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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Welche Äußerungen im ärztlichen Bericht sind zulässig?
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BeitragVerfasst: 03.04.14, 11:30 
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Hallo,

es geht um einen Patienten, der in einem ärztlichen Bericht, der einem anderen Arzt übersendet wurde, als "GOMER" bezeichnet wurde.

Ist eine solche Äußerung in einem ärztlichen Bericht erlaubt?

Mit freundlichen Grüßen!
AB


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 11:42 
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Auf alle Fälle kopiere ich mir jeden Brief bzw. auch KH-Briefchen. Dann ist immer ein Nachweis da, falls es Unstimmigkeiten gibt. Ich habe das Wort noch nie gehört oder gelesen, daher mal gegoogelt http://flexikon.doccheck.com/de/Gomer :shock:

Aber ob das so richtig ist, hm. :? Auf alle Fälle absichern.

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"Es amüsiert mich immer, wenn Menschen all ihr Unglück dem Schicksal, dem Zufall oder dem Verhängnis zuschreiben, während sie ihre Erfolge oder ihr Glück mit ihrer eigenen Klugheit, ihrem Scharfsinn oder ihrer Einsicht begründen." (Coleridge)


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 11:46 
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Zitat:
Ich habe das Wort noch nie gehört oder gelesen

Gomer ist die Bezeichnung für einen " gewissen Patiententyp "


http://flexikon.doccheck.com/de/Gomer


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 11:50 
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Die Bedeutung des Wortes "GOMER" ist mir bekannt.

Das Wort zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben steht umgangssprachlich für "Get out of my emergency room!". So werden im ärztlichen Fachjargon "lästige" Patienten bezeichnet, die ständig Termine haben wollen, keine Rücksicht auf den Zeitplan des Arztes nehmen, Krankheiten simulieren, zwanghaft Aufmerksamkeit suchen etc..

Daher meine Frage, ob es erlaubt ist, so etwas in einem ärztlichen Bericht zu erwähnen.


Zuletzt geändert von Apfelbanane am 03.04.14, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 03.04.14, 11:58 
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Hier noch zwei Links, die das beleidigende Potential dieser Bezeichnung veranschaulichen:

http://www.uni-styrum.de/cms/index.php? ... &Itemid=71

http://www.uni-styrum.de/index.php/inst ... von-gomers


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 12:00 
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Ja, daher hatte ich ja gegoogelt und den Link dazu angebracht und mal wieder was dazugelernt. Also ich hätte jedenfalls alle Papiere zusamemngesammelt und bei KH-Aufenthalt auch die Akte angefordert (in Kopie) und klar schlagen KH gern zu, daher wehren sich nur wenige Patienten und dann durch einen Anwalt entsprechenden Fachgebiets prüfen lassen, ob das Wort gerechtfertigt ist oder man dagegen angehen sollte.

Klar wird es solche Patienten geben ,aber dazu müsste man erst den Nachweis bringen, dass es so wäre. Dahher alles sammeln, was nur geht und um wirklich eine Klärung herbeizuführen, auch den Anwalt zur Patientenaktenanforderung bitten, dann verhält es sich nämlich ein bisschen anders. Oftmals steht in Akten aber fehlerhaftes, das gehört im Falle des Falles auch geklärt.

"lästige Patienten...." hä, dann müsste ja jeder Patient so bezeichnet werden, da man die Docs ja störend am Geld machen stört :shock: und welcher Patient kennt den Zeitplan des Arztes und natürlich kann man sich einigen. Aber der Rest klingt echt krank im Falle der Wahrheit, die wir hier nicht kennen. Das übertrifft ja "finanzelle Katastrophe" :lol: wir sollten mal eine Kategorie aufmachen: die dollsten Bezeichnungen einens Arztes gegenüber eines Patienten. Vergleichbares gibts ja als Bücher.

Nein mal im Ernst, das ist schon allerhand und es wird eine Krähe auch der anderen kein Auge aushacken, weil es auch bei Kollegen aus der Ferne nieeeeeee sein kann.... :roll:

Also heißts nachweisen, ob diese Bezeichnung stimmt oder nicht, denn sonst gibts bei anderen Ärzten auch nen Problem, weil man sich auch gern ohne Papiere austauscht.

Viel Erfolg und alles Gute

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BeitragVerfasst: 03.04.14, 12:12 
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Es geht gar nicht darum, ob "es stimmt" oder nicht.

Wer soll das schon überprüfen und wer hat die entscheidenden Kriterien dafür?

Es geht einfach nur darum, ob eine solche Äußerung prinzipiell zulässig ist.

Das ist keine medizinisch anerkannte Diagnose (meines Wissens) und ich sehe den Nutzen für eine Weiterbehandlung durch andere Ärzte nicht. Eher im Gegenteil, da hier der Patient im Vorfeld gebranntmarkt wird, was sich möglicherweise auf die Bereitschaft weiterer Ärzte zu einer Behandlung negativ auswirken könnte.


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 12:24 
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Zitat:
Das ist keine medizinisch anerkannte Diagnose (meines Wissens) und ich sehe den Nutzen für eine Weiterbehandlung durch andere Ärzte nicht. Eher im Gegenteil, da hier der Patient im Vorfeld gebranntmarkt wird, was sich möglicherweise auf die Bereitschaft weiterer Ärzte zu einer Behandlung negativ auswirken könnte.


Daher schrieb ich das hier:
Zitat:
Also heißts nachweisen, ob diese Bezeichnung stimmt oder nicht, denn sonst gibts bei anderen Ärzten auch nen Problem, weil man sich auch gern ohne Papiere austauscht.
und den Wahrheitsgehalt einer solchen Aussage vor allem in einem Arztbrief sollte man auch prüfen (lassen), ganz unabhängig davon, ob so ein Wort im Briefchen zulässig wäre oder nicht. Denn wenn ein Schrifstück in der Hand ist (nach Prüfung durch Anwalt), kann man immer nachweisen, dass dem nicht so ist (wenn es ausgeräumt werden kann. Ich habe mir alles befunden lassen, um immer nachweisen zu können, dass Verdacht A oder B nicht stimmen kann. Es ist viel Papierkrieg und evtl auch nicht wenige Kosten, aber es lohnt sich nicht nur für den inneren Seelenfrieden sondern auch bei weiteren Kontakten bei Ärzten. Denn ich habe währende meiner Wartezeiten viel Geplauder mitkriegen müssen. Ich weiß zwar nie, um welchen Patienten es sich handelt, aber da kommen Dinger gerollt, da traut man seinen Ohren nicht. Also verbreitet sich eine Behauptung, ob erwiesen oder nicht, wie ein Lauffeuer unter den Ärzten. Und das schadet eben ungemein, da man ohnehin schon Probleme hat, einen guten Arzt zu erwischen, der noch noch Patienten aufnimmt.

Daher unabhäng, ob der Begriff überhaupt zulässig ist oder nicht, den Wahheitsgehalt prüfen (lassen). Denn der ist schwerwiegender für alles Weitere.

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BeitragVerfasst: 03.04.14, 12:33 
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Das sehe ich anders.

Dieser ärztliche Befund wird einfach nicht mehr weitergeleitet. Schweigepflicht. Fertig.

Es wird keine Prüfung durch einen Anwalt angestrebt.

Mich beschäftigt alleine die Frage, ob eine solche beleidigende Äußerung in einem ärztlichen Gutachten stehen darf oder nicht.

Hätte der Arzt geschrieben, "der Patient XY ist ein A....loch", wären wir uns doch zumindest hier alle einig, dass soetwas in einem ärztlichen Bericht nichts zu suchen hat.
Und keiner würde auf die Idee kommen, diverse Leute damit zu beschäftigen, herauszufinden, ob diese Behauptung gerechtfertigt ist (das ist sowieso sehr subjektiv, dafür gibt es keine objektiven Richtlinien/Kriterien).

Also nochmal ganz klar die Frage:

Darf diese Äußerung in einem ärztlichen Bericht stehen?
Unabhängig davon, welche Beweggründe der Arzt dafür hatte.


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 13:20 
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Hallo,
was nicht geschrieben werden dürfen sind Beleidigungen.
Daher ist die Frage: ist GOMER eine Beleidigung. Grenzfall.

Bin allerdings extrem überrascht, dass jemand GOMER in einen Befund schreibt (Befund ist übrigens kein Gutachten) besonders ohne darauf zu schreiben, dass der Befund nur für den weiterbehandelnden Arzt und ausdrücklich nicht an der Patient weitergegeben werden darf (wie zum Teil auf meinem Berichte steht). Patienten erhalten ein anderen Befund.



Wenn man jemand als Simulant, psychisch krank, oder nervig beschreiben will, gibt es ja wesentlich geschickteren Ausdrucksweisen.

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 13:44 
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Vielleicht weiß man bei der Ethikkommission der zuständigen Landesärztekammer mehr.

Es spielt m.E. keine Rolle, ob der ärztliche Befund ausschließlich für den weiterbehandelnden Arzt gedacht ist oder nicht. Eine Beleidigung ohne Kenntnis desjenigen, der beleidigt wurde, ist immer noch eine Beleidigung. Ob das dann Verleumdung oder üble Nachrede genannt wird, spielt hier keine Rolle, wenn es darum geht, ob solch eine Äußerung im ärztlichen Bericht zulässig ist.

Fakt ist, dass durch diese Äußerung dem Patienten Nachteile entstehen können aus den schon genannten Gründen.


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 13:48 
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Muppet:
Zitat:
Wenn man jemand als Simulant, psychisch krank, oder nervig beschreiben will, gibt es ja wesentlich geschickteren Ausdrucksweisen.
also "wohlwollend" klingend wie Arbeitszeugnisse? :lol: Ich finde allerdings schon gut, zu wissen, wie mich ein Arzt einordnet. Das "Verhältnis" ist dann ohnehin gestört, ganz unabhängig, ob dem so wäre oder nicht. Wenn man mit ernsthaften Beschwerden auch noch als Simulant etc. hingestellt wird, ist es schon eine entsprechende Reaktion des Patienten wert, dem nachzugehen und nachzuweisen, wie es wirklich steht. Sollte sich jemand tatsächlich den "Sport" bieten, wegen Nichtigkeiten zum Arzt zu gehen, muss auch eine sachliche Lösung her, um dem Patienten dennoch zu nutzen (z.B. eine Psychotherapie?) und ihm das diplomatisch beibringen, sofern sowas mal im Studium dran war :lol: und nicht dem Patienten noch zu schaden. Auch ein Simulant oder andere haben einen Grund, zum Arzt zu gehen, da sie sich entweder einsam oder wasweißichwie fühlen. Ich kann nur erahnen, wie es einem Arzt und auch dem Patienten dabei geht. Ich kann mir für mich auch nicht vorstellen, aus Spaß und Dallerei zum Arzt zu gehen, sosehr ich die Kompetenz des einen oder anderen schätzen mag, dennoch meidet man als psychisch gesunder Mensch trotz normalen Verhältnisses Ärzte, wenn man da nicht gerade arbeitet 8)

Selbst wenn dieser Arztbrief nicht weitergereicht wird, durch den Patienten, habe ich ja schon angebracht, dass sich viele Ärzte bei etlichen Gelegenheiten untereinander austauschen. Es bleibt gelesen oder ungelesen eine Beleidigung, finde ich auch.

Beim Schmerztherapeuten, der mich bislang behandelte bekam ich den Brief vorgelesen oder durfte auf den Bildschirm gucken. Ich finde es gut, zu wissen, was der Arzt den weiterbehandelnden Kollegen mitteilt. Ich finde es auch richtig, durchzusprechen, welche Weiterbehandlung evtl. geeignet wäre, wie beispielsweise die neue Medikation oder anderes. Das nenne ich auch Transparenz, Fairness und Vertrauen gegenüber dem Patienten. Er selbst darf ja nichts verordnen und muss sich daher auf andere Kollegen verlassen.

Ich weiß nicht, wie ich im ersten Moment reagieren würde, wenn man mich so oder so nennen würde, kommt natürlich auch auf die Verfassung an. Und mündliche "Korken" habe ich mir auch nicht gefallen lassen und bin entsprechend vorgegangen, hatte ja einenZeugen dafür.
Ärzte haben Rechte, aber auch wir , wenn es z.B. solche Äußerungen gibt, ob mündlich oder schriftlich. Mündlich kann man es nur durch Zeugen ahnden lassen.

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Zuletzt geändert von schnuffeldi am 03.04.14, 13:58, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 03.04.14, 13:54 
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Was der besagte Arzt über diesen Patienten in seinen eigenen Unterlagen vermerkt, das ist nicht relevant. Da kann er schreiben, was er will.

Mündliche Beleidigungen sind ohnehin schwierig nachweisbar.

Eine vermeintliche Beleidigung schriftlich in Form eines ärztlichen Berichtes ist eine andere Hausnummer.


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 15:05 
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Hallo Schnuffeldi,
leider ist deine Lösung der Psychotherapie zwar logisch aber...
Wie viele Patienten die ständig (gern am Wochenenden) die Notaufnahme besuchen oder X-Stationäre Aufenthalte hinter sich haben - alles ohne Befund, bzw. nichts was die Symptomen erklären würde, meinst du, würden Einsicht zeigen, dass sie psychisch krank sind?

Leider in meine Erfahrung... sehr,sehr wenig.

Diese "Zeugnissprache" vermittelt, dass etwas anders dahintersteckt, damit der Patient nicht immer wieder eingewiesen wird und unnötige potentiell schädlichen Diagnostik durchgeführt wird. Schreiben wir platt ein Psychodiagnose rein, haben diese Befunde einen Tendenz zu "verschwinden"/ nicht beim Arzt anzukommen.


Allerdings: "GOMER" oder ähnliches habe ich noch nie in einem Befund gesehen. Ist hoch unprofessionell und quasi "Selbstmord". Kann ehrlich nicht ganz nachvollziehen, warum jemand das machen würde.


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BeitragVerfasst: 03.04.14, 15:30 
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Muppet:
Zitat:
Hallo Schnuffeldi, leider ist deine Lösung der Psychotherapie zwar logisch aber...
Wie viele Patienten die ständig (gern am Wochenenden) die Notaufnahme besuchen oder X-Stationäre Aufenthalte hinter sich haben - alles ohne Befund, bzw. nichts was die Symptomen erklären würde, meinst du, würden Einsicht zeigen, dass sie psychisch krank sind? Leider in meine Erfahrung... sehr,sehr wenig.
Hm, da kommts natürlich drauf an, wie man den Patienten einschätzt. Denn auch psychisch Kranke können einsichtig sein und andere wiederum extrem unfähig, einen gut gemeinten ärztlichen Rat, entsprechend verpackt, anzunehmen und sich auch helfen zu lassen. Ich kenne nun keine Textbausteine, wie man soetwas in einem für den Patienten einsehbaren Brief vermarktet.

Muppet:
Zitat:
Diese "Zeugnissprache" vermittelt, dass etwas anders dahintersteckt, damit der Patient nicht immer wieder eingewiesen wird und unnötige potentiell schädlichen Diagnostik durchgeführt wird. Schreiben wir platt ein Psychodiagnose rein, haben diese Befunde einen Tendenz zu "verschwinden"/ nicht beim Arzt anzukommen.

Ich sehe ja schon eine gewisse Parallele zu Arbeitszeugnissen: auch hier kann...ach noch schlimmer, soll man dem Arbeitnehmer ja mit den wohlwollend klingenden Codes eigentlich verbraten, dass er nichts taugte, wenn es heißt "er bemühte sich stets....". Und solche Codes gibts nicht für Arztbriefe, die auch für den Patienten einsehbar sind? Kann ich mir kaum vorstellen. Vielleicht kann man bei extrem uneinsichtigen Patienten auch ein paar "böse" Wörtchen wie "Pychotherapie" oder anderes weglassen. Solche Worte sind für solche Patienten ein verbaler Hammer. Ist man aber von der sicher seltenen Sorte der Patienten, die ihren Arzt nicht gleich für blöd oder sonstwie hält, wenn er eine Psychotherapie vorschlägt. Es gibt ja sicher auch (wenn vielleicht auch wenige) Patienten , die selbst sehen, dass sie in dieser Richtung professionelle Hilfe brauchen. Das Problem ist sicher eher das Angebot, da die Psychologen genauso überlastet sind und es lange Wartezeiten gibt. Akute Schmerzen oder auch das psychische Problem, also gewisser Druck ist aber nicht erst in einem halben Jahr oder länger, sondern muss umgehend behandelt werden , um Schlimmeres zu verhindern.

Muppet:
Zitat:
Allerdings: "GOMER" oder ähnliches habe ich noch nie in einem Befund gesehen. Ist hoch unprofessionell und quasi "Selbstmord". Kann ehrlich nicht ganz nachvollziehen, warum jemand das machen würde
Ich habe derartiges auch noch nie lesen müssen *puh , Erleichterung* :lol: aber erinnere dich mal an das Thema Krankenhausmanagement, wozu manche Ärzte fähig sind. Natürlich mag man so etwas nicht möglich halten, bis man es selbst erlebt hat. Ich würde für meine "Berufskollegen" auch nicht die Hand ins Feuer halten, da es überall solche und solche sind. Steht dann auch noch so ein Korken im Brief, geht der Doc wohl davon aus, dass es der Patient entweder nicht checkt oder hat ohnenin kaum Vertrauen zum Patienten, dass dieser keinen Einblick in den Brief haben soll. Aber mal ehrlich: welcher Patient, der nicht schon vorher vom Doc mitlesen durfte (wie mein Beispiel, was ich positiv finde) guckt denn nicht hinein? Es sind Schriftstücke, die uns betreffen und das was mich betrifft, will ich detailliert wissen, mit allem drum und dran. Darauf habe ich ein Recht. Und solche Mauschelei unter Kollegen ist hinterhältig und unprofessionell. Ist jemand also ein "Gomer" kann man es anders ausdrücken. Ich glaube schon, dass man sich darüber auch mit so manchem Patienten zusammen setzen kann und dies auch so im Brief vermerkt. Unnötige Diagnostik (also doppelt in kurzem Zeitraum) kann und sollte man auch verhindern. Es steht in den Briefen auch drin, welche Untersuchungen mit welchem Ergebnis durchgeführt wurden. Somit kann sich so mancher Arzt auch denken, dass die selben Maßnahmen unnötig sind. Und man stellt ja sogar auch bei psychisch gesunden Patienten Psychologen ans Bette 8)

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