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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Tödliche Bluttransfusion
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 Betreff des Beitrags: Tödliche Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 21.03.16, 12:10 
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Registriert: 03.02.16, 13:54
Beiträge: 10
Neulich habe ich einen erschütternden Artikel über eine missglückte Bluttransfusion gelesen.
Quelle
Leider endete diese tödlich. Was mich jedoch beschäftigt, ist der letzte Absatz dieses Artikels. Einer der vermeintlich verantwortlichen Ärzten klagt jetzt gegen diese Kündigung mit der Behauptung er sei gar nicht verantwortlich.

Nunja der Fall an sich ist tragisch und etwas melodramatisch aber meine Frage : Wer haftet konkret für solche "Kunstfehler"? Denn es ist eigentlich sehr schwierig einen Schuldigen zu finden. An diesem Beispiel erkennt man, dass mehrere Parteien zumindest eine Teilschuld haben.

Wenn ich infolge einer Behandlung zu Schaden komme, wie geh ich juristisch denn vor und wer haftet in solchem Falle? Das muss ein Prozess sein, der sich jahrelang hinzieht. :?


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 Betreff des Beitrags: Re: Tödliche Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 21.03.16, 12:30 
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Interessierter

Registriert: 21.03.16, 12:22
Beiträge: 11
Bei einer Freundin war es letztens auch sehr knapp wohl, obwohl es bei Ihr nur eine Blutabnahme war. Da passieren trotz der hohen Fortschritte in der Medizin noch solche Fehler. Das ist echt schade, aber nunmal nur menschlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tödliche Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 21.03.16, 15:31 
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Registriert: 14.09.08, 18:51
Beiträge: 224
Tamagotchi, dein Beitrag ist nicht hilfreich und beantwortet keine einzige der Fragen
des TE auch nur ansatzweise. Statt dessen wirft er neue Fragen auf (was war knapp bei
deiner Freundin?) Die Blutabnahme? Hä????
Abgesehen davon ist da überhaupt nichts menschlich.
Menschlich ist, dass Fehler passieren. Daher sieht das Transfusionsgesetz jede Menge Sicherungs-
mechanismen vor, wie z.B. der erwähnte Bedside-Test, der, wie in dem Artikel auch angegeben,
obligatorisch ist, und den der Arzt durchführen MUSS, bevor er eine Blutkonserve anhängt.
Außerdem muss er natürlich Namen und Geburtsdatum des Patienten und die Angaben auf
dem Konservenbegleitschein prüfen.
Wenn das Labor, wie hier offenbar geschehen, die falsche Blutkonserve ausgegeben hat, sollte
das dem Arzt auffallen.
Eine tödliche Transfusion aufgrund einer Verwechslung ist immer eine Kette von MEHREREN Fehlern.
Und das sollte nicht passieren.

Also: Organosationsverschulden PLUS Verschulden des Arztes, der zu Recht fristlos gekündigt wurde.
Man darf gespannt sein, wie des Verfahren ausgeht.

_________________
LG von kardamom


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 Betreff des Beitrags: Re: Tödliche Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 21.03.16, 21:35 
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Registriert: 06.03.16, 23:55
Beiträge: 17
Hey Kardamom ich kann deine Sichtweise sehr gut verstehen und Nachvollziehen. Bei einer Sache hab ich aber einen leicht anderen Blickwinkel. Sicher sind wir uns alle einig dass so etwas nicht passieren sollte aber das muss man ja nicht als letztes Argument stehen lassen, wir sind alle Menschen und wir machen alle Fehler, auch in unseren Jobs. Wir haben nur den Luxus dass die meisten Fehler die wir machen keine personenschädigenden Auswirkungen haben und wir absolut froh darüber sein können, zudem kommt noch die nichtwissenden Fehler die wir machen. Es kommt nicht selten vor dass wir Sachen machen wo wir gar nicht wissen, dass wir einen Fehler gemacht haben. Bei Ärzten stellt sich das meist schnell heraus. Und auch Ärzte sind nur Menschen, die unter Krankheiten leiden können (hiermit will ich keines Wegs den oben benannten Fall in Schutz nehmen oder rechtfertigen). Ich möchte nur mal ein theoretisches Gedankenbeispiel vorstellen: ein 50 jähriger Arzt hat einen Fehler gemacht, weil er eine wichtige Sache vergessen hat, diese Sache hat er vergessen weil es das erste Mal und das erste Zeichen von Alzheimer war – der Arzt weiß aber gar nichts davon -> wie gesagt das erste Mal. Und nach 5 Jahren wird Alzheimer erstmalig diagnostiziert. Dieser hört sofort mit der Arbeit auf, weil er das nicht verantworten kann. Was soll die Pointe sein – klar sollten keine Fehler passieren, gerade bei Ärzten das ist unser Anspruch, doch sie passieren tagtäglich und das ist aus meiner Sicht nicht einmal verwerflich – eher tragisch und „misst-doof-gelaufen“. Es sollte bei den Konsequenzen bleiben und nicht noch mit der Keule draufhauen wenn jemand am Boden liegt. Mit dem Zeigefinger auf andere ist immer schnell gezeigt oder der Vergleich mit dem Glashaus und den Steinen würde auch passen. Die meisten Ärtze wollen uns Menschen helfen nicht schaden. Es wäre auch unmenschlich nie ein Fehler machen zu können. Vielleicht steh ich mit dieser Meinung auch alleine da aber so ist sie nun einmal :P etwas mehr Verständnis und Respekt wir wissen meistens nicht was wirklich passiert ist oder wie es dazu gekommen ist. Nicht selten wird vor der Öffentlichkeit auch eine ganz andere Geschichte zur „Besänftigung“ erzählt (habe es öfter Miterlebt -> Insiderwissen). Lg


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 Betreff des Beitrags: Re: Tödliche Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 21.03.16, 22:40 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.
Und in der Medizin ist letztendlich der verantwortlich, der eine Tätigkeit durchführt - in dem Fall eben derjenige, der eine Blutkonserve anhängt und startet.

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Tödliche Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 22.03.16, 07:05 
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DMF-Mitglied
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Registriert: 14.09.08, 18:51
Beiträge: 224
Das Labor, wo die Verwechslung passiert ist, trifft selbstverständlich ebenfalls eine Schuld.
Mir ist klar, das Fehler menschlich sind, aber ich habe kein Verständnis dafür, dass ein Arzt
den Bedside-Test nicht macht. Leider kommt es immer wieder vor, dass dieser wissentlich
weggelassen wird, man verlässt sich auf das Labor.
Der Bedside-Test ist rechtlich vorgeschrieben (Transfusionsgesetz)!
Das schreibe ich ebenfalls als (im Transfusionslabor tätiger) Insider.

_________________
LG von kardamom


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 Betreff des Beitrags: Re: Tödliche Bluttransfusion
BeitragVerfasst: 25.03.16, 21:11 
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Interessierter

Registriert: 06.03.16, 23:55
Beiträge: 17
Anästhesieschwester hat geschrieben:
Hallo, Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Und in der Medizin ist letztendlich der verantwortlich, der eine Tätigkeit durchführt - in dem Fall eben derjenige, der eine Blutkonserve anhängt und startet.

Das stimmt natürlich und die Konsequenzen müssen getragen werden. Aber worauf ich auch abziel-te das man das medial nicht immer ausschlachten muss -> moralischer Zeigefinger -> öffentlich Ge-brandmarkt
kardamom hat geschrieben:
Das Labor, wo die Verwechslung passiert ist, trifft selbstverständlich ebenfalls eine Schuld.Mir ist klar, das Fehler menschlich sind, aber ich habe kein Verständnis dafür, dass ein Arzt den Bedside-Test nicht macht. Leider kommt es immer wieder vor, dass dieser wissentlich
weggelassen wird, man verlässt sich auf das Labor. Der Bedside-Test ist rechtlich vorgeschrieben (Transfusionsgesetz)! Das schreibe ich ebenfalls als (im Transfusionslabor tätiger) Insider.

Auch dein Beitrag ist natürlich richtig und absolut nachvollziehbar.
Schöne Ostern


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