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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Mein Vater 76 jahre mit akutem Subdural Hämatom rechts
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BeitragVerfasst: 18.12.15, 10:48 
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Hallo Zusammen,

ich möchte mich kurz vorstellen, ich bin Thomas 45 Jahre alt und es geht um meinen Vater der zur Zeit im Krankenhaus auf der Intensivstation liegt.
Ich versuche den Fall genau so gut zu erklären wie mir möglich um euch allen da draussen ein umfassendes Bild zu geben, ich erhoffe mir Erfahrungsaustausch und Informationen, denn ich möchte mich nicht nur auf die Weisskittel verlassen, da diese zum Teil doch sehr einseitig berichten.

Mein Vater 76 Jahre alt, transplantiert mit einer Niere 2004, ist am 12.12.15 so gegen 9 Uhr beim verlassen der Badewanne gestürzt und auf das Waschbecken mit dem Oberkiefer geknallt. Alles war gut, er hatte nur wenig Schmerzen am Kiefer und sonst keine Beschwerden. Meine Mutter kam Mittags vom Einkaufen zurück und fragte ihn ob sie nicht besser ins Krankenhaus fahren sollen, dies verneinte mein Vater, er würde sich jetzt mal kurz hinlegen alles sei gut. So gegen 13:00 wachte er dann mit Kopfschmerzen auf, aber alles war sonst normal, er fing an die Kalkfilter von den Wasserhähnen zu wechseln, das war so gegen 14:30 und sagte zu meiner Mutter das die Kopfschmerzen immer schlimmer werden. Meine Mutter bestand nun darauf, das sie ins Krankenhaus fahren. Mein Vater wollte jedoch lieber Fieber messen und legte sich kurz ins Bett, in der Zeit machte sich für 5 Minuten meine Mutter kurz fertig und wollte dann mit ihm fahren.
Als sie jedoch ans Bett kam war mein Vater wie eingeschlafen, rütteln und kneifen half nichts, meine Mutter informierte den Notarzt, der war 6 Minuten später dort und stellte aufgrund der Pupillenstellung sofort die möglich Hirnblutung fest, der Notarzt telefonierte mit einem 2. Notarzt der sofort riet meinen Vater in Narkose zu versetzen und zu intubieren, um möglichen weiteren Schaden abzuwenden. Nach dem Eintreffen des 2. Notarztes dauerte es fast 45 Minuten bis mein Vater in den Krankenwagen getragen wurde, dort dauerte es nochmals 15 Minuten bis das Fahrzeug losfuhr. Er kam sofort in die CT, dort wurde ein großflächiges Subdurales Hämatom festgestellt. Der Unfallarzt von der Aufnahme machte uns sofort klar, das der Zustand äußerst ernst ist, und das es sein kann das er die OP nicht überlebt. Er hat überlebt und kam am 12.12.2015 nach 3 Stündiger OP bei der ihm ein großes Stück des Schädels zur Entlastung des Gehirns entnommen wurde (das Schädelstück wurde eingefroren), auf die neurologische Intensivstation wo er im künstlichen Koma blieb. Die ganze Geschichte ist nicht so einfach, da mein Vater Marcumar Blutverdünner wegen seinen schweren Herzrythmusstörungen nimmt. Dadurch sind immer wieder medikamtentöse Eingriffe zur Zeit notwendig um eine zu starke Blutdruckveränderung zu umgehen. Laut den Ärzten hatte man aufgrund des guten Verlaufes das künstliche Koma nach und nach aufgelöst und gestern, also am 17.12.2015 um 16:30 teilte man uns mit, das im Grunde jetzt nichts mehr in seinem Blut sei was ihm am Aufwachen hindert. Am 16.12.2015 machte er Anstalten mal ein, mal ein anderes Auge zu öffen, das Gelang ihm maximal zu 30%, sonst war keine Regung im Gesicht oder am Körper merkbar, jedoch bemerkte man das Pulz und Blutdruck beim Anfassen und Ansprechen anstieg, auch die Atmung war dann anders. Gestern wiederum hatte er die Augen wieder ganz zu, kaute aber wohl zwischendurch auf seinem Schlauch gelegentlich rum. Dann 2 mal in der Stunde als wir da waren einen Gesichtsausdruck der entweder ein Gähnen oder ein Schmerzverzerrtes Gesicht darstellen könnte oder der Versuch zu schreien. Der Arzt nahm ein Holzstück und piekte damit seinen rechten Fuß, der zuckte sofort, beim linken Fuß brauchte er mehrere Versuche, aber dann zuckte dieser auch einmal recht zögerlich. Er meinte das sei jetzt schon ein Indiz dafür das die linke Seite auf keinen Fall so gut werden würde wie die rechte, stimmt das ? Ist es für eine solche Aussage nicht noch viel zu früh ? Das Atmen klappt laut den Ärzten sehr gut, er ist normal er ist intubiert an der Beatmungsmaschine, diese beatmet aber nur noch zum kleinen Teil, mein Vater macht da wohl schon gut 90% des Atmens, das setzte übrigens schon am 16.12.15 so positiv ein. Die Ärzte planen den Beatmungsschlauch zu entfernen wenn der Trend in der Leistung noch ein Stück nach oben geht und Konstanz auch durchweg über einen bestimmten Zeitraum das ist. Meine Mutter und ich sind nun sehr verunsichert und bei uns liegen die Nerven blank, meine Mutter hatte heute am 18.12.15 mit der Klinik telefoniert, da teilte der Arzt ihr mit das die Nacht ohne Komplikationen verlaufen sei, jedoch gäbe es keinen Fortschritt. Er würde nicht richtig wach, er öffnet auch die Augen nicht mehr, kein weiterer Fortschritt zu sehen. Ich habe an seinem rechten Unterarm (ich vermute vom liegen oder vielleicht durch einen Rempler) einen ca 6 cm großen leichten Bluterguss entdeckt von der Fläche etwas eines Handys. Kann das zu Thrombose und vielleicht einem Schlaganfall führen ? Mein Vater bekommt aufgrund des Nachblutungsrisikos (das Hirn ist immer noch nicht so abgeschwollen wie die Ärzte sich das gewünscht haben) immer noch keinen Blutverdünner. Stellt das ein weiteres Risiko dar ? Ich habe unglaublich viel Angst, wie lange kann das Aufwachen dauern, ich habe so unglaublich viel Angst das es wie jetzt bleiben könnte, der Gedanke daran quält mich unsagbar, und mit meiner Mutter rede ich logischerweise über diese Angst nicht. Ich würde mich sehr über Kommentare oder einen Erfahrungsaustausch freuen. Das sind im Moment wirklich traurige Vorweihnachten, ich fühle mich so hilflos, und um meine Mutter kümmere ich mich so gut wie ich kann. Nicht immer einfach wenn man selbst Familie und einen 4 Jährigen Sohn hat, der auch noch am 13.12. Geburtstag hatte.

Viele Grüße
Thomas


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BeitragVerfasst: 18.12.15, 12:15 
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Hallo,
das positive bei SDHs ist, dass sie quasi abgekapselt sind und im Gegensatz zu Hirnblutungen weniger Gewebe angreifen. Allerdings irritieren sie die Hirnhäute und verursachen Schwellungen.
Was für Schaden übrig bleibt, kann man erst nach ein paar Wochen sagen, da das Gehirn beleidigt ist und braucht Zeit komplett abzuschwellen. SDHs haben eine relativ niedrigen Mortalität - 30% in die Akutphase.

Die Masseffekt war verhältnismäßig kurz. Wenn er noch beatmet wird, wird er vermutlich noch leicht sediert sein. Auch aus eigene Erfahrung ist man extrem müde nach eine Blutung und will sehr, sehr viel schlafen. Braucht das Gehirn um sich zu erholen.

Ich hatte auch ein SDH rechts gleichzeitig mit eine kleine Hirnstammblutung und starke Hirnschwellung. Zurückgeblieben sind mitunter eine Epilepsie und eine mittelstarke Hemiparese, sowie leichte kognitive Defiziten (räumliches Gedächtnis und Orientierung sind schlecht). Allerdings gehe ich ganz normal arbeiten, mache Sport usw.

Bis ich mich halbwegs normal fühlte hat einige Monaten gedauert.
Also Geduld ist gefragt.

Die Bluterguss könnte von eine Kanüle kommen. Nach dem OP lagen mehrere Kanülen und ein ZVK. Die kanülen wurden sehr kurz nach dem OP gezogen (außer der ZVK und 1 im
Hand).

Alles gute
Muppet


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BeitragVerfasst: 18.12.15, 14:52 
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Hallo Muppet,

danke für deine Antwort, schön deinen Kommentar dazu zu lesen, es macht mir etwas Mut und gibt mir Infos von einem selbst Betroffenen. Es freut mich sehr das du die Sache so gut überstanden hast. Was die Ärzte bei uns immer sagen ist das das Alter auch nochmal eine große Rolle spielt, er ist halt 76. Die Blutung war aber wohl sehr groß, ist das trotzdem als abgekapselt zu verstehen ? Wenn ich das CT richtig gesehen haben war sehr viel Blut ausgelaufen musst auch von der rechten Seite abgesaugt werden, eine Mittellinienverschiebung gab es ebenfalls, auch die Hirnwasserkammern sahen verschoben und verändert aus, das hat sich aber auf dem Bild nach der OP wieder gut verbessert. Wie lange dauert eigentlich die Akutphase an ?

Viele Grüße
Thomas


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BeitragVerfasst: 18.12.15, 23:12 
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Hallo,
das Akutphase gilt eigentlich bis zum OP. Ab 72 Stunden ohne Entlastung sieht es schlecht aus. Scheint aber bei deine Vater wesentlich schneller gelaufen zu sein.

Ja, das Alter und andere Erkrankungen machen schon was aus.
Bin nicht nur betroffene sondern auch Neuropsychologin mit eine medizinische Ausbildung.
Ältere Patienten brauchen länger bis man sie mobilisieren kann und da steigt natürlich das Gefahr von Infekten. Das ist das Hauptrisiko - Lungenentzündungen. Ältere Patienten sind anfälliger.

SDHs sind quasi immer abgekapselt, da es eine Blutung der Brückenvene ist - also Venen zwischen die Hirnhäute - man hat 3"Schichten" Dura, Pia Mata und Arachnoidal. SDHs sind direkt unter der Dura. Also nicht im Gehirn selbst.

Blutdruck/Puls Erhöhungen/kritische Abfall kommt durch die Schwellung. Ist die Schwellung behoben und keine Herzkrankheit bekannt ist, normalisiert sich meistens alles wieder.
Hatte ich auch. Puls pendelte zwischen 40 und 200. macht ganz schön Kopfweh.

Vermutlich erhält deiner Vater auch starken Schmerzmittel - macht auch ziemlich abwesend.

Also erstmal abwarten. Es ist richtig von die Ärzte der Blutverdunner abzusetzen, da es eine weitere Blutungen verhindert. Der Dura hat nämlich viele Blutgefäße. Besteht unter oder überdruck, können weitere Brückenvene platzen.

Alles Gute
Muppet


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BeitragVerfasst: 19.12.15, 06:31 
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Hallo Muppet,

deine Worte muntern mich auf, vielen Dank dafür. Ich poste in dem Thread jetzt ausserdem den jeweiligen Zustand, falls sich was ändert. Gestern, also am 18.12.15 konnten wir mit der Oberärztin sprechen die ihn operiert hat, sie sagt sie ist zuversichtlich das sich in den nächsten 7 Tagen mehr vom Aufwachen sehen lässt, das schon eine stärkere Quetschung des Hirns für einen gewissen Zeitraum vorlag und das sich auch die Mittellinie und die Hirnwasserkammer ziemlich stark verschoben hatten, durch wirklich glückliche Umstände hat hier die Versorgungskette aber optimal vom Notarzt bis zum freien OP perfekt geklappt. Und die Korrektur der Mittellinie und der Kammern nach der OP gingen laut der vorliegenden CT´s recht schnell. Er brauche Zeit und reagiere bisher im ganz normalen Rahmen, wenn man alle Krankheiten und das Alter mit einbezieht. Er gähnt seit gestern, das ist auch vom Gesichtsausdruck fast wie früher und ein so vertrauter Anblick, das uns gestern schon mal ganz warm ums Herz wurde, einfach mal durchatmen und das positiv mitnehmen. Die Augen hat er nicht mehr versucht zu öffnen. Die Ärztin sagte das sei normal das Funktionen mal mehr, mal weniger aktiv sind, insbesondere darf man nicht vergessen das wir erst ab 16:30 besuchen können, da sind die meisten Patienten schon sehr müde oder wieder ganz eingeschlafen. Die Schwestern teilten allerdings mit, das er seit 1,5 Tagen die Augen nicht mehr geöffnet hat. Auch schien er gestern so müde zu sein, das er unsere Anwesenheit nicht mitbekommen hat,er schlief wie ein Stein. Laut der Ärrztin besteht keinerlei Narkose mehr bei ihm (also rein von der Medikation). Wenn man ihn an der Wange streichelte, dann zuckte er in dem er den Mundwinkel verzog. Die Ärztin zeigte uns das er auf Stimulation des rechten Fusses sofort mit Zucken reagiert, beim Linken übrigens entgegen gestern jetzt auch. Sie sagt, das sei ein gutes Zeichen das sich das links jetzt schon etwas verbessert. Sie planen durch die nun besser abschwillende Gehirnmasse, die Deckelung in den nächsten 7 Tagen vorzunehmen, man würde (das sagte allerdings ein anderer Arzt vorgestern) den eingefrorenen Schädeldeckel nach einer gewissen Zeit aber nicht mehr verwenden können und dann einen Kunststoffdeckel verwenden. Ist das üblich? Hast du so etwas schon einmal gehört ? Marcumar soll auch nach der Deckelung 4 weitere Wochen nicht gegeben werden, um alle Risiken einer Nachblutung die man selbst in der Hand hat, auszuschliessen. Das macht mir aber durch sein starkes Vorhofflimmern (deswegen nimmt er ja Marcumar und fühlt sich sonst auch ohne sehr elend) schon Sorgen. Aber die Ärzte wissen am besten worauf nun zu achten ist.

Wir sind gestern das erste Mal mit einem guten Gefühl, ohne Erwartungshaltung, ohne Angst, ohne Kopfkino nach Hause gegangen. Mutter sah so entspannt aus, wie die ganzen Tage nicht. Es ist, als wäre im Nebellwald aller Ungewissheit, im Tal der Tränen von Angst und Sorge, eine zarte Seifenblase mit guten Gefühlen geboren, etwas was man festhalten möchte, aber von dem man auch weiss, das es nicht von Dauer ist. Egal, darin habe ich es mir nun gemütlich gemacht, und mache mir keine Gedanken im Moment darüber, wann sie platzt, und die Stimmung kippt. Gestern Abend war ich richtig glücklich, habe gut geschlafen, habe Kraft getankt, und auch heute geht es mir richtig gut.

Viele Grüße
Thomas


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BeitragVerfasst: 19.12.15, 11:51 
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Hallo,
dass sie bald die Deckelung vornehmen wollen, ist ein positives Zeichen. Heißt die Hirnschwellung ist im Griff und er stark genug für eine weiteren OP ist.
Was benutzt wird, hängt von einige Faktoren ab. Über Zeit wächst das Knochen über die Ränder. Die Dura darunter ist auch recht zäh - fühlt sich fast wie Leder an. Es ist auch geschützt durch die Muskelstränge.

Macumar wird abgesetzt, da eine weitere Blutung gefährlicher als eine Thrombose ist.

Wenn du subduralem Haematom und MRT googelst, findest du viel Fallstudien.

Mittellinienverschiebung hatte ich auch. Über kürzere Zeiträume kann das Hirn das packen. Die Ventrikeln sehen komisch aus, da das Hirn lässt Wasser ab um Platz zu schaffen. Kann so bis 150 ml kompensieren.

Schön, das er gerade positiv aussieht!

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 20.12.15, 06:47 
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Hallo Muppet,

danke für deine Antwort und deine Worte. Ja wir sind darüber sehr erfreut und erleichtert. Gestern reagierte er auf Kribbelreize intensiver, auf der rechten und der linken Seite. Sein Lungenvolumen ist bereits 100% es wird nur noch ganz selten von der Maschine unterstützt. Kreislauf scheint sich bis auf gelegentliche Pulsextreme auch stabilisiert zu haben. Die Ärzte äußern sich vorsichtig zuversichtlich für den weiteren Verlauf. Heute soll ein CT gemacht werden. Auf dieser Basis wird dann wohl das Nachblutungsrisiko und der Heilungsverlauf abgeschätzt. Am Montag wird dann im großen Kreis entschieden, ob die Deckelung noch vor den Feiertagen erfolgen wird und der Beatmungsschlauch entfernt wird. Er hat gestern auch zeitweise mal die augen Minimal kurz geöffnet und geblinzelt, aber als wir dann da waren hat er wieder fest geschlafen, gähnte und reagierte aber auf kribbelberührungen in Gesicht und an den Füßen. An den Armen und Händen reagiert er aber noch gar nicht....ist das normal ?

Eine normale Thrombose macht mir eigentlich weniger Gedanken, ich habe mehr Angst das er zusätzlich noch einen Hirnschlag erleiden könnte,
oder ist diese Angst unbegründet ?

Viele Grüße
Thomas


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BeitragVerfasst: 19.01.16, 15:45 
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Hallo zusammen,

ich gebe nach 5 Wochen ein Update wie es zur Zeit um meinen Vater steht. Er hat am 03.01.2016 das Klinikum Höchst mit Verlegung in die Asklepios Klinik in Bad König verlassen. Dort soll nun die Reha stattfinden. Am Schluss konnte er in der Höchster Klinik zeitweise die Augen bewegen und auch geringfügig fokussieren. Er scheint uns zu erkennen, die meiste Zeit schläft er, die Atmung war noch nicht 100% selbstständig, er erschöpfte sich nach mehreren Stunden.
Die Deckelung erfolgte noch in der Klinik Höchst.

Man teilte uns mit das er eine Luftröhrenkanüle nach der Verlegung nach Bad König bekommt. Diese wurde auch zügig gemacht, seitdem atmet er 100% mit einem Wert von 99-100%. Allerdings ist er immer noch sehr müde, er bekommt noch 3 mal am Tag Schmerzmittel wegen Schluckschmerzen, er kann nun sein Unbehagen mit einer Grimmasse bei Schmerz ausdrücken, auch lächelt er gelegentlich, wenn ich auch das Gefühl habe das dies nur recht verzögert passiert.
Als ich jedoch was von seinen Aktien erzählte das die wieder steigen, hob er eine Augenbraue und machte im selben Moment ein recht ungläubiges Gesicht.
Das war das erste und einzige Mal das ich eine wirklich voll interpretierbare Reaktion von ihm bekam.

Kann er mit dieser Trachealkanüle eigentlich sprechen ? Ist der Luftfluss nicht unterbrochen ? Manchmal habe ich das Gefühl als wolle er was sagen.
Laut den Ärzten ist es dafür aber noch viel zu früh sagen sie.

Meine Mutter hat mir gestern erzählt er wollte ihre Hand gar nicht mehr loslassen, auch der Blutdruck sei jetzt nicht mehr so 70 zu 40 wie die letzten Tage sondern hätte sich auf 110 zu 70 geändert. Er würde etwas wacher wirken (sie deutet das über die art wie er aus den Augen schaut). Allerdings zeigen sich jetzt auch wieder Herzspitzen auf dem EKG und meine Mutter hat Angst das er sich jetzt vielleicht zu sehr aufregt. Es gibt wohl einen Beta Blocker für sein Herz, aber Marcumar soll weiterhin nicht eingesetzt werden.

In welchem Stadium ist mein Vater jetzt eigentlich, die Ärzte geben über alles irgendwie nur ungern und sehr schwammig Auskünfte, wie beurteilt ihr die Situation ?

Viele Grüße
Thomas


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BeitragVerfasst: 02.02.16, 10:44 
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Hallo zusammen,

schade das es so wenig Feedback gibt. Ich poste jetzt mal den neuesten Verlauf meines Vaters, denn es gibt sicher Menschen die mal nach Berichten eines solchen Leidens suchen und auf Erfahrungen anderer zurückgreifen wollen.

Mein Vater ist nun seit 4 Wochen in Bad König. Er ist seit 5 Tagen vom Intensiv-Reha Bereich auf die normale Früh Reha Station verlegt worden.
Er schaut aus den Augen wie immer, keinerlei Gesichtslähmung zu sehen. Er bekommt für mehrere Stunden am Tag eine Sprechkanüle, nach dem Training wird diese wieder durch eine geblockte ersetzt. Er ist bei 100% klarem Verstand und wenn man ihm Zeit lässt kann man sich mit ihm mit einfachen Sätzen prima unterhalten. Er ist guter Dinge, lächelt viel wenn wir da sind, kann beide Arme gut bewegen, nur die Beine wollen noch nicht so recht. Er erinnert sich an vieles, das Langzeit Gedächtnis scheint in Ordnung. Das Kurzzeitgedächtnis konnte ich noch nicht verifizieren. Im Moment scheint es so als ob nicht so starke Lähmungserscheinungen da sind, das wird aber natürlich erst durch intensiveres Training klar werden, im Moment liegt er ja nur, nur für die Ergotherapie wird er bewegt und auch mal in einen Stuhl gesetzt. Es ist unglaublich wie positiv das ganze sich entwickelt hat. Ich bin neugierig welche Fortchritte er noch machen wird, jetzt muss man wieder aufpassen das man nicht durch die Rosa Brille sieht, mein Vater konnte ja vor dem Sturz schon kaum laufen und sich nur mit einer Krücke mühsam bewegen, ob er das in Zukunft nochmal kann........mal abwarten. Was mir mehr Sorge macht, er konnte bis zum Schluss gut Fahrrad fahren und das war auch sein größtes Hobby. Wenn das wegfällt und er vielleicht in den Rollstuhl muss, wird es sowohl Pflegetechnisch sehr schwer für meine Mutter und es geht viel Lebensqualität für beide verloren. Aber ich denke jetzt bin ich schon wieder einen Schritt zu weit ;-)

Zumindest bin ich so unendlich froh das er so prima Fortschritte macht.....

Viele Grüße
Thomas


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BeitragVerfasst: 05.02.16, 09:10 
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Beiträge: 4216
Hallo,
Super, dass es vorangeht.
Für die Erzolungszeit muss man mit einem Jahr rechnen. Erst kann kann man eine Prognose stellen.
Wichtig ist, dass nach der Reha Krankengymnastik, Logo und Ergo zu Hause weiter fortgeführt wird.
Vermutlich ist er noch nicht fähig neuropsychologisch getestet zu werden? Nach das geschieht, kommt er vermutlich dann zum Aufmerksamkeits- und Gedächtnistraining.

Alles Gute
Muppet


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BeitragVerfasst: 16.08.17, 23:17 
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Registriert: 16.08.17, 23:13
Beiträge: 1
Hallo lieber Thomas

mit Interesse habe ich deine Geschichte und die deines Vaters hier gelesen. Leider kommt jetzt schon lange kein Update mehr.
Da wir aktuell selber gerade betroffen sind mit meinem Vater, würde es mich sehr interessieren, wie es bei euch weiter ging.

Ich hoffe du bekommst das zu lesen und findest Gelegenheit für eine kurze Zusammenfassung.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Du bald was hören lässt.

Alles Gute und Liebe Grüße
Bambee


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