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medizin-forum.de • Thema anzeigen - 10jähriges Mädchen, plötzliche Ohnmachtsanfälle + st. KopfS
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BeitragVerfasst: 03.01.12, 21:42 
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Unsere Tochter ist 10 Jahre alt und hat folgende Symptome die uns mittlerweile etwas Angst machen.

Allgemein:
Sie ist relativ groß für ihr Alter, schlank, normales Gewicht, trinkt nur Wasser, isst gerne und vielleicht etwas zu viel Süßes, ansonsten alles relativ normal. Ist sehr fröhlich und freundlich, findet überall und zu jeder Zeit neue Freundinnen.
Ist auf dem Gymnasium wo sie sich bemühen muss, aber mittlerweile Noten zwischen 2-3 schafft, das Umfeld mit den Mitschülern ist gut. Familienverhältnisse sind solide und normal.

Die Symptome sind:
1. plötzliche Ohnmachtsanfälle
Fällt einfach in sich zusammen und ist ca. 30sek bis ca. 60sek ohnmächtig.
Der erste Anfall war im September diesen Jahres, der zweite Anfall im November und der dritte heute. Steht in der Küche und fällt um wie ein Stamm, wir saßen nur ein paar Schritte entfernt. Es sind uns keinerlei Gemeinsamkeiten aufgefallen, einmal in der Dusche, zweimal in der Küche. Danach benommen und Schwindel, aber nach 2-3 Stunden alles wie vorher.

nicht im zeitlichen Zusammenhang ist das zweite Symptom

2. plötzlicher schlagartiger sehr starker, Kopfschmerz, stechend, nur wenige Sekunden, rechtsseitiger Hinterkopf
Dieses Symptom war erstmalig im Oktober diesen Jahres und nochmal im November.

Es wurde bereits beim Neurologen ein EEG gemacht, die Schlagadern überprüft, ein (Kopf-) MRT gemacht, ein zweites für Blutgefäße ( im Oktober ), alles unauffällig.

Aktuell liegt sie im Krankenhaus (Dritter Orden München) um ein Schlafentzugs EEG/EKG(?) zu machen.

Blutwerte waren und sind unauffällig. Keine Stressauslöser ersichtlich. Keine Unfälle oder besonderen Ereignisse. Keine erblichen Vorbelastungen. Sämtliche neurologischen Tests unauffällig. Pupillenreaktion normal. Blutdruck normal vielleicht etwas niedrig

Wir wissen das es bei Mädchen in diesem Alter durchaus wachstumsbedingt sein kann das sie ohnmächtig werden, vielleicht etwas zu früh. Die Kombination mit den Kopfschmerzen ist aber sehr merkwürdig. Klar es könnte sein das nichts ist und es vergeht wenn sie älter ist, das Risiko ist aber trotzdem groß das ihr etwas passiert wenn Sie umfällt und natürlich ob nicht doch irgendwas gefährlicheres im Anmarsch ist was weder wir noch die Ärzte sehen.

Irgendjemand eine Idee?

Viele Grüße und Danke schonmal für Eure Hilfe
Peter


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BeitragVerfasst: 04.01.12, 14:05 
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Beiträge: 1114
Hallo Peter,

die moeglichen Ursachen sind sehr vielfaeltig und lassen sich unmoeglich ueber das Internet erfassen und ueberpruefen. Ihrer Schilderung entnehme ich, dass bereits eine umfangreiche neurologische und radiologische Abklaerung erfolgt ist.

Macht sie Ausdauer- / Belastungssport? Wurde schon mal eine kardiologische Abklaerung gemacht, um eine Beteiligung des Herzens auszuschließen? Wurde bereits ein orthopaedisches Konsil eingeholt (Ohnmacht / Kopfschmerz = immer auch an die Halswirbelsaule denken)?

Bei Heranwachsenden, die aus heiterem Himmel umfallen steckt in vielen Faellen eine orthostatische Dysregulation dahinter, d.h. der Blutdruck sackt ploetzlich ab, es dauert dann etwas, bis er sich normalisiert hat. Manchmal schiesst er direkt danach auch wieder in die Hoehe, weil der Koerper versucht gegenzusteuern, das alles kann sehr unangenehm und auch mit Kopfschmerzen verbunden sein. Oft passiert das, wenn man steht, aber auch unter der Dusche waere soetwas durchaus erklaerbar, z.B. Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser. Wenn man in Richtung Kreislauf denkt, gibt es dafür spezielle Untersuchungsverfahren (Kipptisch, Schellong, Langzeit-Blutdruckmessung etc.), man muss aber eben auch andere (neurologische und internistische) Erkrankungen ausschliessen und bedenken, genau dafuer ist sie jetzt in der Klinik.
Wir haben in unklaren Faellen auf der Station auch oft ein psychologisches Konsil eingeholt, nicht, weil man den Kindern nicht glaubt, oder denkt, sie simulieren, sondern weil sich dann nicht selten doch noch andere moegliche Ursachen (nicht bemerkter Stress, emotionale Belastung usw.) aufgetan haben. Man wird immer schief angeguckt, wenn man das Wort Psychosomatik in den Mund nimmt, aber wenn man selbst nach Maximaldiagnostik nicht weiterkommt, finde ich es angebracht, zumindest auch mal einen Versuch zu starten, ob man auf diesem Wege etwas finden kann. Natuerlich setzt das voraus, dass organische Ursachen zuvor definitiv ausgeschlossen werden konnten!

Sie sehen, dass es viele Richtungen gibt, in die man denken muss, all das kann ein Forum nicht bieten, einfach auch, weil die Moeglichkeit fehlt, sich selbst ein Bild vom Patienten und seiner Situation zu machen (Untersuchung etc.). Ich druecke Ihnen und Ihrer Tochter aber die Daumen, dass die Ursache bald gefunden wird und beseitigt werden kann.

Viele Gruesse
Barca

_________________
Once in a lifetime means there's no second chance ...

Informationen aus dem Internet dienen generell nur der ersten Orientierung, sind persönliche Meinungsäußerungen und können einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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BeitragVerfasst: 06.01.12, 12:29 
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Beiträge: 2
Hallo Barca,

vielen Dank für Ihre Antwort und die Anregungen.

Die klinischen Tests waren wie erwartet alle unauffällig. (Schellong, Schlafentzugs EKG, Blutdruck, Blutspiegel)Der Arzt geht von einer, wie Sie sagen, orthostatischen Dysfunktion aus, welche wohl bei Mädchen in diesem Alter durchaus vorkommen kann aber grundsätzlich nicht gefährlich sei. Mit Ausnahme vielleicht dem Umstand das sie sich beim fallen ganz einfach verletzten kann. Wir versuchen sie darauf vorzubereiten das sie es kurz vorher erkennt und sich festhält bzw. hinsetzt. Nur ein festhalten und vorbeugen führt schon zu weniger Risiko beim fallen.

Die "Eispickel" Kopfschmerzen sollen nicht im Zusammenhang stehen mit den Synkopen. So lange diese so selten auftreten sollen wir hier auch nichts unternehmen. Ohnehin kann man offenbar nur wenig machen.

Besondere Ausdauer/Belastungssportarten macht sie nicht.

Orthopädisch werde ich mich nochmal erkundigen, im Freundeskreis haben wir einen Orthopäden. Auch die psychosomatische Seite sollten wir nochmal überdenken, nur weil wir denken da alles in Ordnung ist, muss das ja nicht so sein. Das werden wir abklären.

Sonst können wir wohl weiter nichts machen und müssen erstmal abwarten.

Vielen Dank nochmal und viele Grüße
Peter


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BeitragVerfasst: 05.07.15, 18:02 
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Beiträge: 3
Hallo Peter,

wie geht es deiner Tochter heute? Was ist als Diagnose gestellt worden?
Ich habe das gleiche Problem mit meiner heute 15 jährigen Tochter seit 9 Monaten und keiner kann helfen, deshalb bin ich dran interessiert, ob und wie Sie das Problem gelöst haben.

Liebe Grüsse

gpr


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BeitragVerfasst: 05.07.15, 22:23 
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Hallo,
was heißt keine Arzt kann helfen?
Was würde bis jetzt untersucht?

Migräne kann auch mit Synokopen einhergehen und ich erinnere auch aus meinem Schulzeit, dass einige (heute gesunde Frauen) einfach umgekippt sind.
Manche haben es jedoch selber provoziert, bei die anderen war es einfach der Kreislauf/Unterzuckerung oder Stress. Ein paar weiteren waren wegen Magersucht. In nur 1 Fall war der Grund eine ernste Erkrankung aber es gab auch viele andere Anzeichen/Symptomen.

In dem Alter ist einiges durcheinander.

Versuche zu merken wann und unter welche Umstände es passiert (Tagebuch).


Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 06.07.15, 07:54 
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Hallo Muppet,

danke für die Info.
Leider hilft mir das nicht weiter.
Körperlich wurde alles untersucht, MRT, Langzeit EEG, Langzeit Cortisol, Epilepsie, Zucker.
Angeblich könne man bei Migräne nicht umfallen, deshalb wurde das gleich ausgeschlossen. Nach Ausschlussverfahren hiess es dann Dissoziative Störung. Danach 3 Monate Psyhiatrie, ohne irgendwelche Veränderung. Es wurden keine Hinweise auf den Grund des Umfallens gefunden und das Kind mit den gleichen Symptomen entlassen.
Seit 8 Wochen zu Hause: Kopfweh, Schwindel, Übelkeit, Schmerzen im Arm oder auch Schienbein, dann umfallen und erwachen mit Riesenkopfweh. Schulbesuch unmöglich.
Vielleicht fällt hier ja noch jemandem etwas dazu ein und schreibt. Wir sind ganz verzweifelt, weil weder ein normales Familienleben, noch ein normales Leben für das Kinds möglich ist und jeder meint es sei psychisch.

Liebe Grüsse

gpr


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BeitragVerfasst: 06.07.15, 08:00 
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Beiträge: 4216
Hallo,
wie sieht es mit einen Aufenthalt in eine Klinik für Psychosomatik aus? Ist ein anderen Ansatz als der Psychiatrie.

Würde der psychische Diagnose von der Familie akzeptiert? Wenn nicht, stellt das ein Problem dar, da es wichtig ist, dass alle diese Diagnose akzeptieren, ein Psychotherapie unterstützen und auch das grundlegendes Problem sucht.

Gruß
Muppet


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BeitragVerfasst: 06.07.15, 08:26 
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Beiträge: 3
Hallo Muppet,

obwohl wir als Familie keinen Anhaltspunkt sehen, würden alle hinter dem Kind stehen und mitarbeiten, damit es ihr wieder gut geht.
Ich werde nochmal in dieser Richtung einen Versuch starten. Danke


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