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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Panikattacken oder Herzprobleme durch Betablocker?
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BeitragVerfasst: 15.07.15, 22:25 
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Registriert: 23.03.07, 16:54
Beiträge: 19
Hallo.
Aufgrund einer latenten Angststörung / Sozialphobie nehme ich in bzw. vor belastenden Situationen (Vorträge, Präsentationen u.ä.) den Betablocker Propranolol (20 mg - 30mg). Die Einnahme hat mir in den letzten Jahren ernorme Linderung meiner Beschwerden in derartigen Situationen verschafft. Ich litt unter starkem Herzklopfen, Zittern, der Unfähigkeit auch nur ein klares Wort sagen zu können; ich wollte einfach nur noch weg, der Situation entfliehen. Mit Propranolol war es dann kaum noch ein Problem!

In den letzten Wochen habe ich jedoch etwas bemerkt, dass mir etwas Gedanken macht. Ca. 15-30min nach der Einnahme überkommt mich ein plötzlicher Schwindel und ich habe das Gefühl, das mein Herz plötzlich anfängt kurzzeitig zu rasen. Irgendwie fühle ich mich dann "eingeengt", schwer zu beschreiben...
Diese Symptome bessern sich schnell wenn ich z.B. ein Fenster öffne bzw. an die frische Luft gehe, etwas kaltes trinke oder etwas esse, oder auch einfach nur sonstwie abgelenkt werde. Die Symptome treten immer nur einmal auf, 15-30min nach der Einnahme. Später nicht mehr.

Was könnte das sein?


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BeitragVerfasst: 16.07.15, 09:34 
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Interessierter

Registriert: 10.07.15, 12:29
Beiträge: 5
Hi.
Das klingt doch sehr nach Panikattacken . wären es wirklich Herzbeschwerden, würden sie sich durch ablenken nicht verringern oder sogar weg gehen. Ich hab die gleichen Probleme durch Extrasystolen. Deswegen bekomme ich Betablocker.
Nicht verrückt machen und weiterhin ablenken. Ich leide seit 1 Jahr an Panikattacken und quäle mich jeden Tag mit den Symptomen rum


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BeitragVerfasst: 17.07.15, 00:35 
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Registriert: 07.09.14, 21:15
Beiträge: 304
Hallo,

der "on demand"-Einsatz von Betablockern ist nicht unumstritten. Ich zitiere hier mal aus dem Psychopharmakologischen Leitfaden für Psychologen und Psychotherapeuten, Benkert et al., 2012:
Zitat:
ß-Rezeptorenblocker werden häufig auch noch als Einmalgabe bei psychischen Streßsituationen wie Lampenfieber, Redner- und Prüfungsangst eingesetzt. Der wissenschaftliche Nachweis dieser Wirkung ist nicht überzeugend ...

Ganz klar schwächen sie die vegetativen Begleitsymptome der Angst ab. Das kann für Betroffene ein Segen sein. Es behebt allerdings nicht das Problem, sondern unterdrückt die eigentlich "normalen" Körperreaktionen.

Betablocker haben ihre primäre Indikation eher bei Hypertonie, bei KHK und bei Herzrhythmusstörungen. Und dann in regelmäßiger Einnahme, damit der Körper sich an die Substanz gewöhnt. Mit der gelegentlichen Einnahme werden komplexe Mechanismen im gesamten Organismus ausgelöst, die nicht immer im vollen Maße vorhersehbar sind. Ein initialer Blutdruckanstieg beim Anfluten ist theoretisch genauso denkbar wie ein sog. Rebound-Effekt (überschießende Stimulation der adrenergen Rezeptoren) beim Auswirken, so dass man heute eher zurückhaltend bei reinen Angst- und Panikstörungen ist. Wobei das immer fallweise zu betrachten ist und ein kategorischer Ausschluss nicht besteht.

Ein weiteres Problem ist, dass Betablocker wie Propanolol zu den unselektiven Blockern (blockieren nicht nur am Herz, sondern auch an ß2-Rezeptoren) gehören. Sie können ja mal mit Ihrem Arzt besprechen, wenn es denn beim Betablocker bleiben soll, ob nicht die regelmäßige niedrigdosierte Einnahme, und dann eher einer neueren Wirkstoffgruppe (selektive ß1-Blocker), sinnvoller wäre. Ohne den Hinweis darauf zu versäumen, dass es neben Betablockern auch noch andere Therapieformen zur Behandlung von Angststörungen bzw. Sozialphobien gibt, die auf lange Sicht möglicherweise die bessere Alternative darstellen könnten.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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