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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Feitod in der Schweiz
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 Betreff des Beitrags: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 13.09.10, 17:54 
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http://www.bild.de/BILD/news/2010/09/11 ... hweiz.html

lt. Presseberichten hat sich der Flick Manager von Brauchitsch und seine Ehefrau für einen Freitod in der Schweiz entschieden.
Dort darf das durchgeführt werden, wenn die Patienten unheilbar krank sind und sehr leiden.

Bei uns ist das leider nicht erlaubt, was nun wieder bedeutet, dass Leute die es sich finanziell leisten können sowas im Ausland machen lassen.

Wäre es nicht überlegenswert sowas auch bei uns zuzulassen??

Meinungen ??


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BeitragVerfasst: 13.09.10, 21:53 
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Eine sehr schwierige Sache. Wenn man die absolute freie Willensentscheidung (auch über den eigenen Körper) postuliert, so wäre dies eigentlich die einzige konsequente Schlussfolge. Aber auf der anderen Seite steht die Frage: Wann ist eine solche Entscheidung denn auch wirklich "frei".


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BeitragVerfasst: 13.09.10, 22:34 
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Hallo,

eine wie ich finde lesenswerte "Geschichte" zu diesem Thema findet sich hier: Teil1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 Teil 5, Teil 6

Viele Grüße Damiana


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BeitragVerfasst: 14.09.10, 19:17 
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@Damiana

du hast recht, das ist wirklich lesenswert. So etwas umfassendes von allen Seiten beleuchtetes habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gelesen.
Man sieht wie sich das aufbaut, wie der Mensch vereinsamt und auch an seiner Krankheit leidet. Man kann lesen wie lange es dauert und wie die Ärzte hier und in der Schweiz sich damit beschäftigt haben und wie lange es dauert bis es dann zur Ausführung des Wunsches kommt. Auch dass die Angehörigen damit ganz unterschiedlich umgehen wird hier gezeigt.
Es ist ein schwieriges Thema, aber ich persönlich fände es gut wenn man dazu nicht ins Ausland fahren müsste.


Zuletzt geändert von dora am 14.09.10, 19:21, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 14.09.10, 19:20 
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Zitat:
Wann ist eine solche Entscheidung denn auch wirklich "frei".


ich denke wenn man die Geschichte von Damiana liest kann man erkennen, dass solch eine Entscheidung schon von dem Betreffenden frei getroffen wird. Die Länder die solche Wünsche erfüllen haben ja genaue Vorgaben um hier einen Missbrauch zu verhindern.


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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 15.01.12, 04:30 
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Beiträge: 29
Letztendlich hat doch immer derjenige mehr Möglichkeiten der das meiste Geld hat, also auch in diesem Fall, das ist halt das Gesetz des Stärkeren. Und ich persönlich finde es gut dass sich Leute für ihren letzten Schritt selbst entscheiden können.

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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 09.08.13, 15:42 
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Hallo,
das Thema ist zwar schon älter aber dennoch möchte ich hier meine meinung einmal dazu äussern.
Ich selbst habe in diversen Altenheimen gearbeitet und selbst oft genug gesehen und miterlebt wie manche Meschen zu leiden haben und sich so sehr wünschen endlich sterben zu "dürfen".
Meiner Meinung nach sollte es in Deutschland auch endlich erlaubt werden seinem leben (so man denn nun unheilbar krank ist!) würdevoll ein ende setzen zu dürfen.
Sicher ist das ein heikles Thema und es muss natürlich auch ganz klare und strenge Vorschriften dafür geben, dennoch würde ich mir wünschen das auch hier zu lande diese Möglichkeit gegeben wird.

Lieben gruss
Kitty

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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 09.08.13, 16:19 
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Gerade in Altenheimen kommt es m.E. eher auf eine Patientenverfügung und auf eine fürsorgliche palliative Begleitung der Patienten an. Viel zu oft werden sterbenskranke Patienten durch Versäumnisse der Angehörigen, der Pflege, und Ärzte in der letzten Lebensphase noch mit Blaulicht in anonyme Notfallaufnahmen oder Intensivstationen verbracht. Der richtige Zeitpunkt des Absetzens der kurativen Therapie wird oft versäumt.

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Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jäckel
www.medizin-forum.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 09.08.13, 17:13 
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Interessierter

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ja da gebe ich dir recht, doch leider ist ohne Patientenverfügung , nicht viel machbar.
Ich bin "nur" Sozialhelferin KEINE Altenpflegerin auch wenn ich die Erfahrung gemacht habe, dass das im Arbeitsaltag kaum einen Unterscheid macht.
Leider ist die tatsache das viele alte mMnschen allein da stehen und die Verwandschaft sich nicht mehr interessiert ein grosses problem. Was bleibt? eine verlegung in ein krankenhaus bei medizisch offensichtlich schlechtem Zustand und der kreislauf beginnt von vorn. Traurig finde ich. Alte menschen werden oft wie kleine Kinder behandelt deren Meinung unerheblich ist.

(rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen ich bin leghasteniker!)

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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 09.08.13, 17:28 
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Als Sozialhelferin können Sie viel tun! Sie könnten z.B. denjenigen Patienten noch helfen ihren eigenen Willen in einer Patientenverfügung zu hinterlegen, die noch in der Lage sind, ihn zu formulieren. Sie können die Angehörigen immer wieder daran erinnern, sich um eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung zu kümmern. Sie können Ärzte und auch das Amtsgericht/Rechtspfleger informieren, wo besondere Schritte nötig sind, damit Patienten zu ihrem Recht auf menschenwürdiges Sterben kommen.
Materialien: http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/ ... cationFile

Damit mich niemand falsch versteht: Ich bin kein Befürworter der "nachhelfenden Sterbehilfe", wie sie sich in der Schweiz findet. Aber ich beklage einen Notstand bei "Hilfe im Sterben".

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Ihr Achim Jäckel
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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 09.08.13, 18:44 
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Gerade in Altenheimen kommt es m.E. eher auf eine Patientenverfügung und auf eine fürsorgliche palliative Begleitung der Patienten an. Viel zu oft werden sterbenskranke Patienten durch Versäumnisse der Angehörigen, der Pflege, und Ärzte in der letzten Lebensphase noch mit Blaulicht in anonyme Notfallaufnahmen oder Intensivstationen verbracht. Der richtige Zeitpunkt des Absetzens der kurativen Therapie wird oft versäumt.


Wenn Sie damit meinen, dass Sterbenlassen kein ärztlicher Kunstfehler ist, dann stimme ich Ihnen 100% zu.

leider meinen Ärzte immer noch, selbst während des Sterbeprozesses noch notfallmäßig einen Klinikaufenthalt anordnen zu müssen - selbst dann noch, wenn der Sterbende und die Familie dagegen sind. ALLTAG in deutschen Pflegeheimen, leider.

In den meisten Köpfen herrscht ein völlig verzerrtes Bild von Sterben und Tod.


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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 09.08.13, 19:10 
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marvy66 hat geschrieben:
leider meinen Ärzte immer noch, selbst während des Sterbeprozesses noch notfallmäßig einen Klinikaufenthalt anordnen zu müssen - selbst dann noch, wenn der Sterbende und die Familie dagegen sind. ALLTAG in deutschen Pflegeheimen, leider.

In den meisten Köpfen herrscht ein völlig verzerrtes Bild von Sterben und Tod.


ganz meine meinung.
es gab öfters fälle an denen ich mehr oder weniger mit einbezogen war wo der Arzt darauf bestand obwohl es offensichtlich war das der Sterbeprozess eingesetzt hatte.

Wieso kann man solche Menschen nicht in frieden gehen lassen?

Zu der anderen anregung:
Ich habe zuletzt auf einer Pflegestation gearbeitet auf der meisten der patienten voll Bettlegerig waren und nicht mehr in der lage zu sprechen oder sich selbst zu waschen oder dergleichen. Demnach die meisten leider auch nichtmehr fähig waren etwas zu formulieren, oder klar zu denken.
Ich habe mit der Pflegedienstleitung damals wohl gesprochen und mein Missfallen auch geäussert, aber sie speisste mich ab damit, das das nunmal der Alltag hier sei und wenn ich damit nicht zurecht käme ja auch kündigen könnte, was ich kurze Zeit später übrigens auch tat.

Ich hatte damals pro Vormittag etliche bettlegerige patienten in einer viel zu kurzen zeit zu versorgen, sodass ich Ärger bekam wenn ich länger brauchte und mal 5 min zuhörte. Diese Zustande höre ich immer und immer wieder, es ist fliessbandarbeit und die menschlichkeit bleibt völlig auf der Strecke...sorry ich schweife vom thema ab.

Letztendlich denke ich, das viele angestellte eigentlich kaum möglichkeiten haben, wenn sie Ihren job behalten wollen.
Ich habe das jedenfalls deutlich zu spüren bekommen. :(

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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 10.08.13, 07:59 
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marvy66 hat geschrieben:
leider meinen Ärzte immer noch, selbst während des Sterbeprozesses noch notfallmäßig einen Klinikaufenthalt anordnen zu müssen - selbst dann noch, wenn der Sterbende und die Familie dagegen sind. ALLTAG in deutschen Pflegeheimen, leider.
Ich erlebe den Alltag anders. Immer wenn ein fremder (Not-) Arzt zu einem fremden sterbenskranken Patienten gerufen wird, ist doch im Vorfeld meist schon lange etwas versäumt worden. 112 bedeutet Rettungsdienst. Ob man dort durch Zufall einen Notarzt alarmiert, der die Versäumnisse der Vergangenheit aufarbeitet und sich Zeit nimmt, ist immer fraglich. Verallgemeinerungen über "die Ärzte meinen immer noch", wie oben, halte ich für irreführend.

Ein Notarzt


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 Betreff des Beitrags: Re: Feitod in der Schweiz
BeitragVerfasst: 10.08.13, 11:10 
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Registriert: 03.08.13, 17:55
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jaeckel hat geschrieben:
marvy66 hat geschrieben:
l "die Ärzte meinen immer noch"


Ich persönlich meinte auch nicht "alle Ärzte" :)

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