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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Zulassung als Therapeut
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 Betreff des Beitrags: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 07.10.14, 14:38 
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Hallo Leute,

ich wollte mal fragen, ob und wie ein Arzt registriert, zugelassen oder gemeldet sein muß, daß er therapeuthische Sitzungen durchführen darf.
Meine Freundin ist wegen Stressproblemen bei einer Ärztin. Diese führt mit Ihr Sitzungen durch und arbeitet mit Ihr wie eine Psychotherapeuthin, jedoch bekomme ich da Dinge mit, die bei mir das kalte Grausen erzeugen. Aus meiner Sicht ist die Behandlung nicht zielführend. Jetzt habe ich mich schlau gemacht, diese Ärztin ist nirgends als Therapeutin gelistet, noch ist das auf Ihrer Arztbezeichnung/Praxis irgendwie sichtbar. Ich habe nun die Vermutung, daß es sich bei der Ärztin um keine Therapeutin handelt. Wie kann ich meinen Verdacht verifizieren. Ich möchte daß meine Freundin nicht weiter durch jemanden beraten wird, dem die fachliche Kompetenz fehlt.
Gibt es eine Liste/Zulassungstelle, wo man nachfragen kann ?

Ich hoffe mir kann jemand helfen.

Stefan


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 07.10.14, 18:27 
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Hallo,
Alle die der Titel Psychotherapeut tragen, sind bei der Psychotherapeuten Kammer registriert, da muss man einfach bei der ortlichen Kammer anrufen und fragen. Sie geben Auskunft ob diejenige auf die Liste steht.

Wenn nicht, ist sie möglicherweise Therapeutin nach das Heilpraktikergesetz, darf sich jedoch weder Psychotherapeutin nennen, noch Therapiesitzungen bei die Kasse ohne eine genehmigten Kostenerstattungsverfahren abrechnen, was von Fall zur Fall entschieden wird - dann erhälten man immer wieder Kostenerstattungsbestätigungen von die Kasse.
In diesem Fall muss die Ärztin sich Therapeutin nach HPG nennen.
HPG Therapeuten sind nicht reguliert oder als Therapeuten approbiert. Da wird es schwieriger - ggf. bei die Krankenkasse nachhaken welche Leistungen genau abgerechnet werden.

Gruß
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 08.10.14, 09:15 
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Wobei ich jetzt nicht wüsste, daß man Sowohl Arzt und HP gleichzeitig sein kann. Das Heilpraktikergesetz regelt ja expliziet die Erlaubnis der Aussübung der Heilkunst, ohne ärztliche Approbation


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 10.10.14, 06:44 
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Beiträge: 4216
Hallo Adromir,
doch das geht. Das Paragraf erlaub die Ausübung für nicht approbierte, schließt aber approbierte nicht aus. Ein ärztlich Approbation und eine psychotherapeutischen sind 2 ganz verschiedene Sachen und der Arzt gilt dann quasi in diese Richtung sowieso als nicht approbiert.
Approbation gibt es nur für Verhaltenstherapie, Tiefenanalyse und Psychoanalyse.

Alle andere therapeutische Richtungen (systemische, Gestalt, Körpertherapien usw.) gehen nur nach HPG.
Ärzte sind für die "offiziellen" Therapie Ausbildungen zugelassen. Muss aber natürlich die Ausbildung bestehen. Auch Psychiater.

Ist ein Therapeut nirgends zu finden - entweder eine Auszubildende - sind nur an die Ausbildungsstelle registriert, müssen sich jedoch als Auszubildende vorstellen, sonst Titelmissbrauch/Betrug, oder man hat mit jemand mit 0 Training zu tun, der sich etwas erlaubt- "Hobbypsychologe".


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 22.10.14, 13:10 
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Beiträge: 304
Hallo,

psychotherapeutische Therapien dürfen in Deutschland folgende Personen anbieten:

Psychologische Psychotherapeuten
Sind Psychologen mit Abschluss Dipl. Psych. oder Master Psychologie, die eine anschließende Psychotherapeutenausbildung erfolgreich abgeschlossen haben und über eine Approbation zum psychologischen Psychotherapeuten verfügen. Gelistet bei den Psychotherapeutenkammern der Länder.

Ärztliche Psychotherapeuten
Sind approbierte Ärzte, die eine anschließende Facharztweiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie erfolgreich abgeschlossen haben. Gelistet bei den Ärztekammern der Länder.

Ärzte mit Zusatzbezeichnung "fachgebundene Psychotherapie"
Sind approbierte Ärzte, die den Facharzt in anderen Gebieten haben, aber eine Weiterbildung in Psychotherapie (Module aus der FA-Ausbildung Psychiatrie und Psychotherapie) erfolgreich abgeschlossen haben. Gelistet ebenfalls bei den Ärztekammern.

Ärzte
Sind approbierte Ärzte, auch ohne psychotherapeutische Weiterbildung, die psychotherapeutische Leistungen nach Ziffer 849 GOÄ – „psychotherapeutische Behandlung, Dauer mindestens 20 Minuten" abrechnen. Nirgends explizit als Psychotherapeuten gelistet.

Heilpraktiker (mit oder ohne Bezeichnung Psychotherapie HPG)
Sind ausgebildete Heilpraktiker, die ihre Heilkunde beim Gesundheitsamt genehmigt bekommen haben.
Das Angebot von Psychotherapie ist durch die grundsätzliche Therapiefreiheit gedeckt. Gelistet bei den Heilpraktikerverbänden und Gesundheitsamt.

Einmal abgesehen davon, dass nicht alle Leistungen von der GKV übernommen werden, können also so ziemlich alle Heilberufler mehr oder weniger Psychotherapie anbieten, ohne gegen geltendes Recht zu verstoßen. Im Prinzip gilt dies sogar für Jedermann, der sich "Psychologischer Berater" oder ähnlich nennt.

Um also Ihre Frage zu beantworten. Um sich Psychotherapeut zu nennen, ist eine entsprechende, nachprüfbare Approbation erforderlich. Um aber "therapeutische Sitzungen durchzuführen", bedarf es keiner besonderen Genehmigungen und Qualifikationen. Daraus folgt, dass aus der Tatsache, ob jemand bei den Kammern gelistet ist oder nicht, nicht auf die Berechtigung zur Ausübung solcher Sitzungen geschlossen werden kann. Es kann allenfalls darauf geschlossen werden, ob eine qualifizierte Psychotherapeuten-Ausbildung vorliegt. Was aber wiederum nicht heißt, dass Ärzte, die "nur" nach Ziffer 849 therapieren, dafür ungeeignet sind. Es wird Ihnen also nichts weiter übrig bleiben, als miteinander zu reden :wink:.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 26.01.15, 23:42 
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Beiträge: 178
Hallo Stefan,

empfindet Ihre Freundin das Verhalten der Ärztin den auch als grausig? Fühlt sie sich unwohl bei der Ärztin.

Meine persönliche Erfahrung ist, das die Behandlungsmethoden von Therapeuten für außenstehende oft sehr ungewöhnlich wirken, diese aber manchmal für den Heilungsprozess sehr wirksam sind.

Nur wenn Ihre Freundin sich bei der Ärztin überhaupt nicht wohl fühlt und das Ihnen gegenüber äußert und Sie um Hilfe bittet, sollten sie sich einmischen, ansonsten sollten sie die Ärztin ihre Arbeit machen lassen.

romy


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 27.01.15, 09:16 
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Parasympathikus hat geschrieben:
H
Heilpraktiker (mit oder ohne Bezeichnung Psychotherapie HPG)
Sind ausgebildete Heilpraktiker, die ihre Heilkunde beim Gesundheitsamt genehmigt bekommen haben.


Kurzer Einwurf/Korrektur es gibt in Deutschland keine anerkannte Ausbildung zum Heilpraktiker. Einen Nachweis über eine Ausbildung ist für die Ausübung des Berufes nicht erforderlich, einzig und alleine die bestandene Heilpraktikerprüfung (die man beliebig oft wiederholen kann, bis sie bestanden ist).


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 27.01.15, 12:43 
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Hallo Adromir,
wird noch besser. Habe gerade von eine Freundin (Heilprakterin) erfahren, dass sie ein Traumatherapiekurs machen will, Kursleiterin ist eine Heilpraktikerin ohne jegliche anerkannte psychologische Ausbildung.

Traumatherapie ist ein Gebiet woran sich viel psychologische Psychotherapeuten nicht rantrauen. Man kann sehr viel Schaden anrichten. Erfordert auch bei Psychotherapeutin ein Zusatzausbildung und viel Erfahrung.

Wäre gut wenn die Heilpraktiker reguliert wären. Besonders wenn sie solche Einfälle haben, die äußerst schädlich sein können.

Grüß
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 27.01.15, 23:39 
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Muppet hat geschrieben:
Man kann sehr viel Schaden anrichten. Erfordert auch bei Psychotherapeutin ein Zusatzausbildung und viel Erfahrung.


Nicht nur anrichten, sondern auch selbst bekommen. Letztens erst gelesen, daß es eine hohe Quaote an Co-Traumatisierungen bei Therapeuten gibt..


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 29.01.15, 01:29 
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Daher das Faustregel: nie mehr als 2 Traumapatienten während einer Therapiezeit behandeln.

Habe auch gerade ein Traumapatient. Hat seit 12 Jahren nicht mehr gesprochen, betreue ich aber nur neuropsychologisch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 27.04.15, 10:16 
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Adromir hat geschrieben:
Parasympathikus hat geschrieben:
H
Heilpraktiker (mit oder ohne Bezeichnung Psychotherapie HPG)
Sind ausgebildete Heilpraktiker, die ihre Heilkunde beim Gesundheitsamt genehmigt bekommen haben.


Kurzer Einwurf/Korrektur es gibt in Deutschland keine anerkannte Ausbildung zum Heilpraktiker. Einen Nachweis über eine Ausbildung ist für die Ausübung des Berufes nicht erforderlich, einzig und alleine die bestandene Heilpraktikerprüfung (die man beliebig oft wiederholen kann, bis sie bestanden ist).

Hallo Adromir,

da haben Sie freilich Recht. Dass die Ausbildung anerkannt ist, habe ich allerdings auch nicht geschrieben. In aller Regel wird eine Heilpraktikerschule besucht, um die staatliche Prüfung zu bestehen. Aber in der Tat, wer es sich zutraut oder mit einer vielfachen Prüfungswiederholung kein Problem hat, könnte im Prinzip diese Prüfung auch ohne jegliche Ausbildung/Fortbildung ablegen.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 27.04.15, 11:21 
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Zitat:
Aber in der Tat, wer es sich zutraut oder mit einer vielfachen Prüfungswiederholung kein Problem hat, könnte im Prinzip diese Prüfung auch ohne jegliche Ausbildung/Fortbildung ablegen.

Gute Idee, so spare ich die 12000€ und 3 Jahren für ein anständige anerkannte Ausbildung, der man nicht beliebig wiederholen kann :ironie:


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 Betreff des Beitrags: Re: Zulassung als Therapeut
BeitragVerfasst: 27.04.15, 15:11 
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Parasympathikus hat geschrieben:
da haben Sie freilich Recht. Dass die Ausbildung anerkannt ist, habe ich allerdings auch nicht geschrieben. In aller Regel wird eine Heilpraktikerschule besucht, um die staatliche Prüfung zu bestehen. Aber in der Tat, wer es sich zutraut oder mit einer vielfachen Prüfungswiederholung kein Problem hat, könnte im Prinzip diese Prüfung auch ohne jegliche Ausbildung/Fortbildung ablegen.


Da es kein festgelegtes Curriculum gibt und keinen festgelegten Prüfungskatalog ist auch die Schule kein garant dafür. Diese kann ihre Lerninhalte nach gutdünken festlegen


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