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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Was bedeutet ganzheitliche Medizin?
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 Betreff des Beitrags: Was bedeutet ganzheitliche Medizin?
BeitragVerfasst: 16.03.11, 09:22 
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Gerlinde M. hat geschrieben:
Wenn du einen Arzt finden könntest, der ganzheitlich behandelt, dann würdest du dich wahrscheinlich wohlfühlen bei ihm. Chinesische Medizin ist zB sowas, aber es gibt auch andere.


Phileas Fogg hat geschrieben:
Hallo Gerlinde, können Sie vielleicht genauer beschreiben, was Sie mit "ganzheitlich" meinen?
Emilnick ist ja abgemeldet. Ich finde aber, Sie sollte sich genau überlegen, ob sich 6 Jahre Medizinstudium nicht vielleicht doch noch lohnen würden... Dann könnte Sie die einzige Ärztin auf der Welt sein, die alles richtig macht.


Sollte nicht jeder Arzt ganzheitliche Medizin machen?

_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
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BeitragVerfasst: 16.03.11, 10:53 
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Gute Frage. Ja sollte er auf alle Fälle. Aber unser Gesundheitssystem ist stark auf Spezialisierung angelegt. Das hat zwar auch seine Vorteile, könnte aber auch auch zu Problemen führen, falls gute Generalisten fehlen, die die Koordniation übernehmen.

Leider ist "ganzheitlich" aber auch so ein Modewort geworden, daß sich jeder auf die Fahne schreibt und ich werde nie verstehen, wie man ein Medizinsystem, daß die Ursache von Krankheit auf ganz wenige Ursachen reduziert (Wie die im Eingangsposting genannte TCM auf ungleichgewicht von Ying und Yang bzw. gestörter Chifluss) als "ganzheitlich" angesehen werden darf.

Es verkommt damit oft zur Mogelpackung.


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BeitragVerfasst: 16.03.11, 10:56 
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Hallo,

was bedeutet es in der Übersetzung "ganzheitliche Medizin" für einen Laien?
Kenne dies auch nur als Modewort, weiß aber keine medizinsche Bedeutung.

Kann mir das jemand erklären?

Liebe Grüße
Beje


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BeitragVerfasst: 16.03.11, 11:03 
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Als ganzheitlich wird eine Medizin angesehen, die versucht sämtliche Faktoren, die zu einer Erkrankung führen können mit einzubeziehen. Also zum Beispiel nicht nur die physiologisch/biochemisch/anatomischen Ursachen, sondern auch die psycho- sozialen Faktoren miteinbezieht.


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BeitragVerfasst: 16.03.11, 11:24 
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Stiftung Warentest hat geschrieben:
Viele komplementärmedizinische Verfahren verwenden Begriffe wie ganzheitlich (holistisch) und natürlich. Das bedeutet, dass die Anwender dem subjektiven Befinden einen größeren Stellenwert einräumen als den Diagnosen, die auf konventionelle Weise gewonnen wurden. Sie wollen Kranke heilen, indem sie das „Ungleichgewicht“ zwischen Körper und Geist beheben, denn in diesem sehen sie die eigentliche Krankheitsursache.
Quelle Stiftung Warentest (lesenswert - hab auch das Buch)

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Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
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BeitragVerfasst: 15.04.11, 19:31 
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Hallo Beje,
ich bin hier ein ganz Neuer ,

Adromir hat es didaktisch gut erlärt und ich bin so frei und unterstelle ihm mal (Hab schon einige Beiträge von ihm lesen dürfen) das all diese aufgezählten Faktoren - so etwaswie das höchste
Ziel der medizinischen Diagnostik ist. Im grundenach aber auch nicht dran glaubt - oder nie begreifen
wird. Allso Benje - es ist der angestrebte siebente Himmel der Diagnostik.
Und Humungus würde sagen -nicht schon wieder für 18.-€ im Quartal.

Ja die wissenschaftlichen Bemühungen von "Stiftung Warentest" sind die absolute Richtungsweisende
Grundlage eines jeden Laien - und so mancher hat dieses Buch schon zu Hause und sogar gelesen.

Also zum Kern --Es giebt nur eine Medizin --- es ist ein Wissenschaft und sie gehört zur
Geisteswissenschaft !

Mit freundlichem Gruß


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BeitragVerfasst: 15.04.11, 20:00 
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Ja, sie haben recht, daß ich dies für das erstrebenswerte Optimum halte. Um das zu erreichen müssen aber grundlegende Änderung durch das Land gehen. Zum Beispiel, daß Ärzte nicht mehr nach pauschalen Beträgen pro Patient bezahlt werden, sondern nach der aufgewendeten (zeitlichen) Leistung.

Bei anderen Berufsgruppen würde niemand auf die Idee kommen, ein solches Honorierungssystem durchzusetzen.

Und es ist wiedersinnig, daß die gleichen Krankenkassen bei einer homöopathischen Behandlung bis zu 180€ für Anamnese, Konstitutionsbestimmung, Repertoirisierung etc. pro Quartal und Patient bezahlen. Da wird irgendwie akzeptiert, daß eine umfassende Behandlung nun mal eine gewisse Zeit braucht.

Und sie haben recht mit ihrem letzten Satz: es gibt nur eine Medizin und wir brauchen auch nur eine. Nämlich eine Medizin, die nachweislich wirkt.


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BeitragVerfasst: 21.08.11, 08:18 
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Adromir hat geschrieben:
Als ganzheitlich wird eine Medizin angesehen, die versucht sämtliche Faktoren, die zu einer Erkrankung führen können mit einzubeziehen. Also zum Beispiel nicht nur die physiologisch/biochemisch/anatomischen Ursachen, sondern auch die psycho- sozialen Faktoren miteinbezieht.


Hervorragend zusammengefasst und leider heute hier nicht leicht zu realisieren.
Was kann Arzt für 14 bis 25(?) Euro pro Quartal je nach Fachrichtung leisten? Zeit ist Geld... Anamnese und psychosomatische Grundversorgung sind Zeit... . Viel Diagnostik, Apparatemedizin, die Geld kostet, könnte man durch Zeit fürs Gespräch einsparen... . Nur müssten endlich die Krankenkassen bzw. die Schöpfer des Systems einsehen, das das Gespräch "Geld wert" ist.
Für den Patient mag es befremdlich sein, das ich hier so deutlich über Geld spreche. Aber letztlich muss die Arztpraxis überleben und mit den Pauschalen, die ausgeworfen werden, ist ein ganzheitlicher Ansatz nicht kostendeckend zu realisieren und das ist äußerst bedauerlich. Es ist traurig, das das ausführliche anamnestische Gespräch größerer Luxus ist als das CT oder die Darmspiegelung... .


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BeitragVerfasst: 21.08.11, 08:31 
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danina79 hat geschrieben:
Für den Patient mag es befremdlich sein, das ich hier so deutlich über Geld spreche. Aber letztlich muss die Arztpraxis überleben und mit den Pauschalen, die ausgeworfen werden, ist ein ganzheitlicher Ansatz nicht kostendeckend zu realisieren und das ist äußerst bedauerlich. Es ist traurig, das das ausführliche anamnestische Gespräch größerer Luxus ist als das CT oder die Darmspiegelung... .


Wahre und traurige Worte. Leider wird bei vielen Streitgesprächen über die verschiedenen medizinischen Ansätze vergessen, daß es sich oftmals um eine Systemkritik handelt


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BeitragVerfasst: 21.08.11, 09:14 
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Mein Mann kritisiert gerade, das ich nicht ganzheitlich an die Frage herangegangen bin... :lol:

Die nächste Frage, die im Raum steht: Welche Erwartungshaltung hat der Patient? Wer keine Apparatemedizin einsetzt und nicht ganz viel Blut abgenommen hat (besonders das berühmt berüchtigte gr. BB :wink: ) ist kein richtiger Arzt.

Und dann natürlich auch noch die Frage: Welche Erwartungshaltung hat der Arzt? Möchte er alle Faktoren sehen und ev. ein Fass auf machen, das nicht nur zeitintensiv ist sondern auch emotional anstrengend sein kann. Zum einen, weil die Themen als solches harter Stoff sein können, zum anderen, weil man durchaus auch beim Patienten auf widerstände stoßen kann, weil sie nicht gerne psychosoziale Faktoren als Teilursache annehmen.
Ist es nicht dann einfacher/bequemer den Patient stur schematisch rein in seiner Fachrichtung zu sehen und Checklisten abzuarbeiten?!


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BeitragVerfasst: 08.04.15, 14:44 
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Hat einer von euch schon mal Erfahrung mit einem asiatischen "Heiler" gemacht, der ganzheitliche Medizin anbietet ? Ich hab, auch von sehr rationalen und wissenschaftlich fundierten Menschen aus meinem Bekanntenkreis, nur Gutes darüber gehört..


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