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medizin-forum.de • Thema anzeigen - Nüchternerbrechen bei 4 1/2 - Jähriger
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BeitragVerfasst: 01.02.15, 08:11 
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Beiträge: 11
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Liebes DMF-Team,

unsere Tochter erbricht mind. 1 mal im Monat, zur Zeit wöchentlich zwischen 4:00 und 6:00 Uhr morgens meist nur 1 Mal (gestern 3 Mal), ohne dass andere Beschwerden vorliegen.

Sie wird dann weinend wach und dann geht es auch schon los mit dem Erbrechen. Es richt sauer und brotartig. Nach einer Weile schläft sie erwchöpft wieder ein. Am Morgen kann sie meist schon Frühstücken. Manchmal hat sie erst später Appetit. Flüssigkeit behält sie bei sich.

Dies Problem besteht seit ca. 1 1/2 Jahren! Der Kinderarzt meint, dass es sich um azotämisches Erbrechen handelt. Uns erscheint diese Erklärung jedoch nicht ganz zutreffend, da unsere Tochter in der Regel nur 1 Mal erbricht und dies zu einer ganz bestimmten Uhrzeit. Sie behält im Anschluss auch alles bei sich.

Unsere Tochter war ein Schrei- und Speikind, hatte zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr jede Nacht starken Durst und ist mehrmals aufgewacht. Tagsüber hatte sie ein schlechtes Durstgefühl. Zu dieser Zeit in sie auch häufiger von leichtem Nasenbluten geweckt worden. Dies trat jedoch auch tageüber manchmal auf.

Ansonsten ist sie ein eher reizoffenes Kind. Die Eingewöhnung in den Kindergarten verlief ungewöhnlich schwer, sodass sie zunächst mit Trennungsängsten reagierte. Der Kinderarzt und Kindergarten vermuten deshalb eine Verstärkung der Beschwerden durch Stress. Dies erschien uns zunächst auch plausibel. Mittlerweile erscheinen uns diese Erklärungen jedoch als unzureichend. Das Erbrechen tritt auch am Wochenende auf und auch an Tagen, wo sie eigentlich psychisch entspannt sein sollte und nichts Besonderes anlag.

Wir haben Sorge, aufgrund der Begleitumstände andere mögliche Ursachen zu übersehen.

Wie ist Ihre Einschätzung?

Vielen Dank im Voraus!


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BeitragVerfasst: 01.02.15, 08:39 
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Beiträge: 4216
Hallo,
erbricht sie nur im Liegen/Schlaf?

Wie stark waren die Nasenblutungen? Für Nasenblutungen gibt es auch einige harmlose Erklärungen - mein Sohn kriegt sie immer wenn er gewachsen ist oder erkältet war. Kann auch durch Reizung der Schleimhäute geben. Allerdings sind die Ursachen nicht immer ganz harmlos. Es hängt auch von stärker der Blutung und wie/wann es auftritt ab.

Ihr könntet ihr vorsichtshalber beim Internist und Neurologe vorstellen, besonders wenn ihrer Verhalten sich ändern sollte oder sie sich über Bauchweh/Kopfweh beklagt. Oder schläfrig/lethargisch wirkt.

Beide Symptomen an sich sind recht unspezifisch - treten sowohl bei organische wie psychische Probleme auftreten.

Erbrechen im Tiefschlaf kann gefährlich werden, im halbwachen Zustand nicht (bzgl. die Lungen).

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 01.02.15, 17:27 
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Hallo Muppet,

ja, sie erbricht nur aus dem Schlaf heraus. Sie wird wach, setzt sich auf und weint. Dann erbricht sie. Es ist immer ab ca. 4:00 Uhr morgens. Ansonsten klagt sie nicht über Kopf- oder Bauchweh. Sie ist allerdings recht müde im Anschluss und schläft wenn man sie lässt recht lang danach. Dann stellt sich immer die Frage ob sie in den Kindergarten geht oder nicht. Zur Zeit lassen wir sie dann meist zu Hause. Noch können wir dies so machen und hoffen, dass sich das Problem bis zur Schule gelegt hat.

Bisher hat sie nachts immer in unserer Reichweite geschlafen. Nun wollen wir eigentlich, dass sie in ihrem Zimmer im Untergeschoss schläft und wir im Obergeschoss. Wir haben so unsere Bedenken, ob dies wegen des Erbrechens so gut ist. Bisher ist sie allerdings immer wach geworden. Man kann sich jedoch vorstellen, mit welcher nächtlichen Unruhe das Ganze verbunden ist, wenn alles gewechselt werden muss und mein Mann schon um 4:30 aufstehen muss.... Aber das nur am Rande...

Das Nasenbluten macht zur Zeit kaum Probleme und war seinerzeit schwach ausgeprägt. Ihr Vater neigt auch zum Nasenbluten. Wir fanden es nur seltsam, dass dies so oft nachts auftrat. Der Hinweis mit dem
Wachsen ist interessant.

Bisher ist von Seiten des Kinderarztes nichts weiter abgeklärt worden. Zu erwähnen sei vielleicht noch, dass sie nach wie vor ein schlechtes Trinkverhalten hat und sie entsprechend selten zur Toilette geht. Wir hatten Tage, da ist sie erstmalig am späten Nachmittag zur Toilette gegangenen. Zur Zeit bekommen wir wenigstens 3 mal am Tag hin, wenn wir sie schicken. Ein einmaliges Tagesprotokoll hat ergeben, dass sie gerade so an der untersten Grenze liegt.

Insgesamt ist das Ganze nicht so recht befriedigend und man macht sich so seine Gedanken.

Ist eher eine neurologische oder mehr eine internistische Ursache denkbar? Wir wollen unseren Kinderarzt nicht verärgern.

Vielen Dank fürs Antworten!


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BeitragVerfasst: 01.02.15, 23:21 
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Beiträge: 4216
Hallo,
tippe auf neurologisch. Man sollte ein EEG machen, ggf. Schlaflabor wenn EEG unauffällig. Gucken ob das Schlafrhythmus normal ist und ob nicht ggf. ein Kinderepilepsie besteht. Ist gar nicht so unhäufig bei jüngere Kinder - ergibt sich oft nach 1-2 Jahren.
Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 02.02.15, 10:43 
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Hallo Muppet,

vielen Dank für den Tipp. Unsere Tochter hatte mit 2 Jahren einen Krampfanfall im Rahmen einer Gastritis mit Dehydrierung. Wir waren damals 4 Tage stationär. Sie wollte einfach nichts trinken. Aufgrund des Krampfanfalles musste sie nachts die Klinik wechseln und dort wurde sie überwacht. Abschließend hieß es im Bericht: metabolische Azidose, unklarer Ausnahmezustand, vermutlich Status febrilis. Keine weitere Empfehlung.

Im Übrigen hat sie bis zum 4. Geburtstag beim Einschlafen am Kopf sehr stark geschwitzt und sich fast jede Nacht überstreckt. Dies macht sie nicht mehr so. Allerdings schläft sie auch noch mit ihrem Schnuller.

Also irgendwie war bei ihr nachts immer etwas los. Das sie am Tag oft müde ist, mittags oft noch schläft, sich schlecht konzentrieren kann, ablenkbar ist und kaum Ausdauer hat könnte doch gut im Zusammenhang stehen, oder? Bisher wurde jedoch nur ihr Vehalten beobachtet.

Was trifft aus Ihrer Sicht am wenigstens auf eine mögliche psychische Ursache zu? Ich weiß noch nicht wie wir das Thema am besten angehen können.

Bitte entschuldigen Sie die nochmalige Rückfrage und vielen Dank!


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BeitragVerfasst: 02.02.15, 12:28 
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Beiträge: 4
Hallo, ich halte einen Termin beim Neurologen, der ggf. ein MRT des Kopfes veranlassen sollte für dringend erforderlich.

Alles Gute!


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BeitragVerfasst: 02.02.15, 12:53 
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Hallo,
Überwachung bei Fieber ist nicht das gleiche, da eben ein Krankheit bestand.

Daher ist eigtl. das erste Schritt ihr möglichst Nachts zu filmen und schauen was da abläuft oder Schlaflabor/7-Tage Video EEG. Kann man so die Schlafphasen sehen und ob da nachts entweder seltsames Verhalten (Schlafstörung) oder eben kleine kaum bemerkbaren Anfälle auftreten. Video EEG hat den Vorteil, das man tagsüber sehen kann, ob da Auffälligkeiten geben. Z.B. Verlangsamungen. Und die Untersuchungen drumherum sind umfassender.


Kontakt: spezialisierte Epilepsiezentrum da sie auf oft mit Schlafstörungen als Ausschlussdiagnosen zu tun haben. Normale Neurologie ist nicht ganz so ideal.

Kinderpsychologische und neuropsychologische Beurteilung gehört ebenfalls zur Untersuchung in Epilepsiezentren, z.B. Aufmerksamkeits- und Konzentrationstests.
MRT gehört ebenfalls automatisch dazu. Kann man sehen, ob das Fieber Auswirkungen hatte oder ob andere Entwicklungsauffälligkeiten bestehen. Manchmal wandern ein paar Hirnzellen in den falschen Ort und machen Probleme.

Das Ganze nennt sich "Komplexbehandlung" bzw. "Komplexdiagnostik" mit 7-Tag vEEG sollte auf der Überweisung stehen und nicht nur "Ausschlussepilepsie" da das wenig umfassend ist.

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 02.02.15, 14:17 
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Hallo Muppet,

herzlichen Dank für die ausführliche Antwort.

Nun bleibt zu hoffen, dass wir einen niedergelassenen Arzt finden, der das Ganze ebenfalls für abklärungsbedürftig hält und Entsprechendes in die Wege leitet. Vermutlich werden wir uns erst nach einem anderen Arzt umsehen müssen. Dies wird sicherlich eine Weile dauern. Ich halte Sie auf dem Laufenden!

Beste Grüße!


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BeitragVerfasst: 02.02.15, 15:07 
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Hallo,
kontaktiere ein Epilepsieambulanz. Bei unsere braucht man keine Überweisung. Sie erledigen dann alles weiteren.

Da ein Fieberkrampf in die Vergangenheit aufgetreten ist und die Müdigkeit tagsüber, reicht das eigentlich schon aus, um eine weiteren Abklärung sinnvoll zu machen.

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 02.02.15, 21:46 
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Hallo Muppet,

werden wir tun. Meine ersten Recherchen haben ergeben dass es bei uns vor Ort wohl doch etwas komplizierter wird. Wir sind dran und geben nach dem Ergebnis eine entsprechene Rückmeldung.

Vielen Dank und beste Grüße!


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BeitragVerfasst: 05.02.15, 21:29 
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Hallo Muppet,

kurzer Zwischenstand:

Ich habe mit einer Epilepsieambulanz eines Kinderkrankenhauses Kontakt aufgenommen. Die Stationsschwester hat meine Fragen an den dortigen Arzt weitergegeben. Dieser hält eine recht baldige Abklärung ebenfalls für sinnvoll. Zunächst sollen wir in die Tagesklinik kommen. Dann wird alles weitere besprochen. Wir haben jedoch erst am 27.3. (mein Geburtstag...) einen Termin bekommen. Ansonsten sollen wir direkt in die Klinik kommen. Ich glaube ich rufe dort nochmal an und frage, wann denn ein solcher Fall ist.

Eine Rückmeldung zum Ergebnis werde ich dann posten.

Beste Grüße!


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BeitragVerfasst: 05.02.15, 22:52 
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Hallo,
klingt erstmal sehr positiv. Hoffentlich kommt ihr jetzt dahinter.
Bitte berichten was dabei rauskommt!

Alles Gute
Muppet


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BeitragVerfasst: 03.03.15, 12:29 
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Hallo Muppet,

unser Termin in der Ambulanz steht noch aus. Ich habe morgen einen Termin bei unserem Kinderarzt, um eine Einweisung für dorthin zu bekommen. Nun versuche ich noch einmal die Argumente für eine
Abklärung zu sammeln, zumal der Kinderarzt bisher von einer eher psychischen Komponente ausgegangen ist.

Meine Tochter hatte inzwischen wieder erbrochen, diesmal jedoch im Rahmen eines Infektes. Allerdings zur gewohnten Zeit. Vor dem Infekt und währenddessen ist ihr im Übrigen wieder mehrfach ein Fuß eingeschlafen.

Was spricht gegen die bisherige Annahme des Kinderarztes?

Vielen Dank und beste Grüße


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BeitragVerfasst: 03.03.15, 15:12 
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Hallo,
was spricht dagegen?
Psychische Ursachen sind IMMER eine Ausschlussdiagnose, außer der Fall von vornherein 100% klar ist.

Argument für den Kinderarzt: ihr wurdet von ein Epilepsiezentrum beraten und eine Abklärung ist erforderlich. Ggf. sollte er dort anrufen.

Bleibt er stur: Hausarzt kann auch die Einweisung ausstellen. Muss nicht ein Kinderarzt sein. Kann jede Arzt machen.

Fall schnell in der Epileptologie zu gehen:
Neue neurologische Auffälligkeiten
Starke Schläfrigkeit
Anfälle.
Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 03.03.15, 15:43 
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Interessierter

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Beiträge: 11
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Hallo Muppet,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Das mit dem Anruf in der Ambulanz ist sicherlich noch eine gute Option.

Wollen wir dann doch letzlich hoffen, dass sich alles klärt. Ich nehme nichts Dramatisches an kann mir aber eine psychische Ursache auch nicht vorstellen, dann würde sie auch mal zu einer anderen Urzeit erbrechen.

Ich halte Sie auf dem Laufenden!

Vielen Dank nochmal!


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