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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Dyskalkulie bei einem Kind
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 Betreff des Beitrags: Dyskalkulie bei einem Kind
BeitragVerfasst: 11.06.16, 18:13 
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Registriert: 16.02.06, 12:13
Beiträge: 51
Hallo,

muss ein 9-jähriges Kind, das in der Schule keinen Zugang zur Mathematik findet,
quasi ein krasses Missverhältnis zu Zahlen hat, ansonsten aber eine Zweier-Schülerin
ist, in psychologische Therapie?

Gruß Arthur


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 Betreff des Beitrags: Re: Dyskalkulie bei einem Kind
BeitragVerfasst: 12.06.16, 11:53 
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Registriert: 08.06.16, 12:13
Beiträge: 39
Hallo Arthur,
ich bin kein Psychologe, sondern kann nur aus meiner Alltagserfahrung sprechen.
Ich selbst wurde nie explizit auf Dyskalkulie getestet, bin mir aber recht sicher, dass ich an Dyskalkulie leide, da in meiner Jugend mal ein Fähigkeiten-Test ohne IQ-Test gemacht wurde, wo ich größtenteils überdurchschnittlich abschnitt, außer im Bereich Mathematik. Aus eben jenem Grund wurde mir davon abgeraten es jemals mit Abitur zu versuchen. Ich habe es dann trotzdem versucht und meine Mathenote ist wirklich sehr schlecht ausgefallen (Unterkurse). Das Abitur habe ich jedoch trotzdem gut geschafft. Ich habe mich aber häufiger mal gefragt, ob meine vermutete Dyskalkulie nicht auch besser hätte behandelt werden sollen, denn damit hätte ich viel weniger "gelitten" in der Zeit auf dem Gymnasium und meine Gesamtnote wäre besser gewesen. Dies hätte mir die Möglichkeit gegeben auch andere Studiengänge zu studieren, die mir nun mit meine Abschluss (und auch aufgrund der fehlenden Befähigung im Bereich Mathematik) verschlossen bleiben. Eine unbehandelte Dyskalkulie, so vermute ich jedenfalls, könnte Optionen für die Zukunft verbauen.
Die Dyskalkulie beeinträchtigt mich auch im Alltag, so kann ich nur mit viel Konzentration eine Uhr lesen (eine digitale natürlich ausgenommen), kann mir Telefonnummern, Uhrzeiten (z.B. wann kommt die Bahn) und dergleichen nicht merken und vertue mich zuweilen beim Bezahlen. Das ist etwas nervig. Eine frühe Förderung hätte hier womöglich auch mir einen einfacheren Alltag ermöglicht. So musste ich mir Strategien ausdenken, wie ich mit dieser Beeinträchtigung trotzdem zurechtkomme.
Ich würde mich fragen: Was möchte das Kind selbst den? Und falls es nicht therapiert werden möchte, wieso nicht? Denn ich hätte vermutlich auch erstmal Hemmungen gehabt mich mit Mathe in irgendeiner Art zu beschäftigen, einfach, weil ich schon in der Grundschule keine Lust mehr darauf hatte und es für mich nur ein Quell der Demütigung war ("zu doof für Mathe"). Aber wenn das Kind erstmal bemerkt, dass es voran kommt und die/der TherapeutIn geduldig und freundlich ist, steigt vielleicht das Zutrauen und die Lust auf alles was mit Mathe zu tun hat.
Alles Gute!


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 Betreff des Beitrags: Re: Dyskalkulie bei einem Kind
BeitragVerfasst: 12.06.16, 17:49 
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Registriert: 21.03.05, 11:49
Beiträge: 395
Wohnort: in Sachsen-Anhalt
Ich denke nicht, dass eine Therapie helfen kann, Mathe gut zu finden oder zu verstehen. Ich kann auch nicht so mit Zahlen. Kopfrechnen geht bei mir langsam. Ich muss mich da sehr konzentrieren. Die Schule habe ich trotzdem ohne Therapie geschafft. Allerdings hatte ich 11. und 12. Nachhilfe.
Mein Neffe hatte in der Grundschule auch keinen Draht zu Mathe, kommt aber nun auf dem Gymmi super zurecht. Bei ihm hat es geholfen. mit viel viel Geduld mit ihm zu üben. Ohne Druck. Es soll ja auch noch Spaß machen. So im Laufe der Grundschule hat er die Zahlen immer mehr verstanden.

_________________
-Nutze das Leben ständig-du bist länger tot als lebendig.-


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 Betreff des Beitrags: Re: Dyskalkulie bei einem Kind
BeitragVerfasst: 12.06.16, 21:20 
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DMF-Mitglied

Registriert: 08.06.16, 12:13
Beiträge: 39
Dagmar hat geschrieben:
Ich denke nicht, dass eine Therapie helfen kann, Mathe gut zu finden oder zu verstehen.


Nur für den Fall, das dies nicht bekannt ist: Dyskalkulie wird natürlich nicht mit einer normalen Psychotherapie behandelt. Das wäre ja auch sehr schräg... Dyskalkulie ist eine anerkannte Behinderung, kriegt man Prozente für in Sachen Behindertenausweis! Genauso wie für Legasthenie. Für Legasthenie gibt es die Möglichkeit anders benotet zu werden, z.B. dass auf der Uni Rechtschreibfehler nicht zählen bei den Hausarbeiten. Der Vorteil bei Legasthenie ist, dass es schon besser erforscht ist und man weiß, dass es an der veränderten visuellen Wahrnehmung liegt, die auch dafür verantwortlich ist, dass im Chinesischen z.B. es nicht auftritt, weil dies keine Lautschrift ist. Bei Dyskalkulie weiß man noch nicht genau, was das Problem ist bzw. scheint es mehrere Ursachen zu geben.


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