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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Erfahrungsbericht Psychiatrie in Klinik
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BeitragVerfasst: 03.12.15, 21:53 
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Hallo. Ich habe einen Erfahrungsberichtaus einer deutschen Klinik gefunden. Könnt ihr mir sagen: a) Ist das Realistisch? b) "Was könnte hinter solchen Beschwerden stecken"? Vielen Dank!


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BeitragVerfasst: 04.12.15, 08:55 
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Hallo,
man landet nicht einfach so auf der geschlossene Psychiatrie. Dass passiert nur bei Wahnvorstellungen/Psychose und akuten Gefahr (fremd oder eigen). Sonst nur freiwillig. Wäre sonst Freiheitsberaubung. Für Depression ohne akuten Suizidgefahr -> eindeutig offene Station.

In die geschilderten Situation werden eher keine Polizei gerufen/eingesetzt. Die Mitarbeiter sind völlig in der Lage auf der Psychiatrie mit randalierende/psychotische Patienten umzugehen. Kommt ja nicht selten vor. Bringt ja nichts die Polizei zu rufen, da geschlossene Patienten sind nicht oder nur bedingt zurechnungsfähig. Im Fälle einer Straftat werden sie nach richterlichen Beschluss in der geschlossene Psychiatrie abgeliefert. Der Herr war aber schon da.

Daher sind solche Berichte mit Vorsicht zu genießen.

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 04.12.15, 10:38 
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Beiträge: 225
hm..der bericht klingt für mich nicht besonders glaubwürdig. entweder sind wichtige details nicht erwähnt oder es kann so in der form nicht sein.
wie muppet schrieb: auf einer geschlossenen station landet man dann, wenn eine fremd-, oder eigengefährdung vorliegt, bzw ein akuter zustand, der lebensbedrohlich sein könnte (suizidvorstellungen usw)
aber ich kann mir schwer vorstellen, dass ein vater mit seinem sohn zum psychiater geht, weil sie sich sorgen machen und dieser dann sofort eine überweisung ausstellt und man in ein psychiatrisches krankenhaus muss. die geschichte klingt für mich, wie wenn der betroffene es sehr gefärbt schreibt und wichtige details einfach fehlen...schwer zu beurteilen...standard ist das sicher nicht

_________________
"In der Idee leben heißt, das Unmögliche behandeln, als wenn es möglich wäre!" ~~ Johann Wolfgang von Göthe


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BeitragVerfasst: 04.12.15, 12:01 
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Ich kenne den Autor persönlich. Es lag kein lebensbedrohlicher Zustand vor, es lag definitiv keine Eigengefährdung vor, und keine Fremdgefährdung (Es sei denn man nimmt an, dass jemand der sein Handy durch die Gegend pfeffert schon fremdgefährdend ist). Die Person ist mehr oder weniger naiv und freiwillig in die Klinik gegangen.


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BeitragVerfasst: 04.12.15, 13:30 
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Beiträge: 3416
Zitat:
Die Person ist mehr oder weniger naiv und freiwillig in die Klinik gegangen.


genau, der ist ja freiwillig gegangen und weiß nichtmal was er unterschgrieben hat.
Daraus kann man doch ersehen dass da was nicht stimmt.

Obwohl es schon vorgekommen ist dass Menschen dort jahrelang unnötigerweise festgehalten wurden.


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BeitragVerfasst: 16.02.16, 00:49 
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Beiträge: 304
Hallo,

schade, dass der verlinkte Bericht nicht mehr vorhanden ist.

Prinzipiell ist die Hürde heute relativ hoch, jemanden gegen seinen Willen in einer Klinik festzuhalten.

Ganz so optimistisch wie
Zitat:
man landet nicht einfach so auf der geschlossene Psychiatrie

würde ich es allerdings auch wieder nicht sehen. Spätestens seit dem spektakulären Geschehen um G. Mollath kennt halb Deutschland das Restrisiko, bei dem ärztliche (Fehl-)Urteile und kollektives Versagen in der Entscheidungskette manchmal zum Selbstläufer werden.

Womit ich nicht behaupten will, dass Mollath ein Unschuldslamm ist. Vielmehr hat er an vielen Punkten durch seine kauzige und querulantische Persönlichkeitsstruktur zum eigenen Unheil beigetragen. Allerdings hat er mit hoher Wahrscheinlichkeit weder die ihm vorgeworfenen Taten begangen, noch rechtfertigte sein Persönlichkeit die jahrelange Zwangsunterbringung in der Psychiatrie. Wenn man alle Menschen verhaften wöllte, nur weil sie eine gestörte Persönlichkeit haben, so fände man am Ende die halbe Menschheit hinter Gittern. Auf dieses Thema hat im Übrigen der Psychiater Manfred Lütz in schön-satirischer Form in seinem Buch "Irre - wir behandeln die Falschen" hingewiesen.

Eine solide Grundlage für derartige Geschehnisse lieferte allerdings schon der Psychologe David Rosenhan Ende der 60er Jahre. Als "falscher" Patient ließ er sich in der Psychiatrie aufnehmen und es gelang ihm problemlos, als vollkommen Gesunder für ganze 52 Tage wegen "Schizophrenie in Remission" festgehalten zu werden. Diese Versuche wurden in der Folge noch dutzende Male wiederholt, jeweils mit ähnlichem Ergebnis. Es gab immer eine krankhafte Diagnose und gesamt 2.100 verordnete Tabletten.

Rosenhan konnte dann mit seiner Veröffentlichung 1973 im Wissenschaftsmagazin "Science" ("Vom Normalsein in verrückter Umgebung") zeigen, dass die nervenärztliche Behandlung ziemlich willkürlich und wenig systematisch ist. Dafür, dass diese Willkür heute vollständig verschwunden ist, stehen empirische Belege noch aus.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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