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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Erklärung der Laborwerte
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 Betreff des Beitrags: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 23.01.16, 23:16 
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Beiträge: 46
Guten Abend,

bei mir wird seit 2 Jahren regelmäßig das Blut kontrolliert, weil bei einer Gallenblasenoperation der Hauptgallengang verletzt und mit einem Stent versehen wurde.
Bisher war alles in Ordnung, außer dass die BLG immer zu hoch war, was den Arzt aber nicht beunruhigte, weil das CRP immer unter 5 war.

Beim letzten Mal sah es so aus:
BSG - 26 (immer zwischen 24 und 27)
CRP - 2 (immer unter 5)
Leuko - 6.28
Hämatokr. - 0.42
Ery - 4.72
Trombo - 240
Lymph - 35
Kreatinin - 0.71
Chol. - 180
Bili-ges. - 0.54
GGT - 23
GOT - 24
GPT - 9
Albumin - 53.6 (also zu niedrig, sonst immer über 60)
A1-G1 - 6.2 (also zu hoch, sonst immer zwischen 4.5 und 4.7)
A2-G1 - 11.5

Nachdem ich mir wie immer die Blutwerte von der Sprechstundenhilfe hatte ausdrucken lassen, ging ich froh nach Hause, denn die Leberwerte waren alle in Ordnung und alle anderen Werte waren im Normbereich, wie immer, außer Albumin und A1-G1.

Zwei Tage später rief mich der Arzt an und sagte: Wir haben noch zusätzlich eine 'Immunbestimmung' gemacht, sogar zweimal, und jetzt müssen unbedingt weitere Untersuchungen folgen.'
Auf meine Frage, was eine Immunbestimmung sei, ging er nicht ein. Er sprach von 'Eiweißspitzen' und 'Leichtketten' (?).
Ich konnte daraus überhaupt nicht schlau werden, außerdem war der Arzt in Eile. Jetzt habe ich nächsten Donnerstag einen Termin zu einer neuen Blutuntersuchung und bin doch etwas beunruhigt.

Meine Fragen:

- Was bedeute1 A1-G1?
- Warum sind die Werte jetzt auf einmal besorgniserregend? Sie haben sich doch seit 2 Jahren kaum
verändert, bis auf Albumin und A1-G1.
- Was bedeuten 'Leichtketten'?

Für Antworten wäre ich sehr dankbar.

Viele Grüße,
Katti


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 03.03.16, 14:15 
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Beiträge: 304
Hallo,

mittlerweile sollte Ihr Arzt Ihnen weitere Erklärungen geliefert haben.

Um Laborwerte sinnvoll interpretieren zu können, braucht man allerdings die (labor- und methodenabhängigen) Referenzwerte und die Einheiten.

Mit "Immunbestimmung" ist der sog. Immunstatus gemeint. Hier wird gemessen, wie es um die Funktion des Abwehrsystems steht. Das lässt einerseits Aussagen darüber zu, ob das Immunsystem aktuell mit der Bekämpfung bestimmter Infektionen beschäftigt ist (Aktivierungszustand). Andererseits, ob im Körper die an der Immunabwehr beteiligten Zellen in der richtigen "Mischung" zur Verfügung stehen.

Meistens werden dabei die für die (spezifische) Immunabwehr verantwortlichen Untergruppen der Lymphozyten zahlenmäßig bestimmt (durchflusszytometrische Lymphozytendifferenzierung). Die Bezeichnung "Leichtketten" bezieht sich dabei auf bestimmte Bindungskonstellationen von Antikörpern, die auf Krankheiten hinweisen könnten.

Darüber hinaus wird meist eine Eiweiß-Elektrophorese durchgeführt. Dabei werden Bluteiweiße ladungstechnisch zerlegt. Das Ergebnis ist eine Kurve, die die einzelnen Eiweiße anteilig als "Zacken" darstellt. Die Albumine stellen mit ca. 60 Prozent des gesamten Bluteiweißes die größte Zacke dar, es dient u.a. zum Stofftransport und zur Flüssigkeitsregulierung. A1, A2, B und G steht für die Fraktion der Alpha-, Beta und Gamma-Globuline (=Immunglobuline). Wenn einzelne Fraktionen zu hohe oder zu niedrige Werte ausweisen (die erwähnten "Eiweißspitzen"), kann das manchmal auf Krankheiten hinweisen. Die Interpretation ist aber nicht leicht und dazu noch relativ fehleranfällig. Ohne Referenzwerte und Einzelauflistung jeder Globulinfraktion geht da gar nichts.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 16.03.16, 20:53 
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Registriert: 10.11.07, 00:44
Beiträge: 46
Hallo, Parasympathikus,

vielen Dank, dass doch noch jemand geantwortet hat.

Mein Arzt hat bei der Besprechung erst lange herumgedruckst, bis er endlich damit herausrückte, was er befürchtet: Multiples Myelom, also Knochenmarkskrebs. Die zweite Blutuntersuchung hat nichts Eindeutiges ergeben. Jetzt soll eine Knochenbiopsie gemacht werden, vor der ich große Angst habe, da sie nur mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden wird und ambulant!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man danach wieder nach Hause gehen kann, da muss man doch sicher viele Tage liegen, bis sich das Knochenmark neu gebildet hat.
Wenn es wirklich Knochenmarkskrebs ist, müsste ich doch irgendwelche Beschwerden haben. Aber ich bin nicht müde und habe auch keine Knochenschmerzen.
Die Biopsie ist übermorgen.

Viele Grüße,
Katti


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 17.03.16, 01:48 
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Registriert: 26.02.16, 02:24
Beiträge: 21
Wohnort: München
Hallo Katti,

schreib uns auf jeden Fall nach der Biopsie nochmal! Ich wünsche dir generell viel "Glück" und Hoffnung dass dein Körper gesund ist und bleibt.

ganz liebe Grüße, Vortex


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 17.03.16, 09:01 
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DMF-Moderator

Registriert: 20.05.07, 08:00
Beiträge: 2261
Hallo,

unsere (allerdings wenigen) Patienten, die eine Knochenmarkpunktion bekommen, müssen für max. 4-6 Stunden auf der punktierten Seite auf einem Sandsack liegen (bei Punktion am Beckenkamm) oder haben für diese Zeit einen Sandsack auf dem Oberkörper liegen (wenn die Punktion am Brustbein gemacht wird).
Zumeist geben sie nur leichte bis mäßige Schmerzen an, die sich mit leichten Schmerzmitteln gut in den Griff kriegen lassen.
Eine Mobilisation ist nach den o.g. Kompressionszeiten meistens problemlos möglich, vor allem dann, wenn die Patienten - so wie Sie offenbar - vorher fit waren.
Wenn Sie Angst haben, fragen Sie ruhig nach einem Beruhigungsmittel. Dann muss aber sichergestellt sein, dass Sie nach der Untersuchung abgeholt und beaufsichtigt werden können (das hat rechtliche Gründe, meistens ist man trotzdem wohlauf).

Gruß
Die Anästhesieschwester


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 18.03.16, 21:23 
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DMF-Mitglied

Registriert: 10.11.07, 00:44
Beiträge: 46
Hallo,

heute wurde die Biopsie gemacht, bzw. nicht gemacht, denn es gelang dem Arzt nicht, Knochenmark aus dem Beckenknochen herauszubekommen.

Ich musste mich auf die Seite legen, dann kam eine örtliche Betäubung und dann wurde die Nadel in den Beckenknochen gestoßen. Es war ziemlich schmerzhaft, so auf einer Skala von 1 - 10 waren die Schmerzen etwa bei 7. Dann wurde die Nadel herausgezogen, was noch schmerzhafter war. Dann wurde wieder hineingestochen und wieder herausgezogen, dreimal. Ich habe gewimmert vor Schmerzen. Die Schwester war sehr nett und hat mich beruhigt, aber der Arzt war sehr ruppig, wahrscheinlich weil er genervt war, dass es nicht funktionierte. Schließlich hat er es aufgegeben.
Dann musste ich 3 Stunden auf einem Sandsack liegen und durfte dann mit dem Taxi nach Hause fahren. Man will es nächste Woche nochmal versuchen, aber das will ich nicht!
Jetzt liege ich auf dem Sofa und habe noch immer ziemliche Schmerzen. Jede Bewegung tut weh.

Wie kann es sein, dass eine Biopsie nicht funktioniert??? Wie lange dauern die Schmerzen noch an?

Vielen Dank im Voraus für Antworten.

Katti


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 14.05.16, 00:27 
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Registriert: 07.09.14, 21:15
Beiträge: 304
Hallo,

das ist natürlich immer ärgerlich, wenn die ohnehin nicht gerade angenehme Knochenmarkpunktion dann auch noch erfolglos war. Und bei so einer Untersuchung dann noch auf einen "ruppigen" Arzt zu stoßen, macht es nicht besser.

Die Ursache einer solchen "Punctio sicca" können manchmal anatomische Besonderheiten, manchmal auch handwerkliches Ungeschick des Untersuchers sein. Es ist auch methodenabhängig.

Normalerweise sollte man bei der KM-Punktion nach ausreichender Lokalbetäubung nur wenig Schmerzen spüren. Lediglich das Ansaugen des Knochenmarks spürt man deutlich (da man das Knocheninnere nicht betäuben kann und sich dort Druckrezeptoren befinden). Die Schmerzwahrnehmung schwankt allerdings von Patient zu Patient und ist auch wieder vom Geschick des Untersuchers abhängig. Die Schmerzen nach der Untersuchung sind normal, verschwinden meist nach 1-2 Tagen.

Sollte die Untersuchung erneut anstehen, besteht in vielen Praxen auch die Möglichkeit, sich eine Kurznarkose geben zu lassen. Für die KM-Punktion und nach der durchlittenen Erfahrung sicher nicht die schlechteste Wahl. Alles Gute und geben Sie doch einmal Bescheid, wie der weitere Ablauf war.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 19.05.16, 22:49 
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Registriert: 10.11.07, 00:44
Beiträge: 46
Hallo, Parasympathicus,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich habe nichts weiter machen lassen. Die ergebnislose Knochenmarkspunktion hat mir gereicht.

Die Schmerzen waren nicht nach 1 - 2 Tagen weg, sondern dauerten mehr als 10 Tage. Während dieser Zeit konnte ich mich kaum bewegen, besonders Drehbewegungen wie z. B. das Umdrehen im Bett waren äußerst schmerzhaft. Noch heute verspüre ich gelegentlich ein leichtes Ziehen im Bereich der Punktionsstelle.

Eine Narkose möchte ich nicht machen lassen, nur für eine diagnostische Maßnahme ist mir das zu gefährlich. Außerdem wären die Schmerzen nach der Punktion ja durch die Narkose nicht geringer. Auch möchte ich mich nicht noch einmal so ruppig anfahren lassen müssen von einem genervten Arzt, der, wie alle Ärzte, ständig unter Zeitdruck steht.

Und warum sollte die Biopsie beim zweiten Mal gelingen, wenn beim ersten Mal trotz dreimaligen Versuches kein Erfolg erzielt werden konnte? Es liegen sicher bei mir, wie Sie auch schreiben, anatomische Besonderheiten vor. Mein Hausarzt konnte mir auch keinen anderen Arzt nennen als den hier im Krankenhaus, der eine Biopsie durchführen kann. Ich glaube, der Arzt, der die Biopsie durchgeführt hat, würde auch gar keine zweite Biopsie bei mir machen.

Da ich immer noch nicht weiß, ob ich ein Multiples Myelom habe, habe ich auch keine Maßnahmen wie Chemotherapie oder Ähnliches durchführen lassen. Ich warte einfach ab.

Eins aber ist gewiss, eine zweite Knochenmarkpunktion werde ich nicht durchführen lassen. Sie bringt keine Ergebnisse, sondern nur Schmerzen.

Viele Grüße,
Katti


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 Betreff des Beitrags: Re: Erklärung der Laborwerte
BeitragVerfasst: 25.05.16, 23:17 
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Registriert: 07.09.14, 21:15
Beiträge: 304
Hallo Katti,

kann ich verstehen. Die Frage ist halt, ob hier das Pferd nicht ohnehin von hinten aufgezäumt wurde.
Bislang haben Sie ja lediglich eine geringe Laborwertveränderung und eine vage Vermutung des Hausarztes. Man behandelt ja aber keinen Laborwert, sondern den gesamten Menschen.

Die Diagnostik bzw. der Ausschluss einer hämatologischen Erkrankung und deren prognostische und therapeutische Einordnung ist eine Wissenschaft für sich und ein klarer Fall für einen Hämatologen. Meines Wissens stehen am Anfang eine Reihe sehr spezifischer Labortests und ggf. Bildgebung, und erst, wenn sich der Verdacht damit nicht bereits erledigt hat, am Ende die Diagnosesicherung durch KM-Punktion.

Wenn also der Verdacht noch nicht ausgeräumt werden konnte bzw. Sie Symptome oder abweichende Laborwerte beunruhigen, wäre vielleicht der nächste Schritt, sich einmal einen Termin bei einer hämatologisch/onkologischen Praxis zu holen. Dort wird man Sie entsprechend beraten. Sie erwähnten den permanenten Zeitdruck Ihres Arztes. Das geht für hämatologische/onkologische Erkrankungen gar nicht. Dafür qualifizierte Fachärzte nehmen sich die Zeit, alle Fragen des Patienten zu beantworten.

Sollte später doch irgendwann eine KM-Biopsie unumgänglich werden (die man natürlich nicht ohne Ihr Zustimmung macht), so würde ich nicht ihrer Meinung sein, wenn es einmal misslungen ist, dass es wieder misslingt. Es kommt, wie gesagt, sehr auf die Routine und das Geschick des Untersuchers an. Man könnte ggf. auch auf die andere Seite des Beckenkamms oder notfalls auf das Brustbein ausweichen. Darüber hinaus gibt es seriöse statistische Erhebungen, dass eine empathische Person, die jeden Schritt genau erklärt, die Schmerzwahrnehmung um bis zu 50 Prozent senken kann.

_________________
Viele Grüße,

Parasympathikus


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