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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ein DANKESCHÖN
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 Betreff des Beitrags: Ein DANKESCHÖN
BeitragVerfasst: 02.07.10, 21:56 
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Hallo Liebe User,

Achtung, länger ;-)

Spaß beiseite, ich wollte einfach mal mein Dankeschön an all diejenigen richten, die im Rettungsdienst arbeiten und eigentlich viel zu selten ein Dankeschön bekommen, da es sich oft ergibt dass man sich gar nicht bedanken kann..Also, erstmal vielen Dank dass es euch gibt :-) Ohne eure Arbeit wäre es echt be****** in einem Notfall und man lernt dies erst zu schätzen, wenn man wirklich einmal Hilfe braucht! Und da vielleicht viele noch nie selber in der Patientensituation waren, möchte ich hier einmal kurz meine Story erzählen, welche mir erst einmal gezeigt hat, dass man es a) nicht als selbstverständlich sehen sollte dass man Tag für Tag unverletzt durch die Gegend hüpft und b) dass man im Fall der Fälle schnell, menschlich und würdevoll behandelt wird!

Vor nicht allzulanger Zeit bin ich leider selber total unvorbereitet auf Hilfe angewiesen gewesen, ich, der "wer braucht denn schon nen Arzt und ich war vor 2 Jahren das letzte Mal dort" Patient :-) Ich (w, Anfang 20) bin mit meinem Pferd an einem Sonntagmorgen gemütlich im Wald ausgeritten. Auf einem Waldweg sind wir recht flott galoppiert und dann ist's passiert: Pferd erschrickt sich, macht eine scharfe Rechtskurve und ich falle rückwärts mit voller Geschwindigkeit auf einen Baumstumpf am Boden. Tja, Helm hatte ich auf, Handy leider keins dabei, aufstehen konnte ich nicht mehr vor Schmerzen im Rücken und Hüftbereich...es war ein eher trüber Sonntag, nicht gerade Spazierengeh-Wetter..zuerst war mir die Situation gar nicht bewusst, ich dachte, die Schmerzen gehen gleich wieder weg und ich werd mich schon irgendwie heimschleppen können (Pferd stand noch in der Nähe und hat gegrast, ist also nicht heimgelaufen)..die Minuten verstrichen und mir gings immer schlechter da die Schmerzen immer mehr zunahmen, an aufstehen war gar nicht mehr zu denken..und schlechter...und schlechter..irgendwann fing ich an zu rufen in der Hoffnung dass irgendein Spaziergänger mich hören könnte (ich lag leider voll im Gebüsch, fernab jeder normalen Straße)..

Nachdem bereits über 2 Stunden vergangen waren hielt ich die Schmerzen fast nicht mehr aus :-( und es war einfach Niemand der mich gehört hätte..was für ein blödes Gefühl, ich dachte ich muss dort übernachten..und mein Pferd stand immer noch in der Nähe, wäre es heimgelaufen hätte wenigstens Jemand etwas gemerkt... Außerdem hatte ich die ganze Zeit so wirre Gedanken wie "wenn jetzt ein Wildschwein kommt bist du weg vom Fenster, du kannst nicht mal aufstehen" oder "Du steigst auf keine Fall in einen Krankenwagen, du hast doch gar nichts außer dass du nicht aufstehen kannst" und "Boah ich hab jetzt keine Zeit hier rumzuliegen, ich muss noch putzen"..Was ein Schock alles bewirken kann ;-) Tja und nach 2,5 Stunden und beginnender Heiserkeit wegen des Rufens (übrigens ist das ein ganz schön übler Zwiekampf: entweder du rufst aus Leibeskräften nach Hilfe, hast aber gleichzeitig noch mehr Schmerzen, oder du bist still, wirst halt ewig nicht gefunden, hast aber weniger Schmerzen, furchtbar) die Erlösung: es hat mich ein Passant, der meine Rufe gehört hat, gefunden! Und dann ging alles ganz schnell: erst kam der normale RTW, dann der Notarzt, dann die Polizei und dann kam auch noch ein Hubschrauber (warum der kam weiß ich auch nicht)..und trotz meiner blöden Situation hatte ich noch so Sätze wie "Nein, ich hab gar nichts, ich kann halt nur nicht mehr laufen" und "Nein, bitte fassen Sie mich nicht an" auf der Lippe (wurde mir hinterher berichtet, ich dachte eigentlich ich wäre bei klarem Verstand, aber so ganz wohl doch nicht). Erstdiagnose: Beckenbruch.

Wie auch immer, jetzt der eigentliche Grund des Posts: die Art und Weise wie der NA und auch die RA mit mir umgingen, war absolut spitze. Von der ersten Sekunde an hatte ich das Gefühl dass die wissen was sie tun und dass sie auf keinen Fall genervt oder gestresst waren oder ihren Job nur halbherzig machen würden. Egal ob es bei der Erstuntersuchung des NA war, bei der Legung des Zugangs oder Gabe eines Schmerzmittels (übrigens toll: erst wird einem schwindlig, dann möchte man schlafen und hat die totale "mir ist alles egal" Laune) oder nach langer Zeit dann die Bergung aus dem Gebüsch (Schaufeltrage + Vakuummatratze). Zu jedem Vorgang wurde mir gesagt was als nächstes gemacht wird und es wurde immer ganz sachlich mit mir umgegangen, kein "Ach das wird schon wieder" oder so etwas. Nein, ich fühlte mich trotz meiner Arzt-Phobie vom ersten Moment an so gut aufgehoben, dass ich auch im Nachhinein aus dem ganzen Unfall etwas positives ziehen kann: nämlich WENN einem mal wirklich etwas passiert, dann kann einem hierzulande gewiss sein, dass einen professionelle Hilfe erwartet!
Leider weiß ich, obwohl ich eigentlich ein sehr gutes Namens-Gedächtnis habe, von keinem der RA oder dem NA mehr den Namen, auch weiß ich nicht mehr wie sie ausgesehen haben (auch wenn ich es in dem Moment nicht realisiert habe, ich muss wohl doch etwas arg neben mir gestanden haben lol). Ich weiß nur noch von den Gesprächen im RTW dass der Notarzt Anästhesist ist und er das erste Mal mit dem RA gefahren ist, da Notarzt und RA aus verschiedenne Bundesländer kamen (Grenzgebiet). Sollte sich also Jemand an einen solchen Einsatz erinnern: ich bin diejenige die euren RTW eingesaut hat weil sie den halben Wald in den Haaren kleben hatte ;-)

Also im Namen von ich denke vielen "Geretteten": DANKESCHÖN für eure wichtige Arbeit!
P.S. es war übrigens kein Beckenbruch, sondern ein Kreuzbeinbruch..


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BeitragVerfasst: 02.07.10, 22:10 
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Beiträge: 44
Sowas gibts allerdings viel zu selten, ist Balsam für den Retter ;)

Tipp: Krieg über die Leitstelle raus, von welcher Rettungswache der RTW angefahren kam, und schick da ne Karte hin mit "für die Rettung am xx.xx. um xx.xx Uhr, darüber freue ich mich immer sehr ;)


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BeitragVerfasst: 02.07.10, 22:25 
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Hallo LineofFire,

das ist wirklich ein guter Tip, das ist mir noch gar nicht gekommen! Danke


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BeitragVerfasst: 03.11.10, 20:01 
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Beiträge: 2
Wohnort: Bayern
Dieses Bedürfnis, da danke zu sagen, hatte ich auch, hab den Hausarzt gefragt wie der Rettungshubschrauber unserer Region heißt, hab da dann die Homepage über google gefunden, dort angerufen und mit Datum und Uhrzeit konnte ich genau erfahren wer dabei war, hab dem Gästebuch der Seite einen Besuch abgestattet und ein Danke hinterlassen und noch vor, wenn unser Sohn wieder genesen ist, dort hinzufahren und uns pers. zu bedanken.
Die Crew des Hubschraubers war sogar so lieb, sich nach 2 Tagen im KKH zu erkundigen wie es unserem Sohn geht. Wir haben und medizinisch und menschlich allerbestens betreut gefühlt.
Auch von mir/uns hier nochmals ganz herzlichen Dank!!

_________________
Liebe Grüße, Happyness


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BeitragVerfasst: 04.11.10, 15:18 
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OT:
Pixielott, wie ist Dein Pferd wieder heimgekommen?

Zum Thema: Ich habe, zum Glück(!!!) noch nie einen Rettungswagen gebraucht, finde es aber auch toll, dass es Leute gibt, die diese Arbeit auf sich nehmen! Es gibt, weiß Gott, einfachere Jobs!


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BeitragVerfasst: 06.11.10, 21:28 
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Renate02 hat geschrieben:
OT:
Pixielott, wie ist Dein Pferd wieder heimgekommen?



Oh je, das ist allein heimgekommen - aber gott sei dank ohne einen Kratzer 8) Als der Passant mich gefunden hat stand meine Stute immer noch in der Nähe und hat fröhlich gefressen (Lieblingshobby). Er hat sie dann eingefangen und am Baum festgebunden damit sie nicht wegläuft während er Hilfe holt (hatte selber auch kein Handy dabei). Naja und Stuti fand es blöd am Baum angebunden zu sein, hat sich die Trense durchgerissen und ist ab die Post weggaloppiert...sie musste ca. 20 Minuten heim laufen, über ne Straße UND über einen Bahnübergang :roll: und hat sich dann beim Nachbarn im Garten wiedergefunden..der wiederum hat sich dann gedacht dass das Pferd vom Nachbarhof sein muss und hat dort angerufen...den Schreck den die Hofbesitzer bekommen haben als sie das Pferd mit zerrissener Trense und ohne Reiter gesehen haben während zur gleichen Zeit in der Nähe ein Rettungshubschrauber gelandet ist braucht man glaub niemanden zu erklären :roll: der Tierarzt kam dann wohl noch, aber Pferd war und ist wohlauf :D


P.S. Hab übrigens mittlerweile durch Zufälle (UND weil mir warum auch immer auf einmal der Name wieder eingefallen ist) den Notarzt ermitteln können und mich bedankt.


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BeitragVerfasst: 07.11.10, 08:17 
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Beiträge: 1472
Pixielott hat geschrieben:
Pferd war und ist wohlauf :D

Freut mich!

Du bist es hoffentlich auch wieder?


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BeitragVerfasst: 07.11.10, 21:57 
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Beiträge: 4
@Renate Danke, ja soweit schon wieder. Noch nicht hundertprozentig aber bin zufrieden. Aber eine Kreuzbeinfraktur ist definitiv nichts was man empfehlen könnte :wink: *ouch*

SORRY fürs OT liebe Mods


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