Navigationspfad: Home
medizin-forum.de • Thema anzeigen - Gibt es was ähnliches wie Legasthenie für Sport?
Aktuelle Zeit: 15.12.17, 17:10

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: 03.04.11, 14:50 
Hallo,

ich bin 15Jahre alt und bin sehr unsportlich, ich wiege 55Kg bei einer Größe von 1.83m(!). Ich habe es mit verschieden Sportarten versucht aber immer dasselbe und das wirklich in JEDER Sportart, seit der ersten Klasse schon. Ich würde gerne wissen ob man es nicht sowas ähnliches wie Legasthenie in Sport gibt und/oder ob man sich untersuchen lassen kann ob es Körperprobleme gibt oder sonstige Schwächen. Als ich drei Jahre alt war hatte ich eine selktene Kinderkrankheit die Kawasaki hieß, daran ist John Travoltas Sohn gestorben, jedenfalls greift die Krankheit so ziemlich alles im Körper an (http://de.wikipedia.org/wiki/Kawasaki-Syndrom), aber ich weiß nicht ob ich vorher sportlich war, ist ja auch etwas länger her. Ansonsten würde ich noch gerne wissen ob es überhaupt noch möglich ist in der 10.Klasse Gymnasium und in all den anderen Fächern bin ich eigentlich ganz gut, nur in Sport habe und hatte ich immer Probleme und ob es dafür einen Attest gibt. Ich habe mir gedacht, dass es bestimmt auch sowas wie Legasthenie für Sport geben muss.

Grüße


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 03.04.11, 16:34 
Offline
DMF-Moderator

Registriert: 26.08.06, 20:00
Beiträge: 3246
Wohnort: Friesland
Hallo McCarnley,

es gibt in der Tat sowas "wie Legasthenie fuer Sport", naemlich Dyspraxie. Ob du das hast oder ob du einfach nur etwas unsportlich bist, koennen wir natuerlich nicht ueber das Internet klaeren, aber vielleicht kann dir dein Hausarzt weiterhelfen.

Viele Gruesse
B. Goretzky

_________________
And God promised men that good and obedient wives would be found in all corners of the earth.


Then she made the world round and laughed and laughed and laughed...


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 04.04.11, 06:46 
Offline
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied

Registriert: 28.04.08, 13:13
Beiträge: 1472
Ich habe mir mit meinen Sportnoten auch immer meinen Zeugnisdurchschnitt versaut, hätte mich bis vor ein paar Jahren auch als "Bewegungslegastheniker" bezeichnet. Aber wenn ich Frau Goretzkis Link folge und den Artikel über Dyspraxie auch nur überfliege, bin ich absolut beruhigt: So schlimm ist es bei mir - Gott sei Dank!!!!!! - doch nicht.

Allerdings bleiben die peinlichen Schulsportnoten.
Was ich herausgefunden habe, ist, dass es sehr viele Sportarten gibt, die an den Schulen nicht unterrichtet werden. Und heute weiß ich, dass ich mir vor allem mit den Sportarten schwer tue, die Kraft, Schnellkraft oder Geschwindigkeit voraussetzen. Alles, was in erster Linie mit Konzentration und Disziplin eingeübt werden kann, ist ok. Diese Sportarten kann ich lernen (für das Geräteturnen war ich zu "feige", ich hatte Angst, mich an den Geräten zu verletzen und keine Lehrerin, die in der Lage gewesen wäre, diese Angst auch nur zu erkennen, geschweige denn, sie mir zu nehmen). Meine beste Schulsportnote hatte ich auf den Schwebebalken: Ich entschied mich für lauter langsame, statische Elemente. Sowas liegt mir. Heute übe ich eine Kampfkunst aus.

Mein Tipp deshalb (wenn Du oder Dein Arzt die Dyspraxie ausschließen kann(st)) : Vergiß den Schulsport! Solange kein Weg daran vorbei führt, streng Dich an, gib Dein Bestes und ignorier die Noten. Wenn es das beste ist, was Du persönlich hinbekommst, dann ist es gut, egal, welche Leistungen Deine Klassenkameraden erbringen oder welche Leistungen Du irgendwelchen Normen zufolge erbringen "müsstest". Sitzengeblieben bist Du deswegen ja offensichtlich noch nicht? Musst Du beim G8 bis zum Schluß beim Schulsport dabei bleiben? Wenn Du Dir zumindest in der Abschlußklasse den Schulsport sparen kannst, dann tu das. Wenn nicht, dann achte darauf, dass Du wenigstens eine vier bekommst (falls Du in den anderen Fächern gute Noten hast, kannst Du Dir theoretisch auch eine fünf erlauben, aber die wirst Du selbst nicht wollen). Aus dem NC wird dann zwar nichts, aber wenn Du Dir redlich Mühe gegeben hast, hast Du Dir auch nichts vorzuwerfen. Und die Lehrer können und dürfen auch die Mitarbeit benoten. Auch im Sport.

Für Dich selbst und Deine Gesundheit, teste einfach mal ein paar Sportarten, die an der Schule nicht unterrichtet werden:
Für Ausdauersportarten (Joggen, Radfahren, Langstreckenschwimmen) fehlt oft die Zeit (und der Platz).
Kampfkünste stehen nicht auf dem Lehrplan (viele haben Angst, dass man dabei zum "blindwütigen Schläger" herangezogen wird: Das Gegenteil ist bei seriösen Kampfkunstschulen der Fall. Man braucht Disziplin, Durchhaltevermögen, Respekt und Verantwortungsbewusstsein - oder man hört sehr schnell wieder auf; aber es dauert eine Weile, bis man die Kampfkunst auch nur einigermaßen kann - zu lange für den Schulsport)
Manche Ballsportarten kommen in der Schule zu kurz (während andere bis zum Erbr... ständig wiederholt werden, jedenfalls war's bei uns so)
Reiten gibt es an den Schulen aus nachvollziehbaren Gründen nicht
Und, auch wenn es bei Jungs in Deinem Alter meist als "uncool" (oder als "schwul") verrufen ist: Tanzen in allen Variationen (Jazz-Tanz, Step-Tanz, Paartanz; Bei männlichen Jugendlichen noch akzeptabel sind wohl Hip-Hop und Breakdance) gibt es auch noch - nur nicht an den Schulen. Die Abschlußklassen bekommen oft noch einen Tanzkurs - Paartanz - (für den Abschlußball), aber das war's dann schon.
Wenn Du Dich an Deinem Wohnort umhörst, findest Du sicher noch einiges. Teste Dich durch (ein Probetraining ist meist kostenlos), schau, ob Du etwas findest, das Dir mehr liegt als der Schulsport.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
BeitragVerfasst: 30.12.15, 15:19 
Offline
noch neu hier

Registriert: 30.12.15, 14:40
Beiträge: 2
Wohnort: Berlin
Ich hoffe, es ist okay, wenn ich diesen Thread wieder hochhole. Ich weiß nicht, in welches Thema das gehört und dies ist hier der einzige bereits vorhandene Thread, der sich mit dem Thema annäherungsweise beschäftigt.

Ich bin 30 Jahre alt und habe vor ein paar Wochen durch Zufall erstmals von der Existenz von Dyspraxie erfahren. Habe daraufhin einige Erfahrungsberichte von Betroffenen studiert und das hat meinen Verdacht erhärtet, dass ich das evtl. auch haben könnte.
Wobei es allerdings auch sein kann, dass einige "Symptome" dadurch zustande kommen, dass ich einfach viel später als andere Altersgenossen mit bestimmten Dingen konfrontiert wurde und entsprechend weniger Zeit zum Erlernen hatte.

  • Ich kann nicht Rad fahren. Wobei hier aber gesagt werden sollte, dass meine Eltern dies selbst nicht können/wollen, ich nie jemanden hatte, der mir das beibringt und ich mein erstes eigenes Fahrrad auch erst mit 7 hatte. In dem Alter war es mir auch schon zu peinlich, vor Gleichaltrigen mit Stützrädern rumzufahren und es war schon zu viel Angst davor da, zu stürzen und mich zu verletzen. Jeglicher Versuch, das zu erlernen, war jedoch erfolglos.
  • Ich hab nie wirklich werfen können. Wenn ich im Schulsport mal einen Ball weiter als 10 Meter bekommen hab, hab ich das schon gefeiert.
  • Sämtliche Bewegungsabläufe, bei denen man irgendwas Timen oder auf Links-Rechts achten muss, waren eine Katastrophe, z.B. Tanzen, Übungen in der Gruppe machen, Weit- oder Hochsprung. Ich kann tatsächlich aus dem Stand weiter springen als wenn ich vorher Anlauf nehme, weil ich bei der zweiten Variante mehr damit beschäftigt bin, den richtigen Fuß in den erlaubten Absprungbereich zu bekommen, als mit dem eigentlichen Absprung.
  • An meinem ersten Tag in der Vorschule hat die Lehrerin mit uns Schleife Binden geübt, wohl mit dem Ziel uns ein Erfolgserlebnis zu bescheren. Ich hab's ums Verrecken nicht hinbekommen und meine Lehrerin hat's dann bei mir aufgegeben. Erst mit 10 Jahren war ich in der Lage meine Schnürsenkel zu binden.
  • Wohnungstür aufschließen konnte ich erst mit 15.
  • Ich glaube ich hatte als Kind Probleme Messer und Gabel zu benutzen.
  • Mir wurde oft gesagt, ich würde komisch gehen und reden, wobei ich keine Ahnung hab, was genau daran komisch sein soll. So wie ich mich selbst reden höre, finde ich eigentlich, dass ich völlig normal klinge. Allerdings neige ich dazu, zu schnell zu sprechen.
  • Ich bin zwar in der Lage, sauber zu schreiben, aber dabei brauche ich so lange, dass ich z.B. im Schulunterricht nicht in der Lage gewesen wäre, mitzuhalten. Ich hab dann während des Unterrichts alles hingeschmiert (unglaubliche Sauklaue, bei der ich im Nachhinein selbst Probleme hatte, alles zu entziffern) und zu Hause alles "in schön" abgeschrieben.
  • In Kunst und Werken war ich auch langsamer und hab mir teilweise die Sachen mit nach Hause genommen um sie da fertig zu machen.
  • Ich hab keinen Sinn für Himmelsrichtungen und verwechsel ständig Links und Rechts.
  • Ich hab zwar gelernt, mit 10 Fingern zu tippen, jedoch fällt es mir wesentlich leichter und ich bin auch schneller darin, mit 2 Fingern zu tippen.
  • Ich habe Treppenangst, insbesondere dann, wenn ich breitere Treppen, bei denen nicht von überall aus das Geländer erreichbar ist, hinuntersteige.
  • Ich habe Probleme damit, mir gesprochene Anweisungen bzw. generell Informationen zu merken, wenn keine visuelle Komponente vorhanden ist.
  • Es fällt mir schwer, einem bestimmten Gespräch zu folgen, wenn mehrere Gespräche im Gange sind oder ein gewisser Spiegel an Hintergrundgeräuschen vorliegt. Ich kann dann die Hintergrundgeräusche nicht ausreichend von dem Gespräch trennen und bekomme nur Gesprächsfetzen mit, selbst dann, wenn mein Gesprächspartner z.B. direkt gegenüber von mir am Tisch sitzt.
  • In der Schule und der FH war das nicht so ein Problem, vielleicht, weil alles noch gut durchstrukturiert war und die Erwartungen klarer formuliert waren, aber auf der Arbeit merke ich, dass es mir schwer fällt, meine Aufgaben zu organisieren. Auch habe ich ein Problem mit Prokrastinieren und wenn ich kurzfristig die Anweisung erhalte, mich auf eine andere Aufgabe zu konzentrieren, fällt es mir schwer, dafür von der Aufgabe, mit der ich bis dahin beschäftigt war, abzulassen.
  • Ich hab irgendwie ständig das Gefühl, dass ich "fahrig im Kopf" bin, als hätte ich gesoffen. Das ließe sich zwar vielleicht durch chronischen Schlafmangel erklären, würde das nicht auch dann auftreten, wenn ich wach bin.

Könnte das Dyspraxie sein?
Wo könnte ich mich ggf. darauf testen lassen?
Würde mir die Diagnose aufgrund meines Alters in Hinblick auf Therapie überhaupt noch nennenswert was bringen?

Danke schon mal!


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 4 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de
Karma functions powered by Karma MOD © 2007, 2009 m157y
© Deutsches Medizin Forum 1995-2017. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de. Plazieren Sie Ihre Werbung wirkungsvoll! Hier finden Sie unsere Mediadaten!