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medizin-forum.de • Thema anzeigen - festellung tod
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 Betreff des Beitrags: festellung tod
BeitragVerfasst: 25.03.10, 16:11 
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hallo,

folgende frage würde mich interessieren.

wenn ein notarzt eine ungeklärte oder nicht natürliche todesart bei einem verstorbenen vermutet, würde er dann einfach "das feld verlassen" und die angehörigen bitten den hausarzt zur "leichenschau" zu konsultieren?
ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass er dann einfach wortlos an den hausarzt verweist , oder?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.03.10, 21:55 
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Beiträge: 275
Wohnort: Köln/Magdeburg
Das ist abhängig von der Region. Der NA kann nicht per definitionem zur Leichenschau gezwungen werden. Da er der Notfallrettung zur Verfügung stehen muss (und durch eine ausführliche Leichenschau eine ganze Weile gebunden wäre) kann er dies dem zuständigen Arzt (Amtsarzt, Hausarzt, etc) übergeben. Bei Verdacht auf ungeklärten/nicht natürlichen Tod muss allerdings die Polizei hinzu gezogen werden.
Es besteht allerdings ein gehöriger Unterschied zwischen der NA vermutet eine nicht natürliche Todesursache und der NA kann eine nicht natürliche Todesursache nicht sicher ausschließen. Das kann er fast nie, denn er kennt den Patienten nicht und hat in der kürze der Zeit weder die Möglichkeit eine Leichenschau lege artis durchzuführen, noch sich hinrecihend über die patientegeschichte zu informieren.

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Quid pro quo?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29.03.10, 22:06 
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Beiträge: 28
Wohnort: Großraum Stuttgart
Der NA stellt den Tod fest, eine Leichenschau macht er bei uns grundsätzlich nicht. Dafür verständigt er den Hausarzt (sofern erreichbar) oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst.
Beim Verdacht einer unklaren oder nicht natürlichen Todesursache muss er grundätzlich die Polizei hinzuziehen. Bis die Polizei eintrifft, sollte er vor Ort bleiben um sicher zu stellen, dass dort nichts verändert wird. (Ein neuer Einsatz ist allerdings schon ein Grund abzurücken.) Mit unserer Polizeidirektion ist abgesprochen, dass im Falle einer Anforderung unverzüglich eine Streife anfährt, die die Zeit überbrückt, bis ein Arzt zur Leichenschau (oder die Kripo) kommt. Die Wartezeit auf Polizei oder Arzt wird in der Regel sinnvoll genutzt für eine Betreuung der Angehörigen.
Dass ein NA einfach an den Hausarzt werweist und dann verschwindet darf eigentlich nicht sein.


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 Betreff des Beitrags: reanimationsmaßnahmen
BeitragVerfasst: 01.05.10, 15:42 
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Registriert: 15.02.10, 12:47
Beiträge: 73
hallo,

mich würde interessieren ab wann der rettungsdienst mitsamt notarzt nicht mehr reanimert?
angenommen diese erscheinen am ort, schreiben ein null-linien-ekg und reanimieren nicht mehr, kann man dann als angehöriger davon ausgehen, dass der patient schon länger als 25-30min. tot ist? vorher wurde von den angehörigen auch nicht reanimert.

danke


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 01.05.10, 20:38 
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Beiträge: 275
Wohnort: Köln/Magdeburg
Hallo Giraffe,

hattest Du das Thema nicht schon mal?

Die Gründe wann, bzw ab wann nicht mehr reanimiert wird sind sehr vielfältig und stehen sowohl mit dem aktuellen Geschehen, als auch mit der (Patienten)Vorgeschichte in Verbindung.
Ein "Nulllinien-EKG" ist nur in Kombination mit den anderen Umständen, bzw. der Anamnese aussagekräftig, denn eine Nullinie (Asystolie) kann zwischen ein paar Sekunden und mehreren Stunden bis Tagen alt sein...
Das EKG ist allerdings durchaus ein wichtiges Instrument für die Todesfeststellung durch den Arzt.

Bei Fragen solltest Du dich besser an den anwesenden Notarzt wenden - das geht auch noch nachträglich, denn nur der kann Dir eine konkrete Antwort zum definierten Fall geben. Alles andere wären nur Spekulationen.

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Quid pro quo?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 02.05.10, 11:17 
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Registriert: 06.03.05, 08:30
Beiträge: 4393
Wohnort: Hildesheim
Guten Tag,

da das Thema offenbar zusammenhängt, habe ich die Beiträge zusammen geführt.

_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt für Anästhesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.05.10, 16:59 
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Registriert: 15.02.10, 12:47
Beiträge: 73
hallo nochmal,

danke für ihre antworten.

ich frage nur so intensiv nach, weil ich mir irgendwie vorwürfe mache, dass wir beim eintreffen bei meiner toten großmutter nicht mehr reanimert haben. der notarzt kam ja wenige minuten darauf und hat auch nichts mehr unternommen, außer dem anlegen des ekgs.

dieser sagte auch sie sei schon länger tod (etwa 50 min), ich meine nur die hausärztin, welche später den totenschein ausgefüllt hat, hätte mal von einem kürzeren zeitpunkt gesprochen.
ich denke nur, der notarzt konnte den zeitpunkt wahrscheinlich genauer beurteilen, weil er als erster vor ort war, oder? muss ich mir denn vorwürfe machen ihrer meinung nach, nichts mehr unternommen zu haben.?


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 03.05.10, 17:14 
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Beiträge: 275
Wohnort: Köln/Magdeburg
Der genau Todeszeitpunkt ist vor Ort selbst für einen Rechtsmediziner schwer zu schätzen. Es handelt sich hierbei immer um einen Schätzwert, der +/- angegeben wird!
Es ist also nicht unüblich, dass die Aussagen hier etwas von einander abweichen.

Zu ihrem Fall.
Egal ob jetzt 50min oder eine halbe Stunde. Ein Mensch wird nach so einer Zeit nicht mehr lebendig. Und wenn man es doch schafft sein Herz wieder ans laufen zu bekommen, dann tut man ihm damit meist keinen Gefallen - denn Gehirnzellen (und auch andere Organe) sind in dieser Zeit schon längst abgestorben. Sprich, wenn sie nicht beim Kreislaufstillstand ihrer Großmutter anwesend gewesen wären, bzw. sofort danach, dann hätten sie keine Chance gehabt. Zumindest keine Chance ohne bleibende (neurologische) Schäden zu überleben. Und ob das Leben dann noch lebenswert ist.. die Frage müssen Sie für sich selber beantworten.

Und so hart es klingt: Menschen sterben!
Der Tod ist fester Bestandteil des Lebens und so hart es auch für die Hinterbliebenen ist, die Zeit des Abschiedes wird immer kommen - für jeden von uns. Das "Weiterleben" zu erzwingen ist also, gerade bei Menschen die ein geiwsses Alter erreicht haben, unnatürlicher als der Tod selbst.
Ich kann Ihnen also nur raten sich mit dem Tod ihrer Großmutter abzufinden und dankbar dafür zu sein, dass der Rettungsdienst nicht um Teufels Willen versucht hat sie wieder zu hohlen, sondern eine menschliche Entscheidung getroffen hat.
Sie sollten zudem das Gespräch mit Angehörigen und vielleicht einem Geistlichen, eventuell sogar einem Therapeuten suchen. Denn mit diesen Selbstvorwürfen machen Sie sich nur selber verrückt und ihre Großmutter bringt es ihnen auch nicht wieder.
Im Gegenteil, ich bin mir sicher, dass sie nicht gewollt hätte, dass Sie unter ihrem Tod so leiden. Gönnen Sie ihrer Großmutter ihren Freiden und sich selber etwas Abstand.
Erfreuen Sie sich an den Erinnerungen an die Zeit als ihre Großmutter noch gelebt hat, aber akzeptieren Sie ihren Tod.

Mit den besten Wünschen

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Quid pro quo?


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