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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Ungeklärte Krankheit nach langem Korsika-Aufenthalt
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BeitragVerfasst: 14.10.16, 12:26 
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Sehr geehrte Forenmitglieder,

ich habe seit nunmehr 6 Wochen verschiedenste Symptome, die für mich auf eine Infektionskrankheit hindeuten. Seit ca. 4 Wochen befinde ich mich in ärztlicher Behandlung in Deutschland.

Ich möchte kurz die Rahmendaten angeben und dann genauer auf meine Beschwerden und die bisherige Behandlung eingehen.

Der Aufenthalt in Korsika dauerte von Mitte August bis Mitte September. Während dieser Zeit habe ich viel Rohmilch- und Schimmelkäse v. Schaf/Ziege und viele Meeresfrüchte wie z.B. Muscheln und Garnelen gegessen. Am 22.08. hat mich vermutlich eine Wespe gestochen. Vermutlich, weil ich sie zur Zeit des Stiches nicht gesehen habe, sondern nur vorher (die Hand, in die gestochen wurde war hinter meinem Rücken). Außerdem hatte ich zu dieser Zeit viele Mückenstiche, auch von der dort sehr häufig vorkommenden (Asiatischen) Tigermücke.

Die Symptome des Wespenstiches (leichtes Anschwellen und Jucken rund um die Einstichstelle an der linken Hand) sind nach ca. 3 Tagen komplett verschwunden.

Ab dem 06.09., gegen Ende des Urlaubs, spürte ich gegen Nachmittag/Abend ein leichtes Kribbeln im Mund, Zunge, Gaumen. Außerdem war ich sehr müde und erschöpft und hatte schlappe Beine. Vorsorglich habe ich Influduron-Kügelchen genommen und ein flüssiges Antiallergikum gegen Mückenstiche, das gegen das Kribbeln geholfen hat.

Ab dem 08.09. kamen zusätzlich Schmerzen in der linken Schulter, Arm, Handgelenk, Fingern und in der Herzgegend hinzu. Es war und ist ein tiefer, knöcherner Schmerz mit leichtem Hitzegefühl von innen. Auch kamen die ersten leichten Schluckbeschwerden hinzu (Kloß im Hals). Gegen die Schmerzen nahm ich zuerst zwei Mal Acetylsalicylsäure und danach Ibuprofen 400mg ein. Die Schmerzen wurden dadurch anfangs gut unterdrückt.

Am 10.09. kam Augenjucken und -tränen hinzu, wogegen ich aus der Apotheke ein Antiseptum bekam, dass kurzzeitig gegen den Juckreiz half.

Am 13.09., in der Nacht vor der Rückfahrt, konnte ich aufgrund des immer stärker werdenden Juckreizes nur ca. 3 Stunden schlafen. Insbesondere die Kopfhaut, der Anus und die Hände waren betroffen. Das Antiallergikum war mittlerweile ausgegangen. In der Nacht sind nach langem Jucken und Kratzen auch die Einstichstelle des Wespenstichs und umliegende Finger an der linken Hand wieder stark angeschwollen.
Für die Rückfahrt bekam ich aus der Apotheke eine Salbe zur lokalen Juckreizbehandlung (Wirkstoffe in frz: Lidocaine, Mefenidramium) und Cetrizin verordnet, das ich während der Fährfahrt zu mir nahm. Der Juckreiz hörte damit so gut wie komplett auf, weshalb ich es eine Woche durchnahm.

Am 16.09., wieder zu Hause, besuchte ich den hiesigen Arzt. Er vermutete Borreliose und gab mir Cefuroxim 500mg mit, wovon ich 2 x 500mg pro Tag für 8 Tage einnahm. Gegen die Gelenkschmerzen gab es neuerdings Ibuprofen 600mg. Durch das Cefuroxim gab es keinerlei Besserung. Außerdem wurde am selben Tag Blut abgenommen. Blutbild + Borreliose.

Die Blutwerte (Blutbild) bekam ich am 23.09. Hier fiel ein erhöhter CRP-Wert auf: 15,2+ mg/l. Die Borreliose-Werte wurden vom Labor vergessen, den negativen Befund bekam ich dann am 27.09., beim nächsten Arzttermin nachgereicht.
Bei diesem Arzttermin wurde nach Rücksprache mit einer Tropenmedizinerin eine neue Blutabnahme angeordnet (für den 29.09.). Verdacht ging diesmal Richtung Chlamydien, Parvovirus, Hepatis, Mycoplasmen, Rheuma und besonders Brucella. Gegen die Schmerzen bekam ich Ibuprofen 800mg + Pantoprazol 20mg, die ich seither fast ununterbrochen nehme (abgesetzt am 10.10.). Gegen den Juckreiz, der nach Aufbrauchen des Cetrizins wiederkam, nahm ich seither Fexofenadinhydrochlorid 120mg. Das half ebenfalls gegen den Juckreiz.

Am 29.09. wachte ich erstmals nachts aufgrund Schluckauf und starker Übelkeit auf, die aber schnell (15 Minuten) vorüberging.

Am 01.10., nach langem Spaziergang, waren die Gelenkschmerzen in den Beinen wieder sehr stark. Die Schmerzen waren nie ganz weg, aber nach Anstrengung tauchten sie in großer Intensität wieder auf. Außerdem kam eine tiefe Müdigkeit und Hitzewallungen an diesem Abend hinzu.

Am 04.10. erhielt ich die neuen Blutwerte. Auffälligkeiten hier: Erhöhter CRP-Wert 6,5+ mg/l, Albumin 52,2+ g/l, HEP A AK (IgG+IgM) (ECLIA) >60,0+ IU/l, HEP A AK (IgM) (ECLIA) nicht nachw., HEP B AK (ECLIA) 946+ IU/l (bin HEP geimpft seit ein paar Jahren), Parvo-B19 AK (IgG) (ECLIA) 24,0+ Index, Parvo-B19 AK (IgM) (ECLIA) 0,3 Index, Chlamydia pneumoniae AK (IgG) 99,4+ RE/ml.
Brucella AK <1:10, unauffällig, auch keine Mycoplasma pn.
Die Ärztin vermutet hinter den Werten Immunitäten durch alte Erkrankungen / Impfungen.

Am 06.10. erneuter Bluttest zur Verifizierung der Chlamydien- und ParvoV-Werte. Außerdem Untersuchung auf Chikungunya-Virus-AK. (Dieser Test dauert länger, Ergebnisse vermutlich am 17.10.)

Am 07.10. hatte ich eine juckende, dicke Unterlippe und nachts um ca. 0 Uhr wachte ich mit folgenden Symptomen auf: Sehr starke, kaum auszuhaltende Schluckbeschwerden, an Schlaf ist nicht zu denken (bis ca. 4 Uhr). Im Liegen, besonders auf der Seite, schlimmer. Gefühl, dass die Speiseröhre die ganze Zeit arbeitet, sich selbst 'verdaut'. Teils sehr starke Übelkeit und Erbrechen. Schmerzen stechend, insbesondere oben, ausstrahlend in die Brust.

Gleiche Symptomatik am 09.10., 11.10. Auffällig starker, dumpfer Schmerz in der Brust, obere Speiseröhre. Schlucken und Atmen fällt schwer.

Am 10.10. erneuter Arzttermin wegen Schluckproblematik und Besprechung der Blutwerte. Ärztin ist ratlos und stellt Überweisung an das Bundeswehrkrankenhaus (BwK) Hamburg (Nocht-Institut für Tropenkrankheiten in der Nähe) aus. Termin am Montag 17.10. Sollte es bis dahin schlimmer werden, soll ich ins ziv. Krankenhaus. Alle Medikamente abgesetzt.
Seit dem 10.10. durchgehend leichte Kopfschmerzen in der Mitte und vorn.

Am 12.10., nach schrecklicher Nacht, stellte ich mich im Krankenhaus in Wesel vor. Der Arzt vermutete einen Ösophagusspasmus. Tipps: Ruhig bleiben und auf Termin im BwK warten.
An diesem Tag bemerkte ich kleine rote Punkte auf der rechten Handinnenfläche (ca. 3mm Durchmesser), die juckten. Verschwanden nach ca. 1 Tag wieder.
Gegen die Schluckbeschwerden nehme ich in Wasser aufgelöstes Pfefferminzöl, das mir ein wenig hilft (anscheinend Hausmittel gegen Ösophagusspasmus).

Seit 12.10. wieder vermehrt Jucken von Kopfhaut, Hals und Anus. Hängt vermutlich mit dem Absetzen des Antiallergikums zusammen. Das halte ich jetzt einfach aus.

Seit 14.10. wieder vermehrt Knochen-/Gelenkschmerzen wie oben ausgiebig geschildert. Neu ist, dass die Schmerzen in der Nacht nicht weggehen.
Auch neu ist, dass ich beim Ausstrecken der Finger das Gefühl habe, dass sich mein linker Ringfinger nicht mehr vollständig ausstrecken lässt.


Mittlerweile verzweifle ich nächtlich und täglich und fühle mich immer machtloser. Das Vertrauen in die Ärzte hat stark gelitten (übersehene fehlende Blutwerte, Ratlosigkeit, sehr lange Wartezeiten). Zuhause habe ich ein 1-jähriges Kind mit starken Erkältungssymptomen und eine schwangere Frau im 2ten Monat sitzen und mache mir unendlich Sorgen. Ich vermute, dass mir im BwK auch nicht sofort geholfen werden kann (ich gehe dort in die Innere) und das ganze noch sehr lange dauern wird.

Was könnte hinter diesen Symptomen und Blutwerten stecken?
Es gab ja bisher viele Vermutungen: Allergische Reaktion, Bakterielle-/Virus-Infektion, Tropenkrankheit...
Ich bin für jeden Tipp dankbar, denn bisher gleicht alles einem reinen Rätselraten und daraufhin erfolgenden Bluttests.


Vielen Dank!


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