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medizin-forum.de • Thema anzeigen - ST-Hebung im Belastungs.EKG
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 Betreff des Beitrags: ST-Hebung im Belastungs.EKG
BeitragVerfasst: 10.01.09, 14:16 
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Registriert: 10.01.09, 13:44
Beiträge: 3
Hallo,

ich war beim Hausarzt zum check up. Es wurde auch ein EKG gemacht mit folgendem Befund:

Ruhe-EKG: SR, HF 65, überdrehter Linkstyp, LAH.

Belastungs-EKG: manueller Abbruch bei 175 W, ausgelastet 175 W, max HF 160 in Laststufe 6 bei 12.00, 111% von Soll max ST-Hebung in Kanal V4: 0,21 mV in Laststufe 7
max ST-Senkung in Kanal aVR: -0,06 mV in Laststufe 5

Blutdruck Ruhe 140/80
Blutdruck max 200/100

Zu meiner Person: männlich, 56 Jahre alt, Länge 163 cm, Gewicht seit 1 J 70 Kg, davor 63 Kg
Seit ca 2 Jahren Nichtraucher, davor 5-7 Zig/Tag

Dauermedi: Simvastatin seit 8 Jahren, seitdem Blutfette im Referenzbereich.

Ich treibe regelmäßig Sport, 2-3 X/Woche 6-8 Km Jocken.

Meine Frage an die Experte: ist die ST-Hebung Zeichen einer Mangelversorgung?

Danke im Voraus.
Claus


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.01.09, 21:28 
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DMF-Moderator

Registriert: 05.06.05, 13:27
Beiträge: 1031
Wohnort: bei Hannover
Guten Tag.

Das ist rein aus dem Text schwierig zu beantworten. Handelt es sich um eine automatische Auswertung?

Zum Befund selbst. Hierbei wird von der max. ST-Hebung in Kanal V4 gesprochen. Grundsätzlich ist eine ST-Hebung ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung, ebenso wie eine ST-Senkung.
Hierbei steckt der Teufel allerdings im Detail. Im Befund wird nur von einer Hebung bzw. Senkung gesprochen. Üblicherweise wird eine isolierte jeweilige Veränderung nicht gewertet, sondern mehrere, benachbarte Abschnitte müssen betroffen sein. Zudem kann auch die Form der Hebung (nach aussen oder innen gebogen, ansteigend oder abfallend) ein Rolle spielen und dazu führen, dass man die Veränderung als harmlos einstuft.
Vielleicht ist in der Auswertung auch nur die höchste von insgesamt mehreren Hebungen angegeben worden.

Auch der Linksateriore Hemiblock (LAH), typischerweise mit einer tiefen S-Zacke (http://de.wikipedia.org/wiki/S-Zacke) in V5-V6, kann eine Rolle spielen.

Auch Vorbefunde können eine Rolle spielen, wenn es nicht das erste Belastungs-EKG überhaupt war.

Wenn der Hausarzt bei Betrachten des EKG entsprechende Überlegungen angestellt hat und nicht direkt den Notarzt zur Verlegung auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht hat (ich gehe mal davon aus, dass keine Brustschmerzen etc. vorlagen), spricht zumindest dieses gegen die Minderversorgung des Herzens. Aber abschließend kann man das nur werten, wenn man Sie persönlich untersucht und befragt hat und alle weiteren Befunde vorliegen.

Eine Bitte noch in der Sache des Forums: Aufgrund rechtlicher Gegebenheiten ist eine konkrete Beantwortung von persönlichen medizinischen Sachverhalten nicht möglich, eine Formlierung ein 56-jähriger Mann geht zum Checkup, folgender Befund.... wäre sinnvoller gewesen. Siehe hierzu auch die Mediquette.

_________________
J. Kniese
Facharzt für Innere Medizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.01.09, 12:53 
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Registriert: 10.01.09, 13:44
Beiträge: 3
Guten Tag,

vielen Tag für Ihre Antwort. Ja, es handelt sich um eine automatische Auswertung.

Zitat
«
Wenn der Hausarzt bei Betrachten des EKG entsprechende Überlegungen angestellt hat und nicht direkt den Notarzt zur Verlegung auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht hat (ich gehe mal davon aus, dass keine Brustschmerzen etc. vorlagen), spricht zumindest dieses gegen die Minderversorgung des Herzens. Aber abschließend kann man das nur werten, wenn man Sie persönlich untersucht und befragt hat und alle weiteren Befunde vorliegen.«

So ähnlich ist es vor ca. 2 Jahren passiert.
Der Patient :wink: hatte in Ruhe diskrete Brustkorbschmerzen über mehrere Tage, beim Sport oder bei körperlicher Belastung aber nicht.
Im Ruhe-EKG war der gleiche Befund, wie anfangs beschrieben, zusätzlich neg. T in aVR, V1/V2.

Darauf hin wurde er mit Verd. auf drohenden Hezinfarkt stationär eingewiesen.

Befunde in der Klinik:
Belastungs-EKG: Belastung von 188 Watt,adäquater HF- und RR-Anstieg. Kein Hinweis auf Ischämiezeichen.

Echocardiographie: Keine Kinetikstörungen, normal großer li. Ventr., geringe septumbetonte li.ventr.
Hypertrophie. Gute syst. Funktion(EF>60%) und gute diast. LV-Funktin. Regelrechte RV-Funktion, keine Vitien,keine pulmonale Hypertonie, LV-ED 40 mm, LV-ES 30 mm PW_ED 10 mm. PW-ES 15 mm, IVS-ED 13 mm.

Myocardszintigraphie: nicht erweiterter li. Ventr. mit etwas inhomogener Aktivitätsbelegung, gemindert im Bereich der Hinterwand, sowohl in Ruhe als auch unter Belastung.
Keine belastungsabhängigen Aktivitätsänderungen.
EDV 95 ml, EF 56 ml.

Kontrolle beim Kardiologen vor einem Jahr: unauff. Befunde im Belastungs-EKG und Sonographie, wobei
da schon ST-Hebungen von bis 0,24 mV feststellbar waren.

Die Fragen des Pat. sind:
1.ob ST-Hebung zwangsläufig Ischämie bedeutet und
2.wie weiter? Ist CT sinnvoll oder gar Angiograprie indiziert?

Vielen Dank für Ihre Mühe.

MfG
Claus


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 11.01.09, 22:06 
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DMF-Moderator

Registriert: 05.06.05, 13:27
Beiträge: 1031
Wohnort: bei Hannover
derClaus hat geschrieben:
Die Fragen des Pat. sind:
1.ob ST-Hebung zwangsläufig Ischämie bedeutet und
2.wie weiter? Ist CT sinnvoll oder gar Angiograprie indiziert?


1. Nein.
2. das kann nur der behandelnde Hausarzt / Kardiologe abschließend beurteilen. Es spricht jedoch nicht viel dafür.

MfG,

_________________
J. Kniese
Facharzt für Innere Medizin


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.01.09, 17:46 
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Registriert: 10.01.09, 13:44
Beiträge: 3
Guten Abend,

herzlichen Dank für Ihre Ausführungen. Das hilft mir schon weiter

MfG
Claus


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