Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Münchhausen-Syndrom / Schizophrenie
Aktuelle Zeit: 16.12.17, 12:00

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Münchhausen-Syndrom / Schizophrenie
BeitragVerfasst: 20.08.15, 09:33 
Offline
noch neu hier

Registriert: 22.07.15, 10:21
Beiträge: 1
Hallo.

Meine Freundin hat Depressionen, Borderline und meiner Meinung nach auch ein Münchhausen-Syndrom. Sie behauptet ständig irgendwelche psychischen Krankheiten zu haben, die sie aber sehr wahrscheinlich nicht hat.

Seit ein paar Monaten ist sie überzeugt, dass sie schizophren ist. Anscheinend hat sie dafür sogar eine Diagnose bekommen. Ich weiß aber, dass sie eine sehr manipulative Schauspielerin sein kann und denke, dass sie ihre Psychiater angelogen hat. Auch mir gegenüber erzählt sie ständig Symptome, die sich irgendwie "komisch" anhören. Auf mich wirkt sie so, als ob sie richtig stolz darauf ist so zu sein... obwohl sie gleichzeitig betont, wie schrecklich die Diagnose doch für sie und ihre Familie ist. Ich kenne einige Schizophrene aus meiner Familie und meinem Bekanntenkreis und die wirken alle ganz anders als meine Freundin. Sie macht einen völlig normalen und nicht verwirrten Eindruck auf mich. Von ihren visuellen und akustischen Halluzinationen erzählt sie mir so, als ob sie genau wüsste, dass diese nicht real sind (um jetzt nur mal ein Beispiel zu nennen). Mir kommt es so vor, als würde sie uns alle ganz bewusst anlügen.

Mich würde jetzt interessieren:

1) Gibt es eine Möglichkeit wie man ganz sicher herausfinden kann, ob sie wirklich schizophren ist? Bzw. kann man irgendwie erkennen, ob sie die Krankheit und die Symptome tatsächlich nur vorspielt?
2) Kann es sein, dass sich jemand mit Münchhausen-Syndrom so sehr in Schizophrenie reinsteigert, dass die Person irgendwann wirklich Halluzinationen usw. bekommt?
3) Wie sollte man am besten mit jemandem umgehen, der das Münchhausen-Syndrom hat?

Ich wäre sehr dankbar für Antworten... ich weiß langsam echt nicht mehr, wie ich damit umgehen soll.
Liebe Grüße


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 20.08.15, 17:52 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 10.01.07, 16:48
Beiträge: 4216
Hallo,
es gibt tatsächlich einen Form von Münchhausen der sich rein auf psychische und nicht organische Erkrankungen bezieht. Kann aber zu organische "Erkrankungen" steigern.

Münchhausens hat mit Aufmerksamkeit und die Bedürfnis umsorgt zu sein zu tun.
Es ist eine der schwersten psychische Störungen (ironisch aber wahr). Behandlung geht erst nach einen Absturz (z.B. Geschichte geht viel zu weit).
In diese Gruppe findet man tatsächlich manche "echte" Borderliner. Borderline ist eine komplexe Persönlichkeitsstörung und quasi eine Mischung von alles.

Schizophrenie: meistens treten nur auditive Halluzinationen auf. Visuellen sind sehr selten und nur bei sehr schweren Psychosen. Würde auffallen.
Schizophreniker haben oft abgeflachte Mimik und Emptionen, besonders wenn negativ Symptomen ausgeprägt sind.
Schizophrenie ist ein Ich-syntone Störung. Halluzinationen wie Stimmen sind real, bei abrutschen in eine Psychose kann eine gewisse Trennung noch vorhanden sein. In eine Psychose nicht (daher die Selbstgespräche, glaube Leute reden über einem im Fernseher usw.).
Diagnose wird meistens nach eine behandlungsbedürftige (oft stationär) Psychose gestellt.

Borderliner können psychotisch werden, nimmt aber ein ganz anderen Form an. Meistens nur Paranoia. Borderliner zeigen extreme Emotionen und sind sehr wechselhaft. Können aber Emotionen andere nicht besonders gut verstehen - spiegeln gern was andere zeigen und können wie 2 verschiedene Menschen wirken.

Münchhausen & Borderline -> manipulativ (Borderliner nicht unbedingt mit Absicht)
Schizophreniker eher nicht. Unter Medikamenten Verhalten sich gut therapierte Schizophreniker oft komplett unauffällig. Viele Schizophreniker haben nur 1 oder 2 psychotische Episoden in ihre ganzes Leben. Andere mehr aber oft inkonsequente Medikamenteneinnahme (setzen sie gerne heimlich ab). Schizophrenie ist auch überwiegend ein Erbkrankheit. Aufmerksamkeitsdefiziten findet man auch in nichtbetroffene Verwandte.

Was man tun kann?
Wenig.
- mit die Familie darüber sprechen
- Konfrontieren und hoffen
- Ignorieren

Bei psychische Erkrankungen geht Selbstschutz vor. Also wird es zu viel, Grenzen setzen. Wenn Borderline oder Münchhausen können diese Patienten untherapiert und ohne Krankheitseinsicht für ihrem Umfeld sehr destruktiv sein. Dann ist Abstand wichtig.

Gruß
Muppet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!