Aber hier ist durch die Spenderkontrollen und aufwendigen Testungen (insbesondere PCR) das Risiko einer Hepatis/HIV-Übertragung unter 1 : 1000000. Wie man das in Indien macht, kann ich nicht sagen.

Ob das Blut Ihres Mannes bei Ihnen "funktionieren" würde, kann man ohne Laboruntersuchung und "Kreuzprobe" nicht definitiv sagen, es gibt noch weitere Unterscheidungsmerkmale als das Blutgruppensystem A-B-0 und Rhesus positiv/negativ (z.B. "Kell"), die können evtl. bei der Transfusion Komplikationen verursachen.

Kann man in Indien sicher getestete Blutkonserven bekommen? Es ist sicher nicht bei jeder Geburt notwendig, Blutkonserven zu geben; spricht denn etwas dafür, daß es diesmal nötig sein wird?

Mit freundlichen Grüßen
Christian Rüger


Zuletzt geändert von Gast am 13.10.04, 19:19, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Laienfragen zu Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 13.10.04, 11:14 
Vielen Dank für Ihren Beitrag!
Was ich gern nochmal genauer wissen möchte:

>Ob das Blut Ihres Mannes bei Ihnen "funktionieren" würde, kann man ohne Laboruntersuchung und "Kreuzprobe" nicht definitiv sagen, es gibt noch weitere Unterscheidungsmerkmale als das Blutgruppensystem A-B-0 und Rhesus positiv/negativ (z.B. "Kell"), die können evtl. bei der Transfusion Komplikationen verursachen. >

Ja, ist mir schon klar, deshalb sprach ich ja auch von evtl. Abgleichung. Aber die Frage ist ja - ist es überhaupt nötig, das machen zu lassen, oder GIBT es prinzipiell (aus medizin-techn. Gründen etwa) gar keine Chance, Blut DIREKT von einem geeigneten Spender auf den anderen zu übertragen, sozusagen von Ader zu Ader?

>Kann man in Indien sicher getestete Blutkonserven bekommen? Es ist sicher nicht bei jeder Geburt notwendig, Blutkonserven zu geben; spricht denn etwas dafür, daß es diesmal nötig sein wird?>

Tja, wie soll man das, zumal als Laie, herausbekommen?! Wenn man fragt, kriegt man doch generell die Antwort: Aber kein Problem doch nicht, das entspricht doch alles höchstem Standart,...! etc. Das heißt ja aber nicht, dass nicht vielleicht hinter den Kulissen sonstwas passiert.
Ich hoffe natürlich auf eine völlig normale Geburt. But - better safe than sorry!, finden Sie nicht? Wenn alle, die von einer komplikationslosen Geburt AUSGEHEN, auch damit "belohnt" würden, gäbe (und gab) es keine Totgeburten, Behinderungen infolge Komplikationen, gestorbene Mütter usw. Auf das gute Schicksal allein verlassen ist vielleicht etwas blauäugig, deshalb wollte ich lieber mal nach- bzw. "vor"-fragen....

Können Sie mir wg. der Machbarkeit einer Spende von Spender zu Empfänger weiterhelfen?

Mit besten Grüßen!


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.10.04, 19:28 
Zitat:
Können Sie mir wg. der Machbarkeit einer Spende von Spender zu Empfänger weiterhelfen?


So etwas hat man kurz nach dem Mittelalter versucht, aber oftmals verstarben die Patienten nach kurzer Zeit. Im Rahmen der "Hämotherapie nach Maß" wäre das in den westlichen Industrieländern wohl nicht denkbar, man gibt grundsätzlich nur die Komponenten (Plasmabestandteile, Erythrozyten, Thrombozyten), die aus medizinischen Gründen erforderlich sind, trennt also vorher die Spende auf. Auch "gerichtete" Spenden (unter Familienmitgliedern) oder "Eigenblutspenden" von schwangeren Frauen sind entgegen den Regeln der ärztlichen Kunst und würden hierzulande nicht angewendet werden.

Vielleicht fragen sie nochmal im Gynäkologie/Geburtshilfe-Forum. Wenn Sie bezüglich der Qualitätsstandards derartige Bedenken hegen und die Reise problemlos möglich ist, sollten Sie doch besser in Westeuropa entbinden lassen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Laienfragen zu Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 17.10.04, 17:53 
hallo,

meiner ansicht nach hat diese angelegenheit auch noch einen anderen aspekt:
selbst wenn die möglichkeit bestünde, dass sie bluttransfusionen von ihrem mann erhalten (die er ja auch im vorfeld selber gespendet haben kann, wenn die möglichkeit in indien organisatorischerseits besteht), dann ist es absolut möglich, dass bei der notwendigkeit der transfusion von blutkonserven das blut nicht ausreicht und damit trotzdem die notwendigkeit für die übertragung sonstigen fremdblutes besteht. wenn es schon zu einem blutverlust kommt, der transfusionen erfordert, dann ist meiner einschätzung nach diese möglichkeit nicht mehr so unwahrscheinlich.

grüße

downcase


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