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medizin-forum.de • Thema anzeigen - KG-Langzeitverordnung
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 Betreff des Beitrags: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 18.02.13, 21:49 
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Hallo,

ich habe neulich erst erfahren, dass eigentlich zwischen zwei KG-Verordnungen mindestens 12 Wochen ligen müssen um von der KK akzeptiert zu werden und ein Antrag auf Langzeitverordnung nur gestellt werden kann wenn man schon mehrere Jahre KG verordnet bekommen hat.

Nun habe ich dazu ein paar Fragen:
Ich habe seit Oktober durchgehend KG, MT und MT+ Fango erhalten, ohne diese 12 Wochen Pause dazwischen. Die KK hat bisher nichts dazu gesagt und alles, bis auf den Eigenanteil, gezahlt. Allerdings wurde die erste KG wegen einem BWS-Syndrom vom Orthopäden ausgestellt. Die zweite war MT für die LWS von der Vertretung meines Hausarztes. Die dritte, MT BWS-Syndrom, und vierte MT+Fango BWS-Syndrom wurden vom Hausarzt ausgestellt.
Gilt dann diese 12 Wochen Pause nur für ein und denselben Arzt? Oder nur für ein und die selbe Verordnung? Also entweder immer nur KG, oder MT, oder MT+FAngo?
Oder kommt es da auf die Dioagnose an?

Die Mitarbeiterin bei der KK meinte da, ...oh Sie bekommen ja schon durchgehend KG... ich solle bei der nächsten Verordnung mal mit dieser vorbeikommen und dann will sie prüfen ob es mit der Diagnose die dann angegeben ist eine Langzeitverordnung möglich ist. Wäre dies bei einem BWS-Syndrom, Chondrosen und Spondylosen (HWS, BWS, LWS, ISG) sowie Arthrose in Rippengelenken und Schulterdach möglich?

Jule

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 Betreff des Beitrags: Re: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 18.02.13, 23:17 
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Hi Jule,
ich habe gerade das gleichen Thema. Bei mir wurden 2 Rezepten ausgestellt und dann hat meine KG der Praxis bzgl. eine Dauerverordnung kontaktiert. da ist alles schief gelaufen - sie haben die falsche Verordnung ausgestellt, ich bin jetzt aufgrund dessen in der "Zwangspause". Scheinbar muss 3x die gleichen Rezept ausgestellt werden, erst dann kann man eine Dauerverordnung beantragen. Bei mir war der 3. Verordnung anders und ich muss ab nächsten Monat alles wieder von vorne anfangen. Orthopäden machen gern der Dauerverordnung- es schlägt ja nicht aufs Budget. Allerdings, könnte es bei dir problematisch sein, das 2 Ärzte mit verschiedenen Fachrichtungen die Verordungen ausgestellt haben.
Gruß
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 18.02.13, 23:42 
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Hallo Jule,

willkommen im Paragraphendjungel. Ihre Informationen sind teilweise fehlerhaft:

1. Grundsätzlich liegt es im Ermessen des verordnenden Arztes, wieviele KG oder MT Verordnungen er ausstellt, wenn dies denn bei der jeweiligen Diagnose im "Heilmittelkatalog" als erstrangiges Heilmittel aufgeführt ist, was bei den von Ihnen angeführten Diagnosen der Fall ist.

2. Für die verschiedenen Diagnosen, zusammengefasst nach dem sog. "Indikationsschlüssel", sind bestimmte Verordnungsmengen definiert, die normalerweise in diesem Fall verordnert werden können, das ist dann der sog Regelfall. Fällt eine Diagnose bspw. unter den Indikationsschlüssel WS1a bis WS1f, so darf der Arzt 1 Verordnung mit max 6 Behandlungen im Regelfall verordnen. Besteht darüber hinaus Behandlungsbedarf, so wird dies eine Behandlung "außerhalb des Regelfalls". Hier ist eine medizinische Begründung notwendig und, da das Gesamtvolumen der Ärzte an "Heilmitteln" (Physiotherapie gilt als Heilmittel :? ) budgetiert ist und bei Überschreitung des Budgets Regressforderungen an den Arzt drohen, müssen besonders die Verordnungen außerhalb des Regelfalls sehr genau begründet werden und bedeuten so erhöhten Verwaltungsaufwand, somit sind die Ärzte verständlicherweise sehr zurückhaltend damit.

3. Liegen zwischen letzter Behandlung und Ausstellungsdatum der nächsten Verordnung mit der gleichen Diagnose mindestens 12 Wochen, so wird ein neuer Regelfall ausgelöst. Erkrankung wird also als Rezidiv oder neue Erkrankung verwaltet und es dürfen wieder die 6 Regelfallverordnungen ausgestellt werden.

4. Es gibt Indikationen, da sind 3x6 Behandlungen der Regelfall, an den Extremitäten auch 5x6, bei einigen Fehlbildungen der Extremitäten gelten noch andere Regeln.

5. Eine zweite Diagnose ist ein zweiter Regelfall und wird völlig unabhängig vom Ersten verwaltet. Ein BWS Syndrom halt im Heilmittelkatalog nichts mit einem LWS Syndrom zu tun.

6. Bei bestimmten Diagnosen, zusammengefasst in einer Liste, ist neuerdings eine Langfristverordnung möglich, sprich es gibt keine wesentlichen Beschränkungen (außer vllt. der Therapiefrequenz) und keine Belastung des ärztl. Budgets. Die Diagnosen aus Ihrer Liste fallen m.W. nicht darunter, da bin ich mir aber nicht sicher. Vllt. kann Frau Seeländer dies noch ausführen (und evtl. vorhandene Fehler korrigieren).

Alles Gute,

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Wolfgang Pokorski, Physiotherapeut
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 Betreff des Beitrags: Re: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 18.02.13, 23:47 
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Nachtrag:

Durch Ausstellen der Verordnung durch einen zweiten Arzt wird kein neuer Regelfall ausgelöst, d.h. der PT ist in der Pflicht zu prüfen, ob hier durch Ärztehopping o.Ä. versucht wird, die Heilmittelrichtlinien zu umgehen. Ob es hier aber Auswirkungen auf evtlle Langfristverordnungen gibt, ist mir nicht bekannt.

Grüße,

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Wolfgang Pokorski, Physiotherapeut
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 Betreff des Beitrags: Re: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 19.02.13, 00:22 
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 Betreff des Beitrags: Re: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 24.02.13, 14:05 
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Habe mich nochmal etwas erkundigt:

Arthrosen gelten tatsächlich auch als Indikation für "langfristigen Behandlungsbedarf" nach Anhang 2 der entsprechenden Vereinbarung. Je nach Krankenkasse muss hier eine Langfristverordnung genehmigt werden oder besteht ein Genehmigungsverzicht. U.U. ist die Langfristgenehmigung hier auf 6 Monate beschränkt.

Hemiparesen sind im 1. Teil der Liste aufgeführt, gelten somit als Praxisbesonderheit und können m.W. ohne Genehmigung als solche gekennzeichnet werden (voraussetzung: ICD10 Code auf der Verordnung unter "Diagnose" vermerkt) und aus dem Heilmittelbudget der Arztpraxis herausgerechnet werden.

Das genaue Procedere weiß ich leider nicht, hier sollten die Kassen Auskunft geben können.


Gruß,

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Wolfgang Pokorski, Physiotherapeut
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 Betreff des Beitrags: Re: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 24.02.13, 15:21 
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Vielen Dank für Ihren Mühen!
Ich notiere Ihren Antwort und versuche nochmal beim Orthopäde und hoffe, dass keine Pannen mehr passieren! (sie haben mir D-Verordnungen ausgestellt und dann Zwangspause nach nur 10x KG).

Ich habe auch die Auskunft von meine Hausärztin, dass Arthrose darunter fällt aber meist nur LWS (was ich ja habe). Sie meinte auch eine Hemiparese muss auch darunterfallen, war aber nicht sicher wie.
Nochmals vielen Dank
Muppet


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 Betreff des Beitrags: Re: KG-Langzeitverordnung
BeitragVerfasst: 24.02.13, 15:59 
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Hallo,

mir wurde in der Praxis meines Hausarztes gesagt dass man in meinem Fall mit der Rippengelenkarthrose eigentlich nichtmal KG bekommt :?. Allerdings war die gerade zuständige Ärztin ziemlich genervt und hat demnach, glaube ich, es einfach so gesagt :?, da es zwischen Tür und Angel ablief

Es nervt inzwischen einfach nurnoch...

Jule

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