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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Vorgehensweise bei Schlag aufs Auge
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 Betreff des Beitrags: Vorgehensweise bei Schlag aufs Auge
BeitragVerfasst: 24.03.10, 23:25 
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Hallo,

wie sieht die Vorgehensweise zur Erstuntersuchung bei einer KV (hier Schlag aufs Auge) aus? Wird in so einem Fall immer in den Mund geguckt, ob dort Verletzungen aufgetreten sind? Und wenn ja, wie werden diese protokolliert?

Wird dann bei Ankunft im KH eine Anamnese mit der selben Vorgehensweise durchgeführt, so das die Anamnese durch den Notarzt nochmals bestätigt wird?

Vielen Dank für Ihre Antworten


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BeitragVerfasst: 24.03.10, 23:37 
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Hallo Hummel,

jeder Rettungsdienst protokolliert anders und jeder RA/RS oder NA ebenso. Grundsätzlich werden alle Erhebungen auf einem Einsatzprotokoll niedergeschrieben. Ob negative Befunde wie z.B. - keine Verletzung im Mundraum, Zähne stabil ebenfalls eingetragen werden oder nur positive Befunde obligt dem Untersuchenden. Im Krankenhaus werden dann viele Unterduchungen erneut in positiverer Umgebung durchgeführt, aber sicher nicht alle. Manchmal ist der aufnehmende Arzt gleich dem einliefernden Notarzt, der wird dann sicher nicht alle Untersuchungen erneut durchführen.

Bei einer KV mit Gesichtsverletzung gehört für mich persönlich eine Insektion des Mundraumes dazu. Dies hällt aber auch jeder anders.

Wenn du spezifischer fragst können wir auch spezifischer antworten.

Mfg Marcus


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 Betreff des Beitrags: Danke
BeitragVerfasst: 24.03.10, 23:54 
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Hallo Marcus,

danke für die schnelle Antwort :-)

die Hummel


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 25.03.10, 10:56 
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Grundsätzlich sollte nach einem Trauma - auch wenn es ein isoliertes ist - der gesamte Körper zumindest grundlegend durchuntersucht werden. Das dient nicht nur der Übung, sondern vor allem unserer rechtlichen Sicherheit. Alles was durch den Unfallmechanismus plausibel, d.h. wahrscheinlich ist sollte natürlich gründlicher untersucht werden. Dazu zählt bei einem stumpfen Trauma des Auges/Gesichts auch die Untersuchung der Mundhöhle.
Dokumentiert werden sollte nicht nur was aufgefallen ist, sondern auch was ausgeschlossen wurde. Auch das dient unserer Sicherheit, denn vor Gericht sind nur die Maßnahmen durchgeführt worden, die auch dokumentiert wurden. D.h. wenn wir etwas übersehen haben, dann ist das nicht schlimm, so lange wir es zumindest versucht haben auszuschließen - und das dokumentiert wurde. Ist es nicht dokumentiert sieht es für den Richter aus, als hätten wir es auch nicht untersucht und könnte uns somit mangelnde Sorgfalt, vielleicht sogar in Folge Körperverletzung durch Unterlassen unterstellen...
Im Falle eines isolierten Schlags aufs Auge würde ich (wenn der Pat. anschließend nichts hat außer Schmerzen) zum Beispiel dokumentieren:
"Z.n. KV, isolierter Faustschlag aufs rechte Auge. Jetzt Schmerzen rechtes Auge. Keine Sehstörung im Seitenvergleich, keine Einschränkung des Gesichtsfeldes, Bulbus frei beweglich, keine Blutungen im oder am Auge. Keine Anzeichen für knöcherne Verletzungen des Gesichtes. Bodycheck restlicher Körper unauffällig."

Edit:
Was die Folgeuntersuchung im KH angeht ist das abhängig vom aufnehmenden Arzt und wie gut dem der "liefernde" NA/RettAss bekannt ist.
Hier iat allerdings auch der Untershcied NA vs. RettAss zu beachten. In einer horizontalen Arbeitsteilung (Arzt-Arzt), also unter gleichrangigen Personen gibt es keine Pflicht zur gegenseitigen Überwachung. Dem Gegenüber muss unterstelt werden, dass seine Aussagen aufgrund seiner Qualifikation richtig sind. Nennt sich dann Vertrauensgrundsatz - das das in der Realität nicht immer so ist wissen wir alle, aber so ist nun mal die Rechtsgrundlage.
Anders bei der vertikalen Arbeitsteilung (RettAss-Arzt). Hier ist zumindest rechtlich gesehen die höher qualifizierte Person der niediger qualifizierten Person gegenüber kontrollpflichtig. Der Vertrauensgrundsatz gilt also nur eingeschränkt.
Ich persönlich würde mich an einer erhobenen Anamnese eines mir unbekannten Teams zwar orientieren, aber nicht darauf verlassen. D.h. ich muss selber noch mal nachkontrollieren. Kenne ich das Team allerdings und vertraue ihm auch, so würd eich nur noch die Ergebnisse auf Plausibilität prüfen und die entsprechenden Folgeuntersuchungen durchführen/anordnen.
Dieses Vorgehen kann natürlich mal ein gutes (aber leider nicht bekanntes) Team vor den Kopf stoßen, aber lieber so rum, als das hinterher etwas übersehen oder falsch diagnostiziert wird. Denn das bleibt am Patienten und im Zeifelsfalle auch am behandelnden Arzt hängen ("Übernahmeverschulden").
In der Realität sieht das natürlich (leider) nicht immer so aus...

_________________
Quid pro quo?


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BeitragVerfasst: 25.03.10, 12:50 
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Hallo VK-Retter,

danke für die Antwort.

Also ist es in dem Fall auszuschließen, das Verletzungen in der Mundhöhle vorhanden waren, weil das KH im Bericht folgendes angegeben hat: Gehirnerschütterung, sonst. Reaktionen auf schwere Belastung, Prellung und Hämatom des Augenlise li.

Das stammt aus dem Entlassungsbericht des KH an die weiterbehandelnde Ärztin, dies wurde aber auch beim Bericht des KH an den Anwalt ausgesagt.

Dazu muß noch gesagt werden, das die Verletzungen (gehirnerschütterung) auch aufgrund des Auffahrunfalles entstanden sein können, da die Person sich beim Aufprall nach unten gebeugt hatte, um etwas aufzuheben.

Vielen Dank

bumblebee


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BeitragVerfasst: 25.03.10, 13:08 
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Da muss nun unterschieden werden was als Untersuchungsstandart gilt und was nicht. Explizit wurde im Bericht keine Verletzung der Mundhöhle ausgeschlossen, es dürfte aber davon ausgegangen werden, dass durch Inspektion im Rahmen der Untersuchung durch den aufnehmenden Arzt eine solche ausgeschlossen wurde... einfach weil es üblich ist und als Standart gilt (gerad ebei Z.n. VU/KV)
Bin aber weder Justist noch Medizinjurist und daher sind das alles Vermutungen.
Daher erneut mein Hinweis, um so genauer die Dokumentation, um so weniger Fragen beliben hinterher offen..
gerade wenn es wie bei einem VU oder einer KV häufiger vor Gericht landet und unsere Dokumentation zumindest was Schadensersatz/Schmerzensgeld von Belange ist...

_________________
Quid pro quo?


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