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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Verlauf Herpes-Simplex Enzephalitis
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 Betreff des Beitrags: Verlauf Herpes-Simplex Enzephalitis
BeitragVerfasst: 23.10.15, 20:31 
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Registriert: 23.10.15, 19:40
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Hallo Medizin-Forum,
mich treibt eine große Verunsicherung um und ich erhoffe mir von euch Erfahrungsberichte bezügl. der Dauer und den "allgemeineren" Auswirkungen einer Herpes-Simplex Enzephalitis.

Bei meinem Vater, 67 J, bis zur Erkrankung vor etwas über 4 Wochen topfit, wurde eine HSV-1 Enzephalitis diagnosiziert. Ich schildere hier den bisherigen Verlauf:
3 Tage nach Ausbruch der grippeartigen Symptome, ging es innerhalb von wenigen Stunden gesundheitlich steil bergab. Er konnte nicht mehr laufen, nicht stehen, nicht sitzen, war desorientiert, bekam (wieder) hohes Fieber und redete schließlich nur noch wirr. In der Notaufnahme nach Verlegung in die nächst größere Klinik dann schon über 40 Fieber und Krampfanfälle.
Es folgten 1,5 Wochen Intensivstation mit 2 tägigem künstl. Koma, danach dauerte es weitere 2 Tage bis er erstmals auf Fragen nicken oder Kopfschütteln konnte. Weitere 2 Tage vergingen bis wir den Eindruck hatten, es geht bergauf, wenn auch in extremst kleinen Schritten. Schluckauf hörte auf, er schlief ruhiger...
Nach 2,5 Wochen hatte ich an einem Tag den Eindruck ganz normal mit ihm reden zu können, auch über seine Krankheit und den Hergang, ich habe mit ihm Ball geworfen.
Er war voller Elan und brennte darauf zu trainieren und wieder fit zu werden. Diese Phase hielt aber nur für einen Tag.
Nun spricht er wieder schwächer, schließt oft die Augen, hat wieder Fehlalarme bezügl. des Wasserlassen (das funktionierte zwischenzeitlich kontrolliert).
Auch bekommt er seit fast einer Woche gegen Nachmittag immer Fieber zwischen 38,2 und 38,6°.
Auf uns, meiner Mutter und mir, macht er den Eindruck, als ob die geistigen Leistungen wieder nachgelassen haben. Und er schläft und schläft, ist fast nicht wach zu bekommen. Er läuft nicht mehr am Rollator zur Toilette, das machte er für ein paar Tage, auch wenn er zum Aufstehen und die anderen Verrichtungen Hilfe brauchte.
Gegen Abend wirkt er munterer. Morgens (und zur Nacht) bekommt er Risperdon - wir dachten eigentlich dass es daran liegt. Aber wenn ich nachlese, gehört das nicht zu Nebenwirkungen.

Seit 5 Tagen bekommt er kein Aciclovir mehr. Er hatte es für 21 Tage erhalten.
Er wurde gestern nach über 4 Wochen Krankheitsdauer in die Reha entlassen.
Im Entlassungsbericht steht nun nicht ersichtlich, ob der Virus wirklich eliminiert ist und diese Schläfrigkeit und das erneute Auftreten diverser schon hinter uns geglaubten Anzeichen
"normal" sind. Ein abschließendes Arztgespräch gab es nicht.
Der Arzt meinte diese Woche einmal, dass wir froh sein können, dass mein Vater nicht an die Decke starrend im Bett liegt und er einen sehr erfreulichen Verlauf zeigt.
Uns ist klar, dass diese Krankheit sehr schwer ist und wir alle viel Geduld aufbringen müssen.
Aber wir wissen nun nicht, ob solche, aus unserer Sicht große, Schwankungen, wie oben beschrieben, in Bezug auf die körperliche und geistige Leistung in diesem Stadium der Krankheit dazu gehören.

Gestern wurde er in die Reha entlassen. Ich lese, dass nach der intravenösen Gabe von Aciclovir das Mittel noch einige Zeit in Tablettenform eingenommen werden muss?
Das ist hier nicht der Fall. Er bekommt Risperdon bzw. nun in der Reha Seroquel am Morgen und Risperdal am Abend, sowie Levetiracetam und natürlich den Thromboseschutz.
Mir macht ausserdem Sorgen, dass die Rehaklinik keine Erfahrung mit Enzephalitis-Patienten hat - der Arzt sagte gestern, er wäre der erste in dieser Reha-Klinik.
Würden die eine erneute Verschlechterung wirklich erkennen? Sie kennen seinen Verlauf ja nur in theoretischer Form bzw. in medizinischen Werten, Einzelheiten über Besserung und Verschlechterung seiner Fähigkeiten stehen ja nicht im Bericht.

Meine Mutter rief mich beunruhigt aus der Klinik, weil eben diverse Dinge wieder schlechter geworden sind.
Und nun ist Wochenende und wir machen uns jeden Tag, der so abläuft mehr Sorgen.

Deshalb meine Frage an die Neurologen:
Kann es solche Schwankungen geben?
Ist diese extreme Müdigkeit auch nach mehr als 4 Wochen noch dem Virus zuzuschreiben oder sind es die Tabletten?
Ist es ok., dass das Aciclovir nicht weiter in Tablettenform verabreicht wird?

Gibt es hier jemanden, der diese Erkrankung in ähnlich schwerer Form hatte und aus seiner Sicht schreiben kann - wie geht es heute?

Ich danke Ihnen schon jetzt für jeden Hinweis!


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BeitragVerfasst: 26.06.17, 20:31 
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Registriert: 26.06.17, 20:25
Beiträge: 1
Hallo,
ich sehe Deine Frage ist schon länger her. Ich bin leider auch von einer ähnlichen Situation betroffen und dachte ich versuche mein Glück. Vielleicht erreicht dich die Nachricht ja dennoch. Hat sich der Verlauf denn gebessert und wie lange ging es bis dein Papa wieder "der alte" war?
Liebe Grüße
Anna


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