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medizin-forum.de • Thema anzeigen - beziehungsunfähig?
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 Betreff des Beitrags: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 18.02.15, 11:06 
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Interessierter

Registriert: 15.11.14, 11:40
Beiträge: 15
Hallo ihr Lieben!

Es geht darum, dass ich leider ein sehr perfektionistischer Mensch bin.
Das spiegelt sich bei mir eigentlich auch in allen Lebensbereichen wieder, Schule, Arbeit etc.
So auch in meiner Beziehung. Ich bin immer darauf aus alles perfekt zu machen,
ich erlaube es mir nicht in irgendeiner Weise Fehler zu machen, auch wenn sie noch so
klein sind und andere es vielleicht nicht mal als Fehler bezeichnen würden.
Ich bin jetzt seit fast 4 Monaten in einer Beziehung und wirklich glücklich.
Aber ich denke sehr viel über diese Beziehung nach und das ist mein großes Problem,
denn ich versuche wirklich mit Gewalt Sachen zu finden, die ich in diesen 4 Monaten falsch
gemacht haben könnte. Z.B. grade am Anfang der Beziehung war ich mir unsicher, ob ich diese
Beziehung wirklich will und wollte Schluss machen, habe mich aber dagegen entschieden,
weil ich meinen Freund wirklich liebe. Für mich ist aber jetzt dieser Gedanke, den ich damals hatte so schlimm,
dass ich ohne Pause drüber nachdenke, deswegen weine und mir wirklich denke, dass ich so einen
großen Fehler gemacht habe, dass ich ihn jetzt verlassen muss, weil ich diese Beziehung nicht auf
einer so großen Lüge aufbauen will. Ich bekomme deswegen regelrecht Schweißausbrüche,
Angst davor ihn zu verlieren und auch Panikattacken. Für mich fühlt es sich so an,
als hätte ich ihn betrogen, obwohl das ja eigentlich was ganz anderes ist.
Dazu habe ich diesen Zwang immer wieder über diese Zeit nachzudenken, um auch wirklich keinen
Fehler meinerseits zu übersehen. Und ich finde immer irgendetwas, das in meinen Augen falsch war.
Ich hatte vor der jetzigen Beziehung schon mal eine Beziehung für 2 Jahre, wo es genau das
gleiche war. In einem Moment fange ich an nachzudenken und entdecke 1000 Sachen, die ich
meiner Ansicht nach falsch gemacht habe.
Man muss dazu sagen, dass ich psychisch nicht ganz auf der Höhe bin, weil sich meine Eltern
getrennt haben und ich in eine Depersonalisation/Derealisation gefallen bin. Habe auch eine Therapie gemacht
für ein paar Monate, aber dann aufgehört, weil ich nach Italien als Au Pair gegangen bin.
Das war schon immer mein Traum und meine Psychologin hat mir empfohlen, diesen Traum wirklich zu realisieren,
damit es mir wieder besser geht.
Jetzt bin ich seit 5 Monaten in Italien, führe eine tolle Beziehung, aber ich werde diese Gedanken einfach nicht los
und es macht mich wirklich fertig, weil ich es eigentlich nur Kleinigkeiten sind.
Ich denke, wenn wir uns trennen und ich eines Tages eine neue Beziehung haben sollte, wird es wieder das gleiche sein.
Geht es jemandem evtl. ähnlich oder weiß jemand, wie ich mir da raus helfen kann?
Es ist einfach kein schönes Gefühl, weil ich mir das Leben unnötig schwer mache ..
Noch dazu als Info: ich bin fast 21.

Danke im Voraus,

Christine


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 18.02.15, 12:04 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
am besten dieses Problem mit deinem Freund besprechen. Jede ist am Anfang einer Beziehung unsicher. Überlegt ja oder nein. Ist ganz normal.
Bei manche Leute die heiraten, ist dieses Gedanken tlw. kurz sehr stark ausgeprägt.

Wird er mit Sicherheit verstehen und so ist es dann raus und offen und du hast dann keinem Grund mehr dir diesbezüglich "schuldig" zu fühlen.
Ist dann zumindest ein Zwangsgedanken gelindert/weg.

Deine Beziehung ist definitiv nicht auf eine Lüge gebaut. Sondern auf ein ganz normalen Prozess.

Sei offen mit ihm über alles- auch diese Fehlersuche (ist auch zwanghaft), da wenn du nichts sagst, kann es zu Missverständnisse kommen.
Mangelnde Kommunikation ist oft ein Problem in eine Beziehung.
Und keine Beziehung ist 100% perfekt. Wäre ja langweilig. So viel kannst du nicht falschgemacht haben, wenn ihr noch zusammen seid.

Gruß
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 18.02.15, 12:16 
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Interessierter

Registriert: 15.11.14, 11:40
Beiträge: 15
Hallo,

vielen lieben Dank für die schnelle Antwort!
Natürlich werde ich mit ihm drüber reden, sobald ich ihn sehe.
Ich weiß auch, dass das für ihn überhaupt kein Problem ist, weil er sieht
das alles was lockerer, nur für mich ist das so ein riesen Problem.
Danach wird dieser Zwangsgedanken auch weg sein, aber ich denke trotzdem weiter nach.
Ich habe ja auch jetzt schon mehr als nur diese Sache im Kopf, das war nur ein Beispiel,
das ich genannt habe.
Ich möchte halt eine Möglichkeit finden, wie das alles aufhört, weil auf Dauer ist es einfach schrecklich.
Das ist es auch so schon und ich habe es erst seit ein paar Tagen.


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 19.03.15, 13:40 
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Interessierter

Registriert: 18.03.15, 00:26
Beiträge: 18
In einigen Teilen kann ich euch verstehen, weil ich es selbst durch habe..
aber aus Erfahrung: Mit der Zeit passen sich beide Partner meist aneinander an..


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 10.04.15, 07:13 
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Interessierter

Registriert: 15.11.14, 11:40
Beiträge: 15
Was meinst du genau damit, dass die Partner sich aneinander anpassen?
Hat sich das bei dir gebessert und er hat es verstanden?
Ich habe mit ihm geredet und ihm macht das alles überhaupt nichts aus, wirkich gar nichts.
Er meinte ich kann ihm alles sagen, damit ich mir keine Gedanken mehr mache und dann ist es gut.
Danach ging es mir auch echt gut, ich war ruhig usw.
Aber irgendwann fängt es wieder an, dass ich mich sogar wegen Gedanken, die ich mal hatte,
schlecht fühle. Dabei weiß ich, dass ihm das überhaupt nichts macht.
Trotzdem mache ich mir 24 Stunden am Tag Gedanken darüber.
Ich bin es langsam Leid, weil ich bisher keine Beziehung führen konnte,
in der das nicht so war.
Im Moment versuche ich, die ganzen Sachen meinem Partner nicht zu sagen,
da ich weiß, dass es ihm sowieso nichts ausmacht.
Ich will lernen zu verstehen, dass ich nichts schlimmes oder falsches gemacht habe,
aber es ist verdammt schwierig und ich bin echt am verzweifeln..


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 30.04.15, 08:15 
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DMF-Mitglied

Registriert: 25.06.13, 08:41
Beiträge: 58
Du musst dir einfach klar machen, dass je mehr Fehler du gemacht hast, desto besser ist es eigentlich. Denn wenn ihr immer noch zusammen seit und das auch noch glücklich, dann bedeutet das dass du überall vielleicht perfekt sein musst nur bei ihm eben nicht. Das macht eine gute, haltende Beziehung doch aus, dass man Fehler machen kann, diese aber überhaupt keine rolle spielen.
Ich würde da gar nicht großartig drauf rum reiten. Es ist alles in Ordnung. Wenn du Fehler gemacht hast, die ihn stören hätte er das angesprochen und vielleicht sogar Schluss gemacht. Hat er aber nicht. Also sind es in dem Sinne keine gravierenden Fehler. Wie will man auch einen Fehler bestimmen. Für dich kann es einer sein, für ihn kann es in dem Moment genau das richtige sein. Beispielweise wenn man sich mal einen Tag nicht meldet. Dann hat man sich eben am nächsten Tag mehr zu erzählen. Es gibt nicht nur eine Möglichkeit perfekt zu sein. Perfekt bedeutet ja nicht einzigartig, kann auch vielfältig bedeuten. Perfekt ist, wenn es funktioniert, dafür gibt es keine Formel wie "Keine Fehler machen" Ein Fehler kann zur Perfektion gehören. Man kann Menschen dafür lieben, dass sie Fehler machen. Kannst gerne darüber nachdenken, was du falsch gemacht hast, aber es wird nichts an der Beziehung selber ändern. Entweder sie funktioniert oder sie funktioniert nicht und bei dir scheint eindeutig ersteres der Fall zu sein. Ich möchte dir gerne ein Ebook ans Herz legen. Schau es dir gerne mal an. Du bekommst den Downloadlink per Mail. http://www.angst-vor-menschen.com/ Hier geht auch um das Thema Angst vor Menschen, aber ich habe es gelesen und finde es in deinem Fall sehr passend. Denn hier wird eigentlich grundlegend das Thema Angst behandelt. In deinem Fall kann man schon fast sagen, dass du angst vor dir selber hast, vor deinem natürlichen menschlichen "Versagen". Was wie hier auch steht normal ist, was jeder bis zu einem gewissen Punkt hat. Auch die Möglichkeiten zur Bekämpfung von Unwohlsein, von Furcht gegenüber anderen, vielleicht auch deinem Freund, sind sehr hilfreich!

Und soll ich dir noch mal was sagen. Jeder Mensch hat seine kleine Macke. Ich habe 5 richtig gute Freunde. Jeder einzige hat einen weg (kann exzessiv nicht alleine sein, muss zwanghaft kontrollieren ob alles zu ist, muss zwanghaft Sekunden vor der Abfahrt nochmal auf Toilette, kann nicht auf fremde Toiletten gehen, süchtig nach Energy Drinks). Trotz dem sind es sehr liebenswerte Menschen und ich würde keinen von ihnen missen wollen und man würde ihnen die Fehler nie ansehen, bis auf Sara, die immer ein Getränk zur Hand hat :)

_________________
Wenn man Morgens aufsteht und es tut einem nichts weh, dann ist man noch zu jung oder tod. :D


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 14.06.15, 20:39 
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Interessierter

Registriert: 15.11.14, 11:40
Beiträge: 15
Danke für diesen lieben Worte! (:

Das Ebook öffnet sich bei mir leider nicht ..
aber ich werde einen Weg finden es zu lesen, danke.


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 30.06.15, 12:07 
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DMF-Mitglied

Registriert: 27.06.15, 07:01
Beiträge: 55
Wohnort: Bonn
Hey,
schreibe deine Beziehungsfähigkeit nicht ab. Es ist nun mal ein komplizierter Vorgang, und ja, auch Zweifel und das Hin- und Hergerissen sein gehören dazu. Und auch die Arbeit an sich, die Kompromisse, das Nachgeben. Keine Charaktereigenschaft ist KEIN Zustand sonder ein Prozess, und ich glaube fest daran, dass Du das gut machst. Zerfresse dich nicht in Selbstzweifel :)

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Ich bin Daenerys Sturmtochter vom Blut des alten Valyria, und ich nehme mir, was mein ist! Mit Feuer und mit Blut werde ich es mir holen!
- Khaleesi


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 01.07.15, 08:35 
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Interessierter

Registriert: 15.11.14, 11:40
Beiträge: 15
Ich weiß nicht ..
Ich denke mit der Zeit einfach, dass ich vielleicht wirklich nicht für eine Beziehung gemacht bin.
In jeder langen Beziehung, die ich bisher hatte, war es immer das gleiche.
An manchen Tagen ist es besser, an manchen schlechter.
Im Moment z.B. ist es kaum auszuhalten, aber selbst wenn ich die Beziehung deswegen jetzt beenden
würde, in der nächsten wäre es wieder genauso. Ich kann es einfach nicht abstellen.
Das, worüber ich nachdenke, ist ja alles nur am Anfang der Beziehung gewesen und damals habe ich
es als nicht schlimm empfunden, aber jetzt im Nachhinein habe ich eine andere Sicht auf die Dinge und
habe ein sehr schlechtes Bild von mir. Ich habe kein Vertrauen in mich selbst..


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 02.07.15, 22:59 
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DMF-Mitglied

Registriert: 27.06.15, 07:01
Beiträge: 55
Wohnort: Bonn
Deine Trauer ist verständlich, liebe Christine...
Hast Du denn vielleicht an eine Körpertherapie nachgedacht? Hat bereits einigen meiner Klienten sehr geholfen die soziale Schwierigkeiten hatten.
Auf jeden Fall alles alles Gute!

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- Khaleesi


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 03.07.15, 09:25 
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Interessierter

Registriert: 15.11.14, 11:40
Beiträge: 15
Momentan bin ich noch im Ausland,
wenn ich in ein paar Wochen wieder zurück bin,
werde ich mich mal informieren.
Danke für den Tipp.


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 Betreff des Beitrags: Re: beziehungsunfähig?
BeitragVerfasst: 27.07.15, 17:22 
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Interessierter

Registriert: 30.06.15, 20:44
Beiträge: 6
Isabellla hat geschrieben:
In einigen Teilen kann ich euch verstehen, weil ich es selbst durch habe..
aber aus Erfahrung: Mit der Zeit passen sich beide Partner meist aneinander an..


Das denke ich auch, in einer Beziehung müssen permanent Kompromisse gefunden werden. Denke du wirst den passenden Deckel schon noch finden.


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